Die vorliegende Hausarbeit untersucht zunächst die Existenz einer Symbiose zwischen den USA und Mexiko nach politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Anschließend soll dann die Wirtschaftssymbiose und interdependente Beziehung zwischen den USA und Mexiko herausgestellt und nach bestimmten Interdependenzmerkmalen bewiesen und untermauert werden. In Kapitel 2 und Kapitelabschnitt 2.1 wird im Allgemeinen auf Symbiose und deren evolutionstheoretische Entwicklung sowie speziell auf die Begrifflichkeit der Wirtschaftssymbiose eingegangen. An dieser Stelle wird darüberhinaus geklärt, inwiefern sich die daraus ergebenden Definitionen auf das bilaterale Verhältnis der USA und Mexiko anwenden und übertragen lassen. Um einen geschichtlichen Rahmen für die Thematik zu schaffen, gibt Kapitel 3 einen historischen Rückblick auf das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko. Es wird sich zeigen, dass beide Länder seit dem Anfang ihres Bestehens in vielerlei Hinsicht zueinander in Kontakt gestanden haben und, dass sich ihre von vielen Konflikten geprägte Beziehung im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer kooperativen und vernetzten Form der Interdependenz entwickelt hat. Als separater Teil der U.S.-mexikanischen Beziehungen soll in Kapitel 4 das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA behandelt werden. Es wird gezeigt, inwieweit das NAFTA zum wirtschaftlichen Verhältnis zwischen den USA und Mexiko beitragen konnte und welches der beiden Länder von dem Abkommen wahrscheinlich am meisten profitiert hat. Kapitel 5 bildet dann letztendlich das Kernstück dieser Abhandlung. In diesem Teil wird die Wirtschaftssymbiose zwischen den USA und Mexiko anhand von vier ausgewählten Kriterien identifiziert und unterstrichen. Dabei wird auf die US Foreign Direct Investments in Mexiko, den Güterhandel zwischen beiden Ländern, die mexikanische Maquiladora Industrie und auf die Bedeutung mexikanischer Immigranten und Arbeiter in den USA eingegangen. In Teilabschnitt 5.3.1 soll mit Hilfe der bilateralen Automobilindustrie die Wirtschaftssymbiose beispielhaft nochmals praktisch verdeutlicht werden. Die Hausarbeit abschließend, wird in Kapitel 6 noch ein kurzes Resumee über die gewonnen Erkenntnisse und Beobachtungen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Symbiose
2.1 Wirtschaftssymbiose
3 Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den USA und Mexiko - Ein Rückblick
4 Das North American Free Trade Agreement - NAFTA
5 Die Interdependenz: USA - Mexiko
5.1 U.S.-Foreign Direct Investments in Mexiko
5.2 Der Güterhandel zwischen den USA und Mexiko
5.3 Die Maquiladora Industrie
5.3.1 Die Automobilindustrie als Musterbeispiel der Wirtschaftssymbiose
5.4 Mexikanische Immigranten und Arbeiter in den USA
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese, dass zwischen den USA und Mexiko eine Wirtschaftssymbiose besteht, die über bloße Handelsbeziehungen hinausgeht und eine tiefgreifende wechselseitige Abhängigkeit darstellt. Ziel ist es, diese Interdependenz anhand historischer Entwicklungen und aktueller wirtschaftlicher Kennzahlen theoretisch zu begründen und empirisch zu belegen.
- Grundlagen der Symbiosetheorie im Kontext von Wirtschaft und Gesellschaft.
- Historischer Rückblick auf die politischen und wirtschaftlichen Spannungsfelder zwischen den USA und Mexiko.
- Analyse des Einflusses des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) auf die regionale Vernetzung.
- Bewertung zentraler Indikatoren wie Foreign Direct Investments (FDI), Warenströme und die Maquiladora-Industrie.
- Untersuchung der sozioökonomischen Bedeutung mexikanischer Arbeitsmigration für die US-Wirtschaft.
Auszug aus dem Buch
5.3 Die Maquiladora Industrie
Maquiladoras sind mexikanische, zum Großteil an der Grenze zu den USA angesiedelte Betriebe, die, vertraglich gebunden an ein ausländisches, meistens U.S.-amerikanisches Unternehmen, fremde Rohstoffe, Vorprodukte und Bauteile importieren, diese dann im Fertigungs- und Verarbeitungsprozess zur Endmontage bringen und anschließend die fertigen Endprodukte wieder in das Ausland exportieren oder zu einem geringen Teil in Mexiko verkaufen. Das Konzept der Maquiladora Industrie „basiert [daher] auf dem Konzept der Co-Produktion mit dem Vorteil der relativ geringen mexikanischen Lohnkosten und dem leichten Zugang zum wichtigen U.S.-Absatzmarkt“ Vor allem die besonders arbeitsintensiven Branchen wie die Textilindustrie, die Elektronikindustrie und die Automobilindustrie (vgl. auch Abschnitt 5.3.1) versuchen diesen Kosten- und Standortvorteil der Maquiladora Industrie für sich zu nutzen.
Die mexikanische Maquiladora Industrie ist seit ihrer Entstehung Mitte der 60er Jahre in vielerlei Hinsicht ein essentieller Bestandteil der wirtschaftlichen U.S.-mexikanischen Beziehungen geworden. Mexiko konnte mit Hilfe der Maquiladoras dringend benötigtes ausländisches Kapital, speziell aus den USA, anziehen und somit auch die FDI in Mexiko steigern. Konsequenterweise trägt die Maquiladora Industrie mittlerweile zu 35% der gesamten mexikanischen Importe, zu fast 50% der Exporte sowie zu 2% des mexikanischen BIP bei und repräsentiert 14% der gesamten mexikanischen Produktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die methodische Herangehensweise an das Thema Wirtschaftssymbiose.
2 Symbiose: Dieses Kapitel definiert den biologischen Ursprung der Symbiosetheorie und überträgt das Konzept auf gesellschaftliche und ökonomische Strukturen.
3 Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den USA und Mexiko - Ein Rückblick: Das Kapitel bietet eine historische Einordnung der bilateralen Spannungen und Kooperationen seit dem 19. Jahrhundert.
4 Das North American Free Trade Agreement - NAFTA: Es wird untersucht, welche Auswirkungen der Freihandel auf die Deregulierung und Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen hatte.
5 Die Interdependenz: USA - Mexiko: Das Kernstück der Arbeit beleuchtet die vier Hauptindikatoren der wechselseitigen Abhängigkeit, darunter Direktinvestitionen und Migrationsströme.
5.1 U.S.-Foreign Direct Investments in Mexiko: Analyse des Kapitalflusses und der gestiegenen Bedeutung amerikanischer Direktinvestitionen für das mexikanische BIP.
5.2 Der Güterhandel zwischen den USA und Mexiko: Untersuchung des bilateralen Warenhandelsvolumens und der daraus resultierenden engen Marktverflechtung.
5.3 Die Maquiladora Industrie: Darstellung der Rolle von Grenzkombinaten in der Fertigung und deren Bedeutung für die Produktionskostenstruktur.
5.3.1 Die Automobilindustrie als Musterbeispiel der Wirtschaftssymbiose: Fallbeispiel für die funktionale Arbeitsteilung und den intra-industriellen Handel zwischen beiden Nationen.
5.4 Mexikanische Immigranten und Arbeiter in den USA: Analyse des Einflusses mexikanischer Arbeitskräfte und Remissionen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft beider Länder.
6 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Hypothese einer existierenden Wirtschaftssymbiose.
Schlüsselwörter
Symbiose, Wirtschaftssymbiose, Interdependenz, NAFTA, Außenhandel, Foreign Direct Investments, Maquiladora Industrie, Automobilindustrie, Arbeitsmigration, US-mexikanische Beziehungen, grenzüberschreitende Produktion, Bracero-Programm, Kapitalfluss, wirtschaftliche Integration, bilaterale Kooperation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Existenz einer sogenannten „Wirtschaftssymbiose“ zwischen den USA und Mexiko, um zu belegen, dass beide Staaten in einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Abhängigkeit zueinander stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf FDI (Direktinvestitionen), den bilateralen Güterhandel, die Maquiladora-Industrie sowie die Rolle mexikanischer Immigranten in der US-Wirtschaft.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die interdependente Beziehung beider Länder durch verschiedene Kriterien zu beweisen und zu untermauern, dass diese eine Symbiose darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Symbiosetheorie sowie einer empirischen Analyse anhand statistischer Daten (Handelsdaten, Investitionsvolumina, Migrationsstatistiken).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, die Analyse von NAFTA sowie eine detaillierte Untersuchung der vier gewählten Kriterien der wirtschaftlichen Verflechtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wirtschaftssymbiose, Interdependenz, NAFTA, Maquiladora-Industrie und bilaterale Handelsbeziehungen.
Inwiefern beeinflusst das NAFTA-Abkommen die Symbiose?
Das Abkommen fungiert als Katalysator, der durch Handelsliberalisierung und den Wegfall von Handelsbarrieren die wirtschaftliche Vernetzung zwischen den USA und Mexiko signifikant vertieft hat.
Warum ist die Automobilindustrie ein besonderes Beispiel?
Sie dient als Musterbeispiel, da hier ein hochkomplexer, inter-industrieller Güteraustausch stattfindet, bei dem die Vorproduktion in den USA und die Endmontage in Mexiko eine untrennbare Wertschöpfungskette bilden.
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- Christian Rodiek (Author), 2007, Die Wirtschaftssymbiose: USA - Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89229