Die Arbeit gliedert sich in ihrem ersten Teil in Vorbemerkungen zum Schulsystem in Österreich und zum institutionellen Rahmen der Praktikumsstelle. Im zweiten Teil folgt eine Beschreibung des Tätigkeitsbereiches mit Erläuterungen zur Arbeit mit einzelnen Kindern sowie eine Reflektion des eigenen Handelns. Da ich im vorliegenden Bericht gelegentlich auf das Schulsystem in Österreich zu sprechen komme, möchte ich an den Anfang meiner Arbeit eine kurze Einführung darüber geben. Au-ßerdem bin ich der Meinung, dass es zu einem Bericht über eine Tätigkeit im Ausland dazu gehört, dem Leser vor der Lektüre entsprechende Grundlagen zu liefern. Diese Erläuterun-gen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen lediglich zum besseren Verständnis des Praktikumsberichtes dienen.
Zur Beschreibung des österreichischen Schulsystems greife ich auf die Ausführungen von Jaksche (1998) und Eder und Thonhauser (2002) zurück.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen
1.1 Das österreichische Schulsystem
1.1.1 Die Schulen im Überblick
1.1.2 Weitere wichtige Merkmale des Schulsystems in Österreich
1.2 Was ist eigentlich ein Förderzentrum?
2. Institutionelle Rahmenbedingungen der Praktikumsstelle
2.1 Organisationsstruktur von Träger und Einrichtung
2.1.1 Organisationsstruktur des Trägers
2.1.2 Organisationsstruktur der Einrichtung
2.1.3 Finanzierung
2.2 Geschichte des Trägers und der Einrichtung
2.3 Personelle Situation
2.4 Das Arbeitsfeld
2.5 Konzeption und Arbeitsmethoden
2.6 Besondere Probleme
3. Der eigene Tätigkeitsbereich
3.1 Meine Arbeit in der Klasse
3.2 Meine Arbeit in der Gruppe
3.2.1 D.
3.2.2 K.
3.2.3 B.
3.2.4 S.
3.3 Das Frühschwimmen
4. Reflexion der Praktikumserfahrungen
4.1 Vorerfahrungen und Erwartungshaltung vor dem Praktikum
4.2 Diskussion des Arbeitsfeldes verbunden mit Kritik an der erfahrenen Praxis
4.3 Rückmeldungen und Einschätzung der eigenen Arbeit
4.4 Perspektiven aus den Praktikumserfahrungen für das weitere Studium und den Beruf
5. Nachbemerkung
6. Literatur
Zielsetzung und Themen
Der Praktikumsbericht dient der Reflexion einer pädagogischen Tätigkeit im Ausland, konkret in einem Förderzentrum für junge Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen. Das primäre Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit den institutionellen Rahmenbedingungen, den eigenen praktischen Erfahrungen in der Klasse und in der Wohngruppe sowie der Abgleich dieser Erfahrungen mit rehabilitationspädagogischen Theorien.
- Institutionelle Struktur und pädagogische Konzepte einer Sondereinrichtung
- Methoden der sonderpädagogischen Förderung und Betreuung in der Praxis
- Herausforderungen der Arbeit mit schwerst- und mehrfachbehinderten Kindern
- Reflexion der Rolle als Praktikantin und die interdisziplinäre Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
3.2.1 D.
In der ersten Woche meines Praktikums war ich D., neun Jahre, zugeteilt. D. ist ein anschmiegsamer und aktiver Junge. Er ist oft lustig und albern und sucht Nähe und Anschluss, indem er sich an andere anschmiegt. Besonders gern unternimmt er über die Verbindung im Sanitärbereich Ausflüge in die Nachbargruppe. Deshalb ist es wichtig, ihn immer im Auge zu behalten. Ein weiteres Ziel ist für ihn der Spiegel, vor dem er viel Zeit verbringen kann.
Vor dem Essen klettert D. fast ohne Hilfe auf seinen Stuhl. Er hat meist einen großen Appetit. Da er nicht kaut ist es jedoch wichtig, sein Essen sehr klein zu schneiden, damit er sich nicht verschluckt. Ich unterstützte ihn beim Essen und Trinken durch Führung seiner Hand. Manchmal führte auch er meine Hand mit dem Löffel zu seinem Mund. Er ist also auch in der Lage, selbst die erforderliche Bewegung auszuführen. Ziel ist es deshalb, dass er lernt, selbstständig zu essen und zu trinken.
D. weiß genau, was er will und er war sehr gut in der Lage, mir seine Bedürfnisse begreiflich zu machen. So führte er zum Beispiel meine Hand an seinen Becher oder Teller, um mir seinen Hunger oder Durst zu zeigen. Nach dem Essen war es meine Aufgabe, mit ihm zu seinem Toilettenstuhl zu gehen. Ich nahm ihm im Stehen seine Windel ab, ließ ihn sich setzen und gurtete ihn an, um seine Ausflugslust im Zaum zu halten. Oft machte er sich durch lautes Schaukeln und Lautieren bemerkbar, womit er mir mitteilte, dass er seinen Toilettengang beendet hatte. So half ich ihm beim Aufstehen und legte ihm eine frische Windel an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkungen: Einleitung in das österreichische Schulsystem sowie Definition und Charakterisierung eines Förderzentrums.
2. Institutionelle Rahmenbedingungen der Praktikumsstelle: Beschreibung des Trägervereins, der Historie und der internen Organisation sowie Darstellung der besonderen Probleme und der Finanzierung.
3. Der eigene Tätigkeitsbereich: Detaillierte Schilderung der pädagogischen und pflegerischen Assistenz in der Klasse, der Arbeit in der Tagesgruppe und der Teilnahme am therapeutischen Schwimmen.
4. Reflexion der Praktikumserfahrungen: Kritische Analyse der persönlichen Erwartungen, der erlebten Praxis in Bezug auf didaktische Ansätze sowie Einschätzung der eigenen Lernprozesse.
5. Nachbemerkung: Persönliches Resümee der Praktikantin über den Erkenntnisgewinn durch das Praktikum im Elisabethinum.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Rehabilitationspädagogik, Förderzentrum, Körperbehinderung, Mehrfachbehinderung, Basale Stimulation, Schulpädagogik, Integration, Sonderpädagogik, Praktikumsbericht, Interdisziplinarität, Pflege und Betreuung, Kleingruppenarbeit, Handlungsdidaktik, Selbstständigkeit, Österreichisches Schulsystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert die Erfahrungen einer Studentin der Rehabilitationspädagogik während ihres sechswöchigen Praktikums im Förderzentrum Elisabethinum in Axams (Österreich).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die institutionelle Organisation einer Sondereinrichtung, die praktische pädagogische und pflegerische Arbeit mit Kindern mit Körper- und Mehrfachbehinderungen sowie die Reflexion dieser Praxis anhand fachwissenschaftlicher Literatur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Arbeitsalltag in einem Förderzentrum detailliert darzustellen, die Arbeitsmethoden (wie z. B. Basale Stimulation) zu evaluieren und die eigenen Praktikumserfahrungen kritisch für den weiteren Studienverlauf zu reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus teilnehmender Beobachtung, einer explorativen Analyse der Organisationsstruktur sowie einer Literaturrecherche zur theoretischen Einordnung der beobachteten pädagogischen Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die institutionellen Rahmenbedingungen des Trägers, die spezifischen Tätigkeiten in einer Kernklasse sowie in einer basalen Tagesgruppe und die Einbindung in therapeutische Aktivitäten wie das Schwimmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Rehabilitationspädagogik, Körper- und Mehrfachbehinderung, Förderzentrum, Sonderpädagogik, Basale Stimulation, Integration und inklusive pädagogische Praxis.
Wie geht die Autorin mit dem Begriff der "Schwerstbehinderung" um?
Die Autorin reflektiert die Problematik der Begrifflichkeiten und entscheidet sich in Anlehnung an Fachautoren wie Fröhlich und Hedderich für die Bezeichnung "schwerstbehindertes Kind", um die individuelle Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen.
Welche spezifischen Probleme innerhalb der Einrichtung werden benannt?
Die Autorin thematisiert organisatorische Schwierigkeiten wie häufige Leitungswechsel, einen Sparkurs bei der Personalausstattung, räumliche Defizite hinsichtlich der Barrierefreiheit sowie die teilweise unorganisierte Kommunikation zwischen verschiedenen Fachbereichen.
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- Anna Badstübner (Author), 2004, Mein Praktikum am Elisabethinum Axams, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89131