Die Bildung und Erziehung eines Landes spiegelt das Verhältnis zwischen Staat und Volk vortrefflich wider. Die Erziehung und Bildung der Jugendlichen und Erwachsenen im Nationalsozialismus war Hitler einer der wichtigsten Punkte in der Umgestaltung des Denkens und Verhaltens des deutschen Volkes.
In meiner Hausarbeit möchte ich mich näher mit dem Thema der Erziehung und Bildung im „Dritten Reich“ auseinandersetzen, im Besonderen mit der Erziehung der Mädchen und Frauen in dieser Zeit. Wichtige Fragen dabei werden die Rolle der Frau, der Zweck der Frauen und Mädchen und ihr Verhältnis zu Hitler und seiner Politik sein.
An den Anfang möchte ich einige Fakten über den Nationalsozialismus und seine Entwicklung in Deutschland stellen, dabei werde ich auch auf die Entwicklung der Jugendgruppen und Frauenverbände eingehen. Des Weiteren sind auch die Schulpolitik und das Bildungswesen ein großer Teil dieser Hausarbeit.
Um die Unterschiede in Politik, Bildung und Geschichte beurteilen und vergleichen zu können, sollte man die Ausgangsposition des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik nicht vergessen. Dafür werden hier kurz die Fakten der Weimarer Republik näher erläutert.
Im Ersten Weltkrieg haben Frauen, da die Männer als Soldaten an der Front waren, in Fabriken gearbeitet und die Arbeit der Männer erledigt. Das war nach dem ersten Weltkrieg schnell beendet. Bis 1919 wurden Frauen aus dem öffentlichen Dienst entlassen und auch private Unternehmer waren zur Kündigung von Frauen durch die vorherrschende Politik mehr oder weniger gezwungen.
Ab 1924 erlebte die Frauenarbeit einen erneuten Aufschwung. Es entwickelten sich neue Industriezweige, dadurch entstand ein Bedarf an ungelernten oder billigen, angelernten Arbeitskräften, die größtenteils von Frauen gestellt wurden (vgl. Perchinig, S. 6). Die häufigsten Frauenberufe und –tätigkeiten waren Büroangestellte, Verkäuferin, Krankenschwester und Lehrerin. Doch die meisten beruftätigen Frauen waren als mithelfende Angehörige in den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Männer oder anderer männlicher Familienmitgliedern tätig.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichtlicher Überblick
2.1 Bildungschancen und Arbeitsmöglichkeiten für Frauen und Mädchen in der Weimarer Republik
2.2 Machtübernahme durch Adolf Hitler
3 Das NS-Frauenbild und dessen Auswirkungen auf die Frauen
3.1 Glorifizierung der Mutterschaft im Nationalsozialismus
3.2 Arbeitsbereiche der Frau
4 Erziehung und Bildung der Mädchen
4.1 Schulsystem und Bildung der Mädchen
4.2 Bund Deutscher Mädel
5 Frauenwiderstand
6 Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Erziehungs- und Bildungspolitik mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle und den Zweck von Mädchen und Frauen im sogenannten „Dritten Reich“. Es wird analysiert, wie der Staat durch Ideologie und Organisationen das Bild der Frau formte, um sie in den Dienst der nationalsozialistischen Ziele zu stellen.
- Die gesellschaftspolitische Instrumentalisierung der Frau als Mutter und Hausfrau.
- Die Auswirkungen des NS-Systems auf Bildungschancen und Erwerbstätigkeit von Frauen.
- Die Rolle der Erziehungsorganisationen wie des Bundes Deutscher Mädel (BDM).
- Die Diskrepanz zwischen ideologischem Frauenbild und der arbeitsmarktpolitischen Realität im Krieg.
Auszug aus dem Buch
3.1 Glorifizierung der Mutterschaft im Nationalsozialismus
Die Mutterschaft wird als große Ehre und wichtigste Aufgabe der Frauen und Mädchen im Nationalsozialismus gesehen. Die Gebärfähigkeit ist die existentielle Bestimmun der Frau (vgl. Wagner S 75). Hitler sah die quantitative Vergrößerung der deutschen Rasse als ungeheuer wichtig für den Machtausbau des deutschen Volkes, dennoch sollten nur qualitativ wertvolle Mutter und Väter rassisch einwandfreie und erbgesunde, arische Kinder zur Welt bringen. Diese genannte Vergrößerung war für Hitler in der Hinsicht wichtig, denn wie sollte das deutsche Reich sich vergrößern können, wenn zwar die besten materiellen Dinge, wie zum Beispiel Waffen da wären, aber keine Soldaten um sie zu bedienen.
Die Frau war nach dem Verständnis Vieler für die Reinhaltung der deutschen Rasse verantwortlich, sie war die „Garantin der Zukunft“ (vgl. Wagner, S. 77). Die Mutterschaft wird dadurch zur politischen Handlung, sie ist nicht individuell, sondern die „Hüterin der Rasse“. Erst durch die Erfüllung der Mutterrolle wird sie zum gleichwertigen Mitglied der Volksgemeinschaft, denn nach Hitler: „Das deutsche Mädchen ist Staatsangehörige und wird mit ihrer Verheiratung erst Bürgerin.“ (zit. n. Wagner 1996, S.88). Für Hitler ist die Mutter, die Mittlerin zwischen göttlichen Kräften und den Menschen, denn sie hilft Gott indem sie das Kind austrägt. Und die Geburt sei „eine Schlacht, die sie besteht für das Sein oder das Nichtsein ihres Volkes“ (zit. n. Frevert 1998, S. 226).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Erziehung als Spiegel staatlicher Ideologie und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Rolle von Mädchen und Frauen im Nationalsozialismus.
2 Geschichtlicher Überblick: Dieses Kapitel vergleicht die Ausgangsbedingungen der Weimarer Republik mit dem schleichenden Prozess der Machtübernahme durch Adolf Hitler.
3 Das NS-Frauenbild und dessen Auswirkungen auf die Frauen: Hier wird das konservative und untergeordnete Rollenbild der Frau unter dem Nationalsozialismus sowie dessen Auswirkungen auf Mutterschaft und Erwerbstätigkeit analysiert.
4 Erziehung und Bildung der Mädchen: Dieses Kapitel befasst sich mit der totalen Einbindung der weiblichen Jugend in den Staat durch das Schulwesen und die Organisation Bund Deutscher Mädel.
5 Frauenwiderstand: Es wird aufgezeigt, dass es keine organisierte reine Frauenwiderstandsbewegung gab, Frauen jedoch in verschiedenen Widerstandsgruppen aktiv waren.
6 Schlussbemerkungen: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, wie das NS-Regime Frauen einerseits manipulierte und anderseits im Kriegsverlauf als billige Arbeitskräfte zweckentfremdete.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Erziehung, Bildung, Frauenbild, Mutterschaft, Hausfrau, Bund Deutscher Mädel, BDM, Volksgemeinschaft, Rassenpolitik, Frauenarbeit, Geschlechterverhältnis, Hitler, Indoktrination, Widerstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifische Erziehungs- und Bildungspolitik gegenüber Mädchen und Frauen im Nationalsozialismus und wie diese dazu genutzt wurden, die ideologischen Ziele des Regimes zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören das NS-Frauenbild, die Glorifizierung der Mutterschaft, die Rolle des Schulsystems und die Organisation der weiblichen Jugend im Bund Deutscher Mädel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Staat durch die gezielte Lenkung von Erziehung und Bildung die Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau festschrieb und jegliche Individualisierung unterdrückte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Quellen und Zeitdokumente zum Thema der Frauenrolle im „Dritten Reich“ zusammenführt und auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Analyse des NS-Frauenbildes, die Darstellung der schulischen Erziehung und eine detaillierte Beschreibung der Strukturen und Aufgaben des Bundes Deutscher Mädel.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Schlüsselbegriffe sind Nationalsozialismus, Erziehung, BDM, Frauenbild, Mutterschaft und Indoktrination.
Welche Rolle spielte der „Lebensborn“ für das nationalsozialistische Frauenbild?
Der Verein „Lebensborn“ diente der gezielten Züchtung einer sogenannten „Herrenrasse“, indem er Mütter bei der Geburt arischer Kinder unterstützte und Heime für unverheiratete Mütter bereitstellte, um die Bevölkerung für den Krieg zu maximieren.
Warum war das „Pflichtjahr“ für Mädchen von Bedeutung?
Das Pflichtjahr in Land- und Hauswirtschaft diente als Erziehung zur Mutterrolle und zur Vorbereitung auf den Arbeitsdienst, wobei es die Mädchen an eine häusliche und untergeordnete Tätigkeit band.
- Quote paper
- Doris Rämisch (Author), 2004, Erziehung und Bildung der Mädchen und Frauen im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88575