Das Ziel dieser Arbeit ist primär, das finnische Bildungssystem zu beschreiben und die Hintergründe für dessen Erfolg zu erforschen. Um dies zu gewährleisten, muss das Bildungswesen sowohl aus der geschichtlichen, als auch aus der gegenwärtigen Perspektive betrachtet werden, da beide Aspekte eine große Bedeutung für den heutigen Bildungsstand des Landes haben. Dazu gehört es auch den Schulalltag zu beschreiben.
Beispielhaft wird in dieser Arbeit eine finnische Schule und praktische Erfahrungen die an dieser Schule gesammelt wurden vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Das Bildungswesen in Finnland
1.1 Historische Entwicklung
1.2 Aufbau des finnischen Schulsystems
1.2.1 Vorschule
1.3 Lernpflicht
1.3.1 Grundausbildung
1.3.2 Organisation der Grundausbildung
1.3.3 Einrichtung und das Curriculum der Grundausbildung
1.4 Weiterführende Bildung
1.4.1 Gymnasium (Lukio)
1.4.2 Beruffachliche Bildung
2 Fördermaßnahmen zur Unterstützung der Schulleistungen
2.1 Allgemeine Unterstützung in der Schule
2.1.1 Schülermentor (Oppilaanohjaus)
2.1.2 Schülerpflege
2.2 Spezielle Unterstützung
2.3 Bildung der ausländischen Bürger
2.3.1 Bildung der Roma in Finnland
3 Lehrerbildung
3.1 Geschichte der Lehrerbildung
3.2 Lehrerausbildung im Finnland der Gegenwart
3.2.1 Grundebene der Lehrerausbildung
3.2.2 Hauptebene der Lehrerausbildung
3.2.3 Die Zusammenarbeit der drei Partner
4 Schule Kilpinen in Jyväskylä
4.1 Leitbild
4.2 Räumlichkeiten
4.3 Prävention zur Sicherung des Schulerfolgs
4.3.1 Klassenberater aktueller Interventionen
4.3.2 Speziallehrer (Erityisopettajat)
4.3.3 Sozialarbeiterin/Beratung
4.3.4 Schulpsychologin
4.3.5 Schüler für die Förderung des sozialen Umfelds (Tukioppilastoiminta)
4.3.6 Zusammenarbeit von Schule und Eltern
4.3.7 Auswertung der Leistung (Notenvergabe)
4.4 Schulische Gesundheitsfürsorge
4.4.1 Schulessen
5 Förderkonzept
5.1 Perioden-/Kurssystem
5.3 Schülermentor/in (Oppilaanohjaus OPO)
5.2 Hinführung zur Arbeitswelt
5.4 Musik-/Sportklassen
5.5 Lernpflicht (organisatorische Freiheit als Förderung)
6 Alltag in der Schule
6.1 Alltag der Lehrer
6.1.2 Teamarbeit
6.2 Alltag der Schüler
6.2.1 Interview mit einer Schülerin
6.3 Erfahrungsbericht: Sportunterricht
6.3.1 Darstellung des finnischen Sportunterrichts
6.4 Boxen an einer finnischen Schule
6.4.1 Zielsetzung der Unterrichtseinheit
6.4.2 Begründung für die Unterrichtseinheit
6.4.3 Didaktische Überlegungen
6.4.4 Unterrichtsverlaufsplan
6.4.4.1 Erste Unterrichtstunde
6.4.4.2 Zweite und dritte Unterrichtstunde
6.4.5 Auswertung der Unterrichtseinheit Boxen
6.4.5.1 Auswertung der ersten Unterrichtsstunde
6.4.5.2 Auswertung der zweiten Unterrichtsstunde
6.4.5.3 Auswertung der dritten Unterrichtsstunde
6.4.5.4 Reflexion der Unterrichtseinheit Boxen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, das finnische Bildungswesen umfassend zu beschreiben und die Hintergründe für dessen Erfolg zu erforschen, ohne dabei eine direkte Bewertung oder einen Vergleich zu anderen Schulsystemen vorzunehmen. Dabei werden sowohl historische als auch aktuelle Aspekte betrachtet und durch praktische Erfahrungen aus einem Schulpraktikum an einer Schule in Jyväskylä ergänzt, um einen authentischen Einblick in den finnischen Schulalltag zu ermöglichen.
- Struktur und Entwicklung des finnischen Bildungssystems
- Fördermaßnahmen zur Unterstützung der Schulleistungen
- Wissenschaftliche Grundlagen der Lehrerausbildung in Finnland
- Praktische Umsetzung schulischer Förderkonzepte am Beispiel der Schule Kilpinen
- Alltag an einer finnischen Schule aus der Sicht von Lehrern und Schülern
Auszug aus dem Buch
6.4.5.4 Reflexion der Unterrichteinheit Boxen
Allgemein war diese Unterrichtseinheit ein Erfolg. Die Lehrer waren mit meiner Leistung sehr zufrieden und hielten, die von mir gewählten Methoden als innovativ und lernfördernd. Ich selber halte die Unterrichteinheit als gelungen, da ich viele Erfahrungen sammeln konnte und weil die von mir gewählte Methode bei den finnischen Schülern gut funktioniert hat. Die kooperativen Lehrmethoden, führten zu positiven Ergebnissen. Sukzessive entwickelte sich bei den Schülern eine gewisse (Mit-) Verantwortlichkeit für den Sportunterricht. Dies zeigte sich durch das kooperative Handeln der Schüler in Gruppenarbeiten, indem sie dem Aufwärmprogramm und das Zirkeltraining vorbereiteten und leiteten. Weiterhin glaube ich, dass die kooperative Methode in Finnland viel mehr angewendet werden sollte, da sie das Problem des „Ich bezogenen Unterrichts“ (siehe Kap. 6.3.1) entgegen wirkt und zumindest teilweise, eine Lösung anbietet.
Dass viele der gesetzten Lernziele erreicht wurden, führe ich auf den guten Verlauf der Unterrichteinheit zurück. Es war deutlich zu erkennen, dass die Teilnehmer die Boxtechniken gelernt haben und dass sie deutlich besser die drei Runden Schulterboxen aushielten. Dies ist ein Indiz dafür, dass die motorischen Lernziele erreicht wurden. Das die Schüler ein Boxtraining ohne Handschuhe, ohne sich gegenseitig verletzt zu haben, durchführen konnten, spricht dafür, dass die kognitiven Fähigkeiten positiv beeinflusst wurden. Die sozial-affektiven Lernziele dürften ebenso, zumindest zum Teil, erreicht worden sein, da die Gruppen durch gegenseitige Kooperation ein funktionierendes, effektives Aufwärm-, und Zirkeltraining erstellen und leiten konnten. Trotz der Heterogenität arbeiteten sie sehr gut zusammen. Allgemein fand ich die Arbeit als Sportlehrer in Finnland sehr angenehm. Ich konnte das praktizieren was ich mir vorgenommen hatte. Es herrschte eine gute Atmosphäre die ebenso von den Schülern, wie von mir als Lehrer wahrgenommen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Bildungswesen in Finnland: Vermittelt einen Überblick über die historische Entwicklung, die Struktur des Schulsystems und die gesetzlichen Grundlagen der Lernpflicht.
2 Fördermaßnahmen zur Unterstützung der Schulleistungen: Beschreibt die vielfältigen allgemeinen und speziellen Unterstützungsangebote, die Schülern an finnischen Schulen zur Verfügung stehen.
3 Lehrerbildung: Analysiert den wissenschaftlich orientierten Aufbau und die aktuellen Inhalte der finnischen Lehrerausbildung sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen.
4 Schule Kilpinen in Jyväskylä: Porträtiert eine konkrete finnische Schule, ihr Leitbild, ihre Räumlichkeiten sowie ihre spezifischen präventiven Einrichtungen und die Zusammenarbeit mit Eltern.
5 Förderkonzept: Erläutert die praktischen Konzepte der Schule, wie das Kurssystem, die Rolle des Schülermentors und die Hinführung zur Arbeitswelt.
6 Alltag in der Schule: Bietet einen authentischen Erfahrungsbericht des Autors über den Schulalltag, inklusive Interviews mit Schülern und einer ausführlichen Reflexion einer eigenen Unterrichtseinheit zum Thema Boxen.
7 Fazit: Diskutiert die Erfolgsfaktoren des finnischen Systems und reflektiert die Übertragbarkeit der Erfahrungen auf andere Bildungskontexte.
Schlüsselwörter
Finnisches Schulsystem, Grundausbildung, Lehrerausbildung, Fördermaßnahmen, Schulerfolg, Schule Kilpinen, Sportunterricht, Gesamtschule, Kurssystem, Inklusion, Schülermentoring, Sozialpädagogik, Didaktik, Bildungsforschung, Unterrichtspraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Darstellung des finnischen Schulsystems und beleuchtet dessen Strukturen sowie Erfolgsfaktoren anhand theoretischer Analysen und praktischer Einblicke.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen der Aufbau des finnischen Bildungssystems, die spezielle Lehrerbildung, vielfältige Förder- und Präventionsmaßnahmen sowie der konkrete Schulalltag an einer finnischen Schule.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein wahrheitsgemäßes und umfangreiches Bild des finnischen Bildungswesens zu vermitteln und die Hintergründe für dessen Erfolg zu erforschen, ohne dabei eine wertende Vergleichsanalyse vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf empirische Beobachtungen und Interviews, die während eines fünfwöchigen Schulpraktikums im Jahr 2007 gesammelt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung des Bildungssystems und der Lehrerbildung sowie den praktischen Teil, in dem die Arbeitsweisen einer Schule in Jyväskylä detailliert dargestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen das finnische Bildungssystem, Fördermaßnahmen, Lehrerausbildung, Schulalltag und die Schulpraxis.
Wie trägt die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Partnern an der Schule zum Erfolg bei?
Die Zusammenarbeit von Lehrern, Schülermentoren, Sozialarbeitern und Schulpsychologen sorgt für eine effektive Entlastung der Pädagogen und stellt sicher, dass Lern- oder Verhaltensschwierigkeiten frühzeitig und individuell behandelt werden können.
Warum wurde in der Arbeit das Thema Boxen als Unterrichtseinheit gewählt?
Der Autor wollte durch diese für die Schule neue Sportart positive Effekte hinsichtlich motorischer Fähigkeiten, Selbstvertrauen und kooperativen Lernens erzielen und das Thema unter kontrollierten Sicherheitsbedingungen als erzieherisches Mittel nutzen.
Welchen Stellenwert nimmt das Kurssystem in der finnischen Schule ein?
Das Kurssystem ermöglicht eine flexiblere Gestaltung des Lernalltags, bei dem Schüler sich intensiver auf einzelne Fächer konzentrieren können, was die Lernmotivation und die Zielorientierung fördert.
- Quote paper
- Peter Jörgensen (Author), 2008, Finnisches Schulsystem - Was ist dort anders?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88905