Das Kino mit seinen Spielfilmen nimmt im Alltag unserer Gesellschaft, vor allem bei der jüngeren Generation, eine wichtige Rolle ein. Die meisten Menschen gehen mindestens einmal im Monat ins Kino, manche auch häufiger. Ob sie sich Horrorfilme, Komödien oder Dramen ansehen, sie alle sind unter dem Hauptbegriff des Spielfilms zusammengefasst.
Unter Spielfilmen versteht man solche Filme, die oft auf fiktiven Handlungen basieren. Zum Teil bauen sie jedoch auf realen oder historischen Ereignissen auf. Bevor es zur Produktion eines Spielfilmes kommt, muss zuerst ein Drehbuch geschrieben werden. Jede Handlung, jeder Filmcharakter, jeder Dialog und jedes Accessoire, alles was für die Filmproduktion benötigt wird, muss darin festgehalten werden. Dies ist notwenig, damit der Produzent, der Regisseur, die Schauspieler, die Requisiteure, usw. wissen, wie der Ablauf der Geschichte ist, wie alles auszusehen hat, wie sie sich zu verhalten haben, was sie sagen müssen und noch vieles mehr.
Natürlich laufen in den Kinos noch andere Filmgattungen, wie bspw. Dokumentarfilme, jedoch sind es überwiegend Spielfilme, die gezeigt werden. Das Kino mit seinen Filmen sorgt für Abwechslung, Unterhaltung und Spannung. Wer kennt es nicht zu gut: Man sitzt zu Hause, häufiger in kalten Jahreszeiten, es gibt wie so oft nichts Sehenswertes im Fernsehen, in der Videothek sind die besten Filme schon ausgeliehen und so geht man, gerne in Begleitung von anderen Personen, ins Kino, kauft sich Süsses oder Popcorn und genießt die einzigartige Stimmung, die im Kino herrscht.
Spielfilme mit historischem Inhalt können uns die Zeit, in der ihre Handlung spielt, näher bringen und erklären. Auch kann der Zeitpunkt ihrer Entstehung interessant sein. Solche Filme geraten oft in die Kritik und lösen erhebliche Diskussionen aus, da in der Regel erwartet wird, dass sie sich genau an die bekannten Fakten halten, obwohl eigentlich klar ist, das nicht jeder Tatbestand, jede Handlung, jede Person und jeder Dialog aus der damaligen Zeit vorhanden sein kann. Werden bspw. zum Aufbau eines Handlungsfadens fiktive Handlungen und Personen eingefügt, kann dieses später zu heftigen Diskussionen führen.
Deshalb stellt sich gerade bei Spielfilmen mit geschichtlichem Rahmen immer wieder die Frage, ob es überhaupt angebracht und sinnvoll ist, Geschichte in Spielfilmen zu verarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Darf man den Holocaust in einem Spielfilm zeigen?
3.1 Meinungen dagegen
3.2 Meinungen dafür
4 „Schindlers Liste“ und „Das Leben ist schön“ als Holocaust-Spielfilme
4.1 Holocaustspielfilme
4.1.1 Holocaust-Tragödien
4.1.2 Holocaust-(Tragik)Komödien
4.2 Schindlers Liste
4.2.1 Der Film
4.2.2 Negative Kritikpunkte
4.2.3 Besonderheiten des Films
4.3 „Das Leben ist schön“
4.3.1 Der Film
4.3.2 Negative Kritikpunkte
4.3.3 Besonderheiten des Films
5 Diskussion über die beiden Filme
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die moralische und filmische Problematik bei der Darstellung des Holocaust in Spielfilmen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob es ethisch vertretbar und sinnvoll ist, ein historisch so schwerwiegendes Ereignis mittels Fiktion, Spannung und Unterhaltung – insbesondere in Form von Komödien – für ein Massenpublikum aufzubereiten.
- Ethische Debatte um das "Bilderverbot" und die Darstellbarkeit des Holocaust im Film.
- Unterschiedliche filmische Ansätze: Tragödie versus (Tragik)Komödie am Beispiel zweier gegensätzlicher Werke.
- Analyse der Rezeption und Kritikpunkte, insbesondere hinsichtlich Authentizität und Verharmlosungsgefahr.
- Die Rolle von Humor und Fiktionalisierung als Mittel der Vermittlung historischer Schrecken.
- Vergleich der Inszenierungsstrategien von Steven Spielberg ("Schindlers Liste") und Roberto Benigni ("Das Leben ist schön").
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Der Film
Der Film „Schindlers List“ von Steven Spielberg handelt von dem süddeutschen Industriellen Oskar Schindler, der Mitglied in der NSDAP war. Er sieht im polnischen Krakau seine Chance, auf Grund der herrschenden Situation, grossen Profit für sich herausschlagen zu können. Durch seinen Charme, seine Gerissenheit, seiner Großzügigkeit und sein Geld gelingt es ihm, zu den höchsten der SS-Offiziere eine gute Beziehung aufzubauen.
Am Bahnhof von Krakau müssen sich über 10.000 Juden registrieren lassen. Es werden einige jüdische Namen genannt, um die aktiven Personen des Films vorzustellen. Oskar Schindler will eine Emaillewarenfabrik aufbauen, benötigt dazu jedoch Geldgeber. Über Itzhak Stern, einen polnischen Juden, versucht er an jüdische Geldgeber heranzukommen. Schindler bietet ihm an, als Buchhalter in seiner Fabrik zu arbeiten. Dies lehnt Stern ab und weist Schindler daraufhin, dass keiner seiner Bekannten Interesse an solch einem Projekt hat.
„Im März 1941 werden alle Juden aus Krakau und Umgebung in ein Getto zwangsumgesiedelt.“ Schindler zieht in die Wohnung einer vertriebenen jüdischen Familie. Auf Grund der Zwangsumsiedelung vermittelt Stern zwischen Schindler und zwei jüdischen Geschäftsleuten. Schindler bekommt seine Fabrik und Stern wird sein Buchhalter.
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Kinos im Alltag und die grundlegende Fragestellung zur Aufarbeitung von Geschichte in Spielfilmen.
3 Darf man den Holocaust in einem Spielfilm zeigen?: Erörterung der kontroversen Positionen zum Bilderverbot und der ethischen Zulässigkeit der Verfilmung des Holocaust.
4 „Schindlers Liste“ und „Das Leben ist schön“ als Holocaust-Spielfilme: Kategorisierung der Holocaust-Spielfilme in Tragödien und Komödien sowie detaillierte Untersuchung der beiden ausgewählten Filme hinsichtlich Handlung, Kritik und Besonderheiten.
5 Diskussion über die beiden Filme: Vergleichende Analyse, wie beide Werke trotz ihrer Unterschiede mit denselben kritischen Argumenten konfrontiert werden.
6 Schluss: Zusammenfassende Reflexion über den ungelösten Zwiespalt der Holocaust-Darstellung im Film und ein Ausblick auf die wachsende Bedeutung des Themas für jüngere Generationen.
Schlüsselwörter
Holocaust, Spielfilm, Schindlers Liste, Das Leben ist schön, Bilderverbot, Authentizität, historische Darstellung, NS-Zeit, Filmkritik, Roberto Benigni, Steven Spielberg, Holocaust-Tragödie, Holocaust-Komödie, Erinnerungskultur, Fiktionalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die ethische und filmtheoretische Problematik der Darstellung des Holocaust in Spielfilmen und analysiert, wie moderne Regisseure mit diesem sensiblen historischen Erbe umgehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Kontroverse um das sogenannte "Bilderverbot", die Möglichkeiten und Grenzen historischer Spielfilme sowie die Frage nach einer angemessenen Vermittlung von nationalsozialistischen Verbrechen an kommende Generationen.
Welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Geschichte in Spielfilmen verarbeitet werden darf und ob ein Medium, das auf Unterhaltung und Fiktion basiert, dem menschlichen Leid des Holocaust gerecht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Filmanalyse, bei der Fachliteratur und zeitgenössische Kritiken ausgewertet werden, um die unterschiedlichen filmischen Ansätze von "Schindlers Liste" und "Das Leben ist schön" gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Holocaust-Thematik im Film und eine detaillierte Einzelbetrachtung der Filme von Spielberg und Benigni hinsichtlich ihrer filmischen Mittel, negativen Kritiken und besonderen Merkmale.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Holocaust-Spielfilm, ethische Darstellbarkeit, Fiktionalisierung versus historische Realität, Authentizität und der bewusste Einsatz von Humor in der Darstellung des Grauens.
Wie wird in der Arbeit der Einsatz von Komödie bei einem ernsten Thema bewertet?
Die Autorin argumentiert, dass Komödie und Witz – wie bei Benigni – eine legitime und notwendige Strategie sein können, um Schrecken zu ertragen und ein anderes, erfrischendes Verständnis beim Zuschauer zu wecken, ohne dabei das Grauen zu bagatellisieren.
Welche Rolle spielt die Figur des Itzhak Stern in der Analyse von "Schindlers Liste"?
Die Arbeit betont, dass die fiktive Figur des Itzhak Stern als wichtiger Motor für die Rettung der Juden fungiert und als notwendiges Gegengewicht zu den deutschen Hauptfiguren dient, um nicht einseitig deutsche Täterperspektiven zu dominieren.
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- Julia Degenhardt (Author), 2006, Der Holocaust als Thema von Spielfilmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88341