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„Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt“

Ein ethnographisches Forschungsprojekt über das Sicherheitsgefühl der Passagiere am Franz-Josef-Strauß Flughafen München

Titre: „Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt“

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 35 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Isabella Hermann (Auteur), Andreas Forgách (Auteur)

Politique - Autres sujets de politique internationale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Sicherheitsbegriff in den Internationalen Beziehung hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges stark gewandelt. Nicht mehr nur gelten zwischenstaatliche Konflikte als Bedrohung für die internationale Sicherheit, sondern vermehrt rücken auch nicht-militärischer Gefahren, wie Terrorismus, aber auch Epidemien in den Fokus der Forscher. Die neuen Bedrohungen werden zudem durch die rasante Entwicklung der Globalisierung gesteigert.
Dies wird besonders an den immer umfangreicheren Sicherheitskontrollen an Flughäfen deutlich. Was wird nun genau unternommen, damit sich Passagiere am Flughafen sicher und wohl fühlen? Und steht dies noch im Einklang mit rechtsstaatlicher Verhältnismäßigkeit? Im Zuge dieses ethnographischen Forschungsprojektes am Franz-Josef Strauß Flughafen in München wurden soziale Praktiken betrachtet, die den Passagieren trotz Bedrohungen ein Sicherheitsgefühl vermitteln sollen. Die Forschungsarbeit zeigt, dass Praktiken gefühlter Sicherheit dabei nicht notwendigerweise deckungsgleich mit Praktiken sein müssen, die reale Sicherheit gewährleisten. Dabei wurden die gefundenen Praktiken in vier unterschiedliche sogenannte „Sicherheitsbündel“ unterteilt: Sicherheitsdienste und Bundespolizei, Durchsagen, Kameras sowie Artefakte. Je nach Sicherheitsrelevanz des Ortes im Flughafen treten diese in unterschiedlicher Dichte – also „räumlich abgestuft“ – auf. Es wird dabei augenscheinlich, dass die Sicherheitspraktiken im Einklang mit der von demokratischen Rechtsstaaten angewandter Verhältnismäßigkeit stehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Erläuterung des Hintergrundes, der Zielsetzung und der Vorgehensweise

1.1 Bezug zu den Internationalen Beziehungen und Beobachtungsgegenstand

1.2 Terrorismus

2 Beschreibung und Interpretation der Praktiken, durch die das Sicherheitsempfinden von Passagieren und Besuchern am Münchner Flughafen gestärkt wird

2.1 Definition von Begriffen und Erklärung der Methodik vor dem Hintergrund des konkreten Forschungsprojektes

2.2 Die Existenz von Sicherheitsbündeln am Münchner Flughafen

2.2.1 Das Bündel Sicherheitsdienste und Bundespolizei

2.2.2 Das Bündel Durchsagen

2.2.3 Das Bündel Kameras

2.2.4 Das Bündel Artefakte

2.3 Die „räumliche Abgestuftheit“ am Münchner Flughafen

2.3.1 Der S-Bahnhof

2.3.2 Die Gepäckaufgabe

2.3.3 Der Einkaufs- und Restaurantbereich

2.3.4 Die Sicherheitsschleuse

3 Dichte Beschreibung: Anlassbezogene und verhältnismäßige Reaktion als Leitlinie am Münchner Flughafen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels eines ethnographischen Forschungsprojektes am Flughafen München, wie verschiedene soziale Sicherheitspraktiken den Reisenden ein Sicherheitsgefühl vermitteln, unabhängig von der tatsächlich gewährleisteten Sicherheitsleistung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Interaktion zwischen Bedrohungswahrnehmung, Sicherheitsmaßnahmen und dem Prinzip der rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeit.

  • Analyse von Sicherheitspraktiken im Kontext internationaler Bedrohungen wie Terrorismus.
  • Systematisierung von Sicherheitsmaßnahmen in sogenannte „Sicherheitsbündel“.
  • Untersuchung der „räumlichen Abgestuftheit“ von Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des Flughafens.
  • Erforschung der Wechselwirkung zwischen gefühlter Sicherheit und tatsächlich wahrnehmbaren Handlungsabläufen.
  • Bewertung der Verhältnismäßigkeit von Sicherheitspraktiken in einem demokratischen Rechtsstaat.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Das Bündel Sicherheitsdienste und Bundespolizei

Am Flughafen München existiert ein regelrechter „Dschungel“ von verschiedenen Diensten mit divergierenden Aufgaben und Zuständigkeiten. Die Anzahl der Dienste ist fluktuierend, scheint sich jedoch gewöhnlich zwischen 10 und 15 Diensten zu bewegen. Hier werden drei große und wichtige Dienste beschrieben.

Anfang des Jahres 2005 trat das neue Luftsicherheitsgesetz in Kraft. In diesem werden drei Säulen des staatlichen Handlungsbedarfs definiert, um Sicherheit am Flughafen zu gewährleisten. Die erste Säule betrifft den im § 5 festgelegten Auftrag an die Luftsicherheitsstelle (LSS) am Münchner Flughafen. Diese Stelle dient als direkte Vollzugsbehörde der Regierung von Oberbayern, bzw. des dort angesiedelten Luftamts Südbayern. Oberste Behörde ist das bayerische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Technologie und Infrastruktur. Die Aufgaben sind die Abwehr von äußeren Gefahren und die Bereitstellung damit verbundener Luftsicherheitsmaßnahmen, d.h. konkret die Durchführung von Passagier- und Gepäckkontrollen. Dies macht im Auftrag der LSS die Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München mbH (SGM), die eigens für diesen Zweck gegründet wurde. Über die Kontrollen an der Sicherheitsschleuse hinaus, wo die SGM auch über das Hausrecht verfügt, dürfte ein gewöhnlicher Passagier keinen weiteren Kontakt mit jener haben.

In § 8 wird als zweite Säule der Flughafenbetreiber, im konkreten Fall die Flughafen München GmbH (FMG) zu Eigensicherungsmaßnahmen verpflichtet, da diese das gesamte Hausrecht inne hat. Hierzu gehört zum Beispiel der Schutz des gesamten Flughafenareals vor dem Zutritt unbefugter Personen. So ist die FMG dafür verantwortlich, einen entsprechenden Zaun zur Abgrenzung des Flughafens bereitzustellen und diesen zu überwachen. Größtenteils werden solche Sicherungsmaßnahmen von der Civil Aviation Protection Flughafen München Sicherheits GmbH (CAP) im Auftrag der FMG ausgeführt. Die CAP arbeitet aber nicht nur für die FMG, sondern auch für Fluggesellschaften. Passagiere können CAP-Mitarbeiter unter anderem am Ankunftsbereich von Flügen antreffen, wo sie den Zugang vom öffentlichen Bereich in den nicht-öffentlichen kontrollieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Erläuterung des Hintergrundes, der Zielsetzung und der Vorgehensweise: Dieses Kapitel führt in den Forschungsgegenstand ein, verknüpft das Thema mit internationalen Beziehungen und erläutert die methodische Herangehensweise der teilnehmenden Beobachtung.

2 Beschreibung und Interpretation der Praktiken, durch die das Sicherheitsempfinden von Passagieren und Besuchern am Münchner Flughafen gestärkt wird: Das Hauptkapitel definiert zentrale Begriffe, kategorisiert Sicherheitsmaßnahmen in „Sicherheitsbündel“ und analysiert deren räumliche Verteilung am Flughafen.

3 Dichte Beschreibung: Anlassbezogene und verhältnismäßige Reaktion als Leitlinie am Münchner Flughafen: Dieses Kapitel interpretiert die Beobachtungen und kommt zu dem Schluss, dass die Sicherheitspraktiken den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, ohne die Reisenden unangemessen zu belasten.

Schlüsselwörter

Flughafen München, Sicherheitsempfinden, Ethnographie, Sicherheitsbündel, Terrorismus, Internationale Beziehungen, Verhältnismäßigkeit, Sicherheitspraktiken, Bundespolizei, Luftsicherheit, räumliche Abgestuftheit, teilnehmende Beobachtung, Passenger Convenience.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethnographischen Untersuchung von Sicherheitspraktiken am Flughafen München und deren Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Passagiere.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind der Sicherheitsbegriff in den Internationalen Beziehungen, die Bedrohung durch internationalen Terrorismus sowie die praktischen Umsetzungen von Sicherheitsmaßnahmen an Verkehrsflughäfen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, durch welche sozialen Praktiken Passagieren ein Sicherheitsgefühl vermittelt wird und ob diese Praktiken mit dem rechtsstaatlichen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in Einklang stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen die ethnographische Methode der teilnehmenden Beobachtung sowie ergänzende Interviews mit Flughafenmitarbeitern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden gefundene Sicherheitspraktiken in vier „Sicherheitsbündel“ (Polizei/Sicherheitsdienste, Durchsagen, Kameras, Artefakte) unterteilt und deren Anwendung entlang eines fiktiven Reisewegs analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sicherheitsempfinden, Ethnographie, Sicherheitsbündel, Verhältnismäßigkeit und Passenger Convenience charakterisiert.

Warum spielt der Begriff der „räumlichen Abgestuftheit“ eine wichtige Rolle?

Er beschreibt die Beobachtung, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht überall gleich intensiv auftreten, sondern je nach Sicherheitsrelevanz des Ortes innerhalb des Flughafens unterschiedlich dicht sind.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „gefühltem“ und „tatsächlichem“ Sicherheitsschutz?

Die Autoren betonen, dass sichtbare Maßnahmen wie uniformierte Patrouillen primär der Prävention und dem Beruhigungsgefühl dienen, während effektiverer Schutz häufig durch unsichtbare Zivilpolizisten oder diskrete Überwachungstechnik gewährleistet wird.

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Résumé des informations

Titre
„Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt“
Sous-titre
Ein ethnographisches Forschungsprojekt über das Sicherheitsgefühl der Passagiere am Franz-Josef-Strauß Flughafen München
Université
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaft)
Cours
Praktiken in der internationalen Politik
Note
1.0
Auteurs
Isabella Hermann (Auteur), Andreas Forgách (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
35
N° de catalogue
V88555
ISBN (ebook)
9783638024983
ISBN (Livre)
9783638927680
Langue
allemand
mots-clé
Gepäck Praktiken Politik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Isabella Hermann (Auteur), Andreas Forgách (Auteur), 2006, „Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88555
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Extrait de  35  pages
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