Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Media and Politics, Politic Communications

The Black Man’s CNN

Rap als politischer und gesellschaftlicher Diskurs

Title: The Black Man’s CNN

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Theresa Henning (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Black Music“ barg über Jahrhunderte das Potential, Unterdrückung und Rassentrennung zu beklagen. Doch erst in den frühen 80er Jahren begannen afroamerikanische Männer in der South Bronx New Yorks, Musik intensiv als Medium zu nutzen, um politische Meinungen zu artikulieren und ein Bewusstsein für soziale Missstände zu schaffen. Die informelle Segregation erwies sich als weitaus hartnäckiger als die gesetzliche, denn der Rassismus war noch tief in den Köpfen der weißen Mehrheit eingegraben. Vor diesem Hintergrund entstand in den 70er Jahren die Hip-Hop-Kultur als eine Alternative zu den Bandenkriegen der späten 60er Jahre. Sie funktionierte jedoch zuerst lange Zeit nur im Untergrund, wo sich einst rivalisierende Gangs nun gegenseitig Wortgefechte (sogenannte „Battles“) im Sprechgesang lieferten. Es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die neue Bewegung auch außerhalb der schwarzen Szene Aufmerksamkeit erhielt. 1979 wurden erste Platten veröffentlicht (allen voran „Rapper’s Delight“ von der Sugarhill Gang), und mit „The Message“ (von Grandmaster Flash and the Furious Five) gerieten schließlich diejenigen, die sich stets nur am Rande der Gesellschaft befanden, zum ersten Mal in das Zentrum weißer Wahrnehmung. Dieser Hit aus dem Jahre 1982 leitete eine Phase des inhaltlich bestimmten und engagierten Rap ein. Hip Hop wurde zu einer Lebensphilosophie („Hip Hop is not just a music, it is an attitude, it is an awareness, it is a way to view the world.“ ) und Rap zu einer Ausdrucksform, die Chuck D, Frontmann der Gruppe Public Enemy, Mitte der 80er Jahre zum CNN der schwarzen Bevölkerung („the black man’s CNN“) ernannte. „Rap hat den Schwarzen eine Sprache gegeben.“ Da das Fernsehen nur einseitige Informationen lieferte, erfuhren sie beim Hören der Musik erstmals etwas über die Lebensverhältnisse anderer Afroamerikaner. Rap wird in den folgenden Jahren für Gruppen wie Public Enemy, Boogie Down Productions und etwas später Dead Prez zum Medium für Botschaften, zum „Message Rap“. Ihr erklärtes Ziel ist es, schwarze Jugendliche in ihrer eigenen Sprache anzusprechen und sie über Themen aufzuklären, die für ihr Leben eine Rolle spielen. Die Texte dieser Künstler sollen im Folgenden als Grundlage dienen, um den Rap der 80er und 90er Jahre als ein wichtiges Kommunikationsmedium für die Reproduktion und Verbreitung politischer und sozialer Ansichten herauszustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Rap als Sprachrohr der Unterdrückten

2. Ghettozentrismus

3. Afrozentrismus

4. Gangsta Rap und Rassismus

5. „Stop the Violence“ und Selbstkritik

6. Conscious Rap

7. Religion

8. Merkmale der Diskursstrategie

9. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Hip-Hop als politisches Kommunikationsmedium, das besonders in den 1980er und 1990er Jahren afroamerikanische Perspektiven artikulierte und soziale Missstände thematisierte. Ziel ist es, Rap als ein Sprachrohr der Unterdrückten zu analysieren, das sich durch verschiedene inhaltliche Strömungen wie Ghettozentrismus und Afrozentrismus auszeichnet.

  • Die Funktion von Rap als "Black man's CNN" zur Vermittlung politischer Ansichten
  • Die Darstellung des Ghettos als identitätsstiftender Raum und Spiegel gesellschaftlicher Probleme
  • Die Rolle von Afrozentrismus und schwarzem Nationalismus als Strategien gegen Rassismus
  • Die Abgrenzung von "Conscious Rap" gegenüber kommerziellem Gangsta Rap
  • Die sprachlichen und diskursiven Strategien der Künstler zur Authentizitätssicherung

Auszug aus dem Buch

1. Einführung: Rap als Sprachrohr der Unterdrückten

„Black Music“ barg über Jahrhunderte das Potential, Unterdrückung und Rassentrennung zu beklagen. Doch erst in den frühen 80er Jahren begannen afroamerikanische Männer in der South Bronx New Yorks, Musik intensiv als Medium zu nutzen, um politische Meinungen zu artikulieren und ein Bewusstsein für soziale Missstände zu schaffen. Die informelle Segregation erwies sich als weitaus hartnäckiger als die gesetzliche, denn der Rassismus war noch tief in den Köpfen der weißen Mehrheit eingegraben. Afroamerikaner blieben weiterhin Opfer gesellschaftlicher Ausgrenzung; Interaktion fand deshalb nur innerhalb der Gruppe statt und führte zur Entstehung einer afroamerikanischen Subkultur.

Vor diesem Hintergrund entstand in den 70er Jahren die Hip-Hop-Kultur als eine Alternative zu den Bandenkriegen der späten 60er Jahre. Sie funktionierte jedoch zuerst lange Zeit nur im Untergrund, wo sich einst rivalisierende Gangs nun gegenseitig Wortgefechte (sogenannte „Battles“) im Sprechgesang lieferten. Diese künstlerischen Wettbewerbe, bei denen es mehr um Schlagfertigkeit und Wortgewandtheit als um Inhalte ging, schränkten die physische Gewalt der Straße ein. Es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die neue Bewegung auch außerhalb der schwarzen Szene Aufmerksamkeit erhielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Rap als Sprachrohr der Unterdrückten: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge des Hip-Hop in der South Bronx als Reaktion auf soziale Ausgrenzung und als Medium für politische Artikulation.

2. Ghettozentrismus: Hier wird analysiert, wie Rapper das Leben in Armengegenden und den Kampf gegen alltägliche Diskriminierung und Polizeigewalt thematisieren.

3. Afrozentrismus: Das Kapitel beschreibt die Hinwendung zu afrikanischen Wurzeln und die Nutzung des schwarzen Nationalismus als psychologische Waffe gegen den Rassismus.

4. Gangsta Rap und Rassismus: Die Untersuchung befasst sich mit den radikalen Ausprägungen des Rap, die soziale Konventionen ablehnen und den Konflikt mit der weißen Gesellschaft zuspitzen.

5. „Stop the Violence“ und Selbstkritik: Hier wird der Wandel hin zur Gewaltablehnung und zur Nutzung von Sprache als "Waffe" im Kampf um Gerechtigkeit behandelt.

6. Conscious Rap: Dieses Kapitel definiert "Conscious Rap" als bildungsorientiertes Medium, das den Hörern Verhaltensregeln und politisches Bewusstsein vermitteln soll.

7. Religion: Die kritische Auseinandersetzung der Künstler mit der institutionalisierten Kirche und die Suche nach spirituellem Halt stehen hier im Fokus.

8. Merkmale der Diskursstrategie: Das Kapitel analysiert die rhetorischen und stilistischen Mittel, wie etwa Lokalisierung und Authentizität ("keeping it real"), die für die Glaubwürdigkeit politischer Rap-Texte essenziell sind.

9. Schlussbetrachtungen: Das Fazit zieht eine Bilanz der politischen Relevanz von Hip-Hop und warnt vor der zunehmenden Kommerzialisierung der Musik zu Lasten inhaltlicher Tiefe.

Schlüsselwörter

Hip-Hop, Rap, Afroamerikaner, Ghettozentrismus, Afrozentrismus, Politischer Diskurs, Conscious Rap, Gangsta Rap, Diskursstrategie, Rassismus, Soziale Missstände, Black Power, Identität, Authentizität, Kommerzialisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung von Rap-Musik als politisches und gesellschaftliches Ausdrucksmittel der afroamerikanischen Bevölkerung in den 1980er und 1990er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Lebensrealität im Ghetto, die Rückbesinnung auf afrikanische Identität, Kritik am Rassismus und die erzieherische Funktion von Musik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hip-Hop-Künstler ihre Musik als "Black man’s CNN" nutzten, um politische Meinungen zu artikulieren und ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Verfasserin nutzt eine textanalytische Herangehensweise, bei der Liedtexte verschiedener Interpreten und Gruppen als primäre Quellen untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Strömungen wie der Ghetto- und Afrozentrismus, das Konzept des Conscious Rap sowie die Rolle von Religion und spezifischen Diskursstrategien analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören "Ghettozentrismus", "Afrozentrismus", "Message Rap", "Authentizität" und der Prozess der "Kommerzialisierung".

Welche Rolle spielt die Polizei in den analysierten Rap-Texten?

Die Polizei wird in vielen Texten, insbesondere von Gruppen wie Dead Prez und Boogie Down Productions, als repressive Instanz und korruptes Machtinstrument des Staates dargestellt.

Wie unterscheidet sich "Conscious Rap" vom kommerziellen Rap?

Conscious Rap verfolgt das Ziel der Bildung und sozialen Aufklärung der Hörer, während der heute dominierende kommerzielle Rap nach Ansicht der Autorin verstärkt Unterhaltungszwecken dient.

Welche Bedeutung hat der Begriff "Black man’s CNN"?

Der Begriff, geprägt von Chuck D (Public Enemy), beschreibt Rap als alternative Nachrichtenquelle, die einseitige Informationen der Mainstream-Medien ergänzt oder korrigiert.

Warum spielt die Lokalisierung eine so große Rolle im Rap-Diskurs?

Die Lokalisierung dient der Legitimation des Künstlers, indem er sich durch die Nennung seiner Herkunft und Zugehörigkeit als authentischer Vertreter seiner Lebenswelt ausweist.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
The Black Man’s CNN
Subtitle
Rap als politischer und gesellschaftlicher Diskurs
College
University of Siegen  (Sprach-. Liteartur- und Medienwissenschaften)
Course
Politische Kommunikation
Grade
1,3
Author
Theresa Henning (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V89214
ISBN (eBook)
9783638028745
ISBN (Book)
9783638928632
Language
German
Tags
Black Man’s Politische Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresa Henning (Author), 2004, The Black Man’s CNN, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89214
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint