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Interaktionsmuster zwischen Personal und Bewohnern in der stationären Altenhilfe. Würde, Autonomie und Fremdbestimmung

Title: Interaktionsmuster zwischen Personal und Bewohnern in der stationären Altenhilfe. Würde, Autonomie und Fremdbestimmung

Diploma Thesis , 2004 , 89 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Sozialpädagoge Bernd Hoffmann (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit folgt einem Ziel: den Bewohnern im Rahmen der Veränderungen im Altenhilfesektor zu mehr Autonomie und damit auch zu einem "Altern in Würde" zu verhelfen.
Der Autor kann sich auf umfangreiche Praxiserfahrungen aus der Altenpflege stützen, in dessen Kontext er ausgiebig Feldforschung betreiben konnte.

Zu den Inhalten:
Im ersten Teil der Arbeit gibt der Autor Hintergrundinformationen zu dem Altenpflegeheim, auf welches seine Praxiserfahrungen sich im Folgenden beziehen.
- Der zweite Teil widmet sich Stereotypen. Neben allgemeinen Erklärungen und Ausführungen, warum Menschen zu Stereotypisierungen neigen, werden Praxiserfahrungen angeführt und Anregungen gegeben, um stereotyp-konformes Verhalten zu vermeiden.
- anschließend wird verbale und nonverbale Kommunikation behandelt. Zunächst wird ein umfassender Überblick vermittelt, bevor der Autor ausführlich auf Praxiserfahrungen eingeht und abschließend Verbesserungsmöglichkeiten des Kommunikationsverhaltens aufzeigt.
- Die Gedanken zu „Abhängigkeit und Unabhängigkeit“ widmen sich der Beschreibung von dem „Abhängigkeits-Unterstützungs-Muster (dependency-support script)“ und „Unabhängigkeits-Ignoranz-Muster (independency-ignorance script)“ (nach Baltes). Aufbauend auf dem Wissen der zuvor niedergelegten Inhalte wird der Frage nachgegangen, wie stark Autonomie und Selbständigkeit im institutionellen Kontext überhaupt gefördert wird. Spezielle Trainingsprogramme und Verbesserungsansätze für das Personal, die bei ungünstigem Interaktionsverhalten intervenierend verwendet werden können, runden die Ausführungen ab.
- „Würde, Autonomie und Fremdbestimmung“ im Kontext der stationären Altenhilfeeinrichtung wird in einem gesonderten Gliederungspunkt abgehandelt. Hierbei weist der Autor auf diverse „Eigentümlichkeiten“ im Pflegealltag hin, die zum Nachdenken anregen sollen.
- Schließlich wird am Ende der Arbeit im „Schlusswort“ eine Bilanzierung vorgenommen und der Blick auf die Zukunft der stationären Altenhilfe gerichtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Informationen bezüglich der Einrichtung

1. Strukturelle Informationen

2. Leitbild des Hauses

2.1 Wunsch…

2.2 …und Wirklichkeit

3. Anzahl der Mitarbeiter: Tabellarischer Überblick

4. Der Wohnbereich

4.1 Bewohner- und Mitarbeiterstruktur

4.2 Dienstzeiten

4.3 Tagesablauf

III. Stereotype und Stereotypisierungen

1. Allgemeines

1.1 Was versteht man unter Stereotypen ?

1.2 Warum neigen Menschen zu Stereotypisierungen?

Die motivationspsychologische Perspektive

1.3 Möglichkeiten der Selbstkontrolle

2. Altersstereotype

2.1 Stereotypgeleitete Bilder und Realität

2.2 Altersstereotype in der (Alten-)Pflege

2.3 Korrelation mit der Berufserfahrung

2.4 Praxiseindrücke

3. Anregungen zur Vermeidung von stereotypkonformen Verhaltensweisen

IV. Kommunikationsformen im Pflegealltag

1. Verbale Kommunikation

1.1 Vorbemerkungen zur verbalen Kommunikation im Pflegealltag

1.2 „Kommunikationsdürre“ – Strukturell bedingt oder Angst vor dem eigenen Alter ?

1.2.1 Zeitliche Ressourcen

1.2.2 Gründe der individuellen Gesprächsvermeidung

1.3 Babysprache

1.3.1 Überblick

1.3.2 Häufigkeit der Anwendung im stationären Alltag / Praxiseindrücke

1.4 Risiken & Verbesserungsmöglichkeiten der verbalen Kommunikation

2. Nonverbale Kommunikation

2.1 Einleitende Bemerkungen zur nonverbalen Kommunikation

2.2 Elemente der nonverbalen Kommunikation

2.3 Nonverbale Kommunikation im Pflegealltag

2.4 Häufigkeit der Anwendung im stationären Alltag / Praxiseindrücke

2.5 Verbesserungsmöglichkeiten der nonverbalen Kommunikation

V. Abhängigkeit und Unabhängigkeit

1. Gewinne und Verluste im Alter

2. Abhängigkeits-Unterstützungs-Muster / Unabhängigkeits-Ignoranz-Muster

2.1 Was versteht man darunter?

2.2 Auferlegte und selbsterwählte Abhängigkeit

3. Praxiserfahrungen – Probleme des institutionellen Rahmens

4. Interventionsmöglichkeiten

4.1 Trainingsprogramm im Rahmen von Verhaltensmodifikation

(nach Baltes, Zank, Neumann, Tzschätzsch)

Überblick über die Unterrichtseinheiten

I. Unselbständigkeit im Alter

II. Lernmöglichkeiten im Alter

III. Verhaltensmodifikation (VM): Theorie und Praxis

IV. Planung der Verhaltensmodifikation

V. Intervention

VI. Auswertung

4.2 Weitere Trainings- bzw. Fortbildungsprogramme

VI. Würde, Autonomie und Fremdbestimmung

1. „My home is my castle“

2. Geschlechtsspezifische Pflege

3. Körperpflege

4. Bekleidung

5. Weckzeiten

6. Ernährung

VII. Schlusswort

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung der Interaktionsmuster zwischen Personal und Bewohnern in der stationären Altenhilfe, um ein tieferes Verständnis für die Dynamiken zwischen professioneller Pflege und dem Wunsch nach Selbstbestimmung der Bewohner zu entwickeln. Dabei wird insbesondere hinterfragt, inwiefern institutionelle Strukturen und unbewusste Stereotypisierungen das menschliche Miteinander beeinflussen.

  • Strukturelle Rahmenbedingungen in stationären Altenpflegeeinrichtungen
  • Einfluss von Altersstereotypen auf die Pflegepraxis
  • Verbale und nonverbale Kommunikationsformen im Pflegealltag
  • Abhängigkeit und Unabhängigkeit im Kontext pflegerischer Unterstützung
  • Interventionsmöglichkeiten zur Förderung von Selbständigkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Was versteht man unter Stereotypen ?

Ein kleiner Exkurs in die Welt der Stereotype ist für meine Ausführungen unerlässlich da jene in allen Bereichen unseres Lebens existent sind und somit auch großen Einfluss auf die Interaktionsmuster im stationären Altenhilfebereich haben.

Bei meinen Erklärungen werde ich mich maßgeblich an dem Buch „Bilder des Alters“ von Sigrun-Heide Filipp und Anne-Kathrin Mayer orientieren. Interessierten Lesern kann ich dieses Werk zur Lektüre uneingeschränkt weiterempfehlen, da darin Altersstereotype und intergenerationale Beziehungen aus jedem erdenklichen Blickwinkel untersucht und vorgestellt werden.

Stereotype wurden bereits 1922 von Lippmann als „Bilder in unseren Köpfen“ interpretiert, zeitgleich begann die diesbezüliche Forschungstätigkeit.

Sie stellen mentale Repräsentationen (=Bilder) sozialer Gruppen dar, in Form von Vorstellungen der für eine Gruppe typischen Eigenschaften (zum Beispiel „die Franzosen sind ein genussvolles Volk“) oder über die Verteilung und Ausprägung ausgewählter Eigenschaften innerhalb dieser Gruppe. Allein schon die subjektiv empfundene Wahrscheinlichkeit, mit der Vertreter einer Gruppe bestimmte Eigenschaften aufweisen, begünstigt Stereotypisierungen.

Stereotype sind gekennzeichnet durch ein Höchstmaß an Subjektivität. Typische soziale Rollen, Verhaltensformen und biographische Verlaufsmuster werden in ihnen erfasst und sie enthalten Beispiele, die als Vergleichsobjekte bei der Wahrnehmung und Kategorisierung von Personen verwendet werden. Wesentliches Merkmal ist, dass sie sehr stark änderungsresistent sind.

Zusammenfassung der Kapitel

II. Informationen bezüglich der Einrichtung: Dieses Kapitel liefert strukturelle Hintergrunddaten zum untersuchten Altenpflegeheim, einschließlich Belegungszahlen, Personalbestand und den organisatorischen Abläufen des Arbeitsalltags.

III. Stereotype und Stereotypisierungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Stereotypen und deren Entstehung dargelegt, gefolgt von einer kritischen Analyse ihrer Wirkung und Verbreitung in der Altenpflege.

IV. Kommunikationsformen im Pflegealltag: Dieses Kapitel untersucht die verbale und nonverbale Interaktion zwischen Pflegepersonal und Bewohnern, mit besonderem Fokus auf die „Babysprache“ und die strukturell bedingten Einschränkungen im Dialog.

V. Abhängigkeit und Unabhängigkeit: Es werden die Interaktionsmodelle von Baltes analysiert, die aufzeigen, wie unbewusstes Hilfeverhalten Unselbständigkeit bei Bewohnern fördern oder gar erst erzeugen kann.

VI. Würde, Autonomie und Fremdbestimmung: Dieses Kapitel thematisiert die ethischen Herausforderungen im Heimalltag, wie etwa die Verletzung der Privatsphäre und die Gestaltung der täglichen Routinen, unter dem Gesichtspunkt der Wahrung der Bewohnerwürde.

Schlüsselwörter

Altenpflege, Interaktionsmuster, Altersstereotype, Kommunikation, Selbständigkeit, Abhängigkeit, Pflegealltag, Fremdbestimmung, Autonomie, Babysprache, institutionelle Rahmenbedingungen, Bewohnerwürde, Verhaltensmodifikation, Gerontopsychologie, Pflegequalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Interaktionsmuster zwischen Pflegepersonal und Bewohnern in einem stationären Altenheim und beleuchtet, wie gesellschaftliche Bilder und institutionelle Abläufe das Verhalten und die Selbstständigkeit der alten Menschen beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Stereotypisierungen, der verbalen und nonverbalen Kommunikation im Pflegekontext sowie den Mechanismen von Abhängigkeit und Selbstbestimmung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine bewusstere Interaktion und Reflexion des eigenen Verhaltens die Autonomie der Heimbewohner gewahrt und ein würdevolles Altern unterstützt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt neben einer fundierten Literaturrecherche vor allem teilnehmende Beobachtung und eine selbst durchgeführte Mitarbeiterumfrage, um die Theorie mit der konkreten Praxis abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse struktureller Rahmenbedingungen, eine Auseinandersetzung mit Altersbildern, die Untersuchung von Kommunikationsformen und die Darstellung von Interventionsmöglichkeiten, wie etwa speziellen Trainingsprogrammen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Altenpflege, Interaktionsmuster, Altersstereotype, Autonomie, Abhängigkeit und Kommunikation.

Welche Rolle spielen die "Abhängigkeits-Unterstützungs-Muster"?

Diese Muster beschreiben, wie gut gemeintes, aber unangemessenes Verhalten des Personals dazu führt, dass Bewohner ihre Eigenständigkeit aufgeben, weil sie für unselbstständiges Verhalten positive Aufmerksamkeit erhalten.

Warum wird im Pflegealltag häufig "Babysprache" verwendet?

Das Personal nutzt diese Sprechweise meist unbewusst, um Zuneigung auszudrücken oder mit kognitiv beeinträchtigten Menschen eine familiäre Nähe zu erzeugen, läuft dabei aber Gefahr, die Bewohner zu infantilisieren.

Wie gehen die Mitarbeiter mit Frustrationen im Alltag um?

Die Arbeit zeigt, dass Frustrationen aufgrund von Zeitdruck und Stress häufig existieren, jedoch oft eher durch Mimik, Gestik oder "Dampfablassen" unter Kollegen verarbeitet werden, anstatt sie offen anzusprechen.

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Details

Title
Interaktionsmuster zwischen Personal und Bewohnern in der stationären Altenhilfe. Würde, Autonomie und Fremdbestimmung
College
University of Siegen  (Fachbereich 2)
Grade
2,0
Author
Dipl.-Sozialpädagoge Bernd Hoffmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
89
Catalog Number
V88570
ISBN (eBook)
9783638029605
ISBN (Book)
9783638927697
Language
German
Tags
Interaktionsmuster Personal Bewohnern Altenhilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialpädagoge Bernd Hoffmann (Author), 2004, Interaktionsmuster zwischen Personal und Bewohnern in der stationären Altenhilfe. Würde, Autonomie und Fremdbestimmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88570
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