Sportmotorische Fähigkeiten - Schwerpunkt Koordination


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakterisierung sportmotorischer Fähigkeiten
2.1 Herausbildung der Begrifflichkeit
2.2 Tabellarische Übersichtsdarstellung
2.2.1 Horizontalstrukturierung
2.2.2 Vertikalstrukturierung
2.3 Die Kondition als Teilgebiet sportmotorischer Fähigkeiten

3. Der Faktor „Koordination“
3.1 Historischer Abriss einer Begriffsentwicklung
3.2 Definition koordinativer Fähigkeiten
3.3 Bedeutung psychomotorisch-koordinativer Fähigkeiten
3.4 Charakterisierung koordinativer Fähigkeiten nach Blume

4. Praxisbezug
4.1 Übungsbeispiele zur differenzierten Schulung koordinativer Fähigkeiten im Sportunterricht

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie der Titel der Arbeit bereits vorweg nimmt, sollen in den folgenden Ausführungen die sportmotorischen Fähigkeiten näher charakterisiert werden. Auch wenn jenen Inhalten scheinbar die Evidenz des Trivialen innewohnt, müssen selbige dennoch ins Bewusstsein erhoben werden: So soll es deshalb Ziel dieser Arbeit sein, eine sachgerechte Darstellung sportmotorischer Fähigkeiten auf Grundlage einer strukturierten Systematik zu erreichen. Dies erfolgt im ersten Teil der Arbeit mittels einer Überblickserfassung.

Die sportmotorischen Fähigkeiten werden dabei in ihrer Gesamtheit dargestellt, um schließlich im weiteren Verlauf eine zentrale Komponente des Fähigkeitskomplexes hervorzuheben – den Faktor K o o r d i n a t i o n.

Die Bedeutsamkeit der Fähigkeitskomponente in der sportlichen Praxis (und damit auch Grund genug zur Thematisierung) geht bereits aus Hirtz’ Ausführungen hervor, in denen er deren Verbesserung als ständiges Teilziel eines jeden Übungs- und Trainingsprozesses deklariert. Demzufolge sind Sporttreibende faktisch stets und ständig bei der Ausübung ihres Hobbys bzw. Berufs mit dem jeweils individuellen Beherrschungsgrad diverser Fähigkeiten konfrontiert. Insofern bietet sich fast pflichtgemäß eine nähere Betrachtung derer an.

Im dritten und letzten Teil schließt sich nun eine Handreichung mit zahlreichen Schulungsmöglichkeiten für den Lehrer bzw. Übungsleiter in seinem jeweiligen Tätigkeitsfeld an: Es werden dabei sowohl Übungsvarianten als auch Spielformen zur gezielten Verbesserung ausgewählter, koordinativer Fähigkeiten angeboten. In Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Niveaus der Fähigkeitsausprägung eines jeden einzelnen Sportlers wird diesem Faktum im Sinne einer methodischen Differenzierung Rechnung getragen.

In dieser Arbeit wird keinesfalls der Anspruch auf eine allumfassende und vollständige Darstellung erhoben. Der Zusammenhang zwischen Tätigkeiten und Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten und Fähigkeiten soll demnach beispielsweise im Zuge der sich zwangsläufig ergebenden Abgrenzungsproblematik hierbei nicht näher beleuchtet werden. Verwandte Themen dieser und ähnlicher Art werden insofern ausgeblendet, da sie den Umfang der vorliegenden Arbeit sprengen würden. Die Übungsbeispiele des praktischen Teils stellen ‚lediglich’ eine „Mixtour“ diverser ‚wahllos’ thematisierter Sportarten dar, ohne dass dabei einem feststehenden Kriterienkatalog gefolgt wurde, was einerseits Ausdruck für die Vielfältigkeit des Wirkens sportmotorischer Fähigkeiten ist. Andererseits wird damit auch der Beweis für die im gegebenen Rahmen nicht leistbaren Ergebnisse geliefert – so ist es z.B. absolut unmöglich und auch nicht Ziel, in der Kürze der Ausführungen das Fähigkeitsgeflecht einer jeden Sportart („Welcher Fähigkeiten bedarf es in welcher verhältnismäßigen Ausprägung für die jeweilige Sportart?“) herauszustellen – wenngleich diese Thematik mit Sicherheit ein großes Maß an Erkenntnisinteresse in sich birgt.

2. Charakterisierung sportmotorischer Fähigkeiten

2.1 Herausbildung der Begrifflichkeit

In diesem Abschnitt soll zunächst einmal die Eruierung des bereits feststehenden Erkenntniswertes zur Terminologie erfolgen:

„Im Zusammenhang mit Motorik,“ so Grosser et al. 1987, „spricht man auch von (sport-) motorischen Fähigkeiten und meint damit zum einen allgemeine Leistungsvoraussetzungen (z.B. aerobe Ausdauer, Maximalkraft, Orientierungs- und Gleichgewichtsfähigkeit) für das Erlernen und Realisieren sportlicher Bewegungen; zum anderen bilden sich in Verbindung mit diesen allgemeinen Fähigkeiten und zusätzlich erlernten Bewegungsfertigkeiten erst spezielle sportartspezifische Fähigkeiten aus bzw. werden dadurch verbessert (wie z.B. Gleitgefühl auf Skiern, Wasserwiderstandsgefühl, Sprungkraft, Schusskraft).“[1] Es bleibt also festzuhalten, dass gewisse Fähigkeiten oder vielmehr deren Beherrschung zur Ausübung einer ganz bestimmten Handlung mit ihrem spezifischen Anforderungskontext benötigt werden – wie es z.B. die jeweilige Ausübung einer bestimmten Sportart (Fußball, Wassersport, Turnen, usw.) erfordert.

Hirtz beschreibt in seinen Ausführungen (1994) zum Fähigkeitsbegriff selbige als „menschliche Eigenschaften, die das Leistungsverhalten in konkreten Anforderungs-situationen charakterisieren. Die motorischen Fähigkeiten stellen neben den geistigen (intellektuellen) Fähigkeiten eine Hauptklasse dar. Sie ermöglichen die Ausübung von Tätigkeiten, die Leistungen in Form von motorischen Handlungen fordern und primär durch motorische Leistungsvoraussetzungen bestimmt sind. [...] Motorische Fähigkeiten sind hauptsächliche Voraussetzungen für das Erlernen und die Ausführung von motorischen Handlungen und Fertigkeiten und deren zielgerichtete Anwendung.“[2] Auch hier wiederum kann konstatiert werden, dass bestimmte Fähigkeiten immer wieder bei der Bewältigung konkreter Situationen und Aktionen Anwendung finden und insofern Voraussetzung menschlichen Handelns sind. Pöhlmann und Kirchner bringen ihre Überlegungen so zum Ausdruck, indem sie im Hinblick auf die zu definierende Thematik von gelernten oder auf Anlage zurückführenden psychophysischen Voraussetzungen sprechen, die für das Vollbringen einer bestimmten Leistung bzw. einer bestimmten Art von Tätigkeit geeignet machen. Sie stellen verfestigte und grundlegende Leistungsvoraussetzungen des Menschen dar, welche ihn für bestimmte Tätigkeiten „fit machen“. Auch sie gehen mit der Ansicht einher, dass sportlichen Situationen eine gewisse Fähigkeitsspezifik innewohnt (ergo: jede Situation erfordert spezielle Fähigkeiten). Des Weiteren weisen Fähigkeiten in ihrer Struktur eine Differenzierung in Richtung, Niveau und Stabilität auf.

Trotz dieser durchaus sehr unterschiedlichen Ansätze mit einigen ‚Schnittstellen’ ist man sich in jedem Fall in einem Punkt einig: Fähigkeiten beinhalten sowohl koordinative als auch konditionelle Aspekte. Die nachfolgenden Übersichten in Punkt 2.2 verdeutlichen diese Zusammenhänge noch einmal graphisch.

2.2 Tabellarische Übersichtsdarstellung

2.2.1 Horizontalstrukturierung

Die Komponenten stehen hierbei in einer Ebene und sind somit g l e i c h r a n g i g .

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[3]

[...]


[1] Grosser / Hermann/ Tusker/ Zintl: Die sportliche Bewegung, S. 14.

[2] Hirtz / Kirchner / Pöhlmann: Sportmotorik, S. 122. (Hervorhebungen von mir, A.S.)

[3] Vgl. Anm. 1, S. 15. Die horizontale Strukturierung stellt dabei Inhalte dar, die miteinander in Wechselbeziehung stehen, jedoch k e i n hierarchisches Gefüge bilden. Die einzelnen Komponenten der Übersicht sollen an dieser Stelle nicht weiter explizit erläutert werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Ferner liefern Pöhlmann/Kirchner (1979) diesbezüglich ein konkreteres und aussagekräftigeres Modell (Anmerkung: Laut Blume fehlt innerhalb dieser Übersicht im Bereich der koordinativen Fähigkeiten die Rhythmisierungsfähigkeit.)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Sportmotorische Fähigkeiten - Schwerpunkt Koordination
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Oberseminar Sportmotorik
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V88781
ISBN (eBook)
9783638029735
ISBN (Buch)
9783638928113
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sportmotorische, Fähigkeiten, Schwerpunkt, Koordination, Oberseminar, Sportmotorik
Arbeit zitieren
Stud. phil. Annabelle Senff (Autor), 2005, Sportmotorische Fähigkeiten - Schwerpunkt Koordination, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88781

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