"Mit lobelîchen êren unz an ir endes zît" oder: Das Museum, das keines ist

Porträt des Nibelungenmuseums in Worms


Seminararbeit, 2002

34 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis und Gliederung

Literaturverzeichnis und Aufstellung der Anlagen

Vorwort in eigener Sache

I. Einführung

II. Ein Museum, das keines ist
II.1. Rundgang
II.2. Der Rütelin im Sehturm
II.3. Im Hörturm
II.4. Der Schatzraum

III. Die Multimediapräsentation eines mittelalterlichen Textes
III.1. Schrift und Bild
III.2. Die Verbindung von Hören, Sehen und Computeranimation
III.3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis und Aufstellung der Anlagen

Aufgrund der Besonderheit der mangelnden Sekundärliteratur habe ich mir gestattet, das von mir verwendete Material in der Anlage beizufügen und in den Fußnoten jeweils auf diese zu verweisen.

Zeitungsmaterial:

- Rhein-Neckar-Zeitung vom 16.08.2001
- Badisches Tagblatt vom 18.08.2001
- Rhein-Neckar-Zeitung vom 20.08.2001
- Hildesheimer Zeitung vom 24.08.2001
- Frankfurter Neue Presse vom 18.08.2001
- Darmstädter Echo vom 20.08.2001
- Neue Zürcher Zeitung vom 19.09.2001
- Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.08.2001

Internetmaterial:

- http://perso.wanadoo.fr/aplush/nibelungenmuseum
- http://www.swr.de/rp/treffpunkt/freizeit /2001/10/04/
beitrag4.html
- http://www.worm-city.de/museum.htm
- http://www.uni-bayreuth.de/departments/aedph/2001
- http://www.welt.de/daten/2001/08/20/0820ku276062.thx
- http://km2.net/aplush/nibelungemuseum/Pressemitteilung
- http:www.pm-magazin.de/de/medientipps
- http://www.servus.at/ILIAS/flusser.htm
- http://www.schmidt.uni-halle.de/essays/texte/scheff2.htm

Material, vom Museum angeboten

„Das Buch des anonymen Dichters“, Museumsführer,

Nibelungenmuseum-Betriebs-GmbH

Sowie

- Belting, Hans: Das Bild als Text. Wandmalerei und Literatur im Zeitalter Dantes. In: Belting, Hans/Blume, Dieter (Hg.): Malerei und Stadtkultur in der Dantezeit. München 1989
- De Boor, Helmut: Das Nibelungenlied. 22. Auflage. Wiesbaden: Heinrich Albert Verlag 1996
- Wenzel, Horst: Hören und Sehen. Schrift und Bild. Kultur und Gedächtnis im Mit telalter. München: Beck Verlag 1995

Vorwort in eigener Sache

„Ze Wormez bî dem Rîne si wonten mit ir chraft

in diente von ir landen vil stolziu ritterscaft...“[1]

Sollte der zum Besuch des Nibelungenmuseums Geneigte diese Worte im Ohr haben, während er über die Rheinbrücke und durch das Nibelungentor die Stadtgrenze zu Worms passiert, würde es ihn nicht weiter verwundern, dass diese Stadt voll ist von Kriemhildsstuben, Nibelungenhotels, Brünnhildsklausen, Siegfriedsalleen, Gernotsecken. Immerhin jedoch gibt es ein richtiges Denkmal am Rheinufer, just an der Stelle, an welcher der legendäre Schatz der Nibelungen von Hagen, dem Grimmen und dort Verewigten, versenkt worden sein soll.

Ein wenig in die Jahre gekommen zwar, doch liebevoll gepflegt und immer wieder erwähnt, präsentiert sich Hagen dem Spaziergänger, genau wie all´ jene Relikte der burgundischen Zeiten, in denen die Stadt der Mittel- und Ausgangspunkt des gnadenlosen Umgangs mit dem eigenen und dem Leben anderer war, schrecklicher Leiden, die in einem Blutbad sondergleichen endeten – so zumindest nach dem zum deutschen Nationalepos erkorenen Nibelungenlied.

Da hier von Relikten die Rede ist, muß hinzugefügt werden, dass die Wormser in ihrer Verzweiflung ob des Nichtvorhandenseins spezifischer geschichtlicher Artefakte alles vermarkten und als „nibelungig“ präsentieren, was auch nur im Entferntesten mit dem Nibelungenlied in Zusammenhang gesetzt werden könnte.

Jetzt besitzen sie ein Nibelungenmuseum – eins der modernen Art, was äußerlich so gar nicht zum Habitus „derer von Burgund“ passt, sieht man einmal von den Kabinen aus Edelstahl ab, dessen Eigenschaften vielleicht so manches Schwert zur Mordwaffe mutieren ließen

Direkt hinter und an der Stadtmauer gelegen, versteckt sich das Museum vor dem Ortsunkundigen. Es bedarf schon der Nachfrage, die auch prompt und freundlich beantwortet wird - die Wormser sind stolz auf ihr Museum.

Vor dem Museum stehend, erlebt der Besucher eine – individualgeschmacklich sicher verschiedenartig beurteilte – Symbiose aus Alt und Neu.[2]

Vielleicht ist er dadurch jetzt, sofern er davon weiß, in der Lage, zu verstehen, warum sich viele der Wormser 1998 zu einem Bürgerentscheid formierten, der den Bau des Museums unterbinden wollte. Spätestens nach dem Rundgang kann er den Gedanken nachvollziehen, der so manchen Wormser veranlasste, sich dem Aufbegehren anzuschließen. Die Stadtmauer, die man während des Rundganges betritt und einen nicht unerheblichen Teil des gesamtmuseologischen Anliegens darstellt, war es, die geschützt werden sollte, immerhin eines jener Artefakte aus Wormser Kaiser-, Investiturstreit- und Lutherzeiten.

Immerhin gelang es den Gegnern des Museumsprojektes, ganz nach Art „küener recken strîten“, den Baufortgang für elf Monate zu stoppen; auf den in Anlage 2 enthaltenen Artikelausschnitt der Rhein-Neckar-Zeitung sowie auf den letzten Absatz des in Anlage 4 beigefügten Artikels der Hildesheimer Zeitung sei verwiesen.

Jetzt steht das Museum, wenn auch nicht minder umstritten, und all´ den bösen Zungen zum Trotz, die meinen, eine Museumsstätte, die sich der Veranschaulichung und Rezeption des deutschen Nationalepos widme, sei nicht von Wert und habe daher keine Daseinsberechtigung, kann der Besucher gespannt das Museum betreten und Teilnehmer einer Multimediashow werden, die einen einzigartigen Eindruck hinterlässt.

Nach dem ca. 70-minütigen Rundgang bleibt dann immer noch die Möglichkeit, ein Stück vom Schatz der Nibelungen zu erwerben und mit dem Geschmack von schmelzender Schokolade zum Dom zu wandern – denn der ist echt.

I. Einführung

Warum ist es so schwierig, darüber zu schreiben? Das Nibelungenlied ist bekannt, aber ob es je in der Art erlebt wurde, weiß keiner. Man durchwandert ein einem Liede, wenngleich Nationalepos der Deutschen, gewidmetes Museum ohne ein einziges, wirklich „primäres“ Exponat, recherchiert quasi ohne Sekundärliteratur, sucht die Stadt Worms nach Beweisen ab und findet stetige Hinweise auf „könnte hier...“, „ist wahrscheinlich hier...“, „...soll hier versenkt...“ – nichts, was bewiesen ist. Und schreibt dann über dieses Museum, das keines ist - zumindest nicht im herkömmlichen Sinne.

[...]


[1] Das Nibelungenlied, 1. Âventiure, Str. 6, S. 4

[2] Zur Anschaulichkeit: Anlage 1

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
"Mit lobelîchen êren unz an ir endes zît" oder: Das Museum, das keines ist
Untertitel
Porträt des Nibelungenmuseums in Worms
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Mediävistik II
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
34
Katalognummer
V89217
ISBN (eBook)
9783638043830
ISBN (Buch)
9783638940412
Dateigröße
7119 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ein Museum, das keines ist #Rundgang #Der Rütelin im Sehturm #Im Hörturm #Die Schatzkammer #Die Multimediapräsentation eines mittelalterlichen Textes #Schrift und Bild #Die Verbindung von Hören, Sehen und Computer-Animation #Zusammenfassung
Schlagworte
Museum, Mediävistik
Arbeit zitieren
Diplomgermanistin Dorothee Noras (Autor), 2002, "Mit lobelîchen êren unz an ir endes zît" oder: Das Museum, das keines ist, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89217

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