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Ein analytischer Vergleich der Naturzustandtheorien von Hobbes und Locke

Title: Ein analytischer Vergleich der Naturzustandtheorien von Hobbes und Locke

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Juliane Dube (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Hobbes Leviathan wird von Wolfgang Kersting neben der „politeia“ von Platon und Hegels „Grundlinien der Philosophie und des Rechts“ zu den bedeutendsten Werken der politischen Philosophie gezählt. Mit seinem Werk richtet sich Hobbes nicht nur gegen die vorherrschende aristotelische Ordnung, sondern begründet gleichzeitig ein neues politisches Denken. Zur Analyse der Naturzustandstheorie von Hobbes habe ich ebenso die Werke „de cive“ und „de homine“ hinzugezogen. Es sind nicht nur die Schriften, die den Menschen im Naturzustand von Hobbes am besten beleuchten, sondern ebenfalls die Werke, welche die größte Wirkung auf das philosophische Denken der Neuzeit besaßen.
Mit seinem Werk Leviathan, in dem alle seine früheren Anläufe von Staatstheorien kulminieren, bricht Hobbes die traditionellen Denkstile und Grundlagen seiner Zeit auf. Er entwickelt neue Fragestellungen und Methoden, deren Aktualität bis heute ungebrochen ist.
Um die wichtigsten Theorien von Hobbes besser hervorheben zu können, habe ich seine Werke mit den „The Second Treaties of Government“ von John Locke verglichen. Neben Thomas Hobbes spielt John Locke in England des 17./18. Jh. eine ebenso bedeutsame Rolle in der politischen Philosophie. John Locke ist jedoch nicht nur Philosoph und Gegner der mittelalterlichen Scholastik, sondern ebenso auch Arzt, Pädagoge, Ökonom und Theologe. Viele Autoren weisen darauf hin, dass Locke vielleicht nicht das Genie eines Thomas Hob-bes besaß, jedoch aufgrund von empirischen Studien zu einem der bedeutendsten Interpreten der vorherrschenden geistigen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Englands avancierte.
Der Naturzustand wurde stets von den Wissenschaftlern als ein normativ-analytisches Theorem der politischen Philosophie des 17./18. Jh. gekennzeichnet. Die zentrale Fragestellung, die stets die Gemüter erhitzte, beschäftigte sich damit, ob der Naturzustand eine historische Gegebenheit ist oder nur ein fiktives Konstrukt.
Mit Thomas Hobbes erhält der neuzeitliche Naturzustand als theoretisches Konstrukt seine grundlegende Bedeutung, als Ursprung aller politischen Gewalt. Er versucht die Überwindung des Naturzustandes mit Hilfe eines Gesellschaftsvertrages zu rechtfertigen, um den Menschen die Möglichkeit zu bieten, die mit einem friedlichen Zustand verbundenen, pazifistischen und zivilisatorischen Vorteile nutzen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer und biographischer Abriss

2.1 Thomas Hobbes und die Wirren des Englischen Bürgerkriegs

2.2 John Locke und die Restauration der Monarchie

3 Menschenbild

3.1 Menschenbild bei Thomas Hobbes

3.2 Menschenbild bei John Locke

4 Naturzustand

4.1 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes – Ein fiktives Gedankenexperiment

4.1.1 Legitimationsgrundlage für Staatsbildung

4.2 Naturzustand als vorstaatliche historische Realität

4.2.1 Begriff des Eigentums bei Locke

4.2.2 Legitimationsgrundlage für Staatsbildung

5 Rezeption und Wirkung der Vertragswerke

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit führt einen analytischen Vergleich der Naturzustandstheorien von Thomas Hobbes und John Locke durch, um deren Bedeutung für die Legitimation politischer Herrschaft sowie den Übergang vom Naturzustand zur staatlichen Gemeinschaft zu untersuchen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Menschenbildern und Staatskonzepten herauszuarbeiten.

  • Historische und biographische Kontextualisierung beider Philosophen
  • Analyse der jeweiligen Menschenbilder und ihrer psychologischen sowie rationalen Grundlagen
  • Untersuchung der Naturzustandskonzepte als fiktives Experiment versus historische Realität
  • Vergleich der Begründungen für den Übergang zum Gesellschaftsvertrag
  • Betrachtung der Rezeption und des langfristigen Einflusses beider Vertragstheorien

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes – Ein fiktives Gedankenexperiment

„Wie einzelne bewaffnete Burgen, abgegrenzt durch Mauern des Misstrauens und der Furcht, stehen sich die Einzelnen drohende gegenüber, ihren Vorteil ausnutzend und spähend“. So beschreibt Ulrich Weiß in seinem Werk über das philosophische System des Leviathans den von Unsicherheit beherrschten Naturzustand. In dieser Gemeinschaft der zueinander kriegerisch gestimmten Burgen, beschreibt Weiß den Menschen als „Monarch“ – ein auf Vorherrschaft abzielendes Aktionszentrum. Jeder will jeden beherrschen und so seine Machtfülle ausweiten. Es entsteht ein Krieg aller gegen alle. Dieses Machtstreben, Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht sind alles Auswirkungen von mangelnder Vernunft und bieten somit die Grundlage für das unsichere Leben im Naturzustand. Zugleich entsprechen diese Eigenschaften den Vorstellungen Hobbes von der sozialen, politischen und rechtlichen Problematik der bürgerlichen Gesellschaft in England des 17. Jh.

In solch einem Zustand, in dem gegenseitiges Vertrauen den Tod bedeuten kann, existieren nur temporäre Zweckbündnisse z.B. zur Abwehr eines gemeinsamen Feindes. Sie werden geschlossen, um kurz nach der Erfüllung des Zieles wieder aufgelöst zu werden.

Das Leben im Naturzustand ist ein Leben ohne übergeordnete Macht und Vorschriften. Gewalt und List sind die Haupttugenden im Naturzustand. Sie sollen das Überleben sichern. Es herrscht weder Gerechtigkeit noch Ungerechtigkeit, da niemand da ist, der Recht sprechen kann. MacPherson bezeichnet den Naturzustand bei Hobbes als Negation der zivilisierten Gesellschaft oder aber auch als Nichtgesellschaft. Er begründet diese These mit der Tatsache, dass das Streben des Menschen sich größtenteils auf Güter bezieht, die in der Zivilisation selbstverständlich sind, wie z.B. Eigentum, Industrie, Wissenschaft und Künste. Diese Güter sind wie viele andere auch jedoch nicht im ausreichenden Maße für jeden vorhanden. Aufgrund dessen, dass nicht jeder Mensch die gleichen Güter haben kann, muss das Schwert entscheiden, wer der Stärkste ist und die Güter behalten darf.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Hobbes' Leviathan und Lockes The Second Treaties of Government heraus und definiert das Ziel der Arbeit, diese beiden Naturzustandstheorien vergleichend zu analysieren.

2 Historischer und biographischer Abriss: Dieses Kapitel betrachtet die Lebensumstände von Hobbes und Locke im Kontext der politischen Unruhen Englands im 17. Jahrhundert, um deren Einfluss auf das jeweilige politische Denken zu beleuchten.

3 Menschenbild: Hier werden die anthropologischen Voraussetzungen beider Denker analysiert, wobei besonders das Machtstreben und die Vernunft bei Hobbes sowie die auf Freiheit und Vernunft basierende Konzeption bei Locke hervorgehoben werden.

4 Naturzustand: Dieser Abschnitt untersucht den Hobbschen Naturzustand als fiktives Kriegsszenario im Kontrast zu Lockes Modell einer vorstaatlichen Realität mit natürlichen Rechten, wie dem Privateigentum.

5 Rezeption und Wirkung der Vertragswerke: Das Kapitel würdigt den Einfluss beider Philosophen auf die moderne politische Wissenschaft, den Liberalismus und die amerikanische Verfassungsgebung.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die zentralen Gemeinsamkeiten, wie die Ausgangslage der menschlichen Gleichheit und die Notwendigkeit des Gesellschaftsvertrages, mit den grundlegenden Unterschieden im Menschenbild und der Zielsetzung der Staatslegitimation zusammen.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, John Locke, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Menschenbild, Leviathan, Politische Philosophie, Vernunft, Selbsterhaltung, Kriegszustand, Privateigentum, Staatslegitimation, Souveränität, Freiheit, Gleichheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit behandelt einen analytischen Vergleich der Naturzustandstheorien von Thomas Hobbes und John Locke, um deren unterschiedliche Ansätze zur Begründung politischer Herrschaft zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die historische Kontextualisierung der Philosophen, die Analyse ihrer jeweiligen Menschenbilder, die theoretische Ausgestaltung des Naturzustandes und die darauf aufbauende Staatsgründung durch einen Gesellschaftsvertrag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Konzepte beider Autoren gegenüberzustellen, um aufzuzeigen, wie ihre unterschiedlichen Menschenbilder zu divergierenden Modellen von Staat und Herrschaft führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen, theoretischen Vergleich, der primäre Vertragswerke der Autoren und ausgewählte Sekundärliteratur zur Interpretation heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den historischen Kontext, die anthropologischen Grundlagen, die Beschaffenheit des Naturzustandes als fiktives oder reales Konstrukt sowie die Argumente für die Staatsbildung bei Hobbes und Locke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Leviathan, Menschenbild, Freiheit, Gleichheit, Selbsterhaltung und staatliche Legitimation.

Wie unterscheidet sich der Naturzustand bei Hobbes von dem bei Locke?

Während Hobbes den Naturzustand als fiktiven „Krieg aller gegen alle“ ohne moralische Normen darstellt, sieht Locke ihn als eine vorstaatliche Realität, in der bereits natürliche Gesetze und Eigentumsrechte existieren, die jedoch mangels einer unparteiischen Exekutive unsicher sind.

Welche Bedeutung hat das Privateigentum für John Locke?

Für Locke ist das Privateigentum zentral, da es durch Arbeit legitimiert wird und ein Grundrecht darstellt, welches der Staat schützen muss, wohingegen bei Hobbes im Naturzustand kein solches festes Recht auf Eigentum existieren kann.

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Details

Title
Ein analytischer Vergleich der Naturzustandtheorien von Hobbes und Locke
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Vertragstheorien von Hobbes bis Rawls
Grade
2,0
Author
Juliane Dube (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V88368
ISBN (eBook)
9783638024341
ISBN (Book)
9783640811830
Language
German
Tags
Vergleich Naturzustandtheorien Hobbes Locke Vertragstheorien Hobbes Rawls
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Dube (Author), 2007, Ein analytischer Vergleich der Naturzustandtheorien von Hobbes und Locke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88368
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