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Die neue Ostpolitik von Willy Brandt

Title: Die neue Ostpolitik von Willy Brandt

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 40 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nathalie Zies (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
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Summary Excerpt Details

Willy Brandt ist untrennbar mit der Sicherung des Friedens, der Verteidigung der Freiheit und dem unablässigen Bemühen um mehr soziale Gerechtigkeit verbunden.
Diese Arbeit beleuchtet den Zeitraum der Ära Brandt der Jahre 1968 bis 1972 zur Verleihung des Friedensnobelpreises. Der Schwerpunkt liegt im zweiten Teil auf den Ostverträgen, sehr detailliert soll auf den Moskauer und Warschauer Vertrag eingegangen werden. Der Moskauer Vertrag war die Ausgangsbasis für weitere Verhandlungen mit den Staaten des Warschauer Paktes, er gilt deshalb als Mustervertrag. Bekannter geworden ist jedoch der Warschauer Vertrag nicht zuletzt durch den Kniefall von Willy Brandt. Sein Name ist zu einem Symbol für die deutsche moralische Erneuerung nach dem Zweiten Weltkrieg geworden . „Keine offizielle Erklärung oder Geste bedeutete den Nachkriegsdeutschen mehr als Brandts Kniefall vor dem Denkmal des Warschauer Ghettos.“
Hierbei stützt sich die Arbeit vor allem auf Quellenmaterial, besonders erwähnenswert sind die Bundestagsdebatten sowie die Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland, sowie Brandts viele Veröffentlichungen..
Zum Verständnis der dieser Zeit gehören auch die historischen Hintergründe und das veränderte Weltbild, welches erklärt, wie es zu den Friedensverträgen kommen konnte. Diesem soll im ersten Teil der Arbeit behandelt werden.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Willy Brandt stellt den abschließenden Höhepunkt seiner Ostpolitik dar.
Inwieweit war die in der Literatur vielzitierte Neue Ostpolitik wirklich neu oder eine außenpolitische Wende? War es nicht eine logische Konsequenz aus den sich veränderten weltpolitischen Konstellationen? Diesen Fragen soll unter anderem nachgegangen werden.
Grundlage dieser Arbeit waren vor allem Quellen aus Pressearchiven, Bundestagsdebatten etc.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Nationale und internationale Voraussetzungen

1. Einleitung

2. „Wandel durch Annäherung“

a) Ausgangslage 1968/69

b) Die sozialliberale Koalition

c) Die Haltung der SPD

d) Regierungserklärung

II. Die Ostverträge

3. Außenpolitische Rahmenbedingungen

4. Der Moskauer Vertrag

a) Innenpolitische Reaktionen/ Stellung der CDU

5. Der Warschauer Vertrag

a) Der Kniefall als symbolische Zeitenwende

b) Bericht des Bundeskanzlers zur Lage der Nation am 28. Januar 1971

c) Die Reaktion der CDU/CSU-Fraktion

d) Schlüsselrolle Bundesrat

e) Auf dem Weg der Annährung mit der DDR

6. Der Grundlagenvertrag

7. Der Prager Vertrag

8. Folgen der Ostverträge

9. Die Verleihung des Friedensnobelpreises 1971

10. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ära Brandt zwischen 1968 und 1972 mit einem besonderen Fokus auf die Neue Ostpolitik, deren zentrales Ziel die Entspannung und Normalisierung der Beziehungen zu den Staaten des Ostblocks sowie der DDR war. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob es sich um eine außenpolitische Wende oder eine logische Konsequenz veränderter weltpolitischer Rahmenbedingungen handelte.

  • Die Entstehungsgeschichte der Neuen Ostpolitik („Wandel durch Annäherung“).
  • Detaillierte Analyse des Moskauer und Warschauer Vertrags.
  • Die innenpolitischen Auseinandersetzungen um die Ratifizierung der Ostverträge.
  • Der Wandel der Deutschlandpolitik und der Grundlagenvertrag.
  • Die historische Bedeutung der Verleihung des Friedensnobelpreises 1971.

Auszug aus dem Buch

5. Der Warschauer Vertrag

Am 5. Februar 1970 begannen die Gespräche mit Warschau. Den Polen war bereits bekannt, dass die neue Bundesregierung die Oder Neiße Linie vertraglich hinnehmen wollte.56

„Die Grundzüge des Moskauer Vertrages finden sich im Warschauer Vertrag vom 7.Dezember 1870 wieder. Auch dieser Vertrag ist im Kern ein Gewaltverzichtsabkommen“57 Im Gegensatz Moskauer Vertrag wurde der Warschauer Vertrag ein Grenzvertrag.58 Im Warschauer Vertrag verpflichten sich die Bundesrepublik und Polen zu Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen und Gewaltverzicht. Beide Staaten wollen freundschaftliche Beziehungen entwickeln und pflegen. Im Dezember 1970 wird ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Aussöhnung mit den östlichen Nachbarn der Bundesrepublik erreicht.

„Brandt und Scheel wollten die polnische Westgrenze für alle Zukunft bestätigen, doch sie mussten rechtliche und innenpolitische Rücksichten nehmen. So wurde der Warschauer Vertrag ein Abkommen auf Treu und Glauben: die Polen unterschreiben, weil sie darauf vertrauten, dass die Deutschen den Vertrag so verstehen und auslegen würden, wie er von beiden Regierungen gemeint war.“59 Willy Brandt reiste nach Polen, um den "Warschauer Vertrag" zu unterzeichnen. Der Tag der Vertragsunterzeichnung wurde zu einer bewegenden Demonstration des Versöhnungswillens des Bundeskanzlers. Willy Brandt kniete spontan bei der Kranzniederlegung am Mahnmal für die im Warschauer Ghetto von SS-Einheiten im Jahre 1943 ermordeten Juden nieder. Das Foto dieser symbolischen Geste gimg um die ganze Welt.

„Zum Vertrag kam die Geste, zur Realität das Symbol. Durch den Vertrag fand sich die Bundesrepublik damit ab, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg verloren hat und fast ein Viertel des ehemaligen Reichsgebietes für alle Zukunft polnisch bleibt. Mit dem Kniefall bekundete Brandt, dass Deutschland den Krieg begonnen und durch systematische Massenvernichtung und Versklavung von Juden und Polen eine Schuld auf sich geladen hatte, die ohne Beispiel ist in der neueren Geschichte Europas.“60

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Fokus auf die Ära Brandt von 1968 bis 1972 und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Neuartigkeit der Ostpolitik.

2. „Wandel durch Annäherung“: Hier wird der strategische Wechsel weg von der starren Hallstein-Doktrin hin zu einer aktiven Entspannungspolitik unter der sozialliberalen Koalition beschrieben.

3. Außenpolitische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert die strategische Lage der Sowjetunion als Globalmacht und die Notwendigkeit einer Kurskorrektur für den Frieden in Europa.

4. Der Moskauer Vertrag: Der Vertrag mit der UdSSR wird als Ausgangsbasis und „Mustervertrag“ für die weiteren Ostverträge und die Anerkennung des Status Quo dargestellt.

5. Der Warschauer Vertrag: Im Zentrum dieses Kapitels steht der Grenzvertrag mit Polen sowie die symbolische Bedeutung des Kniefalls von Willy Brandt.

6. Der Grundlagenvertrag: Dieses Kapitel behandelt die Normalisierung der Beziehungen zur DDR und den Verzicht auf den Alleinvertretungsanspruch.

7. Der Prager Vertrag: Hier wird der letzte Ostvertrag analysiert, insbesondere die Annullierung des Münchner Abkommens und die schwierigen Verhandlungen zur Vertreibung der Sudetendeutschen.

8. Folgen der Ostverträge: Dieses Kapitel beleuchtet den langfristigen Beitrag der Ostpolitik zur Entspannung des Ost-West-Konflikts bis hin zur deutschen Einheit.

9. Die Verleihung des Friedensnobelpreises 1971: Hier wird die internationale Würdigung der Brandtscher Politik und seine Dankesrede in Oslo thematisiert.

10. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst das Vermächtnis von Willy Brandts Ostpolitik als moralischen und politischen Wendepunkt für die Bundesrepublik zusammen.

Schlüsselwörter

Willy Brandt, Ostpolitik, Entspannungspolitik, Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Grundlagenvertrag, Kniefall von Warschau, Egon Bahr, Hallstein-Doktrin, Wiedervereinigung, Frieden, Souveränität, SPD, Deutschlandpolitik, Normalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Ära Willy Brandt zwischen 1968 und 1972 und analysiert die Entwicklung und Durchführung der Neuen Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Entspannungspolitik, die Auseinandersetzung mit der Hallstein-Doktrin, die Verhandlungen der Ostverträge sowie die innenpolitischen Kontroversen um die Anerkennung der europäischen Grenzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Neue Ostpolitik eine tatsächliche außenpolitische Wende darstellte oder ob sie eine logische Folge der veränderten internationalen Machtkonstellationen war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf eine tiefgehende Quellenanalyse, insbesondere auf Bundestagsdebatten, Akten zur auswärtigen Politik und zeitgenössische Veröffentlichungen von Willy Brandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die Moskauer, Warschauer, Grundlagen- und Prager Verträge sowie die Reaktionen der Opposition und die langfristigen Folgen für die europäische Sicherheit analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Entspannung, Ostverträge, Gewaltverzicht, Status Quo, Alliierte, DDR-Anerkennung und historische Verantwortung.

Warum war der Kniefall von Willy Brandt in Warschau so bedeutsam?

Der Kniefall wird als symbolische Zeitenwende betrachtet, mit der Brandt die Verantwortung Deutschlands für die NS-Vergangenheit anerkannte und eine moralische Basis für die Aussöhnung mit Polen schuf.

Welche Rolle spielte Egon Bahr bei den Verhandlungen?

Egon Bahr war als enger Vertrauter Brandts der maßgebliche Architekt der Ostpolitik und führte die geheimen Verhandlungen in Moskau, die den Weg für die Unterzeichnung der Ostverträge ebneten.

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Details

Title
Die neue Ostpolitik von Willy Brandt
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Politisches Seminar)
Course
Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik
Grade
2,0
Author
Nathalie Zies (Author)
Publication Year
2005
Pages
40
Catalog Number
V88814
ISBN (eBook)
9783656954118
Language
German
Tags
Ostpolitik Willy Brandt Deutsche Außen- Sicherheitspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nathalie Zies (Author), 2005, Die neue Ostpolitik von Willy Brandt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88814
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