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Die attische Volksherrschaft. Die Entstehung der Demokratie in der Polis Athen und ihre Gegner

Title: Die attische Volksherrschaft. Die Entstehung der Demokratie in der Polis Athen und ihre Gegner

Term Paper , 2020 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Engin Gök (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Arbeit rekonstruiert die Genese neuer Herrschaftsstrukturen in der Polis Athen und legt dabei ihren Fokus auf die Gegner dieser Bewegungen. Die Bürgerschaft Athens beschloss sowohl bei inneren Konflikten, als auch bei externen Angelegenheiten, Entscheidungen in Bezug auf das zukünftige Handeln der Stadt nicht mehr dem Willen eines Einzelnen oder einiger weniger zu überlassen. Vielmehr sollten diese einen unter Berücksichtigung der Interessen aller (männlichen) Bürger Athens entstandenen Konsens zum Wohle aller darstellen.

Beginnend mit den Krisenzeiten auf der attischen Halbinsel, zeigt die Arbeit die zeitgenössischen Argumente der Gegner der "demokratia" auf. Anschließend wird beurteilt, inwieweit antike Philosophen und Staatstheoretiker, wie z.B. Platon oder Aristoteles mit ihrer Kritik an der attischen Volksherrschaft Recht hatten bzw. im Hinblick auf die wesentlichen Merkmale demokratisch organisierter Gesellschaften weiterhin Recht haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein hürdenreicher Weg zur Volksherrschaft

2.1 Krisenhafte Zeiten auf der attischen Halbinsel

2.2 Die Reformen von Solon

2.3 Ein Tyrannenmord als Geburtsstunde der Demokratie

2.4 Die Herrschaft des Volkes setzt sich durch

3. Der Zweifel der Philosophen am Mehrheitswillen

3.1 Platon aus Athen (427-347 v. Chr.)

3.1.1 Biographischer Kontext

3.1.2 Die unersättliche Gier des Menschen

3.2 Aristoteles von Stageira (384-322 v. Chr.)

3.2.1 Biographischer Kontext

3.2.2 Auf die Absicht kommt es an

4. Ist die Kritik der Philosophen berechtigt?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung der attischen Demokratie und setzt diese in Bezug zu den zeitgenössischen kritischen Reflexionen bedeutender antiker Philosophen. Das zentrale Ziel ist es, die Entwicklung der athenischen Volksherrschaft zu rekonstruieren und kritisch zu beurteilen, inwieweit die Einwände von Denkern wie Platon und Aristoteles in Bezug auf die Anfälligkeit demokratischer Systeme für Manipulation und Populismus Bestand haben.

  • Genese und Entwicklung der athenischen Demokratie im 5. Jahrhundert v. Chr.
  • Politische Reformen und der Weg zur politischen Partizipation in Athen.
  • Kritische Analyse der Demokratie durch Platon und Aristoteles.
  • Verhältnis zwischen Freiheit, Mehrheitsentscheidungen und dem Risiko der Demagogie.
  • Übertragbarkeit antiker Erkenntnisse auf moderne demokratische Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die unersättliche Gier des Menschen

In seinem dialogförmigen Werk πολιτεία (Der Staat) beschäftigt sich Platon mit der Frage der Gerechtigkeit, indem er sieben Personen, unter denen sich auch Sokrates befindet, über sowohl diverse real existierende, als auch utopische Formen des Zusammenlebens von Menschen diskutieren lässt. Dabei findet primär im achten Buch eine Klassifizierung von unterschiedlichen Verfassungen in „gerecht“ und „ungerecht“ statt, wobei hier die Gerechtigkeit „nicht länger als individuelle Tugend, sondern als unverzichtbares Konstitutionsprinzip einer wohlgeordneten Polis begriffen“ 21 wird. Während die Timokratie (kretische bzw. lakonische Verfassung), Oligarchie, Demokratie und die Tyrannis als „entartete“ Staatsformen beschrieben werden, wird die auf einer „Herrschaft der Gebildeten“ basierende gemäßigte Aristokratie bzw. konstitutionelle Monarchie als die beste Verfassung bezeichnet.22 Die demokratische Ordnung sei dabei eine Folge der Verarmung des Volkes, die aus der Unersättlichkeit des Verlangens der Oligarchen nach Reichtum resultiere und aufgrund der übersteigerten Freiheit unabdingbar zu einer Tyrannis führe, weil zur Beseitigung der durch die Vielfalt der Meinungen und der Gleichgültigkeit gegen alles andere entstandene Unordnung eine ordnende Hand gebraucht werde, die wiederum unweigerlich den Weg zu einer Aristokratie bzw. Monarchie ebne.

„SOKRATES. Eine Demokratie also entsteht, denke ich, dann, wenn die Armen, zum Siege gelangt, von den Gegnern einen Teil hinrichten, einen anderen verbannen, mit den übrigen aber die Verwaltung des Staates und der Ämter in voller Gleichstellung teilen und die Obrigkeiten zum überwiegenden Teil durchs Los bestimmen lassen.“23

Die Herrschaft des Volkes bedeutete also für Platon eine Herrschaft der Ungebildeten, die aufgrund ihrer mangelhaften Erziehung mehrheitlich nicht in der Lage seien – wie etwa ein Aristokrat – tugendhaft zu denken und gerecht zu handeln. Aus diesem Grund drohe in einer Demokratie permanent die Gefahr, dass die Mehrheit lediglich von einigen rhetorisch begabten Demagogen, die zur Realisierung ihrer eigenen Ziele die Macht der Masse missbrauchen, verführt und in eine falsche Richtung gelenkt werden könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung von Herrschaftsformen ein und definiert das Forschungsziel, die Genese der athenischen Demokratie sowie die Kritik antiker Philosophen an ihr zu untersuchen.

2. Ein hürdenreicher Weg zur Volksherrschaft: Dieser Abschnitt rekonstruiert die schrittweise Entwicklung der athenischen Demokratie von den solonischen Reformen bis zur radikalen Ausformung unter Perikles.

3. Der Zweifel der Philosophen am Mehrheitswillen: Hier werden die biografischen Hintergründe und staatstheoretischen Positionen von Platon und Aristoteles analysiert, die beide die Demokratie als problematische Staatsform betrachteten.

4. Ist die Kritik der Philosophen berechtigt?: Dieses Kapitel setzt die philosophische Kritik in den historischen Kontext der krisengeschüttelten athenischen Politik und prüft die Validität der Argumente bezüglich manipulierbarer Massen und Demagogie.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Demokratie ein langwieriger Anpassungsprozess war und unterstreicht die Notwendigkeit von politischer Teilhabe und Verantwortung, um Entartungen in Tyranneien zu verhindern.

Schlüsselwörter

Athenische Demokratie, Platon, Aristoteles, Staatsformen, Politische Partizipation, Mehrheitswille, Demagogie, Solon, Kleisthenes, Perikles, Tyrannei, Timokratie, Polis, Gerechtigkeit, Politische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entstehungsgeschichte der ersten Demokratie im antiken Athen und stellt diese der fundamentalen Kritik durch bedeutende antike Philosophen gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Geschichte Athens, den Verfassungsreformen der Antike und der philosophischen Auseinandersetzung mit der Staatsform der Demokratie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Genese der attischen Demokratie nachzuvollziehen und zu analysieren, ob die Bedenken antiker Theoretiker hinsichtlich der Stabilität und Gefahren einer Volksherrschaft sachlich gerechtfertigt waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode verwendet, die durch eine detaillierte Rekonstruktion politischer Ereignisse und eine Textanalyse philosophischer Hauptwerke gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Rekonstruktion des athenischen Weges zur Demokratie sowie in eine tiefgehende Untersuchung der Kritik Platons und Aristoteles an dieser Herrschaftsform.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Demokratie, Polis, Platon, Aristoteles, Demagogie, Partizipation und die attische Verfassungsgeschichte.

Welche Rolle spielt der Begriff der „unersättlichen Gier“ bei Platon?

Platon nutzt diesen Begriff, um die sozioökonomischen Ursachen für den Zerfall der Demokratie zu beschreiben, wobei er argumentiert, dass aus einer maßlosen Freiheit zwangsläufig eine Unordnung entsteht, die den Weg zur Tyrannei ebnet.

Wie bewertet Aristoteles das demokratische Prinzip der Freiheit?

Obwohl Aristoteles die Freiheit als konstitutives Merkmal der Demokratie anerkennt, bewertet er die unkontrollierte Volksherrschaft kritisch, da er fürchtet, dass das ungebildete Volk leicht durch Demagogen manipuliert werden kann.

Warum war das Scherbengericht (Ostrakismos) ein wichtiger Schritt für die athenische Demokratie?

Es diente als Schutzmechanismus gegen Einzelpersonen, die durch rhetorische Überlegenheit oder zu großen Einfluss eine Alleinherrschaft (Tyrannei) anstrebten, indem sie für zehn Jahre verbannt werden konnten.

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Details

Title
Die attische Volksherrschaft. Die Entstehung der Demokratie in der Polis Athen und ihre Gegner
College
University of Cologne  (Historisches Institut - Abteilung für Alte Geschichte)
Course
Demokratie in der griechischen Antike
Grade
2,0
Author
Engin Gök (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V889253
ISBN (eBook)
9783346220332
ISBN (Book)
9783346220349
Language
German
Tags
Demokratie Antike Athen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Engin Gök (Author), 2020, Die attische Volksherrschaft. Die Entstehung der Demokratie in der Polis Athen und ihre Gegner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/889253
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