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Proliferation von Massenvernichtungswaffen

Eine der größten Herausforderungen der Sicherheitspolitik

Title: Proliferation von Massenvernichtungswaffen

Presentation (Elaboration) , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fabian Ellermann (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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Summary Excerpt Details

Die Proliferation von Massenvernichtungswaffen in der Zeit nach dem Kalten Krieg ist eine der großen sicherheitspolitischen Herausforderungen, vor der nicht nur die westliche Staatengemeinschaft steht. Als Beispiel sei die Gefahr genannt, dass Terrorgruppen oder auch Staaten wie der Iran, der Israel offen mit Vernichtung droht, Massenvernichtungswaffen für ihre Zwecke einsetzen.
Trotz bestehender Instrumente, wie dem Atomwaffensperrvertrag, um der Proliferation von Massenvernichtungswaffen zu begegnen, ist feststellbar, dass die Zahl von mit Massenvernichtungswaffen bewaffneten Staaten weiter anwächst. Auch die Gefahr der Bewaffnung von Terroristen mit diesen Waffen ist stark angestiegen. Als Beispiel sei hier der Giftgasanschlag der japanischen Aum Sekte in der Tokioter U-Bahn genannt. Dieses Referat soll klären, ob die Proliferation von Massenvernichtungswaffen eine unkontrollierbare Gefährdung der gesamten Menschheit darstellt, oder ob es sich bei ihr um ein eindämmbares Risiko handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das „kleine ABC“ der Massenvernichtungswaffen

2. Die Entwicklung der Bedeutung von Massenvernichtungswaffen – vom Kalten Krieg zum „zweiten Nuklearen Zeitalter“

3. Die Proliferation und daraus entstehende Risiken

3.1 Motivation von Akteuren zur Anschaffung von Massenvernichtungswaffen

3.1.1 Motivation staatlicher Akteure

3.1.2 Motivation nicht-staatlicher Akteure

3.2 Aus der Proliferation resultierende Gefahren

3.3 Der Proliferationsprozess am Beispiel des Proliferationsnetzwerk um A. Q. Kahn

4. Potentielle Möglichkeiten zur Eindämmung von Proliferation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sicherheitspolitische Problematik der Proliferation von Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen) in der Zeit nach dem Kalten Krieg. Das primäre Ziel ist es, die Beweggründe staatlicher und nicht-staatlicher Akteure für die Beschaffung solcher Arsenale zu analysieren sowie die daraus resultierenden Gefahren und die Effektivität bestehender Eindämmungsstrategien kritisch zu bewerten.

  • Definition und Wirkungsweise von atomaren, biologischen und chemischen Waffen.
  • Analyse der Akteursmotivationen (Sicherheit, Prestige, asymmetrische Kriegsführung).
  • Fallstudie: Das transnationale Proliferationsnetzwerk um A. Q. Kahn.
  • Bewertung von Rüstungskontrollinstrumenten und internationalen Abkommen.
  • Diskussion über Risiken durch den Aufstieg nicht-staatlicher Akteure und das „zweite nukleare Zeitalter“.

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Proliferationsprozess am Beispiel des Proliferationsnetzwerk um A. Q. Kahn

Es ist also wünschenswert, dass es nicht zu einer Ausweitung von Kernwaffenstaaten und einer Nuklearbewaffnung von Terroristen kommt. Zu diesem Zweck gibt es die bereits erwähnten Abkommen zur Nichtverbreitung. Trotzdem ist es möglich, sich Massenvernichtungswaffen illegal zu beschaffen. Besonders das Beispiel des Proliferationsnetzwerks um A.Q. Kahn hat dies eindrucksvoll bewiesen. So baute der Nuklearwissenschaftler Kahn zwischen 1976 und 1987 ein Forschungslaboratorium und ein Netzwerk zwischen Firmen auf, „das die zwischenstaatlichen Kontrollen der NSG und des Nichtverbreitungsvertrags (NVV) erfolgreich unterlief und so alle notwendigen Komponenten und Konstruktionspläne für den Bau der uranbasierten Kernwaffe Pakistans besorgte“36. Ab 1987 begann Kahn mit der Proliferation an andere Staaten. So lieferte er ab Ende 1987 Baupläne und für die Urananreicherung wichtige Komponenten, vor allem Zentrifugen, an den Iran und bis 2004 belegtermaßen außerdem an Nordkorea und Libyen. Bis zur kompletten Aufdeckung des Netzwerkes 2003 hatte es sich zu einer transnationalen Organisation gewandelt, die ihren Hauptsitz in Pakistan hatte und Produktionsstätten in Asien, Afrika dem Nahen Osten und Europa unterhielt.37

Von den Produktionsstätten gelangten die Komponenten per Schiff mit Hilfe gefälschter Papiere an die Empfänger.38 Auch mit fertigen oder ausrangierten pakistanischen Zentrifugen handelte das Kahn Netzwerk. Diese wurden auf dem Landweg nach Iran und per Flugzeug nach Nordkorea transferiert.39 Es war das erste mal, dass eine Privatperson es schaffte, ein Proliferationsnetzwerk aufzubauen. Gravierend dabei ist vor allem, dass die Länder, die Kahn belieferte, allesamt Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags waren und damit internationalen Kontrollen unterlagen. Dass trotz dieser Kontrollen das Netzwerk erst 2003 aufflog, zeigt, wie wenig die bestehenden Maßnahmen gegen Proliferation gegenüber nicht-staatlichen Proliferationsnetzwerken ausrichten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das „kleine ABC“ der Massenvernichtungswaffen: Definition der Proliferation und Erläuterung der verschiedenen Waffentypen unter Einbeziehung sicherheitstheoretischer Perspektiven auf deren zerstörerisches Potenzial.

2. Die Entwicklung der Bedeutung von Massenvernichtungswaffen – vom Kalten Krieg zum „zweiten Nuklearen Zeitalter“: Historischer Rückblick auf die Rolle von Atom-, Biowaffen und chemischen Kampfstoffen sowie der Übergang von einer bipolaren Bedrohung zu einer diffusen Risikolandschaft.

3. Die Proliferation und daraus entstehende Risiken: Untersuchung der Motive für den Erwerb von Massenvernichtungswaffen durch Staaten und terroristische Gruppierungen sowie eine detaillierte Analyse des Kahn-Netzwerkes.

4. Potentielle Möglichkeiten zur Eindämmung von Proliferation: Vorstellung und Bewertung von Kontrollmechanismen, Exportbeschränkungen und diplomatischen Strategien zur Bekämpfung der Verbreitung von ABC-Waffen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit bestehender Nichtverbreitungsregime und der anhaltenden Herausforderung durch den Willen einzelner Akteure, internationale Normen zu unterlaufen.

Schlüsselwörter

Proliferation, Massenvernichtungswaffen, Atomwaffen, Biologische Waffen, Chemische Waffen, Nukleararsenal, A. Q. Kahn, Terrorismus, Sicherheitspolitik, Atomwaffensperrvertrag, Rüstungswettlauf, Nichtverbreitung, Schurkenstaaten, Internationale Atomenergieorganisation, Schmutzige Bomben

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die durch die weltweite Verbreitung (Proliferation) von Massenvernichtungswaffen entstehen, und prüft, wie effektiv internationale Abkommen dieses Problem adressieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von ABC-Waffen, die historische Entwicklung ihrer Bedeutung, die Beweggründe verschiedener Akteure für ihre Anschaffung und die Gefahren, die von transnationalen Proliferationsnetzwerken ausgehen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die Proliferation von Massenvernichtungswaffen als unkontrollierbare Bedrohung für die Menschheit oder als eindämmbares Sicherheitsrisiko einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Literaturanalyse sowie einer Fallstudienanalyse, exemplarisch dargestellt am Proliferationsnetzwerk um den pakistanischen Nuklearforscher A. Q. Kahn.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von staatlichen und nicht-staatlichen Motivationsstrukturen, eine Risikoanalyse zur Verbreitung und eine Diskussion aktueller Eindämmungsmöglichkeiten durch staatliche und multilaterale Institutionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Proliferation, Massenvernichtungswaffen, Nichtverbreitung, Sicherheitspolitik und transnationale Netzwerke.

Warum spielt das Kahn-Netzwerk eine zentrale Rolle in der Argumentation?

Das Kahn-Netzwerk belegt eindrucksvoll, wie ein privater Akteur internationale Kontrollmechanismen und den Atomwaffensperrvertrag erfolgreich unterlaufen konnte, um Technologien an verschiedene Staaten zu verbreiten.

Wie schätzt der Autor die Gefahr durch terroristische Gruppen ein?

Der Autor stellt fest, dass das Interesse terroristischer Akteure an asymmetrischen Waffen steigt, da diese eine Art „Gleichgewicht des Schreckens“ gegenüber militärisch überlegenen Mächten herstellen könnten.

Welche Kritik übt die Arbeit an den aktuellen Eindämmungsversuchen?

Die Arbeit kritisiert, dass alle Maßnahmen letztlich vom politischen Willen der einzelnen Staaten abhängen und dass es an einer internationalen Kontrollinstanz mit wirklich uneingeschränkten Durchsetzungsbefugnissen mangelt.

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Details

Title
Proliferation von Massenvernichtungswaffen
Subtitle
Eine der größten Herausforderungen der Sicherheitspolitik
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Course
Internationale Beziehungen
Grade
1,7
Author
Fabian Ellermann (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V89168
ISBN (eBook)
9783638025874
ISBN (Book)
9783638921626
Language
German
Tags
Proliferation Massenvernichtungswaffen Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Ellermann (Author), 2008, Proliferation von Massenvernichtungswaffen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89168
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