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Privatisierte Gewalt und Staatszerfall - Die Macht des Terrorismus

Titel: Privatisierte Gewalt und Staatszerfall - Die Macht des Terrorismus

Hausarbeit , 2006 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Classen (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Problem besteht darin, dass die Strategien und Kampfmittel des Militärs zu großen Teilen noch für „klassische“ Staatenkriege konzipiert sind. Sie stellen kein taugliches Mittel zur Bekämpfung entstaatlichter Gewalt und der Verhinderung terroristischer Anschläge dar. Die neuen Konflikte unterscheiden sich in Struktur und Zielsetzung von den einstmals üblichen Staatenkriegen. So wird darauf hingewiesen, dass die durch die Andersartigkeit der neuen Kriege bedingte Einschränkung der Abwehrfähigkeit für Staaten die Gefahr der Erosion des Gewaltmonopoles in sich berge. Bei erfolgter Erosion hat dann die entstaatlichte, privatisierte Gewalt das letzte Wort.

Geborgenheit, Zuversicht und Wohlbefinden. Begriffe, die sich lediglich denjenigen Individuen zuordnen lässt, die sich in einer Umgebung aufhalten, welche ihnen Freiheit und Sicherheit nicht nur faktisch zukommen lässt, sondern ihnen auch das Gefühl vermittelt, dass sich an diesem Zustand so schnell nichts ändern wird. Welche psychologischen Narben hinterlassen die Spuren von Terroranschlägen, die sich selbst bei den „Nichtopfern“ zunehmend tiefer ins Bewusstsein zu graben scheinen? Vielleicht liegt es an der schweren Fassbarkeit des Phänomens Terrorismus, dass seiner Eigenart nach zwar nicht neu, aber nach wie vor schwer greifbar scheint. Vor-liegend soll im Kontext einer Analyse staatlicher Gewalt skizziert werden, was Terrorismus ist, wo seine Funktionsweisen liegen. Vielleicht ermöglicht die Analyse eine Perspektive, die Denkansätze - nicht zur Bekämpfung, sondern zur Vermeidung - aufzeigt und dabei einen unverklärten Blick darauf ermöglicht, inwieweit die weltumspannende Gesellschaftsstruktur der Staatlichkeit überhaupt noch geeignet ist, diesem Tod der Geborgenheit zu begegnen.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der Machtverlust des Staates

a) Die ursprüngliche Struktur

b) Das Schicksal des Gewaltmonopols

c) Der Einfluss von Wirtschafts- und Sicherheitsbündnissen

d) Die Entfremdung

2. Der Gewaltverlust

a) Wenn Kriege Kinder kriegen

(1) Die Gestalt des Krieges

(2) Die neue Kriege

b) Das terroristische Kalkül

3. Terroristischer Wirkungsgrad und Staatserosion, Möglichkeiten zum Erhalt des staatlichen Gewaltmonopols

a) Die Möglichkeit der Erosion

b) Die Möglichkeiten des Erhalts staatlicher Gewalt

(1) Die Politik des Äußeren

(2) Die Politik des Inneren

4. Und so darf gesagt werden…

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel staatlicher Souveränität unter dem Einfluss von Globalisierung und privatisierter Gewalt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie der moderne demokratische Rechtsstaat dem Phänomen des Terrorismus und der damit verbundenen schleichenden Erosion des Gewaltmonopols begegnen kann.

  • Staatlichkeit und der Wandel des Gewaltmonopols
  • Globalisierung und der Einfluss internationaler Bündnisse
  • Die Charakteristika „neuer Kriege“ und deren Abgrenzung
  • Terrorismus als psychologische Gewaltstrategie und Kommunikationsform
  • Präventionsstrategien zur Wahrung innerer und äußerer Sicherheit

Auszug aus dem Buch

b) Das terroristische Kalkül

Der Versuch, den Begriff des Terrorismus auf eine Formel herunterzubrechen, belehrt einen um die Erkenntnis der Differenziertheit dieser Gewaltform. Zunächst vom Terrorismus zu unterscheiden sind die Begriffe Terror und Guerilla. Terror wird als staatliche Schreckensherrschaft beschrieben25. Er wirkt also ausschließlich nach innen und bezieht sich auf das gesamte Staatsgebiet. Der Guerillakampf sei demgegenüber als militärische Strategie zu verstehen, der das Ziel der allmählichen Einkreisung und Vernichtung des Feindes verfolge26. Verschiedenste Motivationen können der Antrieb terroristischer Akte sein, so dass beispielsweise von sozialrevolutionärem, ethnisch-nationalistischem, religiösem, vigilantistischem, oder einfach internationalem Terrorismus gesprochen wird27. Unabhängig von diesen Motiven wird die Grundform terroristischer Gewaltanwendung beschrieben als planmäßig vorbereiteter, schockierender Gewaltanschlag gegen eine politische Ordnung aus dem Untergrund, mit dem Ziel, Unsicherheit und Schrecken, wie aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft zu erzeugen28. Das Charakteristikum der erstrebten Erzeugung von Sympathie muss man erst einmal verdauen. Es scheint jedoch nachvollziehbar, wenn man sich die Motivation der Terroristen und ihre gesellschaftliche Stellung verdeutlicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Machtverlust des Staates: In diesem Kapitel wird die historische Entwicklung des Staatsbegriffs analysiert und untersucht, wie Globalisierungsprozesse sowie Wirtschafts- und Sicherheitsbündnisse zur Minderung nationalstaatlicher Souveränität beitragen.

2. Der Gewaltverlust: Hier wird der Wandel der Kriegsführung hin zu asymmetrischen Konflikten beleuchtet und der Terrorismus als eine Form privatisierter Gewalt charakterisiert, die auf psychologische Verunsicherung abzielt.

3. Terroristischer Wirkungsgrad und Staatserosion, Möglichkeiten zum Erhalt des staatlichen Gewaltmonopols: Dieses Kapitel erörtert die Gefahr der schleichenden Erosion staatlicher Strukturen durch Terrorismus und entwickelt Ansätze für eine präventive Politik im Inneren und Äußeren.

4. Und so darf gesagt werden…: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass der demokratische Rechtsstaat trotz zeitgenössischer Herausforderungen weiterhin das fundamentale Modell zur Gewährleistung von Sicherheit und Freiheit darstellt.

Schlüsselwörter

Staat, Gewaltmonopol, Terrorismus, Souveränität, Globalisierung, Neue Kriege, Sicherheitsbündnisse, Staatszerfall, Rechtsstaat, Krisenprävention, Innenpolitik, Außenpolitik, psychologische Wirkung, Machtverlust, Gesellschaftsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der privatisierten Gewalt und den damit einhergehenden Machtverlust des Staates in einer zunehmend globalisierten Welt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Erosion des staatlichen Gewaltmonopols, die Merkmale moderner asymmetrischer Konflikte sowie die psychologischen Strategien terroristischer Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Staatserosion und Terrorismus zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie ein Rechtsstaat präventiv agieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung systemtheoretischer und staatstheoretischer Ansätze sowie aktueller sicherheitspolitischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des staatlichen Souveränitätsverlustes, die Analyse neuer Kriegsformen und die Erarbeitung von Gegenstrategien zur Erhaltung staatlicher Stabilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Begriffen wie Terrorismus und Gewaltmonopol prägen Souveränität, Globalisierung und staatliche Stabilität die inhaltliche Ausrichtung.

Warum wird der Terrorismus als „Verlegenheitsstrategie“ bezeichnet?

Die Arbeit führt aus, dass Terroristen oft nicht über die notwendige offene Kampfkraft verfügen, um militärische Siege zu erringen, weshalb sie auf psychologische Gewalt und Symbolik ausweichen.

Welche Rolle spielen „failed states“ in dieser Analyse?

Sie dienen als Beispiele für Staaten, in denen das Gewaltmonopol bereits eingebüßt wurde, und fungieren aufgrund fehlender Infrastruktur häufig als Brutstätten für terroristische Organisationen.

Inwiefern beeinflussen Sicherheitsbündnisse die Souveränität?

Die Arbeit argumentiert, dass die Mitgliedschaft in Bündnissen wie der UNO oder der NATO zwar Sicherheit erhöht, aber gleichzeitig zu einer Auslagerung von Kompetenzen und damit zu einem Souveränitätsverlust führt.

Wie kann ein Staat Terrorismus verhindern, ohne Grundfreiheiten zu untergraben?

Der Autor plädiert für eine präventive, indirekte Taktik, die statt auf übersteigerte Kontrolle (wie Überwachung) auf Bildung, Aufklärung und die Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien setzt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Privatisierte Gewalt und Staatszerfall - Die Macht des Terrorismus
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Probleme kollektiver Sicherheit im 21. Jahrhundert
Note
1,3
Autor
Alexander Classen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V89079
ISBN (eBook)
9783638025515
ISBN (Buch)
9783638921770
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Privatisierte Gewalt Staatszerfall Macht Terrorismus Probleme Sicherheit Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Classen (Autor:in), 2006, Privatisierte Gewalt und Staatszerfall - Die Macht des Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89079
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Leseprobe aus  20  Seiten
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