Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Martin Luther - "Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke"

Title: Martin Luther - "Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke"

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicole Böhmer (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im 16. Jahrhundert ist es zu Ereignissen gekommen, die das damalige Weltbild verändert
haben. In dieser ereignisreichen Zeit hat auch Martin Luther Geschichte geschrieben. Mit der
Person Luthers wird insbesondere die Veröffentlichung der 95 Thesen an die Schlosskirche
zu Wittenberg, aber auch und vor allem die folgenreiche Tat der Bibelübersetzung ins Deutsche
verbunden (vgl. MacGrath 1994, S.79). Luthers Lebensleistung kann nur dann verstanden
werden, wenn nicht nur seine individuelle Entwicklung, sondern auch die Umstände in
den Blick genommen werden, die zu der Zeit vorgeherrscht haben (vgl. Joestel 2004, S. 5).
Die Unterscheidung vom Reich Gottes und dem Reich der Welt ist für Luther ein zentrales
Element gewesen, mit dem er sich auseinander gesetzt hat. Darüber hinaus unterscheidet er
zwischen den geistlichen Obrigkeiten (die römische Kirche) und den weltlichen Obrigkeiten
(die weltlichen Fürsten), mit denen Gott allerdings nur im Reich der Welt regiert. In seinen
Schriften verweist er vermehrt darauf Probleme allein mit dem Wort Gottes zu lösen und jegliches
Handeln auf dieses zu gründen. Es taucht somit die Frage auf, in welchem Maße die
weltlichen und geistlichen Obrigkeiten Luthers Ansicht nach über die Menschen, insbesondere
Christen, regieren dürfen? Aufgrund dessen soll in dieser Ausarbeitung ein besonderes
Augenmerk auf Luthers Schrift Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig
sei gelegt werden. Bei den Ausführungen wird dabei ein Fokus auf den zweiten Teil dieses
Werkes – Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke – gelegt. Luther bezeichnet dies in seiner
Schrift auch als Hauptstück seiner Predigt (vgl. Luther 2004, S. 28).
Um diese Frage zu beantworten wird im ersten Teil der Ausarbeitung ein detaillierter Einblick
in Luthers Leben gegeben. Dadurch soll verdeutlicht werden in welchem Lebensabschnitt
Luther sein Werk verfasst hat, welche äußeren Umstände evtl. auf seine Schrift Einfluss gehabt
haben können und wie ihn Abschnitte seines Lebens geprägt haben. Anhand von Thesen
wird im zweiten Teil der Ausarbeitung das Verhältnis Luthers zur römischen Kirche sowie
zu den weltlichen Fürsten dargelegt und erläutert. Dadurch soll verdeutlicht werden, inwieweit
Luther die weltliche sowie geistliche Obrigkeit kritisiert und diesen Grenzen setzt. Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Luthers Eltern sind Hans
Luder, ein Bergmann und Margarethe Luder, geb. Lindemann, welche aus Möhren stammte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Martin Luther – Ein Einblick in sein Leben

3 Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke

3.1 Luther kritisiert die weltlichen Fürsten

3.2 Luther kritisiert die römische Kirche

3.3 Unter Christen gibt es keine Obrigkeit

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert das politische Denken Martin Luthers, insbesondere im Hinblick auf seine Schrift „Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei“. Das primäre Ziel ist es, Luthers Lehre von den zwei Reichen darzulegen, die Grenzen der weltlichen sowie geistlichen Macht kritisch zu untersuchen und die Rolle des Individuums gegenüber obrigkeitlichen Machtansprüchen im 16. Jahrhundert zu beleuchten.

  • Die Lehre von den zwei Reichen (Reich Gottes vs. Reich der Welt)
  • Kritik an der römischen Kirche und ihrem weltlichen Machtanspruch
  • Die Rolle und Grenzen der weltlichen Fürsten
  • Das Verhältnis von christlichem Glauben und politischem Gehorsam
  • Rechtfertigung und Grenzen des Widerstands gegen die Obrigkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Luther kritisiert die weltlichen Fürsten

Luther stellt in seiner Schrift deutlich heraus, dass die weltlichen Gesetze sich nur auf Leib und Gut der Menschen erstrecken und nicht auf ihre Seelen. Diese können nur allein durch das Wort Gottes geleitet werden.

Seines Erachtens soll und kann weltliche Gewalt nur da handeln, wo sie sehen, erkennen, richten, urteilen und ändern kann. Er verdeutlicht diese Erkenntnis mit dem Vergleich zu einem Richter: Wie kann ein Richter über Dinge urteilen die er gar nicht fassen und sehen kann? Ein Mensch kann nicht in die Herzen der Menschen sehen, denn das ist allein Gott vorbehalten. Ein Gericht hat die Aufgabe sich ganz sicher zu sein, wenn es urteilt. Aber die Gedanken der Menschenseele sind nicht für andere Menschen offenbar. Deshalb ist es unmöglich jemand zu einem bestimmten Glauben zu zwingen. Das einzige was durch den Zwang erreicht wird ist, dass die Menschen mit Gewalt dazu getrieben werden zu lügen (vgl. Luther 2004, S. 30-32). Anhand der folgenden Textstellen wird deutlich, welche Bedeutung Luther der Obrigkeit und der menschlichen Ordnung zuweist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung Luthers ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Ausmaßes, in dem weltliche und geistliche Obrigkeiten über Christen regieren dürfen.

2 Martin Luther – Ein Einblick in sein Leben: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten biografischen Abriss, der den Einfluss der zeitgenössischen Umstände und Luthers Entwicklung zum Reformator verdeutlicht.

3 Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke: Hier wird das Grundproblem der Vermischung von geistlichem und weltlichem Charakter bei den jeweiligen Obrigkeiten diskutiert und Luthers Kritik daran analysiert.

3.1 Luther kritisiert die weltlichen Fürsten: In diesem Abschnitt wird erläutert, warum weltliche Gesetze sich nur auf Leib und Gut, jedoch nicht auf die Seele oder den Glauben der Menschen beziehen können.

3.2 Luther kritisiert die römische Kirche: Dieses Kapitel thematisiert Luthers scharfe Kritik an der Vernachlässigung der Predigt des Wortes Gottes zugunsten weltlicher Machtausübung durch den Klerus.

3.3 Unter Christen gibt es keine Obrigkeit: Hier wird dargelegt, dass wahre Christen allein durch das Wort Gottes geleitet werden, weshalb weltliche Herrschaft lediglich für das friedliche Zusammenleben in einer Welt, die nicht nur aus Christen besteht, notwendig ist.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Relevanz von Luthers Unterscheidung zwischen den beiden Reichen für die Begrenzung obrigkeitlicher Macht.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Reformation, Zwei-Reiche-Lehre, weltliche Obrigkeit, geistliche Obrigkeit, Glaubensfreiheit, Gewissensfreiheit, Widerstand, römische Kirche, Fürstenkritik, Reich Gottes, Reich der Welt, Wort Gottes, politische Ethik, Obrigkeitsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Luthers politische Theorie und sein Verständnis vom Verhältnis zwischen dem Individuum und der weltlichen bzw. geistlichen Obrigkeit im 16. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Lehre von den zwei Reichen, die Grenzen politischer Herrschaft und die Kritik an der Verweltlichung der Kirche sowie an der Machtausübung der Fürsten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, in welchem Maße weltliche und geistliche Obrigkeiten den Menschen – und insbesondere Christen – ihre Gesetze und ihren Glauben aufzwingen dürfen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoriegeschichtliche Analyse, die Luthers Schriften, insbesondere „Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei“, textnah interpretiert und in den historischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung Luthers und eine systematische Analyse seiner Schrift, inklusive der Kritik an Fürsten und Kirche sowie der Ausführungen zum christlichen Gehorsam.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Reformation, Zwei-Reiche-Lehre, Obrigkeitskritik, Glaubensfreiheit und Politische Ethik definieren.

Warum betont Luther, dass weltliche Richter nicht über den Glauben urteilen können?

Luther argumentiert, dass der Glaube eine innere Angelegenheit des Herzens ist, in die nur Gott Einsicht hat, während weltliche Richter nur über äußerliche Taten oder Handlungen urteilen können.

Welche Rolle spielt das „Schwert“ in Luthers Theorie?

Das Schwert symbolisiert das weltliche Zwangsmittel, das zwar für den äußeren Frieden in der Gesellschaft notwendig ist, aber niemals zur Erzwingung von Glaubensüberzeugungen eingesetzt werden darf.

Wie begründet Luther das Notwendigkeit der Obrigkeit für wahre Christen?

Obwohl wahre Christen keine Obrigkeit bräuchten, da sie vom Geist Gottes geleitet werden, ist der Staat eine notwendige „Gabe Gottes“, um das Zusammenleben in einer Welt aufrechtzuerhalten, in der Hass und Ungerechtigkeit existieren.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Martin Luther - "Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke"
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Einführung in die Politische Theorie und Ideengeschichte
Grade
1,3
Author
Nicole Böhmer (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V88660
ISBN (eBook)
9783638030137
Language
German
Tags
Martin Luther Obrigkeit Einführung Politische Theorie Ideengeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Böhmer (Author), 2008, Martin Luther - "Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88660
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint