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Die Aufgaben des Lehrers und seine gesellschaftliche Stellung in der DDR (Phase 1950 bis 1969)

Title: Die Aufgaben des Lehrers und seine gesellschaftliche Stellung in der DDR (Phase 1950 bis 1969)

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 8 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Berit Schüler (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Seit Bestehen der DDR genossen die Lehrer innerhalb des gesellschaftlichen Systems ein hohes Ansehen. Den Lehrern wurde viel Verantwortung bei der Bildung und Erziehung der Kinder -und Jugendlichen zugesprochen. Diese Verantwortung bezog sich allerdings in erster Linie auch auf die staatsbürgerliche Erziehung im Sinne des Sozialismus.
Der Aufbau des Volksbildungswesens in der DDR begann seit 1945 mit dem Aufbau der antifaschistisch- demokratischen Schule. Viele Neulehrer, die aus den verschiedensten Berufen kamen, unterrichteten die Schüler. Dabei waren sie oftmals noch selbst Lernende und hatten keine pädagogische Ausbildung. Ihre Aufgabe war es, den Schülern Lehrinhalte und Verhaltensweisen im Sinne des Antimilitarismus, des Antifaschismus, der Demokratie und des Friedens zu vermitteln. „Dank ihrer Initiative, ihres Fleißes und vieler persönlicher Opfer gelang es in verhältnismäßig kurzer Zeit, auf den geistigen und materiellen Trümmern der faschistischen Schule eine Schule des Friedens und der Demokratie, die deutsche demokratische Schule zu schaffen“ (Günther u.a., 1962, S. 90).
Darauf aufbauend entwickelte sich in der DDR die deutsche demokratische Schule. Seit dem Jahr 1950 standen die Lehrer vor weiteren neuen Aufgaben innerhalb des sozialistischen Gesellschaftssystems. Diese richteten sich hauptsächlich nach den Vorgaben der Staatsführung der DDR sowie der SED. Alle Aufgaben der Lehrer waren darauf gerichtet, die jungen Staatsbürger auf das Leben und Arbeiten in der sozialistischen Gesellschaftsordnung vorzubereiten. Der gesamte Unterricht sollte einen grundlegenden Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit leisten und entscheidende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bildungs- und Erziehungsprozess sowie für die gesellschaftliche Tätigkeit der Schüler schaffen. Aus diesen Zielen wurden folgende spezifische Aufgaben abgeleitet:
- Der Lehrer sollte ein Helfer der Werktätigen bei der Erziehung der Jugendlichen sein.
- Der Lehrer sollte Grundlagen für die Entwicklung zur gebildeten sozialistischen Nation schaffen.
- Der Lehrer sollte alle Bestrebungen der Gesellschaft unterstützen, die der friedlichen Verständigung und dem pädagogischen Fortschritt dienen.
- Der Lehrer sollte ein allseitiges, modernes und umfassendes Wissen vermitteln.
- Der Lehrer sollte zu einem engen Vertrauensverhältnis zwischen Werktätigen und Lehrern beitragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Aufgaben des Lehrers und seine gesellschaftliche Stellung in der DDR (Phase 1950 bis 1969)

2. Die Aus- und Weiterbildung der Lehrer in der DDR

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert die gesellschaftliche Rolle, die Aufgaben sowie die Strukturen der Lehrerbildung in der DDR im Zeitraum von 1950 bis 1969 unter Berücksichtigung bildungspolitischer Vorgaben.

  • Gesellschaftliche Stellung und Verantwortung des Lehrers im Sozialismus
  • Spezifische Aufgabenbereiche und erzieherischer Auftrag
  • Struktur der Lehrerbildung und deren Wandel
  • Verknüpfung von theoretischer Ausbildung und praktischer Anwendung
  • Stellenwert von Weiterbildung und Qualifizierung

Auszug aus dem Buch

DIE AUS-UND WEITERBILDUNG DER LEHRER IN DER DDR

Nach Zerschlagung des Faschismus stand in Jahren 1945 bis 1949 die Ausbildung von vielen tausend Neulehrern im Mittelpunkt. Anfang 1946 wurden einige Universitäten eröffnet, die die Ausbildung von Lehrern für die Grundschule übernahmen. Somit erfolgte die Ausbildung vor 1950 an neu gegründeten pädagogischen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten. Die Ausbildung zum Grundschullehrer dauerte 3 Jahre und zum Lehrer für die Oberstufe 4 Jahre.

Seit den Jahren 1950/51 wurden die Lehrer für die Unterstufe (Klasse 1 bis 4) an Instituten für Lehrerbildung ausgebildet. Im Jahre 1953 wurden zur Ausbildung von Lehrern für die Klassen 5 bis 8 der Grundschule Pädagogische Institute mit Hochschulcharakter geschaffen. Außerdem wurde in diesen Jahren das Fernstudium für Lehrer eingeführt. Ursache für diese Maßnahme war der steigende Bedarf an ausgebildeten Fachlehrern für die Klassen 5 bis 12.

Neue Wege bei der Ausbildung von Lehrern wurden auf dem V. Parteitag und der Schulkonferenz der SED beschlossen. Es begannen neue Ausbildungsabschnitte, die zum Ziel hatten, dass Theorie und Praxis enger zu verbinden. Man wollte damit das wissenschaftliche Niveau der Ausbildung verbessern. Seit 1959 mussten alle Lehramtsstudenten, die über keine zusammenhängenden Produktionserfahrungen verfügen, sich in einem Betrieb polytechnische Erfahrungen erwerben (im ersten Jahr der Ausbildung in Seminargruppen).Als bedeutend wurde die enge Verbindung und Zusammenarbeit mit der Produktion gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Aufgaben des Lehrers und seine gesellschaftliche Stellung in der DDR (Phase 1950 bis 1969): Dieses Kapitel beleuchtet den hohen Stellenwert der Lehrerschaft als Multiplikatoren sozialistischer Erziehung und den damit verbundenen gesellschaftlichen sowie parteipolitischen Auftrag.

2. Die Aus- und Weiterbildung der Lehrer in der DDR: Hier wird der historische Wandel der Lehrerbildung von der Nachkriegszeit bis in die 1960er Jahre beschrieben, wobei die zunehmende Akademisierung und die enge Kopplung an die sozialistische Produktionspraxis im Fokus stehen.

Schlüsselwörter

DDR, Lehrer, Lehrerbildung, Sozialismus, Volksbildung, Erziehungsauftrag, Pädagogik, Fachstudium, Polytechnik, Lehrerstudium, Schulpraktikum, SED, Bildungswesen, Weiterbildung, Unterricht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle, die spezifischen Aufgaben und die Ausbildung der Lehrkräfte in der DDR im Zeitraum von 1950 bis 1969.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die staatliche Steuerung der Bildung, die ideologische Ausrichtung des Erziehungsauftrags sowie die strukturelle Organisation der Lehrerbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Lehrerrolle und der Ausbildungsstrukturen im Kontext der politischen Ziele der DDR-Führung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte, historische Analyse auf Basis von offiziellen Dokumenten des Ministeriums für Volksbildung und pädagogischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesellschaftlichen Stellung und Anforderungen an den Lehrer sowie die detaillierte Ausarbeitung der Ausbildungsphasen und -konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR, Lehrerbildung, Sozialismus, Erziehungsauftrag und polytechnischer Unterricht charakterisiert.

Welche Rolle spielten die "Neulehrer" unmittelbar nach 1945?

Sie waren zentral für den Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Schule, obwohl viele von ihnen keine pädagogische Vorbildung besaßen.

Warum wurde die Verbindung von Theorie und Praxis in der Ausbildung so stark betont?

Die Staatsführung sah darin eine Notwendigkeit, um die Lehrkräfte enger an die sozialistische Produktion zu binden und den Unterricht gegenwarts- und wirklichkeitsbezogener zu gestalten.

Welche Auswirkungen hatte die politische Ausrichtung auf den Lehrerberuf?

Lehrer standen unter starkem Druck, die Ziele der SED zu vertreten, was häufig zu Gewissenskonflikten führte, wenn persönliche Überzeugungen oder Glaubensfragen mit dem offiziellen Erziehungsauftrag kollidierten.

Wie wurde die finanzielle und soziale Anerkennung der Lehrer gesteuert?

Dies erfolgte durch staatliche Instrumente wie die Einführung des "Tages des Lehrers", Ehrentitel wie "Verdienter Lehrer des Volkes" und gehaltsrelevante Qualifikationsstufen.

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Details

Title
Die Aufgaben des Lehrers und seine gesellschaftliche Stellung in der DDR (Phase 1950 bis 1969)
College
University of Marburg  (Institut für Pädagogik)
Course
Bildung und Erziehung in der DDR
Grade
1,5
Author
Berit Schüler (Author)
Publication Year
2004
Pages
8
Catalog Number
V88686
ISBN (eBook)
9783638030151
Language
German
Tags
Aufgaben Lehrers Stellung Bildung Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Berit Schüler (Author), 2004, Die Aufgaben des Lehrers und seine gesellschaftliche Stellung in der DDR (Phase 1950 bis 1969), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88686
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