Attributionstheorien und Attributionsfehler beim Beurteilungsprozess. Wie können diese Fehler in der Praxis vermieden werden?


Hausarbeit, 2018

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Attributionstheorien
2.1 Definition
2.2 Attributionstheorie nach Heider sowie Jones und Davis
2.3 Kovariationsmodell nach Kelley

3. Attributionsfehler
3.1 Fehler beim Beurteilungsprozess
3.2 Fehlervermeidung in der Praxis – faire und objektive Beurteilung

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Mensch versucht in seinem alltäglichen Leben häufig das eigene Verhalten und das von anderen Personen zu erklären, zu verstehen und Ursachen dafür zu finden. Meist entstehen dabei Schlussfolgerungen, die uns dabei helfen, beobachtetes Verhalten zu erklären. Bei der Interaktion mit anderen Menschen und bei dem Prozess der sozialen Wahrnehmung sind Attributionen von besonderer Bedeutung, da Ursachen- und Schuldzuweisungen sowie Einstellungen und Vorurteile unser Bild von anderen enorm beeinflussen. Der Mensch konstruiert sich so seine eigene Realität, die durch tägliche reale Erfahrungen ständig beeinflusst wird. Verschiedene Psychologen haben sich mit diesem Thema beschäftigt und dazu Theorien aufgestellt, die erläutert werden, nachdem allgemein beschrieben wurde, was unter dem Begriff Attributionstheorien zu verstehen ist. Besonders das Kovariationsmodell von Kelley mit den unterschiedlichen Informationsarten wird hier vertieft dargelegt.

In dem darauffolgenden Kapitel werden Attributionsfehler erklärt, die bei dem Beurteilungsprozess unterlaufen können. Darauf aufbauend kann nähergelegt werden, wie genau diese Fehler in der Praxis vermieden werden können und wie Führungskräfte so zu einer fairen und objektiven Beurteilung kommen können.

Ziel der Arbeit ist es genauer zu analysieren, wie Führungskräfte bei der Mitarbeiter- und Leistungsbeurteilung, welche Teil ihrer Aufgaben sind, grobe Fehler vermeiden können, die durch möglicherweise falsche Ursachenzuschreibung entstehen können. Führungskräften obliegt bei der Entscheidung für oder gegen Mitarbeiter eine große Verantwortung, die gut überdacht werden muss und mit Hilfe von korrekten Beurteilungskriterien getroffen werden sollte, sodass bei diesem Prozess keine Fehler entstehen.

Im Fazit wird zusammenfassend überprüft, inwieweit das Ziel der Arbeit erreicht wurde, ob noch Fragen offengeblieben sind und ob es weiteren Forschungsbedarf bei diesem Themengebiet gibt.

2. Attributionstheorien

2.1 Definition

Wenn man sich mit Attributionstheorien beschäftigt, dann geht es um das Phänomen, das eigene oder das Verhalten anderer Menschen zu erklären und vor allem um die Findung der Ursachen für dieses Verhalten. Unter Attribution versteht man in der Sozialpsychologie die individuelle Zuschreibung von Zusammenhängen und besonders die Wahrnehmung von Kausalitäten (Northoff, 2013). Im Unterschied zu einigen anderen Bereichen der Psychologie beschäftigt sich man hier nicht damit, warum die Menschen das tun, was sie tun, sondern vielmehr damit, zu welchen Schlussfolgerungen die Beobachter darüber gelangen, warum die Handelnden das tun, was sie tun (Jonas/Stroebe/Hewstone, 2014). Es geht also um eine Ursachenzuschreibung. Die Theorien sollen die Fragen klären, wann, warum und wie wir Attributionen vornehmen. Dabei muss geklärt werden, welche Informationen der Mensch dazu benötigt und verwendet und ob man dazu neigt, spezielle Arten von Erklärungen zu wählen, beispielsweise solche, die dem eigenen Vorteil dienen. „Der konzeptuelle Rahmen, innerhalb dessen sich die Sozialpsychologie mit Erklärungen für Verhalten beschäftigt, wie sie von Laien bzw. „mit dem gesunden Menschenverstand“ vorgenommen werden“ ist Inhalt dieses Themengebietes (Stroebe/Jonas/Hewstone, 2002, S.216).

Attribution wird häufig auch mit der Frage nach dem Warum gleichgestellt, die sich jeder Mensch mehrfach am Tag mehr oder weniger bewusst stellt. Dieser Vorgang geschieht besonders bei erwachsenen Personen häufig unterbewusst, da wir uns viele der Fragen schon automatisch selber beatworten können. Kinder beschäftigen sich meist noch deutlich mehr mit Fragen nach dem Warum, da sie vieles, was für Erwachsene selbstverständlich ist, noch nicht wissen und verstehen. Beispielsweise fragt ein Kind seine Mutter, während sie draußen spazieren gehen, warum die Autos denn bei Rot an der Ampel anhalten. Einige Zeit später wird diese Frage für das Kind wegfallen, da es dann gelernt hat, dass Autos, Fußgänger und Fahrradfahrer bei Rot immer anhalten müssen.

Die Beantwortung von Warum-Fragen ist von erheblicher Bedeutung für die Bewertung von anderen Menschen, sozialen Situationen sowie auch für unser eigenes Verhalten. Versuchen wir eine Antwort darauf zu finden, warum die Schlange an der Kasse so lang ist und die Wartezeit auch dementsprechend lang ist, dann kann man verschiedene Ursachen betrachten. Man kann die Schuld auf die Kassiererin schieben, die vermeintlich unqualifiziert ist, man kann aber auch hingehen und die Ursache für das Problem darin sehen, dass wir Samstag vormittags zur Stoßzeit einkaufen gegangen sind. Die Beantwortung der Warum-Frage, also die Suche nach der Ursache für dieses Phänomen ist entscheidend dafür, wie wir uns verhalten werden. Liegt unserer Meinung nach Schuld bei der Kassiererin, so kann es sein, dass wir einen Streit mit ihr anfangen und sich die Wartezeit noch weiter verlängert. Sehen wir das Problem aber in unserer Entscheidung, an einem Samstag einzukaufen, dann ziehen wir vermutlich den Schluss daraus, demnächst einen anderen Tag oder eine andere Uhrzeit zu wählen. Zwei völlig unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten entstehen. Irrelevant ist dabei, ob wir uns die Frage bewusst oder unbewusst stellen. Da die Ursachenzuschreibung eine besondere Bedeutung für unser Verhalten hat, ist es elementar, ob sie korrekt oder fehlerhaft abläuft (Kanning, 1999).

Der Begriff Attributionstheorie ist abzugrenzen von Kausaltheorien. Kausaltheorien beschäftigen sich mit den Erklärungen von Laien für die Ursachen von Gefühlen und Stimmungen und „beschreibt den Schlussfolgerungsprozess, durch den Beobachter einen Effekt auf eine oder mehrere Ursachen zurückführen“ (Stroebe/Jonas/Hewstone, 2002, S.216) wohingegen Attributionstheorien sich mit sozialpsychologischen Erklärungen beschäftigen.

2.2 Attributionstheorie nach Heider sowie Jones und Davis

Der Sozialpsychologie Fritz Heider hat als erster das Problem der naiv-phänomenalen Zuschreibung von Verhaltensursachen systematisch behandelt und gilt daher häufig als der Vater der Attributionstheorie. Er beschäftigte sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen man einem Menschen korrekterweise eine Absicht für ein Verhalten unterstellen kann und wollte herausfinden, wie die Menschen zu einem Verständnis ihrer selbst und der Welt kommen. Von Bedeutung ist dieses Themengebiet vor allem, wenn es darum geht, Personen oder ihre Leistungen richtig zu beurteilen oder vor Gericht eine faire Entscheidung zu treffen. „Menschen sind nach Heider motiviert, ihrer wahrgenommenen Welt Stabilität und Ordnung zu verleihen, um kontrollierte Vorhersagen über Personen und Sachverhalte zu machen.“ (Bierbrauer, 1996, S.82) Dabei sah er den Menschen als naiven Wissenschaftler an, der versucht, beobachtbares Verhalten auf nicht unmittelbar beobachtbare Ursachen zurückzuführen (Fischer/Wiswede, 2009). Er war der Meinung, dass Menschen besonderes Interesse daran haben, die persönlichen Dispositionen, also überdauernde charakteristische Merkmale, wie Persönlichkeitsmerkmale, auszumachen, die das Verhalten von anderen Menschen erklären können (Jonas/Stroebe/Hewstone, 2014).

Heider unterscheidet internale und externale Ursachen bzw. Bedingungen. Eine internale Ursache bzw. Personenkräfte liegen vor, wenn die Ursache für das Verhalten in der Person selber liegt. Wenn beispielsweise eine Person auf der Straße einen anderen Menschen in sein Gesicht schlägt, dann geht man davon aus, dass diese Person vermutlich aggressiv ist und daher zugeschlagen hat. Außerdem unterscheidet Heider die Personenkräfte in einen Fähigkeitsfaktor, das Können und in einen motivationalen Faktor, das Wollen. Als externale Ursachen bzw. Situationskräfte bezeichnet man solche, die nicht in der handelnden Person selbst liegen, sondern in der Umgebung. Dazu zählen andere Menschen, Sachverhalte, Bedingungen, Sachzwänge und Weiteres (Kanning, 1999). In dem eben genannten Beispiel könnte eine externale Ursache die andere Person sein, die sie/ihn bewusst gereizt hat, bis keine andere Möglichkeit blieb, als sich körperlich zu wehren oder dass die andere Person vielleicht zuerst geschlagen hat, was aber nicht gesehen wurde.

Heider geht also davon aus, dass die Kombination aus Personenkräften mit Können und Wollen und den Situationskräften, zu welchen auch Glück und Zufall gehören, entscheidend dafür sind, wie beurteilt wird, ob eine Person eine Aufgabe erfolgreich erledigt hat (Bierbrauer, 1996).

Weiterhin wird bei der Unterscheidung von Ursachentypen die wahrgenommene Dauerhaftigkeit einer Ursache unterschieden. Von Stabilität spricht man, wenn die Ursache dauerhaft erscheint und immer die gleiche ist. Von Instabilität ist die Rede, wenn dasselbe Phänomen durch unterschiedliche Ursachen erklärt werden kann. Geht man in dem oben genannten Beispiel davon aus, dass die Person geschlagen hat, weil sie eine aggressive Person ist, dann wird diese Ursache der Stabilität zugeschrieben, weil ein solches Persönlichkeitsmerkmal nicht innerhalb kürzester Zeit verschwindet und so wird davon ausgegangen, dass dieses Phänomen erneut aus demselben Grund auftreten wird. Geht der Beobachter allerdings davon aus, dass die Person geschlagen hat, weil sie enorm gereizt wurde und einen stressigen Tag hinter sich hat oder weil sie selber körperlich angegriffen wurde, dann spricht man von Instabilität, weil anzunehmen ist, dass dieses Verhalten nicht unbedingt erneut auftreten wird. Die Differenzierung zwischen Stabilität und Instabilität bezieht sich demnach auf die Dauerhaftigkeit der durch einen Beobachter angenommenen Ursache für ein Phänomen. Beobachtende Personen nehmen oft den Akteur in einer Situation als alleinige Ursache für dessen Verhalten an und beachten dabei keine externalen Bedingungen, die die Handlungen beeinflussen können. So kann es zu Attributionsfehlern kommen, die später noch genauer erläutert werden (Kanning, 1999).

Häufig befinden wir uns in Situationen, in denen wir meinen, zu wissen, was als Nächstes passiert. Ein Beispiel dafür wäre das Warten an der Brottheke beim Einkaufen. Nach einiger Zeit wären Sie eigentlich an der Reihe, jedoch wird erst die Person neben ihnen bedient, die nach ihnen gekommen ist. Schnell stellt man sich dann die Frage, warum die Verkäuferin ausgerechnet Sie nicht bedient hat und eine andere Person vorgezogen hat. Vielleicht kann sie Sie nicht leiden, ist mit den vielen Kunden überfordert oder konnte sich einfach die Reihenfolge des Eintretens der Kunden nicht merken. Diese Frage und Fragen ähnlicher Art können nicht ohne Weiteres beantwortet werden, es bedarf Informationen über ähnliche Gegebenheiten. Führt das Verhalten einer Person in verschiedenen Situationen zu absolut unterschiedlichen Konsequenzen, dann ist es nicht möglich, etwas über die Absichtlichkeit dieses Verhaltens auszusagen. Heider bezeichnet das als „Multifinalität“ (Kanning, 1999, S.95). Im Gegensatz zu Multifinalität bedeutet die Äquifinalität, wie es schon im Wort selber liegt, dass ein Verhalten in unterschiedlichen Situationen zur gleichen Konsequenz führt (äquivalent). Nur dann kann richtigerweise eine Absicht in dem Verhalten attribuiert werden. Zudem gibt es neben der Äquifinalität noch eine weitere Bedingung, die erfüllt sein muss, um mit absoluter Sicherheit sagen zu können, dass eine Absicht in dem Verhalten einer Person vorliegt. Es muss sich bei dem Verhalten um internale Ursachen handeln, der Grund für eine Handlung muss also in der Person selber liegen und nicht in externalen Ursachen. In dem eben genannten Beispiel wäre eine externale Ursache hier ein Vorgesetzter, der die Verkäuferin dazu zwingt/nötigt, den einen speziellen Kunden als letztes zu bedienen. Diese zweite Bedingung nennt Heider „lokale Kausalität“ (Kanning, 1999, S.95). Sind beide Bedingungen erfüllt, dann kann die Absicht des Akteurs als Ursache für ein bestimmtes Phänomen gelten.

Jones und Davis stellten 1965 die Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen auf. Eine korrespondierende Schlussfolgerung meint, dass aus einem Verhalten Dispositionen geschlossen werden, weil Beobachter auf Absichten und Dispositionen schließen, die mit den charakteristischen Merkmalen des Verhaltens korrespondieren (Jonas/Stroebe/Hewstone, 2014). Die Theorie behandelt das häufig bestehende Problem, dass viele Menschen als Beobachter eher Informationen über Charakteristika oder Absichten einer Person zur Erklärung eines Ereignisses nehmen, als Informationen über die jeweilige Situation zu verwenden. Im Unterschied zur Erklärung des Verhaltens anderer Personen durch Charaktereigenschaften, die wir ihnen zuschreiben, erklärt der Mensch sein eigenes Verhalten häufig durch situative Gegebenheiten. „Der Mensch als „kognitiver Geizkragen“ präferiert zur Erklärung des Verhaltens anderer den personalen Faktor, weil die Zahl möglicher Umwelteinflüsse und Ursachen in einer gegebenen Situation unübersehbar groß sein kann, während die Handlungen eines Menschen, soweit dessen Einstellungen und Motive dem Beobachter bekannt sind, berechenbar erscheinen.“ (Fischer/Wiswede, 2009, S.260) Hierbei ist es häufig der Fall, dass, wenn die Motive nicht bekannt sind, der Beobachter zur Vereinfachung der Wahrnehmung anderen Menschen die passenden Motive unterstellt. Zur Kontrolle der Situation, was häufig ein Bedürfnis des Menschen ist, versprechen Informationen über Personen den größten Informationsgewinn. Jones und Davis gingen davon aus, dass die erste Frage, die sich ein Beobachter immer stellt, wenn er ein Verhalten einer anderen Person sieht, ist, ob der Handelnde das beobachtbare Ergebnis absichtlich herbeigeführt hat oder nicht. Nicht beabsichtigte Handlungen sind kaum/nicht berechenbar und daher stark vom Zufall bedingt. Normalerweise schließen Menschen auf eine spezifische Handlung einer Person, wenn sie ihre Intentionen oder Absichten kennen. Bei der Theorie der korrespondieren Schlussfolgerungen läuft das genau andersherum ab. Der Mensch schließt laut Jones und Davis von den beobachtbaren Effekten bzw. Handlungsergebnissen auf die Intention und Disposition bzw. Motivation des Handelnden. Dieser Prozess birgt ein großes Fehlerrisiko, da weder die Intention, noch die Disposition vom Beobachter offensichtlich zu erkennen sind. Trotzdem schreiben viele Menschen anderen Personen schon nach kurzer Beobachtung spezielle Charaktereigenschaften zu.

Die beobachtende Person muss drei Schritte durchführen, damit er auf die Dispositionen des Handelnden schließen kann.

Zunächst muss überprüft werden, ob der Handelnde die Intention gehabt hat, ein spezifisches Ergebnis zu erzielen. Dafür muss das Wissen darüber, dass die spezifische Handlung ein spezifisches Ergebnis auslöst und die Fähigkeit, diese Handlung durchzuführen, vorhanden sein. Als zweites muss geprüft werden, welche spezifischen Folgen/Effekte den Handelnden zu seiner Handlung veranlasst haben. Dieser Schritt erfolgt über das nicht-gemeinsame Effekte-Prinzip. Je weniger gemeinsame ähnliche Effekte die Handlungsalternative hat, desto höher ist die Korrespondenz von Handlungsergebnissen und Dispositionen der Person. So ist es für den Beobachter also leichter, auf Dispositionen zu schließen. Zuletzt muss überprüft werden, ob sich andere nach der Meinung des Beobachters in derselben Situation ähnlich verhalten würden, also ob dem Handeln vielleicht normative Vorgaben (Rollen) zugrunde liegen. Jones und Davis sprechen bei diesem Effekt auch von sozialer Erwünschtheit und erklärten, dass sozial nicht konformes Verhalten, wie der körperliche Angriff einer anderen Person, leicht auf Dispositionen schließen lässt. Die meisten Menschen würden hier sofort auf eine aggressive Person schließen. Bei sozial erwünschtem Verhalten ist der Prozess der Zuschreibung von Dispositionen und Intentionen für den Beobachter deutlich schwieriger, ihm werden weniger Informationen geboten, da der Mensch sich „normal“/rollenkonform verhält (Fischer/Wiswede, 2009). Es fällt also leicht, von einem freundlichen Verhalten einer Person auf eine grundlegend freundliche Person zu schließen und somit in Zukunft auch ein freundliches Verhalten zu erwarten bzw. vorherzusagen (McLeod, 2012).

2.3 Kovariationsmodell nach Kelley

Harold Kelley stellte 1967 das Kovariationskonzept auf, welchem eine zentrale Bedeutung in der Attributionsforschung zukommt und an Heiders Überlegungen anknüpft. Bedeutsam bei dieser Theorie ist es, dass die Ursachenzuschreibung aufgrund von mehrfachen Beobachtungen geschieht. Der Mensch bezieht in seine Überlegungen Informationen aus vergangenen oder vergleichbaren Situationen ein und verfügt so über Vorwissen. Er nutzt bei der Attribution also nicht nur eine Beobachtung als Richtlinie. Geht man von einer Konfiguration aus, also einem kausalen Schema, dann liegen dem Beobachter nur wenige Information zur Ursachenzuschreibung vor, er ist nicht motiviert oder hat nicht ausreichend Zeit. Kelley geht allerdings davon aus, dass eine Kovariation besteht. D.h. es liegen zwischen einem beobachteten Effekt und seinen möglichen Ursachen umfassende Informationen zugrunde (Fischer/Wiswede, 2009). Die Kovariationstheorie „nimmt an, dass Beobachter kausale Schlüsse über Verhalten ziehen, indem sie Daten über vergleichbare Fälle sammeln. Als Verhaltensursache wird vom Beobachter diejenige Person, Entität oder Situation angesehen, die mit dem beobachteten Effekt kovariiert.“ (Jonas/Stroebe/Hewstone, 2014, S. 75) Durch das Entdecken einer Kovariation im menschlichen Verhalten kann man auf eine Ursache dieses Verhaltens schließen (Aronson/Wilson/Akert, 2014).

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Details

Titel
Attributionstheorien und Attributionsfehler beim Beurteilungsprozess. Wie können diese Fehler in der Praxis vermieden werden?
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V889134
ISBN (eBook)
9783346180421
ISBN (Buch)
9783346180438
Sprache
Deutsch
Schlagworte
attributionsfehler, attributionstheorien, beurteilungsprozess, fehler, praxis
Arbeit zitieren
Anna Laura Klues (Autor), 2018, Attributionstheorien und Attributionsfehler beim Beurteilungsprozess. Wie können diese Fehler in der Praxis vermieden werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/889134

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