Ziel der Hausarbeit ist die Analyse des Kinderbuches `Das Familienalbum´ und die Erarbeitung der Frage, ob dieses Kinderbuch zur Präventionsarbeit zum Thema Sexueller Mißbrauch in Schulen sinnvoll zu nutzen ist.
Dabei werde ich mich erst mit allgemeinen Hintergrundfragen zum Buch und den Autorinnen befassen um dann anschließend genauer auf die Buchanalyse einzugehen. Die Buchanalyse ist in drei Teile geteilt: die inhaltliche, die stilistische und die didaktische Analyse.
In der inhaltlichen Analyse werde ich mich abgesehen von der Inhaltsangabe speziell mit vier Bereichen beschäftigen: der Täterdarstellung, der Opferdarstellung, der Mißbrauchsdarstellung und der Lösung, die in diesem Buch als Möglichkeit gegeben wird aus der Mißbrauchsituation heraus zu kommen.
Mir ist klar, dass es noch viele weitere Punkte gibt, die man genauer betrachten kann, wie z.B. das Familiengefüge oder die einzelnen Charaktere. Da dies jedoch den Rahmen der Arbeit sprengen würde und die vier oben genannten Punkte meiner Meinung nach die elementaren Punkte zur Bewertung vom Realismus des Inhaltes sind, werde ich mich auf genau diese beschränken.
In der stilistischen Analyse werde ich mich mit dem Aufbau/der Struktur, der Sprache und der Analyse der Bilder beschäftigen. Gerade in der Betrachtung der Bilder (sowohl der sprachlich/symbolischen als auch der bildlichen) liegt meiner Meinung nach bei diesem Buch ein großer Kritikpunkt.
Schließen werde ich die Analyse mit meinen didaktischen Überlegungen und einer Stellungnahme zum Nutzen des Buches zu präventiven Zwecken im Bereich des Sexueller Mißbrauchs.
Am Ende der Arbeit steht der Schluß gefolgt vom Literaturverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Hintergrundinformationen
1. Angaben zum Buch
2. Angaben zu den Autorinnen
III Buchanalyse
1. inhaltliche Analyse
1.1. Inhaltsangabe
1.2. Täterdarstellung
1.3. Opferdarstellung
1.4. die Mißbrauchsdarstellung
1.5. die Lösung
2. stilistische Analyse
2.1. Aufbau/Struktur
2.2. Sprache
2.3. Bilder
2.3.1. Allgemeines
2.3.2. die Mißbrauchsdarstellung
2.3.3. Besonderheiten
3. Stellungnahme und didaktische Überlegungen
IV Schluß
V Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Hausarbeit ist die kritische Analyse des Kinderbuchs „Das Familienalbum“ unter der Fragestellung, ob es sich für die pädagogische Präventionsarbeit zum Thema sexueller Missbrauch in Schulen eignet.
- Inhaltliche Untersuchung der Täter- und Opferrollen
- Stilistische Analyse von Struktur, Sprache und bildlicher Gestaltung
- Bewertung der Angemessenheit der Missbrauchsdarstellung für Kinder
- Didaktische Reflexion über den Nutzwert des Buches in der Präventionsarbeit
Auszug aus dem Buch
1.4. die Mißbrauchsdarstellung
Der Mißbrauch vollzieht sich vorerst fast schleichend. Onkel Wanja wendet sich Nießchen mit besondere, stetig steigender Aufmerksamkeit zu. Er schenkt ihr eine Mäusepuppe, verlangt jedoch für dieselbe einen, wie Nießchen es nennt „komischen Kuß“ (S.11). Er schmeichelt Nießchen mit Worten, wie „Du bist meine Allerliebste, Nießchen.“ und bevorzugt Nießchen gegenüber ihrer Schwester, in dem er z.B. Pisa für das Kaputtgehen der Puppe in Nießchens Gegenwart verantwortlich macht (S.18). Dieses Vorgehen gleicht der typischen Vorbereitung eines Mißbrauchs. „Er beschenkt das Kind, schmeichelt ihm und beschäftigt sich mit ihm in auffällig intensiver Weise.“
„Durch angenommene Geschenke und Bevorzugung z.B. gegenüber Geschwistern fühlen sich die Mädchen „in der Schuld“ des Täters. Diese Schuld führt später dazu, dass die Opfer das Schweigen über den Mißbrauch halten.“ Auch Nießchen empfindet diese Schuld „Schließlich hat er die Puppe nur für Nießchen gebastelt, und er hat sich solche Mühe dabei gegeben“ (S.18).
Als Nießchen mit ihrem Onkel alleine auf dem Sofa ist, um die kaputte Puppe zu holen, die Pisa und Nießchen auf der Flucht vor dem Kater auf dem Sofa liegen gelassen haben, zieht der Onkel Nießchen mit den Worten, dass sie solange er bei ihr sei keine Angst haben brauche, auf seinen Schoß. Was Nießchen dabei nicht angenehm findet ist die Tatsache, dass ihr Onkel sie dabei so fest an sich drückt, dass sie kaum noch Luft bekommt (S.20). Beim Erscheinen von Nießchens Mutter fängt der Onkel an zu lügen. Er erzählt, dass er mit Nießchen das Einmaleins geübt habe. Diese Lüge versteht Nießchen nicht (S.22). Sie sieht nicht die Absicht des Onkels. Merkt zwar schon, dass sie manches als unangenehm empfindet, aber nicht warum und was genau. Dies verdeutlicht den schleichenden Prozeß. Bisher könnte man meinen, das nicht unbedingt eine sexueller Mißbrauchssituation vorliegt.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Autorin legt die Zielsetzung ihrer Analyse fest und erläutert die methodische Dreiteilung in inhaltliche, stilistische und didaktische Betrachtung.
II Hintergrundinformationen: Dieses Kapitel liefert Informationen zur Entstehungsgeschichte des Buches und stellt die am Buch beteiligten Autorinnen kurz vor.
III Buchanalyse: Der Hauptteil umfasst die detaillierte inhaltliche, stilistische und bildliche Analyse des Kinderbuchs sowie eine abschließende didaktische Einschätzung.
IV Schluß: Hier reflektiert die Autorin ihre eigene Wahrnehmungsentwicklung während der Arbeit und fasst ihre kritische Bewertung zusammen.
V Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Hausarbeit herangezogenen Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Das Familienalbum, sexueller Missbrauch, Kinderbuch, Präventionsarbeit, Täterprofil, Opferdarstellung, Bildanalyse, Kinderschutz, pädagogische Analyse, psychologische Wirkung, Missbrauchssymbolik, Kinderliteratur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Kinderbuch „Das Familienalbum“ kritisch hinsichtlich seiner Eignung als Instrument für die pädagogische Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch in der Schule.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?
Die Analyse betrachtet inhaltliche Aspekte wie Täter- und Opferrollen, die stilistische Gestaltung, den Einsatz von Symbolen und Bildern sowie die didaktische Einsetzbarkeit des Buches.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die gewählte Darstellung von Missbrauchssituationen und deren Auflösung im Buch Kindern im Vorschulalter bei der Prävention tatsächlich hilft oder ob sie potenziell problematisch ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische Text- und Bildanalyse des Werkes, gestützt durch den Vergleich mit fachwissenschaftlicher Literatur zum Thema sexuelle Missbrauchsprävention.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Untersuchung, eine stilistische Analyse (inklusive einer kritischen Betrachtung der Illustrationen) sowie eine abschließende didaktische Stellungnahme.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind sexueller Missbrauch, Prävention, „Das Familienalbum“, Täterprofile, Opferbilder, Bildsymbolik und pädagogische Eignung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Onkels im Buch?
Die Autorin hält die Darstellung des Täters für ein realistisches Szenario, kritisiert jedoch die Art und Weise, wie die Missbrauchssituation aufgelöst wird, da sie als zu einfach und realitätsfern empfunden wird.
Welche Kritik äußert die Autorin an den Illustrationen?
Die Autorin bemängelt insbesondere, dass die Bilder teilweise Angst bei Kindern hervorrufen können, die bildliche Darstellung den Text nicht immer konsequent ergänzt und die Schwanzsymbolik nicht durchgängig logisch erscheint.
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- Heike Grobel (Author), 2000, Buchanalyse - Das Familienalbum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8861