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Paralleltextanalyse in der Presse

Titolistica contrastiva. Schlagzeilen in deutschen und italienischen Nachrichtenmagazinen

Title: Paralleltextanalyse in der Presse

Term Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: MA Stefanie Gentner (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Schlagzeilen und Titel sind entscheidende Faktoren, die den Leser zum Kauf eines Magazins oder einer Zeitung und zum Lesen eines Artikels bewegen. In der aktuellen Informationsgesellschaft mit immer mehr Konkurrenz und schnelllebigen Medien wie dem Internet müssen Informationen vor allem einladend und unterhaltsam vermittelt werden. Die Medien-Macher orientieren sich vermehrt am Anleser anstatt am Durchleser, denn letztere werden immer weniger. Auf dem üppigen Markt von Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen herrscht ein Kampf um den Konsumenten. In der Folge stellt nicht nur die Nachricht an sich, sondern gerade ihre gezielte Präsentation ein wichtiges journalistisches Stilprinzip dar.
Im Folgenden sollen die Titel der deutschen Nachtrichtenmagazine Spiegel und Focus mit denen der italienischen Gazetten L’Espresso und Panorama verglichen werden. Dabei ist die besondere Bedeutung von Nachrichtenmagazinen hervorzuheben. Sie sollen vor allem hintergründig und breit informieren. Außerdem soll der Leser unterhalten und amüsiert werden. Denn im Vergleich zu Tageszeitungen ist die Information in den wöchentlichen Magazinen meist schon alt und überholt.
Gerade kognitive und emotionale Elemente sollen unterhaltend-vergnüglich Wissen vermitteln und zum Lesen animieren. Natürlich ist zunächst der Inhalt der Nachricht beziehungsweise des Titels entscheidend. Wichtige Reizthemen, die beim Leser bekanntermaßen Interesse wecken, sind Religion, Tiere, Sex, Tod oder Promis. Eine entscheidende Rolle spielen aber auch die typographischen und textuell-sprachlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem ist bei oft am bunten und dynamischen Fernsehen orientierten Zeitschriften gerade der spielerische Aspekt der Überschrift entscheidend. Meist geht es um Emotionen, was soweit führt, dass auch harte politische Nachrichten emotional-suggestiv verpackt werden.
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass der Titel immer wichtiger wird. Der Trend, egal in welchem Land, geht klar weg von der informationsorientierten, resümierenden Darstellungsfunktion hin zur emotionalisierten, suggestiven Ausdrucks- und Apellfunktion. Der Leser achtet auf Ästhetik und Text, er will vor allem unterhalten werden – nicht nur informiert. Daraus ergibt sich eine lustvoll gestaltete Zeichengebung, die das konventionelle, von Saussur definierte Verhältnis zwischen signifiant (Bezeichnendes) und signifié (Bezeichnetes) bricht und so Unterhaltung und Spannung erzeugt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Bedeutung von Schlagzeilen in Printmedien

2. Schlagzeilen im Sprachvergleich: L’Espresso, Panorama – Focus, Spiegel

2.1. Theoretische Vorüberlegungen

2.2. Layoutvorgaben und Typologie

2.3. Suggestive Kurztitel

2.4. Personifizierte Titel

2.5. Spielerisch-kreative Titel

2.6. Anspielungstitel

2.7. Gesprächstitel

3. Zusammenfassung: Ergebnisse und Fazit der Untersuchung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Gestaltung von Schlagzeilen in deutschen (Spiegel, Focus) und italienischen (L’Espresso, Panorama) Nachrichtenmagazinen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den journalistischen Strategien zur Leserbindung im Zeitalter des "Infotainment" zu identifizieren.

  • Kontrastive Analyse deutscher und italienischer Mediensprache
  • Einfluss von Layoutvorgaben auf die Schlagzeilengestaltung
  • Stilistische Kategorisierung von Titeln (kurz, personifiziert, spielerisch, anspielungsreich)
  • Rolle emotionalisierender und suggestiver Ausdrucksformen in Printmedien
  • Untersuchung intertextueller Bezüge und Dialogisierungsstrategien

Auszug aus dem Buch

2.4. Personifizierte Titel

Personen, gerade Prominente, wecken Aufmerksamkeit. Subjekte sind interessanter als Objekte oder bloße Fakten. Das wissen gerade auch die Medien-Macher. Deshalb ist die mit am häufigsten eingesetzte Titel-Variante die Personifizierung. Gudrun Held bezeichnet sie als ein Wesensmerkmal des heutigen Journalismus: „Die omnipräsente Personifizierung, wo Namen für Ereignisse und komplexe Vorgänge stehen (...)“ (Held, 1996, 125). Sie bezieht den Leser mit ein, schafft mehr Intimität, Privatheit und Nähe. Es geht um gefühlsbetonte Identifikation und persönliche Integration, aber auch um Dramatisierung und Sensationen. Durch Emphase und bestimmte Schlagwörter, meist Namen, entsteht eine Emotionalisierung. Die Akteure werden immer wichtiger, daher gibt es klar einen Trend zur Personalisierung.

Tatsächlich heißt das, dass in immer mehr Texten Themen über Prominente und Pseude-Prominente bearbeitet werden. Der Leser will ganz einfach wissen, was die großen Stars und Promis aus dem Fernsehen so machen. Unzählige Beispiele lassen sich hierzu vor allem in den italienischen Magazinen finden. Immerhin enthalten fast 40 Prozent aller Titel Personennamen, wie „Terminator Alessandra“ (über Alessandra Mussolini) (ESP, 12/2005, 56), „Salvate il soldato Kerry“ (PAN, 39/2004, 126), „Thriller Jackson“ (ESP, 9/2005, 44), „T’adoriam Silvio divino“ (ESP, 16/17/2005, 54) oder Personifizierungen ohne direkt angesprochne Namen, wie „Pretty Lady“ (ESP, 9/2005, 184), „Madame Glam“ (ESP, 10/2005, 192).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Bedeutung von Schlagzeilen in Printmedien: Das Kapitel erläutert den wachsenden Stellenwert von Überschriften als entscheidendes Mittel zur Leserbindung im harten Wettbewerb der Medien und führt in die Vergleichsmedien ein.

2. Schlagzeilen im Sprachvergleich: L’Espresso, Panorama – Focus, Spiegel: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert verschiedene stilistische Strategien – von Kurztiteln über Personifizierungen bis hin zu Gesprächstiteln – in den gewählten Magazinen.

3. Zusammenfassung: Ergebnisse und Fazit der Untersuchung: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach italienische Medien verspielter und emotionaler agieren, während deutsche Magazine informativer und neutraler gestaltet sind.

Schlüsselwörter

Kontrastive Linguistik, Nachrichtenmagazine, Schlagzeilen, Infotainment, Personifizierung, Anspielungstitel, Intertextualität, Mediensprache, Journalismus, Sprachvergleich, Suggestion, Sprachspiele, Printmedien, Layoutanalyse, Emotionalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie deutsche und italienische Nachrichtenmagazine ihre Schlagzeilen gestalten, um den Leser im Wettbewerb um Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen.

Welche Magazine werden für den Vergleich herangezogen?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die deutschen Magazine "Spiegel" und "Focus" sowie die italienischen Pendants "L’Espresso" und "Panorama".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im journalistischen Umgang mit Titeln aufzuzeigen und zu ergründen, wie sprachliche Mittel zur Emotionalisierung und Bindung der Leserschaft eingesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive linguistische Analyse durchgeführt, die Schlagzeilen aus verschiedenen Ausgaben systematisch nach Kriterien wie Syntax, Semantik und rhetorischen Mitteln klassifiziert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Titel-Varianten, darunter suggestive Kurztitel, Personifizierungen, spielerisch-kreative Wortschöpfungen, intertextuelle Anspielungen und dialogische Gesprächstitel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Infotainment", "Intertextualität", "Personifizierung" und "kontrastive Mediensprache".

Welche Unterschiede werden zwischen deutschen und italienischen Schlagzeilen hervorgehoben?

Italienische Redakteure arbeiten häufiger mit Wortwitz, kreativen Anspielungen und einer stärkeren Emotionalisierung, während deutsche Titel tendenziell etwas sachlicher und informativer gehalten sind.

Wie spielt das Layout eine Rolle für die Titelgestaltung?

Das Layout, insbesondere die Spaltenbreite und die gestalterischen Vorgaben der Redaktion, zwingt Journalisten oft zu Kompromissen bei der Länge und der Wortwahl der Überschriften.

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Details

Title
Paralleltextanalyse in der Presse
Subtitle
Titolistica contrastiva. Schlagzeilen in deutschen und italienischen Nachrichtenmagazinen
College
LMU Munich  (Italianistik)
Grade
2
Author
MA Stefanie Gentner (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V89197
ISBN (eBook)
9783638026048
ISBN (Book)
9783638925013
Language
German
Tags
Paralleltextanalyse Presse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Stefanie Gentner (Author), 2005, Paralleltextanalyse in der Presse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89197
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