Die Arbeit befasst sich mit nicht realen Situationen, die in Buch oder Film dargestellt werden. Der Roman "Ruhm" von Daniel Kehlmann erzählt neun Geschichten, in denen sich Metafiktionalität und Metalepse aufzeigen lassen.
Kehlmann spielt mit verschiedenen Erzählebenen, lässt die Grenzen von Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen, Handlungen ins Leere laufen, Figuren verschwinden oder auch wiederauftauchen. Zu diesem Zweck werden in dieser Arbeit, Textpassagen, die derartige Formen von Metaisierung enthalten, analysiert und hinsichtlich ihrer Funktion definiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 „Ruhm“ von Daniel Kehlmann
2.2 Metafiktionalität
2.2.1 Definition
2.2.2 Beispiele aus dem Roman
2.3 Metalepse
2.3.1 Definition
2.3.2 Beispiele aus dem Roman
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die narratologischen Konzepte der Metafiktionalität und Metalepse anhand des Romans „Ruhm“ von Daniel Kehlmann, um zu verdeutlichen, wie diese Erzählformen die Grenze zwischen Fiktion und Realität aufbrechen und den Leser zur Reflexion über den literarischen Text anregen.
- Analyse metafiktionaler Strategien in „Ruhm“
- Definition und theoretische Einordnung der Metalepse
- Untersuchung von Illusionsbrüchen innerhalb der Erzählung
- Das Wechselspiel zwischen Autor, Erzähler und fiktiven Figuren
- Die Funktion von Metaisierung als narrative Technik
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Beispiel aus dem Roman
Ein charakteristisches und deutliches Beispiel für eine Metalepse findet sich im Kapitel „Rosalie geht sterben“. Der Erzähler dieses Kapitels ist Leo Richter. Der fiktive Schriftsteller erzählt die Geschichte von Rosalie. In dieser Episode geht es um die Reise einer alten krebskranken Frau in ein Schweizer Sterbezentrum. Gleich am Anfang wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei der Erzählung um eine reine Fiktion handelt: „Von all meinen Figuren ist sie die klügste.“15
Die krebskranke Rosalie versucht den Autor ihrer Geschichte, also Leo Richter, davon zu überzeugen, die Handlung zu verändern und sie am Leben zu lassen.
Sie bittet ihren Schöpfer, den auf der nächsthöheren diegetischen Ebene verorteten Autor, um Gnade.
„Und trotzdem kann sie sich nicht ganz in ihr Schicksal ergeben. Deshalb, zur frühen Morgenstunde, wendet sie sich an mich und bittet um Gnade. Rosalie, das liegt nicht in meiner Macht. Das kann ich nicht. Natürlich kannst du! Das ist deine Geschichte. Aber sie handelt von deinem letzten Weg. Täte sie es nicht, hätte ich nichts über dich zu erzählen. Die Geschichte – Könnte eine andere Wendung nehmen! Ich weiß nichts anderes. Nicht für dich.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Grenzüberschreitungen zwischen Fiktion und Realität ein und definiert das Ziel der Arbeit, die metafiktionalen und metaleptischen Formen in Kehlmanns Werk zu untersuchen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet zunächst einen Überblick über Kehlmanns Roman und widmet sich anschließend der theoretischen Herleitung sowie der praktischen Analyse von Metafiktionalität und Metalepse anhand konkreter Textstellen.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kehlmann durch den bewussten Einsatz von Illusionsbrüchen erfolgreich ein Spiel mit Realitäts- und Erzählebenen betreibt, welches dem Leser weiten Interpretationsspielraum lässt.
Schlüsselwörter
Daniel Kehlmann, Ruhm, Metafiktionalität, Metalepse, Narratologie, Illusionsbruch, Erzähltheorie, Fiktion, Realität, Erzählebene, Erzähler, Literaturanalyse, Grenzüberschreitung, Identität, Diegese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den erzähltheoretischen Phänomenen der Metafiktionalität und der Metalepse und deren Anwendung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen das Wechselspiel von Fiktion und Wirklichkeit, die Durchbrechung narrativer Ebenen sowie die bewusste Reflexion über den eigenen fiktiven Charakter eines Textes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die im Roman enthaltenen Formen der Metaisierung zu identifizieren und ihre spezifische Funktion für die Erzählstruktur und die Irritation des Lesers zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die auf narratologischen Begriffsdefinitionen, unter anderem von Gérard Genette und Patricia Waugh, aufbaut.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Romans, die theoretische Definition von Metafiktionalität und Metalepse sowie die exemplarische Anwendung dieser Theorien auf Passagen aus dem Roman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Metafiktionalität, Metalepse, Illusionsbruch, Erzählebene, Fiktion und Narratologie.
Wie wirkt sich die Metalepse auf die Wahrnehmung der Erzählung aus?
Die Metalepse führt zu einem logischen Bruch der Hierarchie zwischen den Erzählebenen, was beim Leser Verwirrung stiften und den Illusionsbruch verstärken kann.
Was genau bedeutet der „Illusionsbruch“ in Kehlmanns Roman?
Er bezeichnet den Moment, in dem die Grenze zwischen den Welten (Autor/Erzähler und Figur) durchlässig wird und der Leser daran erinnert wird, dass er ein fiktives Werk rezipiert.
- Arbeit zitieren
- Eren Yildirim (Autor:in), 2018, Über "Ruhm" von Daniel Kehlmann. Metafiktionalität und Metalepsen in Erzählungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/888743