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Die "Casa del Fascio" in Como von Giuseppe Terragni

Ein Bau im Zeichen des Faschismus

Title: Die "Casa del Fascio" in Como von Giuseppe Terragni

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janine Schöne (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Summary Excerpt Details

Bis heute wird dem italienischen Architekten Giuseppe Terragni, zweifellos eine der prägenden Persönlichkeiten der avantgardistischen Baukunst Italiens, verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit zuteil. Berührungsängste sind bei der Auseinandersetzung mit einem modernen Architekten und gleichzeitig überzeugten Faschisten vorprogrammiert. Eine Architektur zu preisen, die im Sinne einer antidemokratischen und nationalistischen Ideologie entstand, widerstrebt zunächst moralischen Grundsätzen. Doch gilt es zu trennen; zwischen der politischen Überzeugung der Person Terragni einerseits und dessen Errungenschaften in der modernen Architektur andererseits, die trotz der ihnen anhaftenden Ideologie eine Revolutionierung der italienischen Baukunst beschreiben.
Eine objektive Annäherung an die faschistische Architektur und deren Bedeutung in der Entwicklung architektonischer Formensprache sowie der Transformation ideologischer Grundsätze in architektonische Elemente soll am Beispiel des bedeutendsten Repräsentationsbaus des Faschismus, der "Casa del Fascio" in Como, erfolgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Giuseppe Terragni und erste Projekte

2.1 "Gruppo 7" und "Architettura Razionale"

2.2 "Villa Saibene" und "Hotel Metropole-Suisse "

2.3 "Novocomum"

2.4 Spätere Projekte

3. Die "Casa del Fascio" in Como

3.1 Architekturbeschreibung

3.1.1 Die Südwestfassade

3.1.2 Nordwestfassade

3.1.3 Nordostfassade

3.1.4 Südostfassade

3.2 Monument des faschistischen Rationalismus

3.2.1 Das Parteibüro als Renaissancepalazzo

3.2.2 Die Anforderungen des Faschismus

3.2.3 Rationalismus und europäische Avantgarde

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Architekten Giuseppe Terragni und seines Schlüsselwerkes, der "Casa del Fascio" in Como, im Kontext der faschistischen Architektur Italiens. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Terragni als Begründer des italienischen Rationalismus moderne architektonische Ausdrucksmittel im Einklang mit den ideologischen Vorgaben des faschistischen Regimes einsetzte, ohne dabei die Verbindung zur historischen Bautradition zu verlieren.

  • Die Entwicklung des italienischen Rationalismus ("Gruppo 7")
  • Terragnis frühe Projekte und deren architektonische Evolution
  • Die bauliche Analyse der "Casa del Fascio" und ihre städtebauliche Einbindung
  • Die Verschmelzung von Funktionalität, Ideologie und Tradition
  • Das Verhältnis zwischen europäischer Avantgarde und faschistischem Staatsanspruch

Auszug aus dem Buch

Die "Casa del Fascio" in Como

Die "Casa del Fascio" befindet sich an der zentralen Piazza del Popolo, ehemals Piazza dell'Imperio, Nummer 4 in Como, direkt gegenüber dem Dom (Abb. 5). Seitlich wird sie von der Via M. Bianchi sowie der Via Pessina eingegrenzt. Das ursprüngliche Parteihaus der italienischen Faschisten und gleichzeitig erstes politisches Projekt Terragnis dient heute als Bürogebäude der "Guardia di finanza", des Finanzamtes, und kann nach Feierabend teilweise besichtigt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in "Casa del Popolo". Ursprünglich war der Neubau als Palazzo Comunale im traditionellen lombardischen Stil geplant, wobei die Partei selbst die Entwürfe, die sowohl einen offenen Innenhof, als auch ein Ziegeldach vorsahen, dazu lieferte.

In der endgültigen Umsetzung durch Terragni finden sich nur noch Anlehnungen an diese anfänglichen Planungen, da der Architekt es verstand, die Forderungen und offiziellen Vorgaben des faschistischen Regimes mit Hilfe des Rationalismus umzusetzen. Die Entwürfe für den Bau fertigte Terragni im Dezember 1932 an, umgesetzt wurden diese in den Jahren 1933 bis 1936. Ganz im Dienste des Faschismus stehend, verzichtete der Architekt bei diesem Projekt auf jegliches Honorar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, den Architekten Giuseppe Terragni sowohl als avantgardistischen Modernisten als auch als überzeugten Faschisten zu bewerten.

2. Giuseppe Terragni und erste Projekte: Das Kapitel zeichnet den Werdegang Terragnis und die Gründung der Gruppe "Gruppo 7" nach, die den rationalistischen Stil in Italien etablierte.

3. Die "Casa del Fascio" in Como: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Architektur des Baus, seine Funktion als ideologisches Symbol sowie die Einflüsse von Renaissance und europäischer Avantgarde.

4. Zusammenfassung: Hier wird festgehalten, dass Terragnis Erfolg auf der Synthese von Moderne und Tradition beruht, wobei die "Casa del Fascio" als meisterhafte Anwendung dieser Prinzipien fungiert.

Schlüsselwörter

Giuseppe Terragni, Casa del Fascio, Italienischer Rationalismus, Faschismus, Moderne Architektur, Avantgarde, Architekturtheorie, Stadtplanung, Palazzo, Funktionalität, Transparenz, Baugeschichte, Le Corbusier, Baustoffe, Stilepoche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Werk des italienischen Architekten Giuseppe Terragni und untersucht am Beispiel der "Casa del Fascio" in Como, wie moderne Architektur als ideologisches Werkzeug im faschistischen Italien fungierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der italienische Rationalismus, die Verbindung zwischen politischer Ideologie und Baugestaltung sowie der Einfluss europäischer Avantgardebewegungen auf Terragnis Werk.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Terragni eine neue architektonische Formensprache entwickelte, die trotz ihrer Nähe zur faschistischen Ideologie als innovative Antwort auf die Anforderungen der Moderne und Tradition betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer architekturhistorischen Analyse, die formale Baubeschreibungen, städtebauliche Kontexte und den Vergleich mit zeitgenössischen architektonischen Theorien verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Architekturbeschreibung der vier Fassaden und eine Untersuchung der symbolischen sowie funktionalen Bedeutung des Parteibaus im Kontext des "faschistischen Rationalismus".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Rationalismus, faschistische Architektur, Casa del Fascio, Transparenz und das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.

Warum wurde die "Casa del Fascio" als "gläsernes Haus" bezeichnet?

Mussolini prägte das Zitat "Il Fascismo è una casa di vetro", das Terragni durch die transparente Gestaltung und die großen Glasflächen an der "Casa del Fascio" architektonisch umsetzte, um Offenheit und Partizipation des Bürgers zu suggerieren.

Welche Rolle spielte der Renaissance-Bezug in Terragnis Architektur?

Terragni orientierte sich an klassischen Grundrisskonzepten und der Massigkeit von Renaissance-Palazzi, um Repräsentationsansprüche zu erfüllen und das Parteihaus fest in die historische Identität der Stadt Como einzubetten.

Warum ist das Gebäude heute als "Casa del Popolo" bekannt?

Nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes und dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude umbenannt, um seine ursprüngliche Funktion als faschistisches Parteihaus zu distanzieren und dem neuen demokratischen Kontext anzupassen.

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Details

Title
Die "Casa del Fascio" in Como von Giuseppe Terragni
Subtitle
Ein Bau im Zeichen des Faschismus
College
University of Passau
Course
Italienische Kunst zwischen Futurismus und Faschismus
Grade
1,3
Author
Janine Schöne (Author)
Publication Year
2008
Pages
38
Catalog Number
V88508
ISBN (eBook)
9783638035965
ISBN (Book)
9783638933063
Language
German
Tags
Casa Fascio Como Giuseppe Terragni Italienische Kunst Futurismus Faschismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Schöne (Author), 2008, Die "Casa del Fascio" in Como von Giuseppe Terragni, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88508
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