Unterrichtsstunde: Terrorismus - Motive und Beweggründe (10.Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2008

19 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Gliederung

1 Lerngruppenanalyse
1.1 Allgemeine Zusammensetzung
1.2 Besonderheiten der Lernleistung

2 Formulierung der Lernziele

3 Fachwissenschaftliche Analyse
3.1 Einordnung des Themas in die Rahmenrichtlinien
3.2 Bedeutung des Inhalts
3.3 Fachwissenschaftliche Betrachtung

Didaktisch-methodische Analyse

Literaturangaben

Verlaufsplanung

Anhang

1. Lerngruppenanalyse

1.1 Allgemeine Zusammensetzung

Die Klasse 10c setzt sich aus 12 Schülern (6 Mädchen und 6 Jungen) zusammen. Laut Stundenplan werden die beiden Unterrichtsstunden in Sozialkunde dienstags in der 7. und freitags in der 6. Stunde erteilt.

Man kann insgesamt von einem angenehmen Unterrichtsklima in der Klasse sprechen. In bestimmten Stundenabschnitten herrscht teilweise eine gewisse Unruhe vor.

Der Sitzplan erwies sich anfangs als ungünstig, so dass in den ersten Stunden die Sitzverteilung umgestellt werden musste. Gerade die beiden Mädchen Ir. und S. waren in den letzten Stunden sehr abgelenkt und mit sich selbst beschäftigt.

Der derzeitige Sitzplan sieht folgendermaßen aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Klasse gibt es ein recht großes Leistungsgefälle. Der letzte schriftliche Test brachte die Noten 1 bis 6 hervor. Auf der einen Seite sind mit Z., I., M.-S., S. und Ir. fünf Schüler in der Klasse, die durch eine hohe und qualitativ gute Mitarbeit auffallen, wobei dies aber auch themenabhängig ist. Nicht jeder dieser aufgezählten Schüler ist in allen Stunden aktiv am Unterricht beteiligt. Gerade die oben genannten Mädchen Ir. und S. weisen diese Inaktivität in den letzten Wochen gehäuft auf.

Auf der anderen Seite gibt es Schüler, die gar nichts sagen und bei denen man nicht genau weiß, ob sie dem Unterricht überhaupt folgen (B., J.). Bei S., M., A., F. und A. ist eine ständige und aktive Mitarbeit im Unterricht selten, wobei sie aber auf Fragen seitens der Lehrerin Antworten finden und meist dem Unterrichtsgeschehen folgen. Die Klasse zeigt in ihrem Verhalten ein homogenes Auftreten, jeder wird in der Klasse akzeptiert und schwächere Schüler werden bei Nichtwissen keineswegs verspottet oder belächelt. Allerdings werden diese Schüler in einer Gruppenarbeit selten miteinbezogen, wobei diese aber auch nicht den Anschein geben, dass sie mitarbeiten wollen.

1.2. Besonderheiten der Lernleistung

Im Bereich der Sozialformen ist die Klasse an Partner- und an Gruppenarbeit gewöhnt und ist auch in der Lage, größtenteils gute Lernergebnisse zu erbringen. Allerdings benötigen sie für diese Methodik viel Arbeitszeit, da besonders die Jungen ein langsames Arbeitstempo aufweisen. Gerade Ir. und S. zeigen daraufhin gute bis sehr gute Präsentationen und Vorträge, in dem sie sich sehr auf das Thema einstellen und mit Anschaulichkeit und interessanten Beiträgen vortragen. Allerdings hat diese Leistung in den letzten Wochen stark nachgelassen. Obwohl sie bei Vorträgen stets die Leitung übernehmen, ist die Arbeitsweise innerhalb des Unterrichts gesunken.

Eine große Stärke der Klasse ist ihre Diskussionsfreudigkeit. Die Schüler suchen meist gute und vor allem auch sinnvolle Argumente und stellen oftmals interessante Fragen zum Thema.

Mit der zweiten Stoffeinheit „Eine Welt für alle“ wurde die Klasse gut erreicht und motiviert. Sie waren an diesem Thema sehr interessiert, aufgeschlossen und versuchten sich mit den Inhalten auseinander zusetzen. Die neue Stoffeinheit „Sicherheitspolitik im 21.Jahrhundert“ mit dem Abschnitt Terrorismus wird die Schüler weiterhin interessieren und sie werden bei ansprechend aufgebauten Themen diskutierfreudig sein. Gerade, wenn es um Krieg, Frieden und Schicksale von Menschen geht, sind sie auch emotional getroffen und versuchen ihre Eindrücke wiederzugeben.

In dieser Klasse sind die Leistungen durchschnittlich und erreichen eine Notenskala von der Note 1 bis zur Note 6 (wenn keine Leistung erbracht wurde). Eine Schülerin wurde durch ihre schwachen Leistungen nicht in das zweite Halbjahr versetzt und lernt nun in der 9.Klasse.

Es ist eine nette und aufgeschlossene Klasse, in der ich als Lehrerin sehr gern unterrichte.

2. Formulierung der Lernziele

Die Lernziele für die gesamte Unterrichtseinheit ergeben sich aus den Forderungen der Rahmenrichtlinien. Dort wird die Möglichkeit angegeben, dass die Schüler erkennen sollen, welche Krisen und Konflikte in der Welt herrschen. Terrorismus ist dabei weltweit verbreitet und ein aktuelles Phänomen, welches auch unser eigenes Land betrifft.

Als Ziele für die heutige Stunde lassen sich Folgende formulieren:

Richtziel:

à Entsprechend den Rahmenrichtlinien des Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

für die Sekundarschule sollen sich die Schüler in gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen Zusammenhängen zurechtfinden, sie auf ihren Sinn, auf ihre Zwänge und Notwendigkeit hin befragen und rational beurteilen (vgl. RRL, 1999, S. S.10).

Grobziele:

Schüler und Schülerinnen sollen die Fähigkeit und Bereitschaft entwickeln, den Terrorismus als Bedrohung der internationalen Gesellschaft anzusehen, Hintergründe zu erkennen und ihn zu bewerten.

Feinziele:

Affektive Ziele

Die Schüler und Schülerinnen sollen sich mit den Bildern der Terroranschlägen auseinander-setzen und dann ihre Eindrücke wiedergeben.

Kognitive Ziele

Die Schüler und Schülerinnen sollen die bekanntesten und verheerendsten Terroranschläge seit 2001 kennen lernen.

Beweggründe für terroristisches Handeln erfassen und verstehen, dass religiös motivierter Terrorismus kein islamisches Problem ist, sondern in allen Religionen vertreten ist.

Motive und Ziele religiösen terroristischen Handeln an Hand eins Lückentextes selber herausfinden und erörtern.

3. Fachwissenschaftliche Analyse

3.1 Einordnung des Themas in die Rahmenrichtlinien

Das Lernfeld „Internationale Beziehungen“ mit dem Schwerpunkt „Sicherheit im 21. Jahrhundert“ ist laut der Rahmenrichtlinie für die Schuljahrgänge 9 und 10 verpflichtend

(vgl. RRL, 1999, S. 36). Da die Rahmenrichtlinien keine Zeitrichtwerte vorgeben, muss sich auch hier auf das schulinterne Curriculum bezogen werden. Dieses sieht circa 12 Unterrichtsstunden für das Thema „Sicherheit im 21.Jahrhundert“ vor. Weitere Schwerpunkte zu diesem Thema werden sein: Frieden und Krieg, Krisen und Konflikte in der Welt, Internationale Organisationen und Friedenspolitik und Bundeswehr.

3.2 Bedeutung des Inhalts

Wenn in der Gesellschaft die Angst vor terroristischen Anschlägen zunimmt, dann trifft dies auch Jugendliche. Die Schülerinnen und Schüler sollten wissen, dass das Verbreiten von Furcht und Schrecken eines der Ziele des Terrorismus ist und dass Ignorierung und Panik keine Lösungen sein können. An Jugendlichen gehen auch aktuelle politische Meinungsverschiedenheiten in sicherheitspolitischen Grundfragen nicht vorbei. Heranwachsende nehmen Medienberichte und -bilder von Flüchtlingen und Vertriebenen, Menschen in Not, Terroranschlägen usw. mit besonderer Emotionalität wahr. So liefert zum Beispiel die Frage, warum auch Kinder und Jugendliche zu Zielen politisch motivierter Gewalt werden, viele Ansatzpunkte für eine Unterrichtsreihe zur Thematik Terrorismus.

3.3 Fachwissenschaftliche Betrachtungen

Es gibt eine Fülle von Definitionen des Terrorismus. Sie sind abhängig von den politischen und kulturellen, als auch religiösen und intellektuellen Hintergründen des Betrachters. Die allgemeine Definition des Terrorismus gründet auf dem Wort Terror, welches sich aus dem lateinischen Wort terrere, in Schrecken versetzen, ableitet. Terrorismus ist die systematische Verbreitung von Angst und Schrecken durch eine Gewaltaktion, die einem übergeordneten Zweck dienen sollen, wie zum Beispiel einem politischen Umbruch (wikipedia, 2008). So definieren die Vereinigten Staaten in ihrem Strafgesetzbuch Terrorismus wie folgt: Unter einem Akt des Terrorismus wird jegliche Handlung verstanden, die (A) eine gewaltsame oder menschliches Leben gefährdende Handlung einschließt, welche die Strafgesetze der Vereinigten Staaten oder irgendeines Staates verletzt oder verletzten würde, wenn sie innerhalb des Geltungsbereiche der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten oder irgendeines ihrer Staaten begangen würde; und die (B) allem Anschein darauf abzielen, (I) die Zivilbevölkerung einzuschüchtern oder zu nötigen, (II) die Politik einer Regierung durch Einschüchterung oder Nötigung zu beeinflussen oder (III) die Haltung einer Regierung durch Mord oder Geiselnahme zu beeinflussen (vgl. Reader Sicherheitspolitik). In Deutschland gibt es auch nach 40 Jahren Terrorismusforschung keine einheitliche, verbindliche, juristische oder politische Definition. So wird bis heute noch sehr kontrovers diskutiert, ob Terrorismus ein staatliches oder substaatliches Phänomen ist und ob es eine Form des Krieges oder ein eigenständiges Gewaltphänomen ist. Genauso wie es keine anerkannte allgemeine Definition des Terrorismus gibt, existiert auch nicht der Terrorismus an sich. Man muss an dieser Stelle zwischen den einzelnen Arten des Terrors differenzieren. Es gibt einige Hauptfaktoren, die die Erscheinungsformen des Terrors bestimmen; die Beweggründe des Terroristen und die von ihn verfolgten Ziele. Grundsätzlich unterscheiden Terrorismus-Experten aber vier Beweggründe für terroristisches Handeln: Die Forderung nach Veränderungen in politischen oder sozialen Strukturen, oft gepaart mit einer Ideologie, die der jeweils Herrschenden widerspricht oder das Bedürfnis ethnischer oder politischer Minderheiten sowie unterdrückter Völker nach einem eigenen Staat oder zumindest einer gewissen politischen und kulturellen Autonomie. Aber auch religiöse Motive, wie zum Beispiel die Verteidigung der Religion oder eine bestimmte „Mission“ oder „Einzeltäter („die Auserwählten“), die ihre Anschläge ohne Netzwerke oder Gruppenunterstützung planen und ausführen zählen zu den Motiven von Terroristen (vgl. Bechtel, 2001). Der Bezeichnung „religiöser Terrorismus“ stößt weithin auf Widerspruch, sowohl bei den Vertretern der Religionen selbst, als auch bei Außenstehenden, die der Religion an sich oft kein terroristisches Potential zusprechen. Eine differenzierte Betrachtung der geschichtlichen Erfahrung belegt jedoch, dass als terroristisch einzustufende Aktionen vielfach in durchaus religiösem Kontext erfolgen (vgl. Münkler, 2002).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Terrorismus - Motive und Beweggründe (10.Klasse)
Veranstaltung
Referendariat
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V88685
ISBN (eBook)
9783638036603
ISBN (Buch)
9783638933193
Dateigröße
764 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Unterrichtsentwurf enthält eine Bedingungsanalyse, eine Sachanalyse, eine Methodisch-Didaktische Überlegung, Lernziele, eine Verlaufsplanung sowie das notwendige Arbeitsblatt.
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Terrorismus, Motive, Beweggründe, Klasse), Referendariat
Arbeit zitieren
Berit Schüler (Autor), 2008, Unterrichtsstunde: Terrorismus - Motive und Beweggründe (10.Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88685

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