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Der Sameneintrag durch Fledermäuse auf Hangrutschungen in einem Bergregenwald in Südecuador

Title: Der Sameneintrag durch Fledermäuse auf Hangrutschungen in einem Bergregenwald in Südecuador

Diploma Thesis , 2003 , 78 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Biol. André Lindner (Author)

Biology - Ecology
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Ein Großteil der bisher veröffentlichten Arbeiten über Samenausbreitung durch frugivore Fledermäuse wurde im Tiefland angefertigt, mit dem Ergebnis der außerordentlichen Wichtigkeit dieser Ausbreitergruppe für die Regeneration des Waldes und die Wiederbesiedlung gestörter Flächen.

Der Fragestellung, welche Rolle der Sameneintrag durch frugivore Fledermäuse auf Hangrutschungen in einem tropischen Bergregenwald spielt, wurde im Rahmen des DFG-Projekts „Ökosystemare Kenngrößen tropischer Bergregenwälder“ nachgegangen. Die Feldarbeit wurde im Südosten Ecuadors auf dem an der nördlichen Grenze des Nationalparks „Podocarpus“ gelegenen Gelände der „Estación Cientifica San Francisco“ durchgeführt.

Fledermäuse tragen mehr Samen und mehr Arten auf den für die Bergregenwälder typischen Hangrutschungen ein als Vögel.
Um den Sameneintrag durch Vögel und Fledermäuse zu messen, wurden insgesamt 128 Samenfallen konstruiert und im Gelände auf einer Höhe zwischen ca. 1800m NN und 1900m NN ausgebracht, 118 davon wurden auf zwei Hangrutschungen platziert und die verbleibenden zehn Stück auf einem Wegabschnitt im Wald. Mit dieser Methode konnten 3312 Samen aus mindestens 13 Pflanzenfamilien aus dem durch Fledermäuse und Vögel verursachten Samenregen isoliert werden. Dieser Sameneintrag war auf der Wegfläche am höchsten (drei Samen pro Quadratmeter und Tag), gefolgt vom Eintrag auf den Hangrutschungen (0,67 bzw. 0,04 Samen pro Quadratmeter und Tag). Anhand des Musters der gesammelten Kotproben konnte festgestellt werden, dass sich Vögel mehr am Rand der Rutschungen bewegen, während Fledermäuse diese regelmäßig überqueren. Auf allen Flächen tragen frugivore Fledermäuse mehr Samen aus einem größeren Artenspektrum ein, als frugi- und omnivore Vögel.

Der Anteil der Anzahl der allein durch Fledermäuse eingetragenen Samen bewegt sich je nach Untersuchungsfläche zwischen 62,5% und 90,6%. Der als chiropterochor nachgewiesene Eintrag setzt sich aus 27 verschiedenen Samenmorphotypen zusammen. Anhand verschiedener Schätzmethoden sind somit zwischen 40% und 71% aus dem tatsächlich durch Fledermäuse verursachten Samenregen empirisch nachgewiesen worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

I. Einleitung

II. Material und Methoden

1. Untersuchungsgebiet

2. Klimafaktoren

3. Untersuchungszeitraum

4. Feldmethoden

4.1. Samenfallen und Untersuchungsflächen

4.2. Kartierung potentieller Fledermaus-Futterpflanzen an ausgesuchten Standorten

4.3. Fledermausfang

4.4. Vogelbeobachtungen

5. Statistische Auswertung

III. Ergebnisse

1. Der zoochore Sameneintrag

1.1. Die Untersuchungsflächen

1.2. Der Sameneintrag durch Fledermäuse

1.3. Der Sameneintrag durch Vögel

2. Vegetation und Vegetationsstruktur auf den Untersuchungsflächen

2.1. Der „Orchideen-Hang“

2.2. Die Queprada-Rutschung

3. Die Samenbank des „Orchideen-Hanges“

4. Die Dichte potentieller Fledermaus-Futterpflanzen an ausgesuchten Standorten

5. Ergebnisse des Fledermausfanges

5.1. Das Nahrungsspektrum frugivorer Fledermäuse

5.2. Weitere Beobachtungen

6. Aspekte frugivorer Vögel auf den Untersuchungsflächen

IV. Diskussion

1. Die Rolle des Sameneintrages durch frugivore Fledermäuse auf Hangrutschungen

2. Etablierung der eingetragenen Samen auf Hangrutschungen

3. Das räumlich gehäufte Auftreten fledermausverbreiteter Pflanzen

4. Nahrungsselektion der frugivoren Fledermausarten

5. Die Problematik der Methode

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle frugivorer Fledermäuse bei der Samenausbreitung und der natürlichen Wiederbesiedlung von Hangrutschungen im Bergregenwald von Südecuador. Zentral ist die Frage, inwieweit diese Tiere zur Regeneration gestörter Flächen beitragen und wie sich ihr Sameneintrag von dem frugivorer Vögel unterscheidet.

  • Sameneintrag durch Fledermäuse im Vergleich zu Vögeln
  • Regenerationspotenzial von Hangrutschungen
  • Vegetationsstruktur und Samenbanken auf gestörten Flächen
  • Nahrungsökologie frugivorer Fledermausarten
  • Bedeutung von Fledermaus-Pflanzen-Interaktionen für die Waldregeneration

Auszug aus dem Buch

1. Die Rolle des Sameneintrags durch frugivore Fledermäuse auf Hangrutschungen

Der Einfluß von Fledermäusen und Vögeln auf den sekundären, sukzessionalen Prozeß ist fundamental für die Entwicklung der Vegetation (MEDELLIN & GAONA 1999). Der Hauptanteil des Sameneintrages auf gestörten Arealen wird durch Vögel und Fledermäuse gewährleistet (CHARLES-DOMINIQUE 1986). Das bestätigen auch die Ergebnisse in der vorliegenden Arbeit, wobei die Fledermäuse hier die größere Rolle zu spielen scheinen.

Der Sameneintrag durch Fledermäuse auf allen Untersuchungsflächen ist höher als jener der Vögel. Durch MEDELLIN & GAONA (1999) wurde ein gleiches Ergebnis in Mexico, ebenfalls für gestörte, offene Areale herausgestellt. Die gleichen Autoren beschreiben ebenfalls, daß der durch Fledermäuse verursachte Samenregen mehr Arten umfaßt, als der der Vögel. Ein ähnliches Ergebnis kann mit der vorliegenden Arbeit auch für den Bergregenwald vorgelegt werden. Trotzdem läßt sich dieses Phänomen nicht verallgemeinern, MARTINEZ-GARZA & GONZALES-MONTAGUT (2002) veröffenlichten in ihrer Arbeit, daß Vögel den höher diversen Samenschatten besitzen.

Die Anzahl und Vielfalt der durch Fledermäuse eingetragenen Diasporen war auf der Wegfläche und dem Orchideenhang deutlich höher, als auf der Quebrada-Rutschung. Die Gründe dafür sind natürlich zum einen der kürzere Bearbeitungszeitraum, aber auch andere Faktoren können in Betracht gezogen werden, z.B. die Lage an einem Bachbett (quebrada). Die Fangerfolge für frugivore Fledermäuse in der betreffenen Quebrada waren nie sehr hoch (MATT persönliche Mitteilung), so daß das betreffende Areal womöglich selten besucht wird. Ein weiterer Grund könnte die Aktivität der betreffenden Rutschung darstellen, die Fläche stellte die jüngere der bearbeiteten Rutschungen dar und war auch nach Ende des Untersuchungszeitraumes wieder aktiv (MATT persönliche Mitteilung).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beschreibt die ökologische Relevanz von Bergregenwäldern, die Problematik der Landschaftsfragmentierung und Hangrutschungen sowie die Bedeutung frugivorer Fledermäuse für die Waldregeneration.

II. Material und Methoden: Erläutert das Untersuchungsgebiet in Südecuador, den Einsatz von Samenfallen, die Fledermausfangmethoden sowie die angewandten statistischen Analysen zur Auswertung der Sameneinträge und Nahrungspräferenzen.

III. Ergebnisse: Präsentiert die Daten zum Sameneintrag durch Tiere, die Vegetationsaufnahme der Rutschungsflächen, Analysen der Samenbank, die Dichte der Futterpflanzen und die spezifischen Ergebnisse der Fledermausfänge sowie Vogelbeobachtungen.

IV. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse hinsichtlich der Rolle von Fledermäusen bei der Sukzession, bewertet die Etablierungschancen auf Rutschungen, diskutiert das räumlich gehäufte Auftreten bestimmter Pflanzen und hinterfragt die angewandten Methoden.

Schlüsselwörter

Bergregenwald, Hangrutschungen, Samenausbreitung, Frugivore Fledermäuse, Chiropterochorie, Sukzession, Regeneration, Samenbank, Nahrungsspektrum, Ecuador, Phyllostomidae, Samenregen, Pionierpflanzen, Habitatnutzung, Biodiversität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie frugivore Fledermäuse durch den Eintrag von Samen zur Regeneration von durch Hangrutschungen gestörten Flächen im Bergregenwald beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Interaktion zwischen frugivoren Fledermäusen, der Samenausbreitung, dem Regenerationspotenzial von Sekundärflächen und dem Vergleich der ökologischen Nischen von Fledermäusen und Vögeln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle von Fledermäusen als Samenausbreiter im tropischen Bergland zu quantifizieren und deren Einfluss auf die Sukzession auf offenen, gestörten Flächen zu bewerten.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Es wurden Samenfallen zur Quantifizierung des Sameneintrags, Netzfänge zur Erfassung der Fledermausarten und Kotanalysen zur Bestimmung der gefressenen Pflanzensamen eingesetzt, ergänzt durch statistische Signifikanztests, Rarefaction-Analysen und Cluster-Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sameneintragsraten auf verschiedenen Untersuchungsflächen, die Analyse der Vegetation und Samenbanken auf den Rutschungen sowie die detaillierte Auswertung des Fledermausfangs und des Nahrungsspektrums der Tiere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bergregenwald, Hangrutschungen, Samenausbreitung, Frugivore Fledermäuse, Chiropterochorie und Regeneration.

Welche Rolle spielt die Samenbank auf den Rutschungen?

Die Untersuchung der Samenbank ergab, dass sie ein nur geringes Regenerationspotenzial aufweist, da sie im Vergleich zum beobachteten Samenregen sehr spärlich bestückt ist und primär von anemochoren Arten dominiert wird.

Wie unterscheidet sich der Sameneintrag durch Vögel von dem der Fledermäuse?

Fledermäuse tragen signifikant mehr Samen und eine größere Vielfalt an Arten auf die offenen Rutschungsflächen ein als Vögel, deren Aktivität sich stärker auf die Ränder der Rutschungen beschränkt.

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Details

Title
Der Sameneintrag durch Fledermäuse auf Hangrutschungen in einem Bergregenwald in Südecuador
College
University of Leipzig  (Institut für Biologie I)
Grade
1,0
Author
Dipl.-Biol. André Lindner (Author)
Publication Year
2003
Pages
78
Catalog Number
V88951
ISBN (eBook)
9783638036924
ISBN (Book)
9783638933568
Language
German
Tags
Sameneintrag Fledermäuse Hangrutschungen Bergregenwald Südecuador
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Biol. André Lindner (Author), 2003, Der Sameneintrag durch Fledermäuse auf Hangrutschungen in einem Bergregenwald in Südecuador, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88951
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