Erklärungsmodelle für die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsforschung - ADHS


Hausarbeit, 2007

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Störung
2.1 Aufmerksamkeitsstörung
2.2 Impulsivität
2.3 Hyperaktivität

3. Erklärungsansätze
3.1 Störungen des Immunsystems
3.2 Neurobiologische Faktoren
3.3 Ererbte biologische Faktoren
3.4 Psychosoziale Faktoren
3.5 Integrative Modelle

4. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In den letzten Jahren kann beobachtet werden, dass in den Medien vermehrt von der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, abgekürzt ADHS gesprochen wird.

Dadurch gewinnt diese psychische Störung auch an Aktualität in unserer Gesellschaft. Dabei kommt des öfteren die Frage auf, ob es sich bei ADHS um eine Krankheit unserer Zeit handelt (vgl. Skrodzki, 2007). Diese Frage kann jedoch mit einem klaren „nein“ beantwortet werden. Denn schon im Struwelpeter (1859) (vgl. Thierstein, 1998) finden sich klassische Beschreibungen dieses Störungsbildes. „Der deutsche Badearzt Scherpff lieferte [bereits] 1888 eine Beschreibung unter dem Begriff „das impulsive Irresein als häufigste Seelenstörung im Kindesalter““ (vgl. Das Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks, 2005).

Die in den letzten Jahren gestiegene Popularität der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung rührt unter anderem jedoch von der Häufigkeit her, wie oft die Diagnose von ADHS gestellt wird und erweckt daher den Eindruck einer modernen Zivilisationskrankheit.

Im Gegensatz zu damals gelten heute Kinder mit ADHS nicht mehr als Schulversager oder schlecht erzogen, sofern die Krankheit erkannt wird. Dennoch stellt sich bis heute die Frage, welche Ursachen ADHS zugrunde liegen.

Im Folgenden soll nun eine kurze Beschreibung des psychischen Störungsbildes abgegeben und auf verschiedene Erklärungsmodelle eingegangen werden.

2. Beschreibung der Störung

Um im weiteren Verlauf nicht zu verwirren, muss erst einmal erwähnt werden, dass in der Literatur bereits seit 1932 von einer hyperkinetischen Erkrankung des Kindes gesprochen wird. Die Abkürzung HKS (Hyperkinetisches Syndrom), wird gerade im deutschsprachigen Raum häufig verwendet (vgl. Thierstein, 1998). Die Begriff ADHS beschreibt das gleiche psychische Störungsbild, und dient als Synonym für HKS. Jedoch haben Wissenschaftler und Ärzte unterschiedliche Auffassungen, welche Faktoren diese Krankheit bestimmen (vgl. Streeck-Fischer, 2006). Auf die verschiedenen Erklärungsansätze wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer eingegangen. Einig ist man sich in der Literatur jedoch darüber, dass das Hyperkinetische Syndrom ein multidimensionales Modell ist (vgl. Döpfner, Schürmann, Lehmkuhl, in Petermann 1997).

Dessen hyperkinetische Verhaltensauffälligkeiten lassen sich primär durch drei Kernsymptome beschreiben: Aufmerksamkeitsstörungen, Impulsivität und Hyper-aktivität. Die Symptomatik muss dabei bereits vor dem siebten Lebensjahr bestanden haben, situationsübergreifend sein und in mindestens zwei Lebensbereichen auftreten (vgl. Döpfner, in Petermann 2000).

Zudem muss erwähnt werden, dass das Hyperkinetische Syndrom eine hohe Komorbidität mit anderen Störungsbildern besitzt und es dadurch erschwert wird, HKS von anderen auftretenden Störungen abzugrenzen.

2.1 Aufmerksamkeitsstörung

Aufmerksamkeitsstörungen äußern sich in der Schwierigkeit die Aufmerksamkeit längere Zeit bei Aufgaben aufrechtzuerhalten, d.h. die Aufgaben werden verfrüht abgebrochen und Beschäftigungen werden ebenso nicht beendet (vgl. Döpfner, in Petermann 2000). Beobachtet werden kann dies oft bei Tätigkeiten die fremdbestimmt sind bzw. bei Aufgaben, die einen kognitiven Einsatz verlangen. Somit werden von Kindern mit ADHS Aufgaben vermieden, die ausgiebige geistige Anstrengung verlangen, haben eine Abneigung gegen sie oder beschäftigen sich oft nur widerwillig damit, wie z.B. bei den Hausaufgaben oder der Mitarbeit im Unterricht (vgl. Döpfner, in Petermann 2000). Außerdem lassen sie sich schnell von äußeren Reizen ablenken und wechseln häufig von einer Aktivität zur nächsten (vgl. ebd.).

Aufmerksamkeit ist sehr schwer zu definieren, denn es ist ein sehr komplexes und schlecht definiertes Merkmal. In mehreren Versuchen und verschiedenen Formen wird versucht Aufmerksamkeit zu definieren, wobei das Fehlen einer standardisierten Definition von Aufmerksamkeit oft kritisiert wird (vgl. Leclercq & Zimmermann, 2002).

Da das Merkmal Aufmerksamkeit jedoch im Zusammenhang mit HKS beschränkt ist, ist die Unterscheidung zwischen selektiver Aufmerksamkeit und Daueraufmerk-samkeit von Bedeutung. „Selektive Aufmerksamkeit bezieht sich auf die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf aufgabenrelevante Reize zu fokussieren und irrelevante Reize zu ignorieren. […]. Daueraufmerksamkeit bezieht sich auf die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe über die Zeit aufrechtzuerhalten“ (Döpfner, in Petermann, 2000, S. 152).

2.2 Impulsivität

„Impulsivität [ist] das plötzliche Handeln ohne zu überlegen oder auch die Unfähigkeit abzuwarten und Bedürfnisse aufzuschieben, [und] ist meist eng mit Aufmerksamkeitsschwächen verbunden“ (Döpfner, in Petermann 2000, S. 152). Kognitive Impulsivität beschreibt die Neigung, dem ersten Handlungsimpuls nachzugeben und eine Tätigkeit anzufangen, obwohl diese zuvor nicht ausreichend durchdacht ist oder bevor sie komplett erklärt wurde. Parallel dazu besteht oft eine motivationale Impulsivität, d.h. die Kinder haben meist große Probleme ihre Anliegen und Bedürfnisse hinten an zu stellen und abzuwarten, bis sie dran sind (vgl. Döpfner, Schürmann, Frölich, 2002).

2.3 Hyperaktivität

„Hyperaktivität bezeichnet eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende motorische Aktivität, exzessive Ruhelosigkeit, die besonders in Situationen auftritt, die relative Ruhe verlangen“ (Döpfner, in Petermann, 2000). Dieses Verhaltensmerkmal tritt besonders dann in Erscheinung, wenn ein erhebliches Maß an eigener Verhaltenskontrolle gefordert wird, wie z.B. in strukturierten und geregelten Situationen (vgl. Döpfner, in Petermann 2000).

Der Maßstab für die Beurteilung eines solchen Verhaltens, sollten Kinder im gleichen Alter mit gleicher Intelligenz sein. Ist im Vergleich dazu das Verhalten eines Kindes extrem ausgeprägt und auffällig, spricht man von Hyperaktivität. Bei jüngeren Kindern ist bei der Diagnose Hyperaktivität Vorsicht geboten, denn die Hyperaktivität kann aufgrund des Alters und der Entwicklungsstufe bedingt und unterschiedlich ausgeprägt sein (vgl. Döpfner, Schürmann, Frölich, 2002)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Erklärungsmodelle für die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsforschung - ADHS
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Ludwig-Maximilians-Universität)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V89123
ISBN (eBook)
9783638036856
ISBN (Buch)
9783638942294
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erklärungsmodelle, Aufmerksamkeitsdefizit-, Hyperaktivitätsforschung, ADHS, Seminar, Thema ADHS
Arbeit zitieren
Sabine Sacher (Autor:in), 2007, Erklärungsmodelle für die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsforschung - ADHS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89123

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