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Mädchen in sozialpädagogischen Betreuungseinrichtungen

Empfindungen, Hindernisse und Chancen bei einer Jugend außerhalb des Familienverbandes

Title: Mädchen in sozialpädagogischen Betreuungseinrichtungen

Diploma Thesis , 2007 , 184 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simone Strasser (Author)

Pedagogy - General
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Diplomarbeit: Wenn ich mit verschiedenen Menschen ins Gespräch über die Jugendarbeit bzw. über das „Betreute Wohnen“ komme, wissen die meisten nicht darüber bescheid, welches Ziel eine solche Institution verfolgt, noch haben sie zumeist anderes Hintergrundwissen.

Dennoch vermuten die meisten Menschen Jugendliche mit delinquenten, nicht gesellschaftsfähigen Verhaltensweisen als Klientel solcher Einrichtungen.

Diese Vorbehalte gegen junge Menschen, die zumeist eine sehr schwere Vergangenheit hinter sich haben, stören mich im hohen Ausmaß. Dennoch bin ich mir darüber bewusst, dass man nur durch Aufklärung eine erweiternde Sichtweise bei vielen Menschen in unserer Gesellschaft erreichen kann, was ich mit dieser Diplomarbeit versuchen möchte.

Wenngleich das „Betreute Wohnen“ in keiner Weise mit einer Heiminstitution in Vergleich gezogen werden kann, möchte ich mit dieser Arbeit die Vorbehalte der Gesellschaft nicht vollkommen von der Hand weisen, denn selbstverständlich zeigen manche Jugendliche in sozialpädagogischen Einrichtungen tatsächlich delinquentes bzw. abweichendes Verhalten auf.

Verwehren möchte ich mich jedoch gegen die Verallgemeinerung etlicher Vorurteile, weil diese den ohnehin vorbelasteten Jugendlichen weitere Benachteiligungen in Schule, Berufsausbildung und Gesellschaft bringen können.

Was ich mit dieser Arbeit also erreichen möchte ist es, ein Verständnis für die belastenden Lebensbiographien von vielen Jugendlichen in sozialpädagogischen Einrichtungen zu schaffen. Durch das Verständnis der Lebenslagen sollten etwaige Handlungen bzw. Lebensweisen der Jugendlichen verstehbar gemacht werden.
Anhand von sechs Mädchen aus dem „Betreuten Wohnen“, welche mir für mein Erkenntnisinteresse ausführliche Interviews schenkten, sollte das Vorurteil aus der Welt geschaffen werden, dass es sich bei Jugendlichen in sozialpädagogischen Einrichtungen um motivationslose, verhaltensauffällige, unangepasste junge Menschen handelt.

Vom kompletten Gegenteil wird – so hoffe ich, der empirische Teil überzeugen.
Die Lebensumstände vor dem Einzug in die Einrichtung sollten von großer Bedeutung werden, da ich in dieser Arbeit auf die Empfindungen der Mädchen vor und nach dem Auszug aus dem Elternhaus großen Wert gelegt habe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weibliche Adoleszente

2.1 Die Pubertät

2.2 Begriffsklärung: Adoleszenz

2.2.1 Mögliche Periodisierung der Adoleszenz

2.3 Sozialisationsinstanzen und geschlechtsspezifische Sozialisation

2.4 Ursachen von Konflikten mit Erwachsenen in der Adoleszenz

2.5 Problembereiche von Mädchen in der Adoleszenz

2.6 Die Bedeutung der „Peer Group

2.7 Resümee

3. Familie

3.1 Die Bedeutung der Familie

3.1.1 Die Bedeutung der Mutter für Mädchen

3.1.2 Die Bedeutung des Vaters für Mädchen

3.1.3 Die Bedeutung der Geschwister

3.1.4 Scheidungskinder

3.1.5 Zwischenresümee

3.2 Familiäre Gewalt

3.2.1 Formen von Gewalt

3.2.1.1 Psychische (seelische) Misshandlung

3.2.1.2 Körperliche (physische) Misshandlung

3.2.1.3 Sexueller Missbrauch

3.2.2 Mögliche Reaktionen auf Störungen in der Familiendynamik

3.3 Resümee

4. Außerfamiliäres Wohnen

4.1 Herkunftsfamilien und Problembereiche der Betroffenen

4.2 Bringt eine institutionelle Betreuung auch Chancen mit sich?

4.3 Jugendsozialarbeit

4.4 Resümee

5. Außerfamiliäre soziale Hürden von Jugendlichen

5.1 Schule

5.2 Berufsausbildung

5.3 Gesellschaft

5.4 Zukunftsaussichten für junge Menschen der heutigen Zeit

5.5 Resümee

6. Die Institution LSB- Netzwerk

6.1 Kurzer Einblick in die Entwicklungsgeschichte des „betreuten Jugendwohnens“

6.2 Beschreibung der Institution LSB- Netzwerk

6.3 Entwicklungsgeschichte

6.4 Tätigkeitsfelder und Größe der Institution

6.5 Mitarbeiter

6.6 Wichtigste Kooperations- und Bündnispartner

6.7 Zielgruppe und Aufnahmekriterien für das „Betreute Wohnen“

6.8 Das Arbeitsfeld im „Betreuten Wohnen“

6.9 Regeln und Pflichten der Jugendlichen

7. Forschungsmethodische Anlage

7.1 Forschungsfragen

7.2 Methodische Vorgehensweise

7.3 Die qualitative Forschungsmethode

7.3.1 Das narrative Interview

7.4 Stichprobe

8. Datenerhebung und Auswertung

8.1 Biographische Angaben zu den Interviewpartnerinnen

8.2 Kindheits-Erfahrungen

8.3 Empfindung des Abstandes zum Elternhaus

8.4 Vorbildwirkung der Eltern

8.5 Schule und Ausbildung

8.6 Peer Group

8.7 Akzeptanz und Befinden in der Einrichtung

8.8 Weitere soziale Hürden der Mädchen

8.9 Zukunftspläne

8.10 Empfindungen beim Gedanken an Auszug

9. Interpretation und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Lebenslagen, Empfindungen und Hürden von Mädchen in sozialpädagogischen Betreuungseinrichtungen. Ziel ist es, Vorurteile gegenüber diesen Jugendlichen abzubauen und ein tieferes Verständnis für ihre biographischen Hintergründe, insbesondere im Kontext von familiärer Gewalt und Ablösungsprozessen, zu schaffen.

  • Weibliche Adoleszenz und Sozialisationsbedingungen
  • Die Rolle der Familie und familiäre Gewalt als Ursache für institutionelle Betreuung
  • Möglichkeiten und Chancen des "Betreuten Wohnens"
  • Erfahrungen und Zukunftsperspektiven junger Frauen aus sozialpädagogischen Einrichtungen
  • Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorurteilen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Bedeutung des Vaters für Mädchen

Die „Vaterlosigkeit“ (Aigner, 2005, S. 94) ist kein neues Thema und beschäftigt die Pädagogik und Psychologie schon seit Jahrzehnten. Es wird nun versucht nach möglichen Ursachen dieses „Booms“ zu forschen (Scheidungsziffern, Niedergang väterlicher Obhut und Fürsorge etc.)

Auch in den Humanwissenschaften wurde die enorm wichtige Rolle des Vaters lange Zeit verleugnet bzw. unterschätzt, denn alleine die Mutter kam stets als überragendes Wesen hervor. Im besten Fall erschien der Vater in der Literatur dann, wenn sich das Kind von der Mutter zu lösen beginnt. (vgl. Aigner, 2005, S. 94)

Dabei kann das Fehlen eines Vaters gravierende Folgen für eine gelungene Zukunft der Nachkommen bedeuten: In der Psychotherapie kommt die Sehnsucht nach einem Vater, die Verletzung darüber zu wenig Anerkennung und Liebe vor ihm bekommen zu haben, als auch eine etwaige Angst vor ihm, häufig zum Ausdruck. Viele Patienten bekunden, dass ihnen eine gewaltsame Begegnung mit dem Vater lieber gewesen ist, als gar keine zu haben. Schon alleine aus den bereits genannten Gründen ist es unerklärlich, wie die physische und psychische Präsenz des Vaters so lange übersehen werden konnte. (vgl. Aigner, 2005, S. 95)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie das Ziel der Diplomarbeit dar, ein Verständnis für die Lebensbiographien von Mädchen in sozialpädagogischen Einrichtungen zu schaffen.

2. Weibliche Adoleszente: Dieses Kapitel definiert die Entwicklungsphase der Adoleszenz, ihre Periodisierung sowie die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen und der Peer Group für junge Mädchen.

3. Familie: Hier werden die Familie als primäre Sozialisationsinstanz, die Bedeutung einzelner Familienmitglieder sowie die Auswirkungen von familiärer Gewalt auf Kinder und Jugendliche thematisiert.

4. Außerfamiliäres Wohnen: Der Fokus liegt auf den Hintergründen für den Auszug aus dem Elternhaus und der institutionellen Betreuung sowie der Rolle der Jugendsozialarbeit.

5. Außerfamiliäre soziale Hürden von Jugendlichen: Dieses Kapitel beleuchtet externe Herausforderungen wie das Schulsystem, die Berufsausbildung und gesellschaftliche Einflüsse auf die Zukunftsaussichten.

6. Die Institution LSB- Netzwerk: Es erfolgt eine detaillierte Vorstellung der konkreten Institution sowie der Konzeption des „Betreuten Wohnens“ und der Regeln für die Jugendlichen.

7. Forschungsmethodische Anlage: Die Autorin erläutert ihr methodisches Vorgehen, insbesondere die Wahl des narrativen Interviews für die qualitative Befragung der sechs Mädchen.

8. Datenerhebung und Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Interviews, unterteilt in Themenbereiche wie Kindheitserfahrungen, Vorbildwirkung und Zukunftspläne.

9. Interpretation und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Reflexion der Autorin und einer Zusammenführung der gewonnenen Erkenntnisse ab, ergänzt durch einen Appell an Gesellschaft und Fachkräfte.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Sozialisation, Familie, Familiäre Gewalt, Betreutes Wohnen, LSB-Netzwerk, Mädchen, Narrative Interviews, Identitätsbildung, Jugendsozialarbeit, Ablösungsprozess, Lebensbiographie, Erziehungshilfe, Vorurteile, Ressourcenorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit den Lebensbedingungen und dem Befinden von Mädchen, die aufgrund schwieriger familiärer Verhältnisse in einer sozialpädagogischen Einrichtung leben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die weibliche Adoleszenz, die Bedeutung des familiären Umfelds, die Auswirkungen von Gewalt, die institutionelle Betreuung sowie die Zukunftsperspektiven der betroffenen Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die individuellen Lebensbiographien dieser Mädchen zu schaffen und mit Vorurteilen aufzuräumen, die sie als "Problemfälle" stigmatisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Forschungsmethode angewandt, wobei die Autorin das narrative Interview nutzt, um die persönlichen Erfahrungen und Empfindungen der sechs befragten Mädchen zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil über Sozialisation und Familie sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviewergebnisse zu Kindheit, Schulzeit, Peer-Groups und Zukunftsplänen interpretiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adoleszenz, Betreutes Wohnen, Sozialisation, familiäre Gewalt und Identitätsbildung charakterisieren.

Welchen Einfluss hat der Stiefvater auf die Mädchen?

Die Studie zeigt, dass der Stiefvater bei vielen Mädchen eine sehr negative Rolle einnimmt, häufig mit aggressiven Verhaltensweisen assoziiert wird und die Beziehung zur Mutter sowie das Vertrauensverhältnis zu Männern nachhaltig belastet.

Wie bewerten die Mädchen das "Betreute Wohnen"?

Die meisten Mädchen bewerten das Betreute Wohnen positiv; sie schätzen die neu gewonnene Selbstständigkeit, den sicheren Rahmen und die Unterstützung durch das Fachpersonal, auch wenn sie den Aufenthalt teils als notwendiges Übel aufgrund ihrer familiären Situation sehen.

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Details

Title
Mädchen in sozialpädagogischen Betreuungseinrichtungen
Subtitle
Empfindungen, Hindernisse und Chancen bei einer Jugend außerhalb des Familienverbandes
College
University of Sheffield
Grade
1,0
Author
Simone Strasser (Author)
Publication Year
2007
Pages
184
Catalog Number
V88976
ISBN (eBook)
9783638041881
ISBN (Book)
9783638939836
Language
German
Tags
Mädchen Betreuungseinrichtungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Strasser (Author), 2007, Mädchen in sozialpädagogischen Betreuungseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88976
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