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Das System der Interpunktion - Die Satzabschlusszeichen

Title: Das System der Interpunktion - Die Satzabschlusszeichen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Stabbert (Author)

German Studies - Linguistics
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Gehen wir ins Kino!?

Was steckt hinter dieser Satzkonstruktion? Ist es eine Frage, auf die der Produzent eine Antwort erwartet, oder ist es ein Ausruf in Form einer Aufforderung?
Bereits dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Satzzeichen für die Ausübung der Sprache sind. Durch sie erfährt der Rezipient, ob es eine Information, Aufforderung oder Frage ist, und erst dann ist er in der Lage entsprechend darauf zu reagieren. Das oben angeführte Beispiel kann trotz der identischen Wortstellung zum einen als Frage gestellt werden, folglich stellt es einen Interrogativsatz dar, aber auch zum anderen als Aufforderung gebraucht werden, d.h. als Imperativsatz. In diesem Fall entscheidet das Satzabschlusszeichen über die Interpretation.
Im Bereich der Interpunktion werden drei Hauptgruppen von Satzzeichen unterschieden: zum einen die Satzschlusszeichen, die Satzmittezeichen und die paarigen Satzzeichen. Jedes Satzzeichen hat eine besondere Aufgabe. Übereinstimmend erfüllen alle Satzzeichen eine Grenz- und Gliederungsfunktion, die es dem Leser ermöglichen, umfangreiche Textstrukturen zu erfassen. Innerhalb des Zeichensetzungssystems nehmen die Satzzeichen ein hierarchisches Verhältnis ein, worin die Satzabschlusszeichen die höchste Stufe belegen, da sie sich nicht nur auf ein Wort, sondern auf den ganzen Satz beziehen.
Im Satzmodussystem stehen die Funktionstypen für die rein strukturelle Bedeutung der entsprechenden Satztypen. Diese reine Strukturbedeutung kann vom Produzenten durch den Einsatz von zusätzlichen Ausdrucksmitteln modifiziert oder vollständig verändert werden.
Die folgende Bearbeitung stellt die Satzabschlusszeichen in den Mittelpunkt der Analyse. Die gemeinsame Grundfunktion der Satzabschlusszeichen, Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen, ist die Gliederung von Texten. Neben dieser Grenz- und Gliederungsfunktion besitzen aber auch einige Satzzeichen die Fähigkeit, die Aussageabsicht des Schreibenden darzustellen und die kommunikative Funktion des Satzes deutlich zu machen. Da die Satzzeichen ein stilistisches Mittel zur Schreibung von Texten sind, bleibt folglich dem Produzenten innerhalb der aufgestellten Normen immer noch ein gewisser eigener Gestaltungsspielraum.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Satzmodus

3. Die Satzabschlusszeichen

3.1. Die Hauptnormen des Punktes

3.2. Die Hauptnormen des Fragezeichens

3.3. Die Hauptnormen des Ausrufezeichens

3.4. Mischtypen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Funktion von Satzabschlusszeichen im deutschen Schriftsystem und untersucht, wie Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen zur Strukturierung von Texten sowie zur Signalisierung der Sprecherintention beitragen. Dabei steht die Abgrenzung von Satzmodi und deren Identifikation durch Interpunktion im Vordergrund.

  • Systematik der Satzabschlusszeichen im Deutschen
  • Zusammenhang zwischen Satzmodus und Satzabschlusszeichen
  • Analyse von Normen für Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen
  • Untersuchung von Mischtypen und deren grammatischer Einordnung
  • Die Rolle der Intonation bei der Bestimmung von Satzarten

Auszug aus dem Buch

3. Die Satzabschlusszeichen

Der Punkt ist das älteste Satzzeichen und wurde mit dem Einsetzen der handschriftlichen Überlieferung seit dem vierten Jahrhundert die wichtigste Form der Interpunktion (vgl. Baudusch 1989: 17). Ursprünglich galt der Punkt am Kopf einer Zeile der Bezeichnung einer Sinnpause nach einem abgeschlossenen Gedanken. Isidor von Sevilla (560-636) gab ihm den Namen periodus, da er eine semantisch-syntaktisch abgegrenzte Einheit kennzeichnete. Später wandelte sich die Bezeichnung, aus den selben Gründen, in punctum. Bis zum neunten Jahrhundert blieb der Punkt neben dem colon und comma das einzige Interpunktionszeichen (vgl. Baudusch 1989: 17). Nicht immer kennzeichnete der Punkt das Ende eines Satzes im grammatischen Sinn, sondern wurde zunächst als Sinn- oder Pausenzeichen verwendet. Die Funktion des Punktes änderte sich mit der zunehmenden Bedeutung der geschriebenen Sprache für die gesellschaftliche Kommunikation. Somit diente er der Kennzeichnung einer Satzgrenze mit einem relativ abgeschlossenen Gedankengehalt. Dem Punkt wurde, ebenso wie dem Frage- und Ausrufezeichen, eine Grenz- und Gliederungsfunktion zugetragen.

Die abgegrenzten syntaktischen Einheiten werden als Ganzsätze beschrieben. Neben dieser Grenz- und Gliederungsfunktion spricht Nerius (2000³) den Satzabschlusszeichen die Fähigkeit zu, bestimmte kommunikative Bezüge herzustellen und damit die besondere Aussageabsicht des Sprechers zum Ausdruck zu bringen. Erst durch das Satzabschlusszeichen wird in einem Satz die Aussage des Sprechers eindeutig. Der Satz Wir haben ein Telegramm bekommen vermittelt durch den unterschiedlichen Einsatz der Satzabschlusszeichen eine andere Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Satzabschlusszeichen für die Interpretation von Äußerungen dar und erläutert die Gliederungsfunktion der Interpunktion.

2. Satzmodus: Dieses Kapitel definiert den Begriff Satzmodus als ein aus verschiedenen Faktoren entstehendes sprachliches Muster und grenzt diesen von der Sprechhandlung ab.

3. Die Satzabschlusszeichen: Hier werden Funktion und historische Entwicklung der Satzschlusszeichen beleuchtet sowie deren Fähigkeit zur Signalwirkung für den Rezipienten diskutiert.

3.1. Die Hauptnormen des Punktes: Das Kapitel führt die spezifischen Regeln für den Gebrauch des Punktes auf, insbesondere bei Aussagesätzen und unvollständigen Sätzen.

3.2. Die Hauptnormen des Fragezeichens: Diese Sektion behandelt die Verwendung des Fragezeichens bei Interrogativsätzen sowie Sonderfällen wie verkürzten Fragen.

3.3. Die Hauptnormen des Ausrufezeichens: Der Abschnitt erläutert die Funktion des Ausrufezeichens zur Kennzeichnung von Befehlen, Wünschen und expressiven Äußerungen.

3.4. Mischtypen: Dieses Kapitel thematisiert Satzkonstruktionen, die nicht eindeutig einem Satzmodus zugeordnet werden können, und zeigt die Variabilität der Interpretation auf.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Satzabschlusszeichen als Indikatoren für Satzmodi dienen und bei funktional wenig festgelegten Satzformen einen großen Interpretationsspielraum lassen.

Schlüsselwörter

Satzabschlusszeichen, Satzmodus, Interpunktion, Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Satzart, Illokution, Gliederungsfunktion, Sprachwissenschaft, Syntax, Semantik, Pragmatik, Mischtypen, Intonation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem System der deutschen Interpunktion, wobei der Fokus gezielt auf den Satzabschlusszeichen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Satzmodi, die grammatischen Normen der Interpunktion und die kommunikative Funktion von Satzschlusszeichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der grammatischen Struktur eines Satzes und seiner Kennzeichnung durch Satzabschlusszeichen zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis linguistischer Standardwerke und vergleicht diese mit empirischen Erkenntnissen, wie dem Test von Primus (1997).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Satzmodus, eine detaillierte Erläuterung der Normen für Punkt, Frage- und Ausrufezeichen sowie die Analyse von Mischtypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Satzmodus, Satzabschlusszeichen, Interpunktion und Sprechakt.

Warum können manche Sätze nicht eindeutig zugeordnet werden?

Aufgrund von Mischtypen, bei denen Merkmale verschiedener Satzarten zusammenwirken, lässt sich eine eindeutige Zuweisung oft nur unter Einbeziehung von Kontext und Intonation vornehmen.

Welche Rolle spielt die Intonation bei der Satzart-Bestimmung?

Die Intonation ist entscheidend, um den Satzmodus bei funktional wenig festgelegten Satzformen, wie etwa Verb-Erst-Fragesätzen, zu differenzieren.

Wie unterscheidet sich der Punkt von Ausrufe- und Fragezeichen in seiner Funktion?

Der Punkt markiert den Abschluss eines kommunikativ "neutralen" Aussagesatzes, während Frage- und Ausrufezeichen zusätzliche pragmatische Informationen wie Emotionalität oder Appellcharakter vermitteln.

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Details

Title
Das System der Interpunktion - Die Satzabschlusszeichen
College
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Course
Interpunktion
Grade
1,3
Author
Rebecca Stabbert (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V89067
ISBN (eBook)
9783638025454
ISBN (Book)
9783638921794
Language
German
Tags
System Interpunktion Satzabschlusszeichen Interpunktion Satzzeichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Stabbert (Author), 2007, Das System der Interpunktion - Die Satzabschlusszeichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89067
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