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Das Leben im Lande Juda nach 584

Titel: Das Leben im Lande Juda nach 584

Seminararbeit , 2007 , 9 Seiten

Autor:in: Franz Ludin (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit stellt einen Überblick über das Leben im Lande Juda nach 587 vor Christus und hält einen Rückblick auf die Ereignisse, die zur Situation von 587 vor Christus geführt hatten. Das Literaturverzeichnis enthält die verwendete Literatur. Israel war von den Anfängen bis zum Exil (Deportationen nach Babylon) verschiedenen Wandlungsprozessen unterworfen: Zuerst als unpolitischer Zwölfstämmeverband, später unter Saul wurde es zu einem Staatsgebilde. Das davidische-salomonische Grossreich dauerte zwei Generationen. Die Fortsetzung der Personalunion unter dem Thronfolger nach dem Tod Salomos, Rehabeam, gelang nicht. Nach dem Tod Salomo zerfiel das Königreich in zwei Teile: Juda, das Südreich; Israel, das Nordreich (umfasste die Gebiete der übrigen Stämme und hatte kurzlebige Dynastien). Die getrennten Staaten Israel und Juda behaupteten die politische Selbstständigkeit ein knappes Jahrhundert. Sie wurden dann Vasallenstaaten von Grossmächten, verloren später die Ei-genstaatlichkeit und wurden Provinzen des assyrischen bzw. babylonischen Grossreiches. Die Oberschichten beider Staaten mussten ihr Land verlassen (Deportation). Die Assyrer siedelten die Deportierten im Gebiet des ehemaligen Nordreiches an. Die Babylonier ergriffen keine solchen Massnahmen. Die deportierte Oberschicht des Nordreiches ging allmählich unter der Bevölkerung des Landes auf und spielte als Gruppe keine geschichtliche Rolle mehr. Die erste Wegführung unter den Babyloniern umfasste die babylonfeindliche Oberschicht von Jerusalem. Auslöser war das Einstellen der Tributzahlungen an Babylon unter König Jojachin. Die Situation der deportierten Judäer nach Babylon und die nach Ägypten abgewanderten Judäer war eine andere. Die nach Babylon Deportierten führten kein Sklavenleben, sondern lebten als Halbfreie. Dies bedeutete, dass Bewegungsfreiheit da war, jedoch mussten sie sich an die Anweisungen der Babylonier halten. Angesiedelt wurden die Deportierten am Fluss Kebar (Ez 1,1.3) und Tell Abib (Ez 3,15). Sie hatten Versammlungsfreiheit (Ez 33, 30f), die Möglichkeit, Häuser zu bauen, Gärten anzulegen und Familien zu gründen (Jer 29,5f). Sie wussten, dass man über ihr Ergehen in der Heimat orientiert war (Brief Jeremias an die Deportierten). Die Krise des Exils formte das jüdische Selbstverständnis und die Identität des Judentums.
Das Volk der Judäer war nach dem Niedergang des Staates Juda vorerst in zwei Gruppen aufgeteilt: die Exilanten und die Daheimgebliebenen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Eingrenzung und Bemerkungen zur Arbeit

2. Juda 587 vor Christus

3. Juda unter babylonischer Herrschaft nach 587 vor Christus und die Zeit im Exil

4. Juda unter persischer Herrschaft

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit bietet einen historischen Überblick über das Leben im Lande Juda nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 587 vor Christus. Ziel ist es, die einschneidenden politischen, religiösen und gesellschaftlichen Veränderungen für das Volk der Judäer sowohl im Exil als auch für die im Land verbliebene Bevölkerung nachzuzeichnen und die Auswirkungen auf die jüdische Identität sowie das spätere Leben unter persischer Herrschaft zu beleuchten.

  • Historische Zäsur durch die babylonische Eroberung und Zerstörung des Tempels
  • Entwicklung jüdischer Identität in der Diaspora und in der Heimat
  • Die Rolle der Religion, der Propheten und religiöser Institutionen
  • Wiederaufbau und soziopolitische Neuordnung unter persischer Verwaltung
  • Theologische Verarbeitung der Katastrophe und Rückbesinnung auf das Gesetz

Auszug aus dem Buch

3. Juda unter babylonischer Herrschaft nach 587 vor Christus und die Zeit im Exil

Die Krise des Exils formte das jüdische Selbstverständnis und die Identität des Judentums. Das Volk der Judäer war nach dem Niedergang des Staates Juda vorerst in zwei Gruppen aufgeteilt: die Exilanten und die Daheimgebliebenen. Die Lage der in Juda gebliebenen Bevölkerungsteile war am Anfang sehr schlecht, wie man es aus biblischen Quellen entnehmen kann. Das Leben war bestimmt durch Hunger und Gewalt. Mit der Zeit trat eine Normalisierung ein.

Die Lebensverhältnisse in Juda waren geprägt durch die zweite Einnahme und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier. Die in der Einleitung erwähnte Deportation der Oberschicht geschah auf Befehl des Herrschers Nebukadnezar II. Nebukadnezar spielte in der biblischen Tradition eine wichtige Rolle. Er wurde einerseits als einen gottlosen Tyrannen angeschaut, anderseits war er ein Werkzeug Gottes zur Bestrafung der Untaten Israels. Nebukadnezar schickte den Sohn von Jojakims ins Exil und setzte Mattanja (Onkel Jojachins) als König ein. Der Name wurde als Ausdruck babylonischen Verfügungsrechts in Zedekia umgewandelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eingrenzung und Bemerkungen zur Arbeit: Diese Einleitung gibt einen Überblick über den behandelten Zeitraum nach 587 vor Christus und bietet einen Rückblick auf die Ereignisse, die zu dieser historischen Situation führten.

2. Juda 587 vor Christus: Dieses Kapitel erläutert die politischen Wandlungsprozesse des israelitischen Staates von den Anfängen über die Teilung in Nord- und Südreich bis hin zum Verlust der Eigenstaatlichkeit unter den Großmächten.

3. Juda unter babylonischer Herrschaft nach 587 vor Christus und die Zeit im Exil: Hier wird die Krise des Exils als Identitätsstifter analysiert, einschließlich der Zerstörung des Tempels, der Deportation der Oberschicht und der veränderten Lebensbedingungen der Exilanten und Daheimgebliebenen.

4. Juda unter persischer Herrschaft: Das abschließende Kapitel beschreibt die Neuordnung Judas als Provinz, den Wiederaufbau des Tempels unter Serubbabel sowie die administrativen und religiösen Reformen durch Nehemia und Esra.

Schlüsselwörter

Juda, Babylonisches Exil, 587 vor Christus, Nebukadnezar II, Deportation, Diaspora, Judentum, Identität, Tempelzerstörung, Perserherrschaft, Kyrosedikt, Nehemia, Esra, Thora, Theokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historischen und sozioreligiösen Lebensverhältnisse in Juda nach der Zerstörung durch die Babylonier im Jahr 587 vor Christus bis hin zur Ära der persischen Herrschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen der Identitätsverlust und die -neufindung nach der Tempelzerstörung, das Leben im Exil, die religiöse Neuorientierung sowie die administrative und religiöse Reorganisation unter den Persern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darstellung der weitreichenden gesellschaftlichen und theologischen Folgen der Katastrophe von 587 vor Christus für das jüdische Volk und die Art und Weise, wie Traditionen in der Diaspora und Heimat bewahrt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und theologische Analyse, die primär auf biblischen Quellen sowie wissenschaftlicher Literatur zur Geschichte Israels und des Alten Orients basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der politischen Situation vor 587, die Auswirkungen des Exils auf das Selbstverständnis des Judentums und den anschließenden Prozess des Wiederaufbaus unter persischer Verwaltung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Exil, Diaspora, Juda, Tempelzerstörung, Identitätsbildung, Perserzeit, Nehemia und Esra sowie die theologische Verarbeitung des Geschehens.

Welche Rolle spielte die Zerstörung des Tempels für das jüdische Selbstverständnis?

Die Tempelzerstörung stellte die religiöse Tradition massiv in Frage, beendete vorerst die Fixierung auf den Tempel als Ort des Gebets und leitete eine Phase der Rückbesinnung auf das Gesetz und die Auserwähltheit ein.

Warum war das Kyrosedikt für Juda von so großer Bedeutung?

Das Edikt schuf die rechtliche Basis für die Rückkehr der Deportierten in ihre Heimat sowie für den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem, was Juda wieder zu einem zentralen religiösen und administrativen Ort machte.

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Details

Titel
Das Leben im Lande Juda nach 584
Hochschule
Universität Bayreuth  (Evangelische Theologie)
Autor
Franz Ludin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
9
Katalognummer
V88635
ISBN (eBook)
9783638034517
ISBN (Buch)
9783638933131
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Altes Testament Geschichte Juda Babylon Kulturen der Antike
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franz Ludin (Autor:in), 2007, Das Leben im Lande Juda nach 584, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88635
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Leseprobe aus  9  Seiten
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