Gegenstand dieser Hausarbeit ist das Leben des Tyrannen Peisistratos, im Besonderen seine Zeit als Tyrann von Athen. In diesem Thema werde ich genauer auf die Frage eingehen, warum Peisistratos es insgesamt drei Mal schafft, die Alleinherrschaft über die Polis Athen zu erreichen und warum er ausgerechnet bei seinem dritten Versuch seine Tyrannis so weit festigen kann, dass er bis zu seinem Lebensende Alleinherrscher über Athen ist und warum er sich dieser Herrschaft nicht schon vorher bemächtigen kann. Im Folgenden werde ich zuerst auf die allgemeine Karriere Peisistratos eingehen und dann die Zeit seiner dritten Tyrannis genauer untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Gegenstand
2. Überblick über die Karriere des Peisistratos bis zum Ende der zweiten Tyrannis
3. Die dritte Tyrannis des Peisistratos
3.1 Der Weg zur dritten Tyrannis
3.2 Machterhaltung
3.2.1 Maßnahmen
3.2.2 Folgen für die Bevölkerung
4. Vergleich der drei Herrschaften
5. Fazit
6. Quellen
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Leben und die Herrschaftszeit des athenischen Tyrannen Peisistratos, mit dem zentralen Fokus darauf, durch welche Strategien und Ressourcen es ihm gelang, nach zwei gescheiterten Versuchen erst in seinem dritten Anlauf eine dauerhafte und stabile Alleinherrschaft in Athen zu etablieren.
- Biografische Hintergründe und politische Ausgangslage in Attika.
- Analyse der drei aufeinanderfolgenden Phasen der Machtergreifung.
- Untersuchung der konsolidierenden Maßnahmen zur Machterhaltung, insbesondere Entwaffnung und Besteuerung.
- Soziale Folgen der Tyrannis für Adel, Bauernstand und Stadtbevölkerung.
- Vergleichende Betrachtung der Faktoren, die zum Scheitern der ersten beiden und zum Erfolg der dritten Herrschaft führten.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Maßnahmen
Eine seiner ersten Handlungen als Herrscher über Athen ist die Entwaffnung der Bürgerschaft und des Adels, die allerdings nicht ganz unumstritten ist.50 Auf der einen Seite erscheint es etwas merkwürdig, dass eine so entscheidende Maßnahme nicht bei Herodot erwähnt wird, schließlich wäre die Übertragung der Militäraufgaben auf ein Söldnerheer einer „radikalen Verfassungsänderung“ gleichzusetzen.51 Allerdings liegt eine Entwaffnung nahe, da es durchaus als ein Mittel zur Sicherung der Macht notwendig sein könnte. Zudem besteht die Anhängerschaft des Peisistratos fast nur aus ärmeren Leuten, die sich keine eigenen Waffen leisten können; aus ihnen könnte später ein Söldnerheer oder eine Leibwache ergänzt oder gebildet worden sein.52 Geht man davon aus, dass die Entwaffnung der Bürgerschaft statt findet, so berichtet Aristoteles in seiner „Verfassung von Athen“ wie diese von statten geht. Er soll alle waffenfähigen Bürger gebeten haben, bei einer Rede im Heiligtum des Theseus anwesend zu sein. Allerdings dürfen sie dorthin keine Waffen mitnehmen. Peisistratos beginnt mit seiner Rede in einer Lautstärke, die er absichtlich gering hält, so dass ihn kaum einer verstehen kann. Als die Bürger ihm zurufen, sie können ihn nicht verstehen, befiehlt er ihnen weiter hoch zu kommen. Während er nun seine Rede hält, sammeln Beauftragte die Waffen der Bürger ein und schließen sie in einem neben dem Heiligtum gelegenen Gebäude ein. Nachdem sie damit fertig waren, geben sie Peisistratos ein Zeichen und er beendet seine Rede, wobei er den Bürgern mitteilt, dass sie jetzt keine Waffen mehr haben, sich darüber aber keine Sorgen machen sollen, sondern sie sollen ihren Berufen nachgehen und die Staatsgeschäfte ihm überlassen.53
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gegenstand: Einleitung in die Thematik der Hausarbeit über Peisistratos und die Formulierung der zentralen Fragestellung bezüglich der Festigung seiner Herrschaft.
2. Überblick über die Karriere des Peisistratos bis zum Ende der zweiten Tyrannis: Darstellung der frühen Lebensjahre und der ersten beiden Versuche der Machtübernahme, die jeweils nur von kurzer Dauer waren.
3. Die dritte Tyrannis des Peisistratos: Untersuchung der zehnjährigen Vorbereitungsphase im Exil und der darauffolgenden langfristigen Etablierung seiner Herrschaft.
3.1 Der Weg zur dritten Tyrannis: Beschreibung der Finanzierung durch Goldvorkommen, der Anwerbung von Söldnern und der militärischen Rückeroberung Athens.
3.2 Machterhaltung: Analyse der politischen und ökonomischen Instrumente, mit denen Peisistratos seine Stellung dauerhaft absicherte.
3.2.1 Maßnahmen: Detaillierte Betrachtung der Entwaffnung der Bevölkerung und der Einführung der Bodenertragssteuer.
3.2.2 Folgen für die Bevölkerung: Untersuchung der Auswirkungen auf Adel, Landbevölkerung und Handwerker unter Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Veränderungen.
4. Vergleich der drei Herrschaften: Synthetische Betrachtung der Unterschiede zwischen den drei Anläufen zur Macht und Identifikation der für den Erfolg entscheidenden Faktoren.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der für Peisistratos' endgültigen Erfolg ausschlaggebenden Mittel wie Söldnerheer, finanzielle Basis und gezielte Unterdrückungsmaßnahmen.
6. Quellen: Auflistung der primärwissenschaftlichen Textgrundlagen.
7. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Peisistratos, Griechische Tyrannis, Athen, Alleinherrschaft, Machtergreifung, Söldnerheer, Aristokratie, Bodensteuer, Entwaffnung, Solonische Verfassung, Politische Geschichte, Antike, Attika, Machtfestigung, Polemarchos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Lebensgeschichte des athenischen Tyrannen Peisistratos und untersucht schwerpunktmäßig die Gründe für den Erfolg seines dritten Herrschaftsversuchs.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die politische Struktur Athens im archaischen Zeitalter, das Phänomen der Tyrannis sowie die Instrumente der Machtausübung und Machtsicherung in der Antike.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu erklären, warum Peisistratos nach zwei gescheiterten Versuchen in seinem dritten Anlauf erfolgreich eine dauerhafte und stabile Herrschaft etablieren konnte.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Texte, insbesondere unter Einbeziehung antiker Autoren wie Herodot und Aristoteles.
Welche zentralen Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Karriere des Peisistratos, den Prozess seiner dritten Machtübernahme sowie eine detaillierte Analyse der von ihm ergriffenen Machtsicherungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Peisistratos, Tyrannis, Machtergreifung, Athen, Söldnerheer, Bodensteuer und Entwaffnung.
Welche Rolle spielten die Gold- und Silbervorkommen im Pangaiongebirge für den Erfolg von Peisistratos?
Diese Vorkommen waren essentiell, da sie Peisistratos das notwendige Kapital lieferten, um ein schlagkräftiges Söldnerheer zu finanzieren, welches wiederum die Grundlage für seinen dritten und erfolgreichen Machtantritt bildete.
Warum wird die Entwaffnung der Bevölkerung als entscheidender Wendepunkt betrachtet?
Die Entwaffnung neutralisierte den politischen Widerstand des Adels und der Bürgerschaft, wodurch Peisistratos seine Herrschaft von einer militärischen Besatzung in eine gesicherte Alleinherrschaft überführen konnte.
Wie unterscheidet sich die "dritte Tyrannis" von den vorangegangenen Versuchen?
Im Gegensatz zu den früheren Versuchen verfügte Peisistratos beim dritten Mal über eine fundierte finanzielle Basis, ein loyales Söldnerheer und ein systematisches Maßnahmenpaket zur Machtsicherung.
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- Britta Düvelmeyer (Author), 2007, Die griechische Tyrannis - Die Tyrannis in archaischer Zeit: Peisistratos (561/60; 545/540 – 528/527), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88663