„Der hansisch-englische Wirtschaftskrieg und der Friede zu Utrecht fallen in eine Zeit, da alles Leben und alle Formen der menschlichen Gesellschaft in Europa in Bewegung waren.“ So auch und gerade in England, wo die Häuser York und Lancaster um die Vorherrschaft und den englischen Thron kämpften, was später als „Rosenkriege“ in die Geschichte einging.
In Verbindung von Rosenkriegen und hansisch-englischem Seekrieg stellt sich vor allem die Frage, ob und wie die Thronstreitigkeiten in England die Hanse, deren Politik und den Verlauf des Kaperkrieges beeinflusst haben und ob im Gegenzug die Hanse durch ihre Außenpolitik sowie ihr diplomatisches Verhalten in den Verlauf der Rosenkriege eingegriffen hat.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
1. Thematische Einführung
1.1. Einführung in die Geschichte der Rosenkriege
1.2. Einführung in die Geschichte der Hanse
2. Die hansisch-englische Konfliktlinie
3. Der hansisch-englische Seekrieg
3.1. Der Auslöser des hansisch-englischen Seekrieges
3.2 Erste Vermittlungsversuche
3.3 Gefangennahme Edwards IV. / Abbruch der ersten Friedensverhandlungen
3.4 Die diplomatische Zwickmühle der Hanse
3.5. Die Entscheidung der Hanse für Burgund / Verhansung Kölns
3.6. Das kurze Gastspiel Heinrichs VI. / Die Reaktion der Hanse
3.7. Erneutes Verhandlungsangebot durch Burgund
3.8. Die Erwartungen an die Friedensverhandlungen
3.8.1. Die Zielsetzungen Englands
3.8.2. Die Forderungen der Hanse
3.9. Das Ende des hansisch-englischen Seekrieges : Der Frieden von Utrecht
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das gegenseitige Wechselverhältnis zwischen den hansisch-englischen Seekriegen (1468–1473) und den englischen Rosenkriegen (1455–1485), um zu analysieren, inwiefern politische Thronstreitigkeiten in England die hansische Außenpolitik beeinflussten und ob umgekehrt die Hanse aktiv in den Verlauf der Rosenkriege eingriff.
- Historische Grundlagen der Rosenkriege und der Hanse
- Entwicklung der hansisch-englischen Konfliktlinie
- Diplomatische Verwicklungen der Hanse durch die englische Thronfolge
- Die Rolle des burgundischen Herzogs Karl als Vermittler
- Der Frieden von Utrecht als Abschluss des Seekrieges
Auszug aus dem Buch
3.4 Die diplomatische Zwickmühle der Hanse
Sowohl für die yorkisch-burgundische wie auch die lancastrisch-französische Seite des englischen Bürgerkrieges würde die Hanse nach einem Sieg ein wertvoller Partner sein. Aus diesem Grund suchten beide Parteien im Frühjahr 1470 ihre diplomatische Nähe. Edward bot Friedensverhandlungen mit Karl, dem Herzog von Burgund, als Vermittler an. Königin Margarete verwies auf den gemeinsamen Feind Edward IV. und versprach, nach seiner Niederwerfung die Freiheiten der Hanse zu bestätigen. Unterstützt wurde sie vom französischen König Ludwig XI., der hansischen Ausliegern Geleit gab und ihnen erlaubte, französische Häfen anzulaufen. Diese Situation brachte die Hansen in eine Zwickmühle.
Neben den Verlusten, die entstehen würden, wenn man auf der Verliererseite der Rosenkriege stünde, gab es noch weit umfassendere Überlegungen. Wenn man sich zu stark an Frankreich band, hätte das die guten Beziehungen zu Burgund zerstören und die umfassenden Privilegien dort zunichte machen können. Andererseits waren sie jedoch nicht bereit, den Kaperkrieg zu beenden und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Frankreich abzubrechen, nur weil es gerade den taktischen Überlegungen Karls diente.
Zusammenfassung der Kapitel
Thematische Einführung: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die historische Entwicklung der Rosenkriege in England sowie die Entstehung und Struktur der Hanse im 12. Jahrhundert.
Die hansisch-englische Konfliktlinie: Hier werden die instabilen Handelsbeziehungen zwischen England und der Hanse vor Ausbruch des Seekrieges analysiert, die durch wechselseitige Privilegienentzüge und wirtschaftliche Spannungen geprägt waren.
Der hansisch-englische Seekrieg: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Untersuchung und beleuchtet chronologisch die Ereignisse vom Auslöser 1468 über diplomatische Vermittlungsversuche und politische Verwicklungen bis hin zum Frieden von Utrecht 1474.
Schluss: Das Fazit stellt fest, dass sich die zwei Kriege gegenseitig nur marginal berührten und die Entwicklungen der Rosenkriege den Seekrieg lediglich in einem entscheidenden Punkt – dem Abbruch der Verhandlungen 1469 – beeinflussten.
Schlüsselwörter
Hanse, Rosenkriege, Seekrieg, England, Edward IV., Heinrich VI., Karl der Kühne, Londoner Vertrag, Frieden von Utrecht, Kaperkrieg, Diplomatie, Handelsprivilegien, Stalhof, Burgund, Richard von York
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den gegenseitigen Einfluss und die Wechselwirkungen zwischen dem hansisch-englischen Seekrieg und den englischen Rosenkriegen im 15. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte der englischen Thronfolgekämpfe, die hansische Außen- und Handelspolitik sowie die diplomatischen Bemühungen um Friedensschlüsse unter Vermittlung des burgundischen Herzogs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob die internen englischen Machtkämpfe den Seekrieg der Hanse beeinflussten und ob die Hanse durch ihr diplomatisches Agieren gezielt in die Rosenkriege eingriff.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine chronologische Darstellung, um die parallelen Geschehnisse der Rosenkriege und des Seekrieges zu vergleichen und so die Interdependenzen methodisch herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine thematische Einführung, eine Darstellung der Konfliktlinie und eine detaillierte Aufarbeitung der kriegerischen und diplomatischen Ereignisse von 1468 bis 1474.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hanse, Rosenkriege, Seekrieg, Diplomatie und wirtschaftliche Handelsbeziehungen geprägt.
Welchen Einfluss hatte der Frieden von Utrecht auf die Konfliktparteien?
Der Frieden von Utrecht beendete den Seekrieg und wurde lange als hansischer Erfolg gewertet, erwies sich jedoch langfristig als für England weniger desaströs als ursprünglich angenommen.
Welche Rolle spielte der Earl of Warwick für den Verlauf des Seekrieges?
Warwick trug durch seine Politik der Härte und die Gefangennahme Edwards IV. maßgeblich zum Abbruch der ersten Friedensverhandlungen 1469 bei, was den Kaperkrieg der Hanse eskalierte.
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- Yves Martin Görsch (Author), 2007, England und die Hanse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88624