Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Mord? Totschlag? Unfall? Darstellung und Bedeutung von Idas Tod in Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" - Ein Vergleich zwischen Roman und Fassbinders Verfilmung

Title: Mord? Totschlag? Unfall? Darstellung und Bedeutung von Idas Tod in Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" - Ein Vergleich zwischen Roman und Fassbinders Verfilmung

Term Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Maria Brüggert (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1 Einleitung
Was haben Medien mit Gewalt zu tun und umgekehrt Gewalt mit Medien? Es gibt keinen Zweifel: Gewalt ist ein äußerst explosives Thema, auch in der Literatur. Gewalt ist in sämtlichen Dichtungsarten zu finden, in der Epik, in der Dramatik, in der Lyrik und in historischen Romanen. Die verschiedensten Ausdrucksformen sind emotional wirkungsvolle Mittel, um unter anderem einen Roman spannend oder einen Film nicht langweilig zu gestalten. Alfred Döblin verzichtet in seinem Werk Berlin Alexanderplatz auch nicht auf Gewaltdarstellungen. Der Held des Romans, Franz Biberkopf, ist nach seinem Gefängnisaufenthalt den verwirrenden Eindrücken der Großstadt ausgesetzt. Er versucht ein Mitglied der Gesellschaft zu sein, aus der er vier Jahre ausgeschlossen war. Jedoch wird nicht das Einzelschicksal im Vordergrund dieser Arbeit stehen, sondern die Tat, die Biberkopf ins Gefängnis gebracht hat: Idas Tod. Wie wird ihr Todesfall veranschaulicht und bewertet? Welche Bedeutung hat ihr Tod für Franz Biberkopf? War es Totschlag, Mord oder ein Unfall? Um diese Fragen zu beantworten, werden ausgesuchte Textstellen analysiert. Dabei stellt nicht nur der Erzähler seine Perspektive dar, sondern auch Franz Biberkopf selbst bewertet seine eigene Handlung. Wie rechtfertigt Franz sich und sein Vergehen?
Zu Beginn der Arbeit werde ich den Begriff Mord erläutern, um Franz Handlung beurteilen zu können. Zum einen steht die Romandarstellung im Mittelpunkt dieser Arbeit, zum anderen wird Fassbinders Fernsehproduktion hinzugezogen. Inwiefern können Bilder die Aussagekraft von Worten ablösen? Gibt es Unterschiede in der Intention oder haben Leser und Zuschauer unterschiedliche Eindrücke von Idas Tod?

2 Was ist Mord?
Mord ist ein Vergehen. Diese Art gegen das Gesetz zu verstoßen, gab es bereits in der Vergangenheit, gibt es in der Gegenwart und wird in der Zukunft noch weiter in Erscheinung treten. Um zu klären, was genau Mord bedeutet, muss man diesen Begriff von verschiedenen Seiten betrachten.
Das Kapitalverbrechen Mord wird im § 211 des Strafgesetzbuches folgendermaßen definiert:

Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet. [1]

[1] Strafgesetzbuch mit Erläuterungen. 24., neubearbeitete Auflage. München: Verlag C.H. Beck 2001. S. 782.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Mord?

3 Idas Tod

3.1 Darstellung von Idas Tod im Roman - drei Perspektiven

3.1.1 Die Romandarstellung: Mord? Totschlag? Unfall?

3.2 Darstellung von Idas Tod in Fassbinders Fernsehverfilmung

3.2.1 Die Filmdarstellung: Mord? Totschlag? Unfall?

4 Fazit – Ein Vergleich zwischen Schrift und Bild –

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung und Bedeutung von Idas Tod in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ und vergleicht diese mit der filmischen Adaption von Rainer Werner Fassbinder, um Unterschiede in der Wirkung von Wort und Bild bei der Schilderung von Gewalt aufzuzeigen.

  • Vergleichende Analyse von Literatur und Film
  • Juristische und moralische Einordnung des Begriffs Mord
  • Analyse der Täter- und Opferrollen
  • Untersuchung von Perspektivwechseln und Erzählstilen
  • Wirkungsweise von auditiven und visuellen Elementen

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung von Idas Tod im Roman - drei Perspektiven

Zu Beginn des Romans lernt der Leser direkt die Hauptfigur Franz Biberkopf kennen, ein Zement- und Transportarbeiter, der aus dem Gefängnis entlassen wird. Gründe für die Haft werden anfangs allgemein beschrieben, wie zum Beispiel „wegen älterer Vorfälle“.

Im weiteren Verlauf erfährt der Leser jedoch konkretere Aussagen: Dem Biest hab ich die Rippen zerschlagen damals, darum hab ich ins Loch gemußt. Jetzt hat sie, wat sie wollte, das Biest ist tot, jetzt steh ich da.

Franz Biberkopf hat seine damalige Freundin Ida bei einer „Schlägerei tödlich“ verletzt, doch diese Tatsache erscheint besonders im ersten Buch von Berlin Alexanderplatz belanglos, da nur wenige Informationen den Leser vermuten lassen, wie es zu dieser Tat gekommen ist. Die Bemühungen der Hauptfigur, im Großstadtleben zurecht zu kommen und sittlich zu handeln, stehen im Mittelpunkt der Betrachtungen. Die Bindung zu Franz Biberkopf wird positiv verstärkt, denn sein „früheres sinnloses Leben“ scheint beendet - er versucht schließlich „anständig zu sein“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Gewaltdarstellung in Medien und Literatur sowie Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich Idas Tod.

2 Was ist Mord?: Juristische Auseinandersetzung mit dem Begriff Mord anhand des Strafgesetzbuches und historischer Entwicklungen.

3 Idas Tod: Tiefgreifende Analyse der verschiedenen Perspektiven auf die Tötung Idas im Roman und deren Wirkung auf die Wahrnehmung der Hauptfigur.

3.1 Darstellung von Idas Tod im Roman - drei Perspektiven: Untersuchung der narrativen Mittel, mit denen der Roman die Tat distanziert und objektiviert.

3.1.1 Die Romandarstellung: Mord? Totschlag? Unfall?: Kritische Hinterfragung des Tatbestands im Roman im Kontext der Selbstwahrnehmung von Franz Biberkopf.

3.2 Darstellung von Idas Tod in Fassbinders Fernsehverfilmung: Analyse der filmischen Adaption und der Verschiebung der Zuschauerwahrnehmung durch Bild und Ton.

3.2.1 Die Filmdarstellung: Mord? Totschlag? Unfall?: Untersuchung der filmischen Wirkung und der emotionalen Einbindung des Zuschauers im Vergleich zur literarischen Vorlage.

4 Fazit – Ein Vergleich zwischen Schrift und Bild –: Synthese der Ergebnisse über den Einfluss von Text und Film auf die emotionale Wirkung von Gewalt.

Schlüsselwörter

Berlin Alexanderplatz, Alfred Döblin, Franz Biberkopf, Idas Tod, Literatur, Verfilmung, Rainer Werner Fassbinder, Mord, Totschlag, Gewalt, Medien, Perspektive, Schuld, Opfer, Täter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Tötung Idas durch Franz Biberkopf sowohl im Roman „Berlin Alexanderplatz“ als auch in der Fernsehverfilmung von Fassbinder.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die literarische und filmische Inszenierung von Gewalt, die juristische Definition von Mord sowie die psychologische Wahrnehmung von Täter- und Opferrollen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Vergleich zwischen den Wirkungsweisen von schriftlichen Texten und filmischen Bildern bei der Darstellung von Gewalt und deren Einfluss auf die Leser- beziehungsweise Zuschauerrezeption.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zum Einsatz?

Es werden textanalytische Verfahren, filmwissenschaftliche Analysen sowie eine juristische Einordnung des Begriffs Mord unter Einbeziehung des Strafrechts verwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Romanperspektiven auf die Tat, danach die filmische Umsetzung und schließlich der direkte Vergleich zwischen den beiden Medien analysiert.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienwechsel, Gewaltästhetik, Perspektivierung, Schuldfrage und Rezeptionsästhetik charakterisieren.

Wie verändert sich die Bewertung der Tat durch den Perspektivwechsel im Roman?

Durch die Verwendung physikalischer und medizinischer Fachsprache entpersönlicht der Erzähler die Tat im Roman, was eine emotionale Distanzierung des Lesers vom Opfer ermöglicht.

Welche Rolle spielt die auditive Ebene in Fassbinders Verfilmung?

Die auditive Ebene, etwa durch eingeblendete Nachrichten, lenkt den Zuschauer bewusst von der visuellen Gewaltdarstellung ab, um eine Kontrastwirkung zu erzielen.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Mord? Totschlag? Unfall? Darstellung und Bedeutung von Idas Tod in Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" - Ein Vergleich zwischen Roman und Fassbinders Verfilmung
College
University of Rostock
Grade
1,7
Author
Maria Brüggert (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V89044
ISBN (eBook)
9783638025348
Language
German
Tags
Mord Totschlag Unfall Darstellung Bedeutung Idas Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz Vergleich Roman Fassbinders Verfilmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Brüggert (Author), 2007, Mord? Totschlag? Unfall? Darstellung und Bedeutung von Idas Tod in Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" - Ein Vergleich zwischen Roman und Fassbinders Verfilmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89044
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint