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Italienisch-Ostafrika (1936-1941)

Title: Italienisch-Ostafrika (1936-1941)

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Plenk (Author)

Politics - Region: Africa
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“Venti milioni di italiani sono in questo momento raccolti nelle piazze di tutta Italia. È la più gigantesca dimostrazione che la storia del genere umano ricordi” .

Am 2.Oktober 1935, am Tag der Kriegserklärung Italiens an das damalige Kaiserreich Äthiopien, fanden, wie Benito Mussolini in diesem Zitat feierlich ausrief, in der Tat im gesamten faschistischen Italien große Versammlungen und Aufmärsche statt. Nachdem sich das Regime des Duce bis 1931 intern konsolidieren konnte, fanden bereits 1932 die ersten kolonialen Sondierungen am Horn von Afrika statt. Italien, dass zu Beginn der 30er Jahre bereits im Besitz der Kolonien Libyen und italienisch Somaliland war, wollte seinen “Platz an der Sonne” weiter ausbauen und sein Territorium auf das noch unabhängige Kaiserreich Äthiopien ausdehnen. Nach einem Grenzzwischenfall bei Ual-Ual an der Grenze zwischen Äthiopien und Italienisch Somaliland beschließt Mussolini ab Oktober 1935 einen Krieg gegen das Nachbarland führen zu wollen. Gründe hierfür gab es für das faschistische Italien deren viele, neben der Tilgung der Niederlage von Adua 1896 , waren Mussolinis expansionistische Träume eines Nuovo Impero Romano die Hauptursachen für die Kriegserklärung. Das Ende der Schmach einer Niederlage gegen das Äthiopische Kaiserreich sollte zeitgleich als Symbol für die Stärke des Italienischen Volkes sowie als Ausgangspunkt für ein faschistisches Weltreich dienen. Der Machtgewinnung des eigenen faschistischen Regimes sollte zudem die Stählung des italienischen „faschistischen“ Menschen an der Front dienen und Lebensraum für das eigene Volk schaffen. Das überlegene faschistische Volk sollte, laut Ideologie, die unterentwickelte afrikanische Bevölkerung kolonialisieren und zudem missionieren und sich selbst aus einer misslichen geopolitischen Lage befreien. In Mussolinis Ozeantheorie befände sich Italien nämlich in einer äußerst ungünstigen Lage am Mittelmeer, zwischen expandierenden, verfeindeten Völkern eingeklemmt und müsse somit alles Erdenkliche versuchen um aus dem prigione mediterranea herauskommen zu können. Als Ausweg aus diesem geographischen Gefangenendilemma biete sich, so Mussolini, die Kontrolle des Suezkanals und der Länder die diesen umgeben an, um eine zukünftige Fortentwicklung der italienischen Volkes zu gewährleisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG: GRÜNDE FÜR DIE KOLONIALISIERUNG

2. DER ITALIENISCH-ÄTHIOPISCHE KRIEG 1935/36

2.1 ZUR VORGESCHICHTE

2.2 KRIEGSVERLAUF

2.3 DIE AUSWIRKUNGEN DES KRIEGES

3. AFRICA ORIENTALE ITALIANA 1936-1941

3.1 DAS „NEUE RÖMISCHE IMPERIUM“

3.2 TERROR UND BESATZUNGSVERBRECHEN

3.3 DER ZUSAMMENBRUCH

4. SCHLUSS: FAZIT

5. QUELLENANGABEN:

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die koloniale Expansion des faschistischen Italiens in Äthiopien zwischen 1935 und 1941. Dabei wird analysiert, wie das Regime unter Mussolini versuchte, durch einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg das „Nuovo Impero Romano“ zu etablieren, welche brutalen Mittel der Besatzung zum Einsatz kamen und warum das Projekt letztlich scheiterte.

  • Die imperialistischen Motive und Ideologien des italienischen Faschismus.
  • Der Verlauf des Abessinienkrieges und der Einsatz völkerrechtswidriger Kriegsmittel.
  • Die Etablierung einer Terrorherrschaft und die damit verbundenen Besatzungsverbrechen.
  • Das Scheitern der kolonialen Siedlungspolitik und der Zusammenbruch der italienischen Ostafrika-Kolonie.
  • Die Schwierigkeiten der historischen Aufarbeitung der faschistischen Vergangenheit.

Auszug aus dem Buch

3.2 Terror und Besatzungsverbrechen

"Tutti i civili che si trovano ad Addis Abeba hanno assunto il compito della vendetta, condotta fulmineamente coi sistemi del più autentico squadrismo fascista. Girano armati di manganelli e di sbarre di ferro, accoppando quanti indigeni si trovano ancora in strada... Vedo un autista che, dopo aver abbattuto un vecchio negro con un colpo di mazza, gli trapassa la testa da parte a parte con una baionetta. Inutile dire che lo scempio si abbatte contro gente ignara e innocente".

Der Schrecken von dem Zeitzeuge Guido Cortese hier in einem Tagebuch berichtet, spiegelt die grausamsten und düstersten Ereignisse in Italienisch – Ostafrika wider, die Zeit von 1937-1941, in der Graziani mit eiserner Faust, seine Terrorherrschaft auszubauen versuchte. Nach dem ohnehin schon entgrenzten Krieg gegen das unterlegene Äthiopien, folge eine Despotie bis dato kaum vergleichbaren Ausmaßes. Ab Juli 1938 wurde eine Art von Vendetta eingeführt, bei der jedes italienische Opfer zehnfach gerächt und vergolten werden sollte. Gezielter Massenmord, ethnische Säuberungen, Folter, Hinrichtungen, der Einsatz von Giftgas und Luftwaffe und sogar die Einrichtung erster Campi di Concentramento waren die furchtbare folge.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: GRÜNDE FÜR DIE KOLONIALISIERUNG: Das Kapitel erläutert die expansionistischen Motive Mussolinis, die auf der Suche nach „Lebensraum“ und der Wiederherstellung nationalen Prestiges nach der Niederlage von Adua basierten.

2. DER ITALIENISCH-ÄTHIOPISCHE KRIEG 1935/36: Hier wird der Angriff auf das Kaiserreich Äthiopien beschrieben, der durch den Einsatz moderner Waffen und Giftgas gegen eine unterlegene Armee charakterisiert war.

2.1 ZUR VORGESCHICHTE: Dieses Unterkapitel beleuchtet die historischen Vorbedingungen und den Grenzzwischenfall bei Ual-Ual als Auslöser des Konflikts.

2.2 KRIEGSVERLAUF: Hier wird die Eskalation militärischer Gewalt und die brutale Kriegsführung unter General de Bono und später Pietro Badoglio detailliert dargestellt.

2.3 DIE AUSWIRKUNGEN DES KRIEGES: Dieses Kapitel thematisiert die internationale Reaktion, das Propagandafest in Italien und die Ernennung von Graziani zum Vizekönig zur Etablierung des „neuen römischen Reiches“.

3. AFRICA ORIENTALE ITALIANA 1936-1941: Die Analyse konzentriert sich auf die koloniale Verwaltung und die Versuche, das besetzte Äthiopien als Siedlungskolonie zu instrumentalisieren.

3.1 DAS „NEUE RÖMISCHE IMPERIUM“: Hier wird die administrative Einteilung und die wirtschaftliche sowie politische Instabilität der neuen Kolonie unter der Unterdrückungsherrschaft beleuchtet.

3.2 TERROR UND BESATZUNGSVERBRECHEN: Dieses Kapitel dokumentiert die brutalen Repressalien gegen die äthiopische Bevölkerung, einschließlich Massenhinrichtungen und ethnischer Säuberungen.

3.3 DER ZUSAMMENBRUCH: Es wird das Ende der italienischen Herrschaft beschrieben, das durch die Landung alliierter Truppen und den Sieg der Befreiungskräfte unter Haile Selassie 1941 besiegelt wurde.

4. SCHLUSS: FAZIT: Das Fazit fasst das Scheitern des faschistischen Kolonialprojekts zusammen und kritisiert die unzureichende Aufarbeitung der faschistischen Vergangenheit in Italien.

5. QUELLENANGABEN:: Dieses Kapitel listet die verwendete Fachliteratur, Online-Quellen sowie Bildmaterial auf.

Schlüsselwörter

Italien, Äthiopien, Faschismus, Kolonialismus, Benito Mussolini, Abessinienkrieg, Africa Orientale Italiana, Rodolfo Graziani, Terrorherrschaft, Widerstand, Imperialismus, Giftgas, Vergangenheitsbewältigung, Haile Selassie, Kriegsverbrechen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der italienischen Kolonialpolitik in Ostafrika unter dem faschistischen Regime, insbesondere mit dem Abessinienkrieg und der darauffolgenden Besatzung Äthiopiens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf den imperialistischen Ideologien des Faschismus, der militärischen Gewalt, der Anwendung von staatlichem Terror gegen die Bevölkerung und dem letztendlichen Scheitern dieses Kolonialprojekts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die brutalen Hintergründe der italienischen Kolonialisierung aufzudecken und zu zeigen, wie das „Nuovo Impero Romano“ an der Realität und dem Widerstand der Äthiopier zerbrach.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse, die Primärquellen wie Reden und Dokumente sowie eine umfangreiche Auswertung historischer Sekundärliteratur zur Aufarbeitung des Konflikts kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Eroberung (1935/36), die Etablierung des „Neuen Römischen Imperiums“ (1936-1941) und die anschließende Zusammenbruchsphase der italienischen Herrschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Faschismus, Kolonialismus, Terrorherrschaft, Kriegsverbrechen, Widerstand, Äthiopien und die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Welche Rolle spielte der Einsatz von Giftgas bei der Besatzung?

Giftgas wurde laut der Arbeit massiv sowohl gegen äthiopische Truppen als auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt, um den Widerstand durch terrorbasierte Kriegsführung zu brechen.

Warum wird im Fazit die "Vergangenheitsbewältigung" in Italien kritisiert?

Der Autor kritisiert, dass Italien nach dem Krieg lange Zeit versucht habe, die faschistische Vergangenheit zu vertuschen und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Untaten der Besatzung zu verweigern.

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Details

Title
Italienisch-Ostafrika (1936-1941)
College
LMU Munich
Course
Konflikte am Horn von Afrika
Grade
1,7
Author
Stefan Plenk (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V88538
ISBN (eBook)
9783638024921
ISBN (Book)
9783638925501
Language
German
Tags
Italienisch-Ostafrika Konflikte Horn Afrika Äthiopien Kaiser Haile Selassie Somaila Mussolini Hitler Italien Kolonialismus Römisches Reich Imperialismus Faschismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Plenk (Author), 2008, Italienisch-Ostafrika (1936-1941), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88538
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