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'Iwein, das gute und das schlechte Regiment' - Eine Auseinandersetzung mit Hartmut Kuglers gleichnamigem Aufsatz

Title: 'Iwein, das gute und das schlechte Regiment' - Eine Auseinandersetzung mit Hartmut Kuglers gleichnamigem Aufsatz

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sonja Riedel (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Mit Bezug auf mittelalterliche Fürstenspiegel, in denen die Auffassung vertreten wird, der Staat sei ein Körper, den der Herrscher lenke, vertritt Hartmut Kugler in seinem 1996 erschienenen Aufsatz "Iwein, das gute und das schlechte Regiment" (In: Oxford German Studies 25 (1996), S. 90-118.) die These, auch im mittelalterlichen Artusroman ließe sich eine solche Herrschaftsauffassung nachweisen und werde strukturbestimmend.
Damit löst er sich vom allgemein anerkannten Strukturschema des klassischen "Doppelwegs" der Artusdichtung.

Die Arbeit versucht durch Quellenstudien und Arbeit am Roman nachzuweisen, dass Hartmut Kugler sich geirrt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I) EINLEITUNG

II) DAS FUNDAMENT. VORAUSSETZUNGEN: THOMAS` VON AQUIN „DE REGIMINE PRINCIPUM“, DIE „INSTITUTIO TRAIANI“, JOHANNES` VON SALISBURY „POLICRATICUS“, DIE FRESKEN AMBROGIO LORENZETTIS UND DER BEGRIFF DER DISKURSIVEN AFFINITÄTEN

II.1) DIE FÜRSTENSPIEGEL

II.2) DIE FRESKEN LORENZETTIS

III) DAS GEBÄUDE: DAS GUTE UND DAS SCHLECHTE REGIMENT IM „IWEIN“ HARTMANNS VON AUE

III.1) IWEIN ALS HERRSCHER

III.2) DAS REGIMENT AM ARTUSHOF

III.3) IWEINS VERSCHULDEN

III.4) IWEINS REGIMENT IM QUELLENLAND

III.5) BRUNNENAVENTIURE UND DAME VON NARISON

III.6) WALDLICHTUNG MIT UND OHNE WALDHÜTER

III.7) ÜBERNACHTUNGSBURG OHNE UND MIT HARPIN

III.8) DAS BRUNNENREICH NACH IWEINS VERSCHWINDEN

III.9) DER VERLUST LAUDINES UND DER VERLUST DER KÖNIGIN

IV) ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der These von Hartmut Kugler auseinander, der in Hartmanns von Aues "Iwein" ein komplexes System der "Regimentstheorie" nachweist, wonach der Zustand eines Landes unmittelbar mit der moralischen Verfassung seines Herrschers korreliert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob Iwein tatsächlich als politischer Herrscher im Sinne mittelalterlicher Fürstenspiegel agiert und ob sein ritterliches Handeln im Roman kausale Auswirkungen auf die Stabilität seines Herrschaftsbereiches hat oder ob es sich um eine neuzeitliche Überinterpretation handelt.

  • Kritische Prüfung der literaturwissenschaftlichen "Regimentstheorie" im Artusroman.
  • Analyse des Herrschaftsbegriffs bei Thomas von Aquin und Johannes von Salisbury im Kontext von Hartmanns "Iwein".
  • Untersuchung der Fresken Ambrogio Lorenzettis als visuelle Belege für Herrschaftsideologien.
  • Gegenüberstellung von ritterlichem Kodex und den Pflichten eines herrschenden "officium principis".
  • Revaluation der Zusammenhänge zwischen Iweins individuellen Krisen und dem Zustand seines Quellenlandes.

Auszug aus dem Buch

III.1) Iwein als Herrscher

Nachdem solchermaßen die theoretische Basis von Kuglers Untersuchung in Augenschein genommen worden ist, kann nun dazu übergegangen werden, einen Blick auf Hartmanns „Iwein“ selbst zu werfen. Dazu setzte ich den Inhalt des Werkes als bekannt voraus.54

Kugler macht eine wichtige Vorannahme, die er nicht überprüft und auf der alle seine weiteren Gedankengänge beruhen. Es ist dies die Feststellung, Iwein sei „Herr des Romans“ und nehme damit die gleiche Position ein wie der König im Fürpiegel Tomas` von Aquin.55 Aus meiner Sicht ist diese Behauptung nicht gerechtfertigt, denn nur weil Iwein Titelheld ist und damit im Roman eine exponierte Stellung einnimmt, ihn also im übertragenen Sinne beherrscht, bedeutet das nicht, dass er gleichzeitig in der romanhaften Fiktion einen Herrschaftsanspruch geltend machen kann. Kugler kann sich dieser Frage entziehen indem er konstatiert, Iweins Herrschaft sei gar keine konkret fassbare Herrschaft, sondern vielmehr eine „Herrschaft auf einer Metaebene“, ein abstraktes übergeordnetes Prinzip, das sowohl den Artusbereich als auch das Quellenland umfasse und „überwölb[e]“.56 Der Herrscher Thomas` von Aquin dagegen ist als König ein dezidiert politischer Herrscher. Kugler missachtet diesen politischen Anspruch, wenn er Herrschaft im übertragenen Sinn versteht.

Zusammenfassung der Kapitel

I) EINLEITUNG: Die Einleitung führt in den Forschungsstand zum "Doppelweg" im Artusroman ein und stellt Hartmut Kuglers These der organologischen Herrschaftsauffassung in Hartmanns "Iwein" zur Diskussion.

II) DAS FUNDAMENT. VORAUSSETZUNGEN...: Dieses Kapitel prüft kritisch die von Kugler herangezogenen philosophischen Quellen (Thomas von Aquin, Johannes von Salisbury) und ihre Anwendbarkeit auf Hartmanns Werk.

III) DAS GEBÄUDE: DAS GUTE UND DAS SCHLECHTE REGIMENT IM „IWEIN“ HARTMANNS VON AUE: Im Hauptteil wird die Analyse auf den Text des Romans übertragen, wobei Iweins Rolle als Herrscher und der Zusammenhang zwischen seinem Fehlverhalten und den Krisen im Quellenland sowie am Artushof detailliert untersucht werden.

IV) ZUSAMMENFASSUNG: Das abschließende Kapitel rekapituliert die Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass Kuglers Regimentstheorie trotz schlüssiger Argumentation im Detail nicht haltbar ist, da die Voraussetzungen historisch und textimmanent problematisch sind.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Iwein, Hartmut Kugler, Regimentstheorie, Fürstenspiegel, Artusroman, Thomas von Aquin, Johannes von Salisbury, Herrschaftsauffassung, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Organologie, Quellenland, Laudine, Rittertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht kritisch die Interpretation von Hartmut Kugler, der Hartmanns Artusroman "Iwein" als ein Werk deutet, das eine systematische "Regimentstheorie" vermittelt, bei der das Schicksal eines Landes vom moralischen Handeln des Herrschers abhängt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Verbindung von ritterlicher Literatur und politischer Theorie des Mittelalters, insbesondere die Rolle des Herrschers, die Bedeutung von Herrschaftsmetaphorik sowie das Verhältnis zwischen Titelheld und Handlungsraum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob Iwein innerhalb der fiktionalen Welt des Romans tatsächlich die Funktion eines politischen Herrschers erfüllt und ob sein ritterliches Versagen eine direkte kausale Verschlechterung seines Herrschaftsbereichs zur Folge hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin verwendet eine textimmanente Analyse in Verbindung mit einer kritischen Prüfung der Forschungsgeschichte und einer historischen Einordnung der von Kugler herangezogenen philosophischen Quellen und kunsthistorischen Vergleiche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise verschiedene Schlüsselszenen des Romans – wie die Artushof-Szenen, die Waldhüter-Begegnungen und das Quellenland-Regiment –, um zu prüfen, ob die Thesen Kuglers diesen Szenen bei näherer Betrachtung standhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Regimentstheorie", "Fürstenspiegel", "Iwein", "Artusroman", "Herrschaftsauffassung" und "literarische Kontextualisierung".

Inwiefern ist Iweins Rolle als Herrscher laut Autorin zu bewerten?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Iwein zwar Herrscher wird, sein Verhalten jedoch weitgehend von ritterlichen Pflichten und nicht von administrativen oder politischen Regierungsmaßnahmen geprägt ist, womit er nicht das klassische Bild eines Herrschers aus den Fürstenspiegeln erfüllt.

Wie bewertet die Autorin den Vergleich mit den Fresken von Lorenzetti?

Sie kritisiert den Vergleich als methodisch problematisch, da die Fresken aus einer anderen Zeit und einem anderen kulturellen Kontext stammen und die von Kugler postulierten diskursiven Affinitäten zu den literarischen Szenen im "Iwein" nicht stichhaltig nachweisbar sind.

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Details

Title
'Iwein, das gute und das schlechte Regiment' - Eine Auseinandersetzung mit Hartmut Kuglers gleichnamigem Aufsatz
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Grade
1,0
Author
Sonja Riedel (Author)
Publication Year
2006
Pages
37
Catalog Number
V88762
ISBN (eBook)
9783638032193
ISBN (Book)
9783638930239
Language
German
Tags
Iwein Regiment Eine Auseinandersetzung Hartmut Kuglers Aufsatz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Riedel (Author), 2006, 'Iwein, das gute und das schlechte Regiment' - Eine Auseinandersetzung mit Hartmut Kuglers gleichnamigem Aufsatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88762
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