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Männer als Täter und/ oder Opfer von Gewalt

Title: Männer als Täter und/ oder Opfer von Gewalt

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 44 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Voigt (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Das Thema dieser Arbeit lautet „Männer als Täter und/ oder Opfer von Gewalt“. Es handelt sich bei dem Forschungsgebiet der männlichen Gewaltopfer um ein relativ junges Wissenschaftsgebiet.
Zunächst erscheint die zugrunde liegende Thematik dieser Arbeit aus zwei unabhängigen Teilbereichen zu bestehen, zum einen aus männlichen Tätern und zum anderen aus den männlichen Opfern von Gewalt. Um mit beiden Problematiken arbeiten zu können ist es nötig über den Sozialisationsprozess die näheren Hintergründe zu beleuchten.
Hierbei wird sowohl auf die Primärsozialisation in der Familie, als auch auf die Sekundärsozialisation in der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die „Männlichkeit“ eingegangen.
Die Sozialisation des Mannes erfolgt geschlechtsspezifisch und hat großen Einfluss auf die gelebte und real existierende Männerwelt. Diese unterliegt einem konstanten Wandel und besonders heute ist diese geprägt von einem beginnenden Zerfall tradierter Männlichkeitskonzepte und etablierter Männerrollen.
Ferner werden typische Facetten der Männlichkeit und die oben genannten Männerrollen beleuchtet, welche in ihrem Entstehen und Erleben im direkten Zusammenhang zur Sozialisation stehen. Das Profil der Männerwelt der Vergangenheit definierte sich durch eindeutige Rollenmuster und Handlungsmaxime, die durch soziokulturelle Hintergründe und gesellschaftliche Normen gestützt, legalisiert und aufrecht erhalten wurden.
Heutzutage sehen Männer veränderte Anforderungen an sich gestellt, die durch die technisierte Industrialisierung und Individualisierung unserer Gesellschaft geprägt werden: Männerrollen scheinen heute durch Funktionalität, Flexibilität und Beliebigkeit gekennzeichnet zu sein. Einerseits soll man(n) sich in die Gesellschaft einpassen können, ein gesellschaftsoffenes und mobiles Leben führen, andererseits aber eine eigenständige Persönlichkeit sein.
Aus den tradierten und verinnerlichten Werten der traditionellen Männlichkeit und dem Versuch sich den neuen Anforderungsprofilen zu stellen resultierten Bewältigungsstrategien des Mannseins, welche wiederum eine Verbindung zur Männergewalt ergeben werden.
Unentbehrlich für diese Arbeit ist es diese Bewältigungsstrategien aufzunehmen und zu ergründen. Der Fokus in diesem Kontext richtet sich insbesondere auf die Funktion der Ausübung von Gewalt für einen Mann und welche Bedeutung Gewalt im Leben eines Mannes haben kann. Hierbei spielen Rechtfertigungsmuster und Legitimationen bei der Ausübung von Gewalt eine entscheidende Rolle.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Die männliche Sozialisation

2.1 Die Primärsozialisation in der Familie

2.1.1 Die Bedeutung des abwesenden Vaters

2.1.2 Die Mutter-Sohn-Beziehung

2.2 Die Sekundärsozialisation in der Gesellschaft

2.3 Die traditionelle Männerrolle

2.4 Konzepte der Männlichkeit

2.4.1 Hegemoniale Männlichkeit

2.4.2 Marginalisierte Männlichkeit

2.5 Entwicklungspsychologische Aspekte

2.5.1 Das kognitionspsychologische Entwicklungsmodell

2.5.2 Das psychoanalytische Modell

2.6 Weitere Entwicklungsfaktoren

2.6.1 Die Bedeutung der psychisch-sexuellen Entwicklung

2.6.2 Die Bedeutung der Gleichaltrigengruppe (Peer-Group)

2.7 Die Bewältigung des Mannseins

2.8 Gewalt als Ergebnis männlicher Sozialisation

3. Männer als Täter von Gewalt

Theoretische Erklärungsansätze für die Täterschaft sexualisierter Gewalt

4. Männer als Opfer von Gewalt

4.1 Männer als Opfer allgegenwärtiger Gewalt

4.1.1 Jungen und Männer als Opfer ihrer Männlichkeit

4.1.2 Konsequenzen aus dem gesellschaftlichen Kontext

4.2 Jungen als Opfer sexualisierter Gewalt

5. Resumee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen männlicher Sozialisation, dem traditionellen Männerbild und der Entstehung von Gewalt, wobei sie sowohl männliche Täter als auch männliche Opfer in den Blick nimmt, um ein tieferes Verständnis für die geschlechtsspezifischen Hintergründe dieser Problematiken zu entwickeln.

  • Analyse der männlichen Sozialisationsprozesse in Familie und Gesellschaft.
  • Untersuchung von Männlichkeitskonzepten wie hegemoniale und marginalisierte Männlichkeit.
  • Erforschung der psychologischen und soziologischen Hintergründe von männlicher Täterwerdung bei sexualisierter Gewalt.
  • Herausarbeitung der Tabuisierung und Schwierigkeiten männlicher Gewaltopfer in der Gesellschaft.
  • Darstellung von Bewältigungsstrategien des Mannseins und deren Verbindung zu Gewalt.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Bedeutung des abwesenden Vaters

In den Familien ist der Vater meist physisch abwesend. Was wiederum für die Entwicklung und Identitätsfindung des Kindes nachhaltige Folgen haben kann.

Längst ist die klassische Rollenverteilung, welche den Vater als Beschützer und Ernährer der Familie und die Mutter als Betreuerin und Versorgerin der Kinder vorsieht, überholt. Das gesellschaftliche Bild von Familie und Erziehung gestaltete sich aufgrund dessen neu, dass durch veränderte ökonomische und soziale Verhältnisse immer mehr Frauen erwerbstätig wurden. Somit gewann der Vater als Bezugsperson für die Kinder zunehmend an Bedeutung.

Die Erziehung durch die Väter ist gefühlsmäßig eher distanziert. Des Weiteren ist in der Jungensozialisation meist die Rede von der Abwesenheit der Väter/ Männer. Mit dieser These ist die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft gemeint, wodurch der frauendominierte Alltag in den ersten Lebensjahren begründet liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik ein und definiert das Forschungsgebiet der männlichen Gewaltopfer als relativ junges Wissenschaftsgebiet, wobei der Fokus auf dem Sozialisationsprozess liegt.

2. Die männliche Sozialisation: Hier wird der Prozess der Eingliederung des Mannes in soziale Rollensysteme beleuchtet, unter Berücksichtigung von Primär- und Sekundärsozialisation sowie den Auswirkungen auf die Männlichkeitskonzepte.

3. Männer als Täter von Gewalt: Dieses Kapitel verknüpft die zuvor erarbeiteten Sozialisationserkenntnisse mit Motiven für Gewalthandlungen und legt einen Schwerpunkt auf die Täterschaft bei sexualisierter Gewalt.

4. Männer als Opfer von Gewalt: Es wird die gesellschaftliche Tabuisierung männlicher Gewaltopfer analysiert sowie die Schwierigkeit, Opfererfahrungen in ein traditionelles männliches Selbstbild zu integrieren.

5. Resumee: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, insbesondere den Zusammenhang zwischen traditioneller männlicher Sozialisation und den daraus resultierenden Täter- und Opfererfahrungen.

Schlüsselwörter

Männliche Sozialisation, Männlichkeit, Gewalt, Täter, Opfer, Hegemoniale Männlichkeit, Identitätsfindung, Geschlechterrolle, Sozialisationsprozess, Sexualisierte Gewalt, Männlichkeitsbilder, Externalisierung, Patriarchat, Rollenintegration, Männliche Gewaltopfer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische männliche Sozialisation und deren Einfluss darauf, wie Männer zu Tätern oder Opfern von Gewalt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung der Familie und Gesellschaft für die Identitätsbildung, Konzepte der Männlichkeit sowie die Auswirkungen traditioneller Männerbilder auf die Lebensbewältigung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Verknüpfungspunkte zwischen männlichen Gewalttätern und männlichen Gewaltopfern zu finden, indem die Ergebnisse zur männlichen Sozialisation als entscheidende Einflussgröße analysiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende Konzepte der Entwicklungspsychologie, Psychoanalyse und Männlichkeitsforschung zusammenführt, um das Phänomen männlicher Gewalt zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Sozialisationsphasen auch theoretische Erklärungsansätze für sexualisierte Gewalt sowie die spezifische Problematik männlicher Opferwerdung und deren gesellschaftliche Wahrnehmung detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie männliche Sozialisation, hegemoniale Männlichkeit, Gewaltanwendung, Identitätsbildung und die Tabuisierung von Männlichkeit als Opfer.

Warum ist die Identifikation mit dem Vater für Jungen so schwierig?

Laut der Arbeit ist der Vater in der frühen Lebensphase oft physisch oder emotional abwesend, was den Jungen dazu zwingt, seine männliche Identität über eine "Umweg-Identifikation" und die Negation des Weiblichen zu finden.

Welche Rolle spielt die Peer-Group für männliche Jugendliche?

Die Peer-Group dient als außerfamilialer Raum, in dem Jungen durch Mutproben und aggressives Verhalten versuchen, ihren Status als "echter Mann" zu beweisen und sich vom weiblichen Einfluss der Familie zu lösen.

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Details

Title
Männer als Täter und/ oder Opfer von Gewalt
College
University of Applied Sciences Jena
Grade
1,3
Author
Katrin Voigt (Author)
Publication Year
2006
Pages
44
Catalog Number
V88558
ISBN (eBook)
9783638024990
Language
German
Tags
Männer Täter Opfer Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Voigt (Author), 2006, Männer als Täter und/ oder Opfer von Gewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88558
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