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Optimale geldpolitische Strategie

Monetary versus Inflation Targeting

Title: Optimale geldpolitische Strategie

Term Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Volkswirtin Anna D. Schipler (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Nach einer über Jahrzehnte andauernden Diskussion um die Bestimmung eines allgemein anerkannten
geldpolitischen makroökonomischen Ziels, ist es zumindest in Europa nahezu unumstritten,
dass sich die Geldpolitik primär am Ziel der Geldwertstabilität orientieren sollte. In
diesem Zusammenhang stellt sich vor allem die Frage, wie die Geldpolitik eines Landes idealerweise
konzeptionell beschaffen sein sollte, um dieses vorgegebene makroökonomische Ziel
mit möglichst geringen Friktionen erreichen zu können.
Mit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems im März 1973, welches jeder Notenbank
außerhalb der USA eine stabile und einfache geldpolitische Konzeption bot, und der damit
entstehenden Notwendigkeit einer weltweiten grundlegenden konzeptionellen Neuorientierung
entschieden sich zahlreiche Länder dazu, die bereits in den fünfziger und sechziger Jahren
entwickelte Strategie des Monetary Targeting zu verfolgen. Diese auch als Geldmengensteuerung
bezeichnete Konzeption versucht dabei das Endziel der Stabilität des Geldes zu realisieren,
indem sie es indirekt über die als Zwischenziel fungierende Geldmenge steuert.
Dagegen gingen in den neunziger Jahren eine Reihe von Ländern infolge relativ schlechter Erfahrungen
mit Monetary oder Exchange Rate Targeting dazu über, eine neue geldpolitische
Konzeption der direkten Inflationssteuerung, das sogenannte Inflation Targeting, zu praktizieren.
Statt über traditionelle Zwischenziele wird das Endziel der Geldwertstabilität dabei direkt
durch Formulierung eines expliziten, quantitativen Inflationsziels gesteuert.
Angesichts dieses Strategiewandels auch aufgrund negativer Erfahrungen mit Monetary Targeting
entstand zwischen den Verfechtern des Monetary Targeting und den Vertretern des Inflation
Targeting die zentrale geldpolitische Debatte, welche der Strategien die optimalere bzw.
effizientere sei, wobei die Diskussion insbesondere im Zuge der geldpolitischen Ausgestaltung
der Europäischen Zentralbank an Intensität gewann.
Befürworter des Inflation Targeting begründen die Überlegenheit dieser Strategie gegenüber
dem Monetary Targeting hauptsächlich mit der Effizienz der Zwischenzielwahl, einem höheren
Grad an Transparenz und Rechenschaftslegung und infolge der daraus resultierenden
Glaubwürdigkeit einer besseren Eignung zur Inflationsbiasbekämfung, weshalb ich im Rahmen
dieser Arbeit die beiden Strategien neben bisherigen praktischen Erfahrungen hinsichtlich dieser
Aspekte miteinander vergleichen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung

2.1 Die Funktion der geldpolitischen Konzeption

2.2 Entstehung der Debatte um Monetary versus Inflation Targeting

3 Geldpolitische Strategien

3.1 Monetary Targeting

3.1.1 Konzeptioneller Rahmen

3.1.2 Offene konzeptionelle Fragen

3.2 Inflation Targeting

3.2.1 Konzeptioneller Rahmen

3.2.2 Offene konzeptionelle Fragen

4 Monetary versus Inflation Targeting

4.1 Praktische Erfahrungen

4.2 Effizienz der Zwischenzielwahl

4.3 Das Problem der Zeitkonsistenz

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte um die optimale geldpolitische Strategie, indem sie die beiden Konzepte des Monetary Targeting und des Inflation Targeting hinsichtlich ihrer Effizienz und Eignung zur Erreichung von Preisniveaustabilität vergleicht.

  • Vergleich der geldpolitischen Konzepte Monetary Targeting und Inflation Targeting
  • Analyse der praktischen Erfahrungen und der Wirksamkeit der Strategien
  • Untersuchung der Effizienz der jeweiligen Zwischenzielwahl
  • Diskussion des Zeitkonsistenzproblems in der Geldpolitik
  • Bewertung von Transparenz und Glaubwürdigkeit als Stabilitätsfaktoren

Auszug aus dem Buch

4.3 Das Problem der Zeitkonsistenz

In den letzten 20 Jahren beschäftigte sich die Theorie der Geldpolitik immer wieder mit der Lösung des sogenannten Zeitkonsistenzproblems, bei dem es darum geht, dass nicht jede von den zuständigen Behörden angekündigte Wirtschaftspolitik auch realisiert wird. Eine Politik wird im Allgemeinen dann als zeitinkonsistent bezeichnet, wenn sie zum Zeitpunkt der Politikplanung (ex ante) für eine zukünftige Periode optimal ist, zum Zeitpunkt der Politikimplementierung (ex post) allerding auch ohne zwischenzeitlich eintreffende relevante Informationen ihre Optimalitätseigenschaft verliert. Abgesehen von durch stochastische Wirkungsverzögerungen verursachten Kontrollproblemen liegt dies vorwiegend an sich im Zeitablauf verändernden Anreizen, eine stabilitätsorientierte Geldpolitik auch tatsächlich durchzuführen. So unterliegen Politiker der permanenten Versuchung, durch eine Politik überraschend hoher Inflation die Beschäftigung zu erhöhen, die Staatsverschuldung zu reduzieren oder die Geldschöpfungseinnahmen zu steigern.

Da die Marktteilnehmer dieses Verhalten in ihrer Erwartungsbildung jedoch berücksichtigen und in einem rationalen Erwartungsgleichgewicht die ex post optimale Politik mit der erwarteten übereinstimmt, bleiben derartige, kurzfristige reale Effekte der Geldpolitik aus und es kommt zu einer systemimmanenten Tendenz von Preisniveausteigerungen in der Volkswirtschaft, der sogenannten Inflationsbias. In einem solchen diskretionären Regime verfügt die Notenbank nicht über die notwendige Glaubwürdigkeit, um die privaten Wirtschaftssubjekte davon zu überzeugen, dass sie ex post ihren diskretionären Handlungsspielraum nicht zur Durchführung einer Überraschungsinflation ausnutzen wird. Es existiert folglich ein Trade-Off zwischen Flexibilität und Glaubwürdigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Diskussion um geldpolitische Ziele ein und skizziert den Strategiewechsel von traditionellen Geldmengenkonzepten hin zur direkten Inflationssteuerung.

2 Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Funktion geldpolitischer Konzeptionen und beleuchtet die historische Entstehung der Debatte zwischen Monetary und Inflation Targeting.

3 Geldpolitische Strategien: Hier werden die theoretischen Grundlagen, Wirkungsweisen und konzeptionellen Rahmenbedingungen sowohl des Monetary Targeting als auch des Inflation Targeting dargestellt.

4 Monetary versus Inflation Targeting: In diesem Hauptteil werden die Strategien anhand praktischer Erfahrungen, der Effizienz der Zwischenzielwahl und theoretischer Problemstellungen wie der Zeitkonsistenz kritisch miteinander verglichen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass keine der beiden Strategien zum gegenwärtigen Zeitpunkt als eindeutig optimal bestimmt werden kann.

Schlüsselwörter

Geldpolitik, Monetary Targeting, Inflation Targeting, Geldwertstabilität, Inflationsziel, Zeitkonsistenz, Inflationsbias, Zentralbank, Transparenz, Glaubwürdigkeit, Geldmenge, Wirtschaftspolitik, Preisniveaustabilität, Strategie, Notenbank.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die beiden zentralen geldpolitischen Strategien Monetary Targeting und Inflation Targeting und vergleicht deren Effizienz und theoretische Eignung zur Sicherung der Geldwertstabilität.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Konzeptionen der Geldmengensteuerung und Inflationssteuerung, die Rolle der Notenbank-Glaubwürdigkeit sowie die theoretische Analyse des Zeitkonsistenzproblems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, welches der beiden Konzepte – Monetary oder Inflation Targeting – im Hinblick auf das Endziel der Geldwertstabilität als die optimalere bzw. effizientere Strategie betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf den Modellen der Geldpolitik, der Quantitätstheorie und spieltheoretischen Ansätzen zur Lösung des Zeitkonsistenzproblems basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die praktischen Erfahrungen mit beiden Strategien, die Effizienz der jeweiligen Zwischenzielwahl durch ökonomische Modellierung und das Problem der Zeitkonsistenz bei diskretionärer Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geldpolitik, Monetary Targeting, Inflation Targeting, Inflationsbias, Glaubwürdigkeit der Notenbank und Zeitkonsistenz charakterisiert.

Was ist das Hauptproblem beim Monetary Targeting laut der Analyse?

Ein wesentliches Problem sind die häufigen Zielverfehlungen bei der Geldmenge, die oft auf eine instabile Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zurückzuführen sind, sowie der Mangel an Kontinuität und Transparenz.

Welche Herausforderung sieht die Autorin beim Inflation Targeting?

Kritisiert werden das Fehlen einer klaren theoretischen Abgrenzung, die Problematik der "künstlichen" Zwischenziele wie die Inflationsvorhersage und das Risiko eines Reputationsverlusts durch Prognosefehler.

Wie bewertet die Arbeit die "Zwei-Säulen-Strategie" der EZB?

Die Autorin sieht in der Entscheidung der EZB für eine Mischform einen Beleg dafür, dass die Ähnlichkeiten zwischen den Strategien überwiegen und keine der beiden Ansätze der jeweils anderen grundsätzlich überlegen ist.

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Details

Title
Optimale geldpolitische Strategie
Subtitle
Monetary versus Inflation Targeting
College
Hamburg University of Ecomomy and Policy
Grade
1,0
Author
Diplom-Volkswirtin Anna D. Schipler (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V88750
ISBN (eBook)
9783640099436
Language
German
Tags
Optimale Strategie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Volkswirtin Anna D. Schipler (Author), 2004, Optimale geldpolitische Strategie , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88750
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