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Darstellung der Entwicklung des Wasserrechts in Österreich

Ein Überblick

Title: Darstellung der Entwicklung des Wasserrechts in Österreich

Scientific Essay , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mag. Johannes Bartl (Author)

Law - Public Law / Administrative Law
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Wasser (H2O) war der Ausgangspunkt und ist die Grundlage für jedes Leben auf der Erde. So war etwa das Wasser der Flüsse Euphrat und Tigris ausschlaggebend für den Beginn und die Ausbreitung der Landwirtschaft. Diese Flüsse umschließen ein Gebiet, das früher „Fruchtbarer Halbmond“ – im heutigen Syrien, Jordanien und Irak gelegen – genannt wurde und in dem schon vor 7000 v.Chr. Landwirtschaft betrieben wurde.

Schon alleine diese Umstände verdeutlichen, dass das Wasser bereits zu vorchristlichen Zeiten Objekt von rechtlichen Verhältnissen und von Normen war. So gab es bspw. schon ein System wasserrechtlicher Regelungen im römischen Recht, das etwa das fließende Wasser als Gemeingut – flumina omnia sunt publica – ansah.

Während in Gebieten, in denen klimabedingt Wasserknappheit herrscht, die Funktion des Wassers als Lebensgrundlage im Vordergrund stand und steht, verdeutlicht das Studium der Entwicklung des Wasserrechts in wasserreichen Klimagebieten bereits frühzeitig das Entstehen von Regelungen, die die Abwehr des auch vom Wasser ausgehenden Gefahren-potentiales – insbesondere für Siedlungen und Kulturland – zum Gegenstand haben.

Nach dieser kurzen Einführung wird nun im Rahmen der vorliegenden Arbeit versucht, einen Überblick über die Entwicklung des österreichischen Wasserrechts in der Geschichte zu geben. Entsprechend der Aufgabenstellung wird daher – nach einer kurzen Darstellung der Rahmenbedingungen in Österreich in Abschnitt 2 – der Schwerpunkt auf die historisch bzw. zeitlich aufeinander folgenden Ereignisse gelegt. Dabei werden auch wichtige Novellierungen des Wasserrechtsgesetz (WRG) 1959 angesprochen und so gleichzeitig auch die Entwicklung des österreichischen Wassernutzungsrechts zum Wasserschutzrecht gezeigt. Auf Grund seines Einflusses auf die österreichische Rechtsetzung und um die Aufgabenstellung abrundend bzw. übersichtlich zu behandeln, werden in Abschnitt 5 die Entwicklung und der Einfluss des europäischen Wasserrechts dargestellt. Zum Abschluss werden noch kurz die zur Vollziehung des WRG berufenen Behörden angesprochen.
Österreich und die Schweiz gelten hinsichtlich der Qualität und vor allem der Menge des vorkommenden Süßwassers als die „reichsten“ Länder in Europa. In diesem Zusammenhang werden sie häufig auch als das „Wasserschloss Europas“ bezeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rahmenbedingungen

3 Die geschichtliche Entwicklung des Wasserrechts bis zum Wasserrechtsgesetz 1959

3.1 Entwicklung bis zum Ende der Monarchie

3.2 Entwicklung nach dem Ende der Monarchie

4 Wesentliche Novellierungen des WRG 1959

4.1 WRG-Novelle 1969

4.2 WRG-Novelle 1985

4.3 WRG-Novelle 1990

4.4 WRG-Novelle 2003

5 Entwicklung und Einfluss des europäischen Wasserrechts

6 Vollziehung des Wasserrechts

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des österreichischen Wasserrechts und zeigt dabei den Wandel vom reinen Nutzungsrecht hin zu einem modernen Wasserschutzrecht auf. Die Forschungsfrage fokussiert sich auf die wesentlichen Ereignisse und gesetzlichen Anpassungen, insbesondere die Entwicklung des Wasserrechtsgesetzes (WRG) 1959, sowie den wachsenden Einfluss europäischer Vorgaben auf die nationale Rechtsetzung.

  • Historische Entwicklung des Wasserrechts in Österreich
  • Die Entwicklung und Transformation des Wasserrechtsgesetzes (WRG) 1959
  • Einfluss des europäischen Wasserrechts auf die österreichische Gesetzgebung
  • Die Rolle der Wasserrechtsbehörden und die Vollziehung des Wasserrechts
  • Übergang von der Wassernutzung zum umfassenden Gewässerschutz

Auszug aus dem Buch

3.1 Entwicklung bis zum Ende der Monarchie

Die Materie Wasser wurde in älterer Zeit verstreut in einzelnen rechtlichen Vorschriften unter verschiedenen Gesichtspunkten der Wassernutzung und des Verhältnisses der verschiedenen Nutzungsberechtigten zueinander geregelt. Neben der Nutzung schiffbarer Flüsse kam dabei vor allem dem Mühlenwesen eine besondere Bedeutung zu. So sah bereits die „Allgemeine Mühlenordnung“ von 1814 die Bewilligung für Bauten von Mühlen, Gerinneveränderungen und sonstigen Einbauten in Gewässer vor. Bei der Erteilung solcher Bewilligungen waren bereits öffentliche Interessen und fremde Rechte zu berücksichtigen. Wie aber bereits in der Einleitung angesprochen wurde bedurfte es auf Grund der in der Kraft des Wassers innewohnenden Gefahr nicht nur Regelungen für den Gebrauch, sondern auch für die Abwehr von Gefahren durch das Wasser. Herausgehoben sei hier das „Wasserbaunormale“ von 1830, das darüber hinaus auch allgemeine Grundsätze für das Verfahren bei Wasserbauten und Regelungen über die Kostentragung traf. In diesem Zusammenhang fanden sich auch wasserrechtliche Regelungen bspw. im Reichsforstgesetz 1852, im Allgemeinen Berggesetz 1854 sowie in verschiedenen Teich- und Triftordnungen.

Obwohl es mehrere Versuche gab, war es aber trotz des Absolutismus nicht gelungen, ein einheitliches Reichswasserrechtsgesetz zu schaffen. Deshalb dauerte es bis in das Jahr 1869, ehe das „Gesetz vom 30. Mai 1869 betreffend die der Reichsgesetzgebung vorbehaltenen Bestimmungen des Wasserrechts“ erlassen werden konnten. Auf Grund der durch den Ausgleich im Jahre 1867 geschaffenen Kompetenzordnung wurde dieses Reichswassergesetz als Reichsrahmengesetz erlassen, zu dem die Länder in der Folge dann ihre Ausführungsgesetze – Landeswasserrechtsgesetze – erließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage und führt kurz in die historische Notwendigkeit wasserrechtlicher Normen ein.

2 Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel beschreibt Österreichs Wasserressourcen, den Trinkwasserverbrauch und identifiziert das Wasserrechtsgesetz 1959 als zentrale nationale Rechtsquelle.

3 Die geschichtliche Entwicklung des Wasserrechts bis zum Wasserrechtsgesetz 1959: Das Kapitel beleuchtet die rechtliche Situation von den frühen Mühlenordnungen bis hin zur Kompetenzordnung nach dem Ausgleich 1867 und der Entstehung des WRG 1934.

4 Wesentliche Novellierungen des WRG 1959: Hier werden die wichtigsten Gesetzesänderungen von 1969 bis 2003 detailliert dargestellt, die den Wandel zum modernen Umweltschutzrecht vollzogen haben.

5 Entwicklung und Einfluss des europäischen Wasserrechts: Das Kapitel analysiert die Evolution der europäischen Wasserpolitik von stoffbezogenen Ansätzen bis zur richtungsweisenden Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

6 Vollziehung des Wasserrechts: Dieser Abschnitt beschreibt die funktionale Zuständigkeit der Behörden sowie die zentralen Regelungsschwerpunkte des Wasserrechts.

7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie das Wasserrecht eine Entwicklung vom Nutzungsrecht hin zum Schutzrecht durchlaufen hat.

Schlüsselwörter

Wasserrecht, WRG 1959, Wasserschutz, Gewässerschutz, Wasserrahmenrichtlinie, WRRL, Wasserwirtschaft, Umweltschutz, Wasserrechtsbehörde, Novellierung, Gewässergüte, Wasserbaunormale, Ökosystem, Rechtsgeschichte, Österreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung des Wasserrechts in Österreich, von frühen rechtlichen Ansätzen bis zur heutigen Ausgestaltung als umfassendes Umweltschutzrecht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehungsgeschichte des Wasserrechtsgesetzes 1959, die Auswirkungen der verschiedenen Novellierungen sowie der wachsende Einfluss der europäischen Gesetzgebung auf das österreichische Recht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Wasserrecht im Laufe der Geschichte von einer rein nutzungsorientierten Perspektive (Wassernutzungsrecht) zu einer schutzorientierten Ausrichtung (Wasserschutzrecht) gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine rechtsgeschichtliche und systematische Aufarbeitung, die auf der Analyse von Gesetzen, Novellierungen und fachspezifischer Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Entwicklung bis 1959, die spezifischen Novellierungen des WRG 1959, die Einflüsse durch EU-Richtlinien sowie die Strukturen der behördlichen Vollziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Wasserrechtsgesetz, Umweltschutz, Gewässerschutz, Wasserrahmenrichtlinie, Novellierung und Wasserrechtliche Bewilligung.

Warum war die WRG-Novelle 1990 ein wichtiger Schritt für den Umweltschutz?

Diese Novelle führte eine ganzheitliche Sichtweise auf Gewässer als Ökosysteme ein und verschärfte den Schutz durch striktere Emissionsbegrenzungen und die Verpflichtung zur Wahrung ökologischer Restwassermengen.

Welche Rolle spielt die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)?

Die WRRL markiert den dritten Schritt in der Entwicklung der europäischen Wasserpolitik und löste den ausschließlich nutzungsorientierten Schutz durch einen umfassenden Schutz aller Gewässer ab, was durch die Novelle 2003 in Österreich umgesetzt wurde.

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Details

Title
Darstellung der Entwicklung des Wasserrechts in Österreich
Subtitle
Ein Überblick
College
University of Innsbruck  (Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre)
Grade
1,0
Author
Mag. Johannes Bartl (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V88342
ISBN (eBook)
9783638024280
ISBN (Book)
9783638924269
Language
German
Tags
Darstellung Entwicklung Wasserrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Johannes Bartl (Author), 2007, Darstellung der Entwicklung des Wasserrechts in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88342
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