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"Deutsche Hörer!" Zu Thomas Manns Radioreden aus dem Exil

Title: "Deutsche Hörer!" Zu Thomas Manns Radioreden aus dem Exil

Term Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maria Lang (Author)

Communications - Media History
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Radioreden „Deutsche Hörer!“ von Thomas Mann, die er vom Exil in Amerika aus in den Jahren 1940 bis 1945 an das deutsche Volk richtete. Um dieses Thema behandeln zu können, wird sich die Arbeit zuerst mit Thomas Manns politischer Entwicklung bzw. seinem Werdegang beschäftigen, wobei jedoch keinesfalls eine ausführliche Biographie Manns vorgenommen wird, sondern lediglich die Zeit von 1914 bis 1940 behandelt wird. Schließlich soll dieser Einstieg lediglich deutlich machen, wie es dazu kam, dass Thomas Mann im Oktober 1940 seine Laufbahn als Radiokommentator begann.
Da diese Radioansprachen jedoch nicht auf Eigeninitiative Manns, sondern im Auftrag der British Broadcasting Corporation (BBC) – die während des Krieges zum wichtigsten britischen Propagandaorgan wurde – entstanden sind, folgt im zweiten Teil der Arbeit eine Erläuterung der Stellung Manns in der BBC und der Schwierigkeiten in diesem Verhältnis.
Der dritte Teil, der den Kern der Arbeit bilden soll, befasst sich direkt mit den Reden. Da eine umfassende inhaltliche Analyse aller 58 Reden hier jedoch – aus Kapazitätsgründen – nicht vorgenommen werden kann, wird die Arbeit anhand einiger Themenschwerpunkte (vorrangig Manns Intentionen, sein Bild der Deutschen, die Behandlung der Schuldfrage sowie die verschiedenen „Argumentationsrollen“) versuchen, Manns Einstellungen innerhalb der Reden aufzuzeigen und zu erklären. Die sprachlich-rhetorischen Merkmale der Reden werden dabei, ebenfalls aus Platzmangel, nicht untersucht.
Die Schlussbemerkungen widmen sich dann schließlich der Wirkung der Reden sowie einigen Kri-tikpunkten. Auf die Rezeption nach dem Krieg wird ebenfalls verzichtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die politische „Entwicklung“ Thomas Manns

3. Thomas Manns und die BBC

4. Die Radioreden

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Radioreden „Deutsche Hörer!“ von Thomas Mann, die zwischen 1940 und 1945 aus dem Exil an das deutsche Volk gerichtet wurden. Ziel ist es, den Entstehungskontext, die Rolle Manns als Radiokommentator im Auftrag der BBC sowie die inhaltliche Ausgestaltung der Reden, insbesondere Manns veränderliches Bild des deutschen Volkes und seine rhetorischen Argumentationsrollen, kritisch zu analysieren.

  • Politische Entwicklung Thomas Manns zwischen 1914 und 1940
  • Zusammenarbeit und Spannungsfeld zwischen Thomas Mann und der BBC
  • Analyse der verschiedenen Argumentationsrollen: Agitator, Aufklärer, Warner und Tröster
  • Wandel in der Wahrnehmung der Schuldfrage und der deutschen Identität
  • Bewertung der Wirksamkeit und Rezeption der Exil-Rundfunkansprachen

Auszug aus dem Buch

Die Radioreden

Die Richtlinien des BBC sahen vor, dass Thomas Mann einmal im Monat in einer fünf-/bzw. achtminütigen (s.o.) Rede zu den deutschen Hörern sprechen sollte. Die Regelmäßigkeit betreffend stellte man jedoch schnell fest, dass der monatliche Rhythmus nicht immer einzuhalten war – so erforderten einerseits aktuelle Kriegsereignisse Sondersendungen, andererseits gab es, z.B. zwischen Mai 1944 und Januar 1945, längere Pausen zwischen den Reden – der monatliche Erscheinungszyklus war also mehr ein ungefähres Maß.

Als Zielgruppe der Reden waren, nach Richtlinien der BBC, alle Deutschen definiert, nicht nur solche, die schon in Opposition zu Hitler standen. Das Ziel der Reden war es nämlich, die Deutschen zur Revolution gegen Hitler und den Nationalsozialismus zu bewegen. Dabei basieren alle Ansprachen auf der Unterscheidung Manns zwischen den zahlenmäßig wenigen nationalsozialistischen Machthabern einerseits und dem deutschen Volk, das zur Selbstbefreiung aufgerufen wurde, andererseits. Dieser Grundsatz ist auch einer Maxime der BBC geschuldet, die immer wieder deutlich machte, der Kampf ginge nicht gegen Deutschland und das deutsche Volk, sondern gegen die nationalsozialistische Regierung und ihr System – diese Differenzierung wurde zumindest bis etwa Mitte 1943 aufrechterhalten.

Gemeinsam ist außerdem allen Reden der hohe Grad an „emotionaler Vehemenz und polemischer Radikalität, mit der Mann zu Werke geht“, um die Hörerschaft von seiner Ansicht zu überzeugen und auf den richtigen Weg zu bringen. Manns tiefe Abscheu und sein Hass gegenüber allem, was mit Nationalsozialismus verbunden ist – vor allem gegenüber Hitler, der für ihn die Inkarnation des Bösen und die „abstoßendste Figur ist, auf die je das Licht der Geschichte fiel“ –, ist ebenso in jeder Rede deutlich erkennbar, wie seine Einteilung in Gut-Böse-Kategorien („Schwarz-Weiß-Malerei“). Angelehnt an dieses Kategorienschema ist auch die Gegenüberstellung von Hitler (durchgängige Darstellung als böse) und Roosevelt (Darstellung als guter „Gegenpol“ zu Hitler) zu sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung erläutert den Gegenstand der Arbeit, skizziert den Aufbau der Untersuchung und begründet die methodische Beschränkung auf zentrale Themenschwerpunkte.

2. Die politische „Entwicklung“ Thomas Manns: Dieses Kapitel zeichnet den ideologischen Wandel Thomas Manns von einem konservativen Monarchie-Befürworter hin zu einem überzeugten Verteidiger der Demokratie und entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus nach.

3. Thomas Manns und die BBC: Hier werden die Bedingungen der Zusammenarbeit zwischen Thomas Mann und der BBC beleuchtet, wobei insbesondere die Konflikte um Sendeinhalte, Zeitvorgaben und den rhetorischen Tonfall herausgearbeitet werden.

4. Die Radioreden: Das Kernstück der Arbeit untersucht die spezifischen Argumentationsrollen Manns als Agitator, Aufklärer, Warner und Tröster sowie die Entwicklung seines Bildes vom „verführten“ deutschen Volk hin zu einer stärkeren Schuldzuweisung.

5. Schlussbemerkung: Das Fazit bewertet die Wirkung der Radioreden als insgesamt hinter den Erwartungen zurückgeblieben, würdigt sie jedoch als einen bedeutenden, engagierten Beitrag zur moralischen Unterstützung im Kampf gegen das NS-Regime.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Deutsche Hörer, BBC, Exilpublizistik, Nationalsozialismus, Rundfunkansprachen, Gegenpropaganda, Deutschlandbild, Schuldfrage, Exil, Widerstand, Politische Rhetorik, Zweiter Weltkrieg, Radio, Antifaschismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Radioreden „Deutsche Hörer!“, die Thomas Mann während des Zweiten Weltkriegs im Exil für die BBC verfasste.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die politische Wandlung Thomas Manns, seine Zusammenarbeit mit der BBC, die Rhetorik seiner Reden sowie sein sich entwickelndes Bild vom deutschen Volk im Kontext des Krieges.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, Manns Einstellungen innerhalb der Reden aufzuzeigen, seine rhetorischen Rollen zu analysieren und zu bewerten, wie er versuchte, die deutsche Bevölkerung mittels journalistischer Mittel zur Opposition gegen das NS-Regime zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf eine inhaltliche Analyse ausgewählter Reden, wobei er ergänzend die Forschungsliteratur, insbesondere die Arbeit von Heike Weidenhaupt, heranzieht, um die verschiedenen Rollen Manns innerhalb der Texte zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Radioreden anhand von Themenschwerpunkten wie Manns Intentionen, die rhetorischen Argumentationsrollen (Agitator, Aufklärer, Warner, Tröster) und den Wandel in der Wahrnehmung der deutschen Schuldfrage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Thomas Mann, Deutsche Hörer, BBC, Exilpublizistik, Nationalsozialismus, Gegenpropaganda und die Schuldfrage.

Wie gestaltete sich das Verhältnis zwischen Thomas Mann und der BBC im Detail?

Das Verhältnis war oft spannungsgeladen; die BBC forderte einen objektiveren Stil, während Mann dazu neigte, seine Reden mit emotionaler Vehemenz und polemischem Hass zu führen, was teils zu internen Konflikten führte.

Welche zentrale Entwicklung durchlief das Bild, das Mann vom deutschen Volk in seinen Reden zeichnete?

Mann sah die Deutschen anfangs als verführte Opfer einer Clique von Machthabern, näherte sich mit fortschreitender Kriegsdauer jedoch der alliierten Sichtweise an und betonte zunehmend eine Mitverantwortung des Volkes für die begangenen Verbrechen.

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Details

Title
"Deutsche Hörer!" Zu Thomas Manns Radioreden aus dem Exil
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Course
PS
Grade
2,0
Author
Maria Lang (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V88846
ISBN (eBook)
9783638032391
Language
German
Tags
Deutsche Hörer Thomas Manns Radioreden Exil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Lang (Author), 2003, "Deutsche Hörer!" Zu Thomas Manns Radioreden aus dem Exil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88846
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