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"Otto Gross": Ein vergessener Kulturrevolutionär?

Darstellung seines Lebens, seiner kultur-revolutionären Texte und der Pressekampagne deutscher Intellektueller für seine "Freilassung"

Title: "Otto Gross": Ein vergessener Kulturrevolutionär?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Andrea Böhle (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewinnen in Deutschland kollektive Publikationsformen immer mehr an Bedeutung, denn gerade die unterschiedlichen literarischen und politischen Strömungen dieser Zeit finden in diesen Medien ihr Gehör. So verwundert es nicht, dass „ein Grossteil der expressionistischen und anarchistischen Debatten in den mehr als einhundert Zeitschriften, die diese Epoche hervorbrachte, ihr Forum (fand).“

In einigen dieser Zeitschriften trifft man gegen Ende des Jahres 1913 bis zum Frühling des Folgejahres auf mehrere Beiträge über einen gewissen „Dr. Otto Gross“ und einem, mit dieser Person verbundenen, publizierten Skandal über den »Fall Gross«.

Wer war dieser Dr. Otto Gross?
Und warum kam es zu einem Skandal?

In Otto Gross Persönlichkeit vereinigen sich Charaktere und Eigenschaften, die eigentlich für mehrere Menschen reichen.
So war er Psychoanalytiker, Arzt, Kulturwissenschaftler, Intellektueller, Reformer, Anarchist, Drogensüchtiger, Revolutionär und Sohn.
Und er sorgte mit seinen Texten über die Psychoanalyse, seiner soziologisch-psychoanalytischen Kulturanalyse, seinen anarchistisch-revolutionären Ideen und dem öffentlich ausgetragenen Vater-Sohn-Konflikt für einigen Wirbel.

Ziel dieser Arbeit ist, die zwei zuvor gestellten Fragen ausreichend zu beantworten, dementsprechend liegen die thematischen Schwerpunkte dieser Arbeit auf Otto Gross’ außergewöhnlicher Lebensführung, dem Spagat zwischen Bürgertum und Bohème, seinen psychoanalytisch-kulturellen Texten und der Pressekampagne für die Befreiung des Internierten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Einführung – Das Leben von Otto Gross als Teil der intellektuellen Utopievorstellungen

3. Otto Gross und seine Kulturanalyse – Textlicher Auszug

3.1. „Zur Überwindung der kulturellen Krise“

3.2. „Die Einwirkung der Allgemeinheit auf das Individuum“

3.3. „Anmerkungen zu einer neuen Ethik“

3.4. „Zur funktionellen Geistesbildung des Revolutionärs“

3.5. „Orientierung der Geistigen“

4. Der Fall »Otto Gross«. Seine Bedeutung für, sowie seine Wirkung auf die intellektuellen Kreise und die Gesellschaft

4.1. Die Hintergründe der Festnahme von Otto Gross

4.2. Vorbemerkung zur Kampagne

4.3. Die Kampagne und ihre Argumentation wie Intention für die Freilassung von Otto Gross

4.3.1. Der Vorwurf des Wahnsinns

4.3.2. Der Vorwurf des lästigen und drogenabhängigen Ausländers

4.3.3. Der Vorwurf des Kurpfuschers und der Euthanasie

4.3.4. Der Vorwurf des Anarchisten

4.3.5. Otto Gross – der Sohn eines Kriminalprofessors

5. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Otto Gross, einem einflussreichen, aber lange vergessenen Intellektuellen des frühen 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, den "Fall Gross" – seine Zwangsinternierung durch den eigenen Vater und die darauf folgende Pressekampagne deutscher Intellektueller – als Brennglas für die gesellschaftlichen Konflikte zwischen wilhelminischer Ordnung und den anarchistisch-expressionistischen Utopien dieser Epoche zu analysieren.

  • Biographische Einordnung von Otto Gross im Spannungsfeld zwischen Bürgertum und Bohème.
  • Analyse seiner zentralen kultur- und sozialkritischen Schriften sowie deren psychoanalytische Fundierung.
  • Untersuchung des Vater-Sohn-Konflikts als Triebfeder für seine Internierung und den nachfolgenden Skandal.
  • Dokumentation der Pressekampagne und ihrer Argumentationsstrategien gegen staatliche und väterliche Machtausübung.

Auszug aus dem Buch

3. Otto Gross und seine Kulturanalyse – Textlicher Auszug

Mit seinen Texten und Theorien hat Gross die junge, expressionistische Generation entscheidend mitgeprägt. Er vermittelte insbesondere in den Literaten- und Bohèmenkreisen in München, Ascona, Berlin, Wien und Prag die Freudsche und eigens erweiterte Psychoanalyse in einer kulturrevolutionären Version. Man könnte dies als seinen größten theoretischen Verdienst bezeichnen, denn er entwickelte eine umfassende Kulturanalyse mit sozialen, psychischen, existentiellen und religiösen Aspekten.

So beinhaltet seine Kulturanalyse eine bis dato einzigartige Mischung zwischen anarchistisch bohèmehaften und psychoanalytischen Einflüssen. Hierdurch offenbart Gross den Intellektuellen nicht nur die Psychoanalyse, sondern bietet ihnen auch eine Basis, auf der das anarchistisch revolutionäre Gedankengut gekonnt mit einer wissenschaftlichen Fundierung gekoppelt ist. Dementsprechend stellen seine Beiträge die damals vorherrschenden ethischen und sozialen Problemlagen basierend auf rein wissenschaftlich-experimentellen oder psychoanalytischen Forschungsergebnissen dar.

Hierin liegt, möglicherweise auch nur für das heutige Textverständnis, die Schwierigkeit, die psychoanalytischen Tendenzen vom nahtlos einfließenden revolutionären Gedankengut eindeutig zu trennen. Denn beginnt man mit der Lektüre der Gross’ Texte erschlägt einen zunächst die Komplexität der Psychoanalyse, die in einem das Gefühl erweckt, erst ein separates Psychoanalyse- oder Psychologiestudium zu beginnen, um zu allererst diesen Teil zu verstehen. Eine Voraussetzung, um die – hinter und vermischt mit seiner Psychoanalyse – politisch kritischen Strömungen isolieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des "Falls Gross" im Kontext der expressionistischen Publikationslandschaft Anfang des 20. Jahrhunderts und Hinführung zur Forschungsfrage.

2. Eine Einführung – Das Leben von Otto Gross als Teil der intellektuellen Utopievorstellungen: Biographische Skizze, die den Vater-Sohn-Konflikt als Ursprung von Gross' Leben und Denken beleuchtet.

3. Otto Gross und seine Kulturanalyse – Textlicher Auszug: Detaillierte Untersuchung fünf ausgewählter kulturkritischer Beiträge, die Gross' psychoanalytische Theorie und deren Anwendung auf Gesellschaft und Politik aufzeigen.

4. Der Fall »Otto Gross«. Seine Bedeutung für, sowie seine Wirkung auf die intellektuellen Kreise und die Gesellschaft: Analyse der Zwangsinternierung und der anschließenden Solidaritätskampagne, unterteilt in die verschiedenen Vorwürfe und die strategische Argumentation seiner Fürsprecher.

5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur kulturkritischen Arbeit von Gross und zum Scheitern des öffentlichen Protests gegen seine Internierung.

Schlüsselwörter

Otto Gross, Psychoanalyse, Expressionismus, Anarchismus, Bohème, Vater-Sohn-Konflikt, Kulturanalyse, Zwangsinternierung, Pressekampagne, Intellektuelle, Neue Ethik, Freud, Nietzsche, Wilhelminismus, Sozialkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Person und das Werk des Psychoanalytikers Dr. Otto Gross, dessen Leben durch den Konflikt mit seinem Vater und der staatlichen Obrigkeit geprägt war.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die psychoanalytische Kulturanalyse, das gesellschaftliche Spannungsfeld zwischen Bürgertum und Bohème sowie die politische Rolle von Intellektuellen im frühen 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für den "Fall Gross" zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Otto Gross seine theoretische Psychoanalyse mit anarchistischen Utopien verband.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich primär um eine Textanalyse und eine biographisch-historische Aufarbeitung anhand von zeitgenössischen Publikationen und Dokumenten zur Pressekampagne.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Analyse ausgewählter Texte von Otto Gross und eine detaillierte Untersuchung der Pressekampagne, die sich für seine Freilassung einsetzte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Psychoanalyse, Anarchismus, Vater-Sohn-Konflikt und Kulturrevolution.

Inwiefern beeinflusste der Vater von Otto Gross dessen Schicksal?

Der Vater, Prof. Hans Gross, nutzte seine gesellschaftliche Macht und seine kriminologische Autorität, um seinen Sohn aufgrund dessen unbürgerlicher Lebensführung entmündigen und internieren zu lassen.

Wie endete der öffentliche Kampf für die Freilassung von Otto Gross?

Der Kampf endete mit einer faktischen Niederlage der Fürsprecher, da Otto Gross die Internierung durch einen Brief an die Kuratelbehörde selbst legitimierte, was den öffentlichen Protest verstummen ließ.

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Details

Title
"Otto Gross": Ein vergessener Kulturrevolutionär?
Subtitle
Darstellung seines Lebens, seiner kultur-revolutionären Texte und der Pressekampagne deutscher Intellektueller für seine "Freilassung"
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Abteilung für Neuere Germanistik)
Course
Utopien der Jahrhundertwende
Grade
1,0
Author
Magistra Artium Andrea Böhle (Author)
Publication Year
2005
Pages
38
Catalog Number
V88484
ISBN (eBook)
9783638024778
ISBN (Book)
9783638924344
Language
German
Tags
Otto Gross Kulturrevolutionär Utopien Jahrhundertwende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Andrea Böhle (Author), 2005, "Otto Gross": Ein vergessener Kulturrevolutionär? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88484
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