Die Abgeordneten stellen das Fundament parlamentarischer Regierungssysteme dar. Ihre Stellung im Parlament ist deshalb von grundlegender Relevanz für die repräsentative Demokratie.
Die Hausarbeit geht der Frage nach, inwieweit sich die Stellung des einzelnen Abgeordneten in Deutschland gewandelt hat. Dabei werden nur die direkt gewählten Parlamente auf Bundesebene (Reichstag 1871-1918 und 1919-1933; Bundestag 1949-2007) betrachtet. Im Mittelpunkt des Vergleichs der Abgeordnetenstellung steht insbesondere die Frage nach der Unabhängigkeit der Parlamentarier, die im Zusammenspiel verschiedener Regelungen (z.B. zur Ausübung des Mandats, Finanzierung, Immunität, Indemnität) zum Ausdruck kommt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sich die Stellung des einzelnen Abgeordneten in der Praxis vom Kaiserreich bis heute stark verändert hat, sowohl was seine Finanzierung, seine Arbeit im Parlament, als auch sein Verhältnis zu Partei und Fraktion angeht. Ob sich primär dadurch auch die politischen Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten der Abgeordneten im Laufe der Zeit erhöht haben, darf allerdings bezweifelt werden, da diese wohl eher von der Stellung des Parlaments im jeweiligen Regierungssystem abhängen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Funktion und Merkmale des Abgeordneten
- Vergleich der Abgeordnetenstellung
- Der Abgeordnete im Reichstag 1871-1918
- Der Abgeordnete im Reichstag 1919-1933
- Der Abgeordnete im Bundestag 1949-2007
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung der Stellung des Abgeordneten in deutschen Parlamenten vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis hin zur Bundesrepublik. Sie untersucht, ob und inwieweit sich die Rolle des einzelnen Volksvertreters in diesen verschiedenen politischen Systemen gewandelt hat und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Stabilität der jeweiligen Demokratie hatten.
- Die Funktion des Abgeordneten im modernen Parlamentarismus
- Der Wandel der Abgeordnetenstellung im Laufe der deutschen Geschichte
- Das Spannungsverhältnis zwischen freiem Mandat und Fraktionsdisziplin
- Die Bedeutung der Abgeordnetenrechte für die demokratische Legitimation
- Der Einfluss von politischen Organisationen und wirtschaftlichen Interessen auf die Abgeordnetenarbeit
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Diese Einleitung skizziert die zentrale Bedeutung von Parlamenten für moderne Demokratien und stellt den Abgeordneten als Fundament parlamentarischer Regierungssysteme dar. Sie beleuchtet die Problematik möglicher Abhängigkeiten von politischen und wirtschaftlichen Interessen und führt in die Thematik der Hausarbeit ein.
2. Funktion und Merkmale des Abgeordneten
Dieser Abschnitt erläutert die Funktion des Abgeordneten als Vertreter des Volkes, der an der politischen Willensbildung mitwirkt und die Regierung kontrolliert. Er beleuchtet das Konzept des freien Mandats und die damit verbundenen Rechte, wie Immunität, Indemnität und finanzielle Entschädigung. Zudem wird das Spannungsverhältnis zwischen der formalen Autonomie des Abgeordneten und den realen Abhängigkeiten von Wählern, Fraktionen und Parteien aufgezeigt.
3. Vergleich der Abgeordnetenstellung
Dieser Abschnitt wird sich mit der konkreten Entwicklung der Abgeordnetenstellung im Reichstag (1871-1918 und 1919-1933) und im Bundestag (1949-2007) auseinandersetzen. Er wird die jeweiligen Bedingungen, Rechte und Einflussmöglichkeiten der Abgeordneten in den verschiedenen politischen Systemen gegenüberstellen und mögliche Veränderungen und Kontinuitäten aufzeigen.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit den zentralen Themen des Parlamentarismus, der Abgeordnetenstellung, des freien Mandats, der Fraktionsdisziplin und der historischen Entwicklung des deutschen Parlamentssystems. Sie analysiert die Rolle des Abgeordneten als Vertreter des Volkes und untersucht die Abhängigkeiten von politischen Organisationen und wirtschaftlichen Interessen. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung der Abgeordnetenrechte für die demokratische Legitimation und das Funktionieren des Parlamentarismus im Vergleich unterschiedlicher politischer Systeme.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich die Unabhängigkeit der Abgeordneten verändert?
Die Arbeit zeigt, dass sich die Stellung in der Praxis stark gewandelt hat, insbesondere durch die Professionalisierung, die Finanzierung (Diäten) und das engere Verhältnis zu Parteien und Fraktionen.
Was ist der Unterschied zwischen Immunität und Indemnität?
Indemnität schützt Abgeordnete vor Verfolgung wegen ihrer Äußerungen im Parlament, während Immunität den Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung im Allgemeinen bezeichnet.
Was bedeutet das „freie Mandat“?
Abgeordnete sind laut Verfassung nur ihrem Gewissen unterworfen und an keine Aufträge oder Weisungen gebunden, was jedoch oft im Spannungsverhältnis zur Fraktionsdisziplin steht.
Wie war die Stellung der Abgeordneten im Kaiserreich (1871-1918)?
Im Kaiserreich erhielten Abgeordnete zunächst keine Entschädigung (Diätenlosigkeit), was ihre Unabhängigkeit und soziale Zusammensetzung massiv beeinflusste.
Hat sich der politische Einfluss der Abgeordneten über die Zeit erhöht?
Die Arbeit bezweifelt dies, da der Gestaltungsspielraum eher von der allgemeinen Machtstellung des Parlaments im jeweiligen Regierungssystem abhängt als von individuellen Rechten.
- Quote paper
- Benjamin Triebe (Author), 2007, Die Stellung des Abgeordneten in deutschen Parlamenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89137