Das Kunstprojekt wird in der vierten Klasse einer Grundschule durchgeführt. Die Kinder sind also schätzungsweise zwischen acht und zehn Jahren alt. Das Hauptziel des Praktikums ist es, den SchülerInnen die Möglichkeit zur selbstbestimmten Erarbeitung zu bieten und sie somit zum freien Basteln anzuregen. Zudem kann der Umgang mit verschiedenen Materialien zur Identitätsbildung und zum Erkenntnisgewinn beitragen.
Im Rahmen der praxisorientierten Elemente möchte ich das Oberthema "anders sein" auf eine eher unkonventionelle Arbeitsweise beziehen. Ich beschäftige mich hierbei mit dem freien Basteln. Das freie Basteln ist insofern als "anders" zu verstehen, als dass es sich hierbei um eine offene Lern- und Arbeitsform handelt. Angelehnt daran könnte man das freie Basteln gar umbenennen in "anders Basteln".
Inhaltsverzeichnis
1. Situationsanalyse
1.1. Die Schule
1.2. Die Klasse
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
4.Lernvoraussetzungen
5.Methodische Analyse
6.Lernziele / Kompetenzen
7.Bezug zum Bildungsplan
8.Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht im Rahmen eines Unterrichtsentwurfs für den Kunstunterricht in einer vierten Grundschulklasse, inwieweit das Konzept des freien Bastelns („anders basteln“) als offene Lern- und Arbeitsform die Motivation und kreative Selbstentfaltung der Kinder fördern kann.
- Kritische Auseinandersetzung mit angeleitetem versus freiem Basteln
- Methodische Planung eines kunstpädagogischen Experiments
- Förderung von selbstbestimmtem Lernen und ästhetischen Prozessen
- Erprobung kreativer Problemlösungsstrategien mit unkonventionellen Materialien
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Im Rahmen der Praxisorientierten Elemente möchte ich das Oberthema „anders sein“ auf eine eher unkonventionelle Arbeitsweise beziehen. Ich beschäftige mich hierbei mit dem freien Basteln. Das freie Basteln ist insofern als „anders“ zu verstehen, als es sich hierbei um eine offene Lern- und Arbeitsform handelt. Angelehnt daran könnte man das freie Basteln gar umbenennen in „anders basteln“.
Die meisten Lehrkräfte reagieren allerdings oft ablehnend auf eine Öffnung des Kunstunterrichts, da sie nicht das Risiko eingehen wollen, die Kontrolle über ihre Klasse zu verlieren. Des Weiteren ist diese Arbeitsweise sehr materiallastig und somit ein großer Aufwand an Organisation. Folglich bestehen die meisten Lehrkräfte auf konkrete Aufgabenstellungen.2 Nichtsdestotrotz gibt es viele Fürsprecher für das freie Basteln, die jenes als eine sinnlich-intuitive Welterfahrung beschreiben, in der sich das Kind kreativ frei entfalten kann. Eine vorgegebene bzw. geschlossene Aufgabenstellung wird von ihnen abgelehnt und als eine anspruchslose Rekonstruktion bezeichnet.3 Die kreative Entfaltung, von der hier die Rede ist, meint meines Erachtens nach einer allgemeinen Handlungsfreiheit im Fach Kunst, die das freie Basteln aufgrund ihrer Offenheit erlaubt.
In unserem Vorhaben geht es hauptsächlich darum, verschiedene Objekte, die ganz offensichtlich eine selbstverständliche Funktion und Zugehörigkeit haben, umzugestalten, miteinander zu kombinieren und zu etwas Neuem zu formen. Es gibt also keinen konkreten Lerngegenstand, da den Kindern eine freie Auswahl an Bastelobjekten und -werkzeugen zur Verfügung steht. Dazu werden wir als Studentengruppe eine begrenzte Anzahl an Objekten offenlegen und die Kinder gegebenfalls mit ihnen vertraut machen. Was sie allerdings aus den Materialien herstellen und wie, liegt allein an ihnen selbst. Wir als Gruppe bestehen während der Durchführung in der Schule zwar auf den Begriff „Freies Basteln“, dennoch könnte dieses Unterrichtsprinzip durchaus als „Werkstattarbeit“ verstanden werden. Denn es ist experimentell und hat nach Sievert eine „selbst gesteuerte Planung und Entwicklung von Vorhaben zum Ziel“.4 Ich denke, dass diese Definition unserem Vorhaben ziemlich nahekommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Situationsanalyse: Beschreibung der Rahmenbedingungen der offenen Ganztagsschule und der heterogenen Zusammensetzung der Zielgruppe in Klasse 4b.
2. Sachanalyse: Theoretische Herleitung des „freien Bastelns“ als offene Unterrichtsform, die sich durch kreative Entfaltung und Handlungsfreiheit auszeichnet.
3. Didaktische Analyse: Begründung des Experiments zur Motivationsförderung durch das Abwenden von starren Arbeitsanweisungen und die kritische Reflektion ästhetischer Lernprozesse.
4.Lernvoraussetzungen: Einschätzung der Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler sowie Analyse der Ausgangssituation hinsichtlich ihrer künstlerischen Erfahrungen.
5.Methodische Analyse: Detaillierte Darstellung des geplanten Stundenablaufs, inklusive Kennenlernphase, Einstieg, Werkstattarbeit und Reflexionsrunden.
6.Lernziele / Kompetenzen: Definition zentraler Lernziele, wie die Förderung von selbstbestimmtem Handeln und die Entwicklung eines neuen Verständnisses für künstlerische Gestaltung.
7.Bezug zum Bildungsplan: Einordnung der Unterrichtseinheit in die fächerübergreifenden ästhetischen Bildungsziele des Bremer Bildungsplans.
8.Unterrichtsskizze: Konkrete, tabellarische Darstellung der geplanten Phasen mit Zeitangaben, Sozialformen und Materialien.
Schlüsselwörter
Freies Basteln, Kunstpädagogik, offener Unterricht, ästhetische Bildung, Grundschule, Motivation, Werkstattarbeit, Kreativität, Selbstbestimmung, Unterrichtsentwurf, ästhetische Prozesse, Lernwerkstatt, Handlungsfreiheit, Bildungsplan, Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Die Arbeit konzipiert eine kunstpädagogische Unterrichtseinheit, die das klassische angeleitete Basteln durch ein offenes Konzept des „freien Bastelns“ ersetzt, um die Eigenständigkeit und Motivation von Grundschulkindern zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die offene Unterrichtsgestaltung im Fach Kunst, die Bedeutung ästhetischer Erfahrung, die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleiter sowie der Umgang mit Heterogenität in der Grundschule.
Was ist das primäre Ziel des Entwurfs?
Das Hauptziel ist es, den Schülern eine selbstbestimmte Erarbeitung künstlerischer Werke zu ermöglichen, um dadurch die kreative Selbstwirksamkeit zu stärken und normgerechte Vorstellungen von Kunst aufzubrechen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden für das Projekt verwendet?
Es wird eine didaktische Planung erstellt, die auf kunstpädagogischen Theorien (z.B. von Schäfer und Sievert) basiert. Zur Evaluierung werden eine Bildbetrachtung, eine Werkstattphase sowie eine abschließende Reflexion und ein Feedbackbogen eingesetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Situationsanalyse, die fachliche Auseinandersetzung mit dem Bastelbegriff, die didaktische Begründung der Methode, die Lernvoraussetzungen der Schüler sowie die methodische Umsetzung in einer Unterrichtsskizze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Freies Basteln, Ästhetische Bildung, Werkstattarbeit und Selbstbestimmung.
Warum wird im Unterricht mit unkonventionellen Objekten gearbeitet?
Durch die Nutzung von Alltagsgegenständen und deren Umdeutung – inspiriert durch Picassos Stierkopf – sollen die Kinder irritiert werden, um kreative Denkanstöße für etwas völlig Neues zu erzeugen.
Wie gehen die Studierenden mit der möglichen Überforderung der Kinder um?
Die Studierenden agieren als Mentoren, die inhaltliche Anregungen geben, aber bewusst auf kleinteilige Aufgabenstellungen verzichten, um den Kindern ihren notwendigen Freiraum zur Entfaltung zu lassen.
Welche Rolle spielt die Reflexion am Ende der Stunde?
Die Reflexion dient der Ergebnissicherung und der Selbsteinschätzung durch die Kinder, wobei sie mittels der „Tipp und Top“-Methode konstruktive Kritik an eigenen und fremden Werken üben.
- Arbeit zitieren
- Janina Lohmann (Autor:in), 2018, Freies Basteln in der Grundschule. Inwiefern lassen sich Kinder auf offene Arbeit ein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/888849