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"Tod und Trauer" als Thema im Grundschulunterricht?

Didaktische Überlegungen zum Thema "Tod und Trauer" und Analyse des Bilderbuches „Abschied von Rune“

Titel: "Tod und Trauer" als Thema im Grundschulunterricht?

Examensarbeit , 2006 , 88 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Marcel Stempel (Autor:in)

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema „Tod und Trauer“ beinhaltet Grundfragen der menschlichen Existenz, die im Laufe der Geschichte an Aktualität und Brisanz nicht verloren haben.

Seit einigen Jahren scheint die öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Thema sogar noch bedeutsamer geworden zu sein. Fernsehsendungen, Bücher, Ausstellungen, die Hospiz- und Lebenshausbewegung und zahlreiche andere Beispiele zeugen davon.

Und dennoch lässt sich in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema „Tod und Trauer“ oft eine allgemeine Sprachlosigkeit feststellen.

Diese Sprachlosigkeit verstärkt sich, wenn es darum geht, mit Kindern über dieses Thema zu sprechen.

Noch immer denken viele Erwachsene, dass „Tod und Sterben“ Kinder nicht interessieren, „dass sie noch zu klein oder vielleicht auch zu >unschuldig< sind und dass sie von solchen schweren Themen verschont bleiben sollen – frei nach dem Motto: „Das Leben ist später noch hart genug“.

Die oft geäußerte Meinung Erwachsener, Kinder seien noch zu jung, um sich mit solch einer Thematik zu befassen und möglichst in einer heilen Welt aufwachsen, die von Tod und Sterben weitgehend unberührt bleibt, zeugt nicht nur von einer falschen Einschätzung der Kinder, sondern verkennt auch die Realität.

Schon kleine Kinder werden heute mit dem Thema Tod in den Medien, in der Familie und in der Gesellschaft konfrontiert. Sie trauern nach einem Todesfall genau wie Erwachsene.

Doch wie können Erwachsene auf Fragen der Kinder, bezüglich Sterben und Tod, angemessen reagieren? Was können sie den Kindern antworten, teilweise verbunden mit eigener Ratlosigkeit und Unsicherheit? Sollten Kinder ein Mindestalter erreicht haben, um über das Thema sprechen zu können?

Welche Vorerfahrungen haben die Kinder mit dem Thema schon gemacht?
Welche Vorstellung hat ein Kind vom Tod.

Wie können Erwachsenen die Kinder in einer Trauersituation begleiten?
Die folgenden Arbeit soll der immer noch vorherrschenden gesellschaftlichen Tabuisierung entgegenwirken, indem sie wichtige thematische Aspekte hervorhebt und darstellt, zum einen die Schwierigkeit und Schwere der Thematik offen legt, zum anderen aber auch die Möglichkeiten zur Auseinandersetzung für Erzieher und Lehrer im Umgang mit Kindern hervorhebt.

Das erste Kapitel „ Der Tod“ soll zunächst ein Basiswissen schaffen, indem auf verschiedene Sichtweisen, gesellschaftliche Erfahrungen und verschiedene kindliche Todeskonzepte der einzelnen Altersstufen eingegangen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Tod

1.0 Sterben und Tod – was ist das?

1.1 Ein Tabuthema in unserer Gesellschaft

1.2 Kindliche Erfahrungen mit Sterben und Tod

1.2.1 Sterben, Tod und Vergänglichkeit in der kindlichen Lebenswelt

1.2.2 Sterben und Tod in den Medien im Erleben des Kindes

1.2.3 Sterben und Tod eines Tieres im Erleben des Kindes

1.2.4 Sterben und Tod eines Verwandten im Erleben des Kindes

1.2.5 Sterben und Tod eines Freundes im Erleben des Kindes

1.2.6 Sterben und Tod von Geschwistern im Erleben des Kindes

1.3 Das kindliche Todeskonzept in den einzelnen Alterstufen

1.3.1 Kleinkinder unter drei Jahren

1.3.2 Kindergartenkinder zwischen drei und fünf Jahren

1.3.3 Grundschulkinder zwischen sechs und neun Jahren

1.3.4 Schulkinder zwischen zehn und vierzehn Jahren

1.3.5 Jugendliche

2 Die Trauer

2.0 Die Trauer - Was ist das?

2.0 Definition und Funktion der Trauer

2.1 Die Phasen der Trauer

2.1.1 Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens

2.1.2 Die Phase der aufbrechenden Emotion

2.1.3 Die Phase des Suchens und Sich-Trennens

2.1.4 Die Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

2.2 Ausdruck kindlicher Trauer

2.2.1 Freude und Trauer

2.2.2 Gefühlschaos

2.2.3 Nicht-Wahrhaben-Wollen

2.2.4 Schuldgefühle

2.2.5 Wut und Zorn

2.2.6 Angst

2.2.7 Nachahmung

2.3 Die Begleitung des Kindes in seiner Trauer

2.3.1 Aufmerksame, einfühlsame und sensible Begleitung

2.3.2 Vorbereitung

2.3.3 Klare Antworten

2.3.4 Gemeinschaft

2.3.5 Rituale

2.3.6 Symbole der Erinnerung

2.3.7 Orientierung, Stabilität und Kontinuität

3 Das Bilderbuch

3.0 Kategorisierung des Bilderbuches

3.0 Funktionen des Bilderbuches

3.1 Tod in der Kinderliteratur

3.2 Können Bilderbücher dem trauernden Kind helfen?

4 Analyse des Bilderbuches „Abschied von Rune“ von Wenche Øyen und Marit Kaldhol

Informationen zur Autorin und Illustratorin

4.0 Inhaltliche Analyse

4.0.1 Inhaltsangabe

4.0.2 Realitäts- und Problemgehalt

4.1 Stilanalyse

4.1.1 Äußere Aufmachung

4.1.2 Bildanalyse

4.1.3 Sprache

4.1.4 Adressatenbezug

4.2 Didaktisch-methodische Fragestellung

4.3 Fazit

5 Didaktische Überlegungen

5.0 Fächerübergreifende Möglichkeiten des Themas

5.0.1 Eine Projektarbeit zum Thema „Tod und Sterben“

5.1 Durchführung eines Elternabends

6 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die didaktischen Möglichkeiten, das existenziell bedeutsame und gesellschaftlich oft tabuisierte Thema „Tod und Trauer“ im Grundschulunterricht zu behandeln. Zentrales Ziel ist es, Lehrkräften Hilfestellungen zu bieten, wie sie Kinder in Trauersituationen einfühlsam begleiten und durch den gezielten Einsatz geeigneter Medien – insbesondere des Bilderbuches „Abschied von Rune“ – bei der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod unterstützen können.

  • Grundlagen des kindlichen Todeskonzepts in verschiedenen Entwicklungsstufen
  • Definition, Phasen und Ausdrucksformen kindlicher Trauer
  • Die Rolle des Bilderbuches als Medium zur Trauerbewältigung
  • Didaktisch-methodische Analysen und fächerübergreifende Unterrichtsmodelle
  • Praktische Hinweise für die Kommunikation mit Kindern und die Durchführung von Elternabenden

Auszug aus dem Buch

1.2.6 Sterben und Tod von Geschwistern im Erleben des Kindes

Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, die über viele Jahre sterbende Kinder begleitet und mit ihnen gearbeitet hat, behauptet, „daß nicht die sterbenden Erwachsenen, nicht die sterbenden Kinder und nicht die Eltern von sterbenden Kindern die vernachlässigste Gruppe von Menschen sind, sondern die Geschwister von sterbenden Kindern.“60 Wie dies zu verstehen ist, möchte ich im Folgenden erläutern.

Liegt ein krankes oder sterbendes Kind im Krankenhaus, so ist es nur verständlich, dass die Eltern versuchen, die meiste Zeit bei ihm zu sein. Sie schenken dem kranken Kind in dieser Zeit ihre ganze Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe. Hat das sterbende Kind noch Geschwister, so müssen diese ihre Eltern, in der ohnehin schon schweren Zeit, entbehren. In der Regel gibt es jemanden aus dem näheren Umfeld der Familie, der das Geschwisterkind oder die Geschwisterkinder61 zu Hause mit dem Nötigsten versorgt. In den seltensten Fällen jedoch wagt jemand mit dem Kind über die Situation und den Zustand des kranken Geschwisterkindes zu sprechen, seine Fragen zu beantworten, seine Trauer und Sorgen aufzufangen und ihm viele Ängste zu nehmen.62

Sind die Eltern einmal zu Hause, sind sie meist so mit ihrer eigenen Trauer, Hilflosigkeit, Angst und Ohnmacht beschäftigt, dass es ihnen kaum gelingt, sich dem Kummer des gesunden Kindes zu widmen. Als Ausweg aus dieser bedrängenden Situation, versuchen Eltern oft ihre wahren Gefühle so zu überspielen, dass dem Kind jede Möglichkeit genommen wird, über seine Sorgen und Ängste zu sprechen. „Niemand wagt, mit dem anderen zu weinen.“63

Auch nachdem das Geschwisterkind gestorben ist, ändert sich an der Situation zu Hause wenig. Die Eltern sind zwar nun wieder öfter zuhause, jedoch die meiste Zeit in ihrer Trauer und ihrem Leid versunken. Das Kind muss so nicht nur die Trauer und die Sorgen um den Tod des Geschwisterkindes ertragen, sondern zusätzlich auch das veränderte und befremdlich wirkende Verhalten der Eltern und Angehörigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Tod: Dieses Kapitel vermittelt Basiswissen über gesellschaftliche Erfahrungen mit dem Tod und erläutert die verschiedenen Todeskonzepte, die Kinder je nach Alter und Entwicklungsstand entwickeln.

2 Die Trauer: Hier wird der Trauerprozess definiert und in seine Phasen gegliedert; zudem wird beleuchtet, wie Kinder trauern und wie Erwachsene sie dabei unterstützen können.

3 Das Bilderbuch: Dieser Teil untersucht das Bilderbuch als pädagogisches Medium und analysiert, inwiefern es trauernden Kindern bei der Bewältigung ihrer Erlebnisse helfen kann.

4 Analyse des Bilderbuches „Abschied von Rune“ von Wenche Øyen und Marit Kaldhol: Das Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit und bietet eine detaillierte inhaltliche sowie stilanalyse des Werkes inklusive didaktischer Reflexion.

5 Didaktische Überlegungen: Hier werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Thema „Tod und Trauer“ fächerübergreifend in den Unterricht integriert werden kann, inklusive praktischer Ansätze für Elternabende.

Schlüsselwörter

Tod, Trauer, Grundschule, Bilderbuch, Kinderliteratur, Abschied von Rune, Trauerbewältigung, Kindliche Entwicklung, Todeskonzept, Trauerphasen, Elternarbeit, Tod eines Freundes, Didaktik, Projektarbeit, Sterben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, Kindern das Thema Tod und Trauer behutsam nahezubringen, um ihnen den Umgang mit Verlusten zu erleichtern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das kindliche Verständnis vom Tod, der Trauerprozess bei Kindern, die Rolle von Kinderliteratur als Begleitmedium und die didaktische Umsetzung im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Erzieher und Lehrer für das Thema zu sensibilisieren und ihnen konkrete methodische Hilfestellungen für den professionellen Umgang mit trauernden Kindern an die Hand zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse zum kindlichen Todes- und Trauerverständnis sowie auf eine detaillierte qualitativ-analytische Untersuchung des Bilderbuches „Abschied von Rune“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die psychologischen Aspekte von Tod und Trauer, gefolgt von einer medienpädagogischen Analyse des Bilderbuches und der Vorstellung konkreter didaktischer Projekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Tod, Trauer, Grundschulpädagogik, Bilderbuchanalyse, Trauerbegleitung und kindgerechte Kommunikation.

Warum wird „Abschied von Rune“ als Analyseobjekt gewählt?

Das Buch gilt als „Klassiker“ der realistischen Kinderliteratur, da es die Thematik Tod und Trauer kindernah aufgreift und vielfältige Gesprächsanlässe für den Unterricht bietet.

Welche Rolle spielt die Familie im Trauerprozess laut der Arbeit?

Die Familie fungiert als zentrales „Auffangnetz“; die Arbeit unterstreicht, wie wichtig die offene und ehrliche Begleitung durch Eltern und Bezugspersonen für die Verarbeitung eines Verlustes ist.

Was kritisiert der Autor an der heutigen Sterbekultur?

Kritisiert wird die gesellschaftliche Tabuisierung von Tod und Sterben, die dazu führt, dass Kinder oft von schmerzhaften, aber lehrreichen Erfahrungen ferngehalten werden, was ihre eigene Trauerarbeit erschwert.

Wie sollte eine Lehrkraft auf akute Trauerfälle in der Klasse reagieren?

Die Lehrkraft sollte dem Kind Sicherheit bieten, Raum zur Trauer lassen, den Verlust im Klassenverband thematisieren und dabei stets auf eine einfühlsame, ehrliche und altersgerechte Kommunikation achten.

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Details

Titel
"Tod und Trauer" als Thema im Grundschulunterricht?
Untertitel
Didaktische Überlegungen zum Thema "Tod und Trauer" und Analyse des Bilderbuches „Abschied von Rune“
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Marcel Stempel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
88
Katalognummer
V89027
ISBN (eBook)
9783638037778
ISBN (Buch)
9783638936446
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauer Thema Grundschulunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Stempel (Autor:in), 2006, "Tod und Trauer" als Thema im Grundschulunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89027
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  88  Seiten
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