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Ferdinand Lassalle: Über Verfassungswesen

Interpretation und Kritik der vorliegenden Quelle

Title: Ferdinand Lassalle: Über Verfassungswesen

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Frank Baumann (Author)

History - Basics
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Summary Excerpt Details

Ferdinand Lassalle, ein engagierter studierter junger Jude hält im Jahr 1862 einen Vortrag vor einer Berliner Bürgerversammlung zum Verfassungswesen. Dieser Vortrag scheint sich einzureihen in die Reihe anderer Vorträge zur allgemeinen Bildung der Bevölkerung. Bei der genaueren Untersuchung stellt man jedoch fest, dass es mit diesem Vortrag eine weitaus speziellere Bewandtnis hat.
Durch historische Analyse vorhandenen Textmaterials aus Sekundärquellen und deren Aufbereitung soll dargelegt werden, welchen Stellenwert der Vortrag auf der Akteursebene:

Im Rahmen der Konflikte der Abgeordneten des preußischen Landtages mit dem König von Preußen hatte.

Im Rahmen der Entwicklung der Arbeiterschaft zu eigenständigen Organisationen zur Vertretung ihrer politischen Ziele besaß.

Als Teil einer Strategie zur nationalen Einheit Deutschlands und der Agitation Lassalle´s zu seiner Durchsetzung der Revolution diente.

Ein besonderer Blick gilt auf der Ebene der politischen Systeme dem Gesichtspunkt der Gewaltenteilung. Hierbei interessiert speziell die Tatsache, dass die Begründung bestimmter politikwissenschaftlicher Begriffe auf Lassalle zurückgeführt wurde, welche in der zeitgenössischen politischen Debatte eine grundsätzliche Rolle spielen.

Der Hausarbeit liegt die Frage zu Grunde: Warum damals an dem Ort dieser Vortrag.
Die weitere These lautet: Der Vortrag fand an einem Schnittpunkt im Kampf um die Macht zwischen Monarchie und Parlament in Preußen statt. Der Ausgang dieses Kampfes hatte weitreichende Folgen für die spezielle deutsche Entwicklung zur Demokratie über Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Für die heutige Diskussion mitprägend ist der Begriff der Verfassungswirklichkeit. Als spezifisch deutscher Begriff, in der politischen Auseinandersetzung, findet er heute Anwendung in der Betrachtung der gewollten Wirklichkeit des Grundgesetzes und der tatsächlich vorgefundenen Lebenswelt. Mitbestimmend ist er auch in Betrachtungen des Verhaltens des Bundesverfassungsgerichtes in zeitgenössischen Gerichtsurteilen und darum aktueller denn je.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Form der Quelle

Inhalt der Quelle

Zusammenfassung

Inhaltlicher Kontext

Persönlicher Kontext

Zeitlich und politischer Kontext

Erläuterung von Begriffen

Zusammenführung der Entwicklungslinien

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Ferdinand Lassalles „Vortrag über Verfassungswesen“ vom 16. April 1862 auseinander, analysiert dessen historische Genese sowie den theoretischen Kern der Unterscheidung zwischen Verfassungswirklichkeit und geschriebener Verfassung im preußischen Kontext.

  • Biografische Einordnung von Ferdinand Lassalle und sein Einfluss auf die politische Diskussion.
  • Die Analyse des preußischen Verfassungskonflikts und der Rolle des Dreiklassenwahlrechts.
  • Historische Einordnung der 1848er Revolution und deren Scheitern im Kontext der liberalen Bewegung.
  • Die theoretische Herleitung der Machtverhältnisse als Fundament jeder wirklichen Verfassung.
  • Untersuchung der politischen Machtstrukturen zwischen Monarchie, Militär und Parlament.

Auszug aus dem Buch

Inhalt der Quelle

Lassalle begann seinen Vortrag über das Verfassungswesen mit Abgrenzungen von bestimmten nur einen bestimmten Staat betreffenden Verfassungen, juristischen Definitionen und Typen von Verfassungen nach dem Staats oder Herrschaftstyp. Er stellte die Frage nach dem Begriff der Verfassung, aus dem heraus sich die anderen Beziehungen ableiteten. Auf der Suche nach der Kraft welche derart auf die Gesetze einwirkte, dass diese nur so und nicht anders in einem bestimmten Lande erlassen wurden, kam er zu der Bestimmung der tatsächlichen Machtverhältnisse in einem Lande. König, Adel, Industrielle, Bankiers die in ihren Bereichen auf die Gesellschaft einwirkten sind seinem Verständnis nach ein Stück der Verfassung und damit der tatsächlichen Machtverhältnisse. Er schlug einen Bogen von den tatsächlichen Machtverhältnissen zu der Schriftform der Verfassung, indem er ausführte wie man diese Machtverhältnisse in Schriftform fasste und normatives Recht daraus schuf.

Des Weiteren führte er aus, dass man diese tatsächlichen Machtverhältnisse und Vorrechte von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen nicht in umgangssprachlicher Form fasste, sondern in juristischen Gesetzen erließ. Alsdann nannte er als Beispiel das Dreiklassenwahlrecht von 1849 und erläuterte welche Auswirkungen dies hatte. Nun fasste er das gesagte nochmals zusammen, erklärte dass eine wirkliche Verfassung jedes Land und zu jeder Zeit gehabt hatte und strich den Unterschied zur Gegenwart heraus indem er betonte, dass der Unterschied zwischen damals und heute die Schriftform der Verfassung war. Durch ein Beispiel, dem Versuch einem Apfelbaum einen neuen Namen, nämlich Feigenbaum zu geben und der Tatsache dass sich die Natur des Baumes spätestens bei der Ernte erweisen würde, versuchte er den Sachverhalt nochmals zu erklären. Er ermunterte seine Zuhörer durch Überdenken des Gehörten und eigenen Strebens nach Erkenntnis sich selbst in den Besitz von Verfassungsweisheit zu setzen. Er schloss mit der Feststellung, das Verfassungsfragen ursprünglich nicht Rechts sondern Machtfragen waren und dass geschriebene Verfassungen nur dann von Dauer seien, wenn sie die tatsächlichen Machtverhältnisse wiedergeben würden.

Zusammenfassung der Kapitel

Form der Quelle: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, den Anlass und die Überlieferungsform von Lassalles Vortrag vor einem Berliner Bürgerverein im Jahr 1862.

Inhalt der Quelle: Hier wird der Kern von Lassalles Argumentation dargelegt, insbesondere seine Unterscheidung zwischen den realen Machtverhältnissen und der formalen, geschriebenen Verfassung.

Zusammenführung der Entwicklungslinien: Das Kapitel reflektiert die Bedeutung der Heeresreform als machtpolitischer Konfliktpunkt und bewertet Lassalles politische Haltung gegenüber der preußischen Monarchie und den Liberalen.

Schlüsselwörter

Ferdinand Lassalle, Verfassungswesen, Verfassungswirklichkeit, Preußischer Verfassungskonflikt, Machtverhältnisse, Dreiklassenwahlrecht, Liberale, Heeresreform, 1848er Revolution, Monarchie, Parlamentarismus, Preußen, Rechtsstaat, Politische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Ferdinand Lassalles Vortrag über das Verfassungswesen von 1862 und ordnet ihn in den historischen Kontext des preußischen Verfassungskonflikts ein.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verhältnis zwischen tatsächlicher politischer Macht und schriftlich fixiertem Verfassungsrecht sowie die gesellschaftliche Rolle des Liberalismus und der Arbeiterschaft.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es, Lassalles theoretische Differenzierung zwischen „wirklicher“ Verfassung und bloßem „Blatt Papier“ (der geschriebenen Verfassung) vor dem Hintergrund der damaligen politischen Machtkämpfe zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die den Vortrag sowohl in den biografischen als auch in den zeithistorischen und politischen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Inhalt der Quelle, den persönlichen Hintergrund Lassalles sowie die zeitgenössische politische Situation in Preußen während der „Neuen Ära“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Verfassungswirklichkeit, Machtverhältnisse, preußischer Verfassungskonflikt und Ferdinand Lassalle.

Warum war das Dreiklassenwahlrecht ein wichtiger Punkt in der Argumentation?

Lassalle nutzte dieses Wahlrecht als konkretes Beispiel, um zu verdeutlichen, wie Gesetze dazu dienen, bestehende, ungleiche Machtverhältnisse in einer Gesellschaft rechtlich zu zementieren.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der „Kamarilla“?

Der Autor ordnet die „Kamarilla“ als einflussreiche konservative Hofpartei ein, die durch ihre reaktionäre Politik die liberalen Reformbestrebungen massiv behinderte.

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Details

Title
Ferdinand Lassalle: Über Verfassungswesen
Subtitle
Interpretation und Kritik der vorliegenden Quelle
College
University of Hagen  (Neuere Deutsche und Europäische Geschichte)
Course
Bachelor Politik und Organisation Modul 1.4
Grade
2,0
Author
Frank Baumann (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V88913
ISBN (eBook)
9783638034951
ISBN (Book)
9783638933438
Language
German
Tags
Ferdinand Lassalle Verfassungswesen Bachelor Politik Organisation Modul
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Baumann (Author), 2007, Ferdinand Lassalle: Über Verfassungswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88913
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