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Frühberentungen bei psychischen Erkrankungen

Eine empirische Analyse des Faktors Geschlecht

Title: Frühberentungen bei psychischen Erkrankungen

Thesis (M.A.) , 2007 , 88 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magister Artium Stefanie Rohm (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Der Übertritt in den Ruhestand ist heute für alle erwerbstätigen Personen ein wichtiger Lebensabschnitt. Die Bedeutung dieses Ereignisses liegt in dem Rückzug aus dem Erwerbsleben, womit gleichzeitig die Herausforderung für eine neue alltägliche Lebensgestaltung besteht.

Gemeinhin wird angenommen, dass der Übergang in die Rente für Frauen weniger problematisch ist als für Männer. Das Argument bezieht sich auf die geschlechtsspezifische Einstellung zur Erwerbstätigkeit. “Men have […] a ‘one-dimensional’ view of life. Work is very important. Women have a more multidimensional perspective […]“ (Einerhand & van der Stelt 2005: 81). Bei Männern stellt die berufliche Tätigkeit folglich einen hohen Identitätsfaktor dar, während Frauen sich zumeist mehreren Dingen (Kindererziehung, Familie und Beruf) gleichzeitig widmen, woraufhin vielfach angenommen wird, Erwerbstätigkeit sei für sie weniger wichtig.

In einer US-Studie konnte gezeigt werden, dass der (Vor-)Ruhestand durchschnittlich zwei Jahre nach der Berentung eher von Männern positiv wahrgenommen wird, während sich bei Frauen depressive Symptome einstellen. Frühzeitige Berentung wieder-um verstärkt depressive Symptome vor allem bei Männern (Kim & Moen 2002). Der Ausschluss aus der Berufswelt ist demzufolge für viele Frühberentete mit gesellschaftlicher Exklusion aufgrund fehlender Partizipation am Arbeitsmarkt verbunden.

In einer Schweizer Studie wird darauf hingewiesen, dass beispielsweise der Status der Berufsunfähigkeit ein gering stigmatisierter Status ist - im Gegensatz zu dem der Arbeitslosigkeit (Herzer 2000). Möglicherweise stellt sich zudem nach jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit eine Art Gerechtigkeitsempfinden ein, den „Beitrag“ zur Gesellschaft bereits geleistet und damit Anspruch auf eine (vorzeitige) Rente zu haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Geschlecht und Frühberentung

2.1.1 Frühberentung in der Bundesrepublik Deutschland

2.1.2 Frühberentungen und sozioökonomischer Status

2.1.3 Frühberentung und Familienstand

2.1.4 Frühberentung und Erwerbstätigkeit

2.1.5 Fazit: Geschlecht und Frühberentung

2.2 Geschlecht und psychische Störungen

2.2.1 Allgemeine Epidemiologie

2.2.2 Geschlechtsunterschiede bei Depressionen

2.2.3 Geschlechtsunterschiede bei Angststörungen

2.2.4 Geschlechtsunterschiede bei somatoformen Störungen

2.2.5 Geschlechtsunterschiede bei Alkoholstörungen

2.2.6 Geschlechtsunterschiede bei Schizophrenie

2.2.7 Erwerbsarbeit, Geschlecht und psychische Gesundheit

2.2.8 Epidemiologie im Ost-West-Vergleich

2.2.9 Fazit: Geschlecht und psychische Störungen

2.3 Geschlecht und Erwerbsarbeit

2.3.1 Die Entwicklung der Lebensverlaufsforschung

2.3.2 Geschlechtsspezifik von Erwerbsverläufen in Westdeutschland

2.3.3 Erwerbsverläufe im Ost-West-Vergleich

2.3.4 Fazit: Geschlecht und Erwerbsarbeit

2.4 Zusammenfassung

3 Empirische Untersuchung

3.1 Datengrundlage

3.2 Methode

3.2.1 Soziodemographische Merkmale

3.2.2 Epidemiologische Merkmale

3.2.3 Erwerbsbezogene Rentenmerkmale

3.3 Ergebnisse

3.3.1 Frühberentung, Geschlecht und Risikofaktoren

3.3.2 Epidemiologie, Geschlecht und Region

3.3.3 Erwerbsverlauf, Geschlecht und Region

3.4 Diskussion der Ergebnisse

3.4.1 Frühberentung und Risikofaktoren

3.4.2 Frühberentung und Epidemiologie

3.4.3 Frühberentung und Erwerbsarbeit

3.4.4 Stärken und Schwächen der Methode

4 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle des Faktors Geschlecht beim Prozess der Frühberentung aufgrund psychischer Erkrankungen unter Einbeziehung erwerbsbiographischer Merkmale und regionaler Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.

  • Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Frühberentung
  • Einfluss von Geschlecht und sozioökonomischem Status auf die Erwerbsminderung
  • Analyse geschlechtsspezifischer Erwerbsverläufe und deren Auswirkungen auf das Rentenalter
  • Vergleichende Untersuchung der Situation in Ost- und Westdeutschland
  • Validierung epidemiologischer Daten durch Rentenversicherungsstatistiken

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Geschlechtsunterschiede bei Depressionen

Depressionen gehören zu den affektiven Erkrankungen und bezeichnen Veränderung in Stimmung und Antrieb, wobei sich das Spektrum von der leichten zumeist vorübergehenden bis hin zur manifesten schweren Depression erstreckt. Menschen mit einer depressiven Störung leiden unter übermäßig niedergeschlagenen Stimmungslagen verbunden mit Energielosigkeit bis hin zu Suizidgedanken (vgl. Ebner & Fischer 2004). „Depressionen sind weltweit die häufigste Ursache für mit Behinderung gelebte Lebensjahre. Durch keine andere Erkrankung gehen in Industrieländern mehr gesunde Lebensjahre verloren als durch Depressionen.“ (Spießl 2006: 166) Entsprechend geht man davon aus, dass die Depression häufigste psychische Erkrankung weltweit ist.

Nach Angaben des Bundesgesundheitssurvey wird bei Frauen zweimal häufiger eine Depression diagnostiziert als bei Männern. Die Zwölf-Monats-Prävalenz depressiver Erkrankungen beträgt 15,4 Prozent (Frauen) bzw. 8,5 Prozent (Männer), die Lebenszeitprävalenz liegt bei 25 Prozent der Frauen gegenüber 12,3 Prozent der Männer (Jacobi et al. 2004b: 6). Diskutiert werden in diesem Kontext häufig Vulnerabilitätsfaktoren aus der sozialen Umwelt wie kritische Lebensereignisse und chronische Stressoren. Empirisch wurde vielfach belegt, dass Frauen tendenziell öfter Opfer von Gewalt und sozial benachteiligt sind, sowie die Bürde der Doppelbelastung tragen. Medizinische Forschungsarbeiten verweisen dagegen darauf, dass biologische Auslöser in Form von hormonellen Störungen im Verdacht stehen, Depressionen herbei zu führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Übertritts in den Ruhestand ein und thematisiert den Anstieg psychischer Störungen als Berentungsursache sowie die Relevanz geschlechtsspezifischer Erwerbsverläufe.

2 Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel erörtert den theoretischen Hintergrund zu Frühberentung, psychischen Störungen und Erwerbsverläufen mit Fokus auf Geschlechts- und Regionsunterschiede.

3 Empirische Untersuchung: Die empirische Untersuchung präsentiert eine Auswertung der Rentenzugänge 2003 des Scientific Use Files der Rentenversicherung und vergleicht diese mit epidemiologischen Daten.

4 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert den Einfluss des Faktors Geschlecht auf das Frühberentungsrisiko bei psychischen Erkrankungen.

Schlüsselwörter

Frühberentung, psychische Störungen, Geschlecht, Erwerbsverlauf, Epidemiologie, Erwerbsminderung, Rentenversicherung, sozioökonomischer Status, Depression, Angststörungen, Schizophrenie, Ost-West-Vergleich, Lebensverlaufsforschung, Arbeitsmarkt, Geschlechtsunterschiede

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede und regionalen Besonderheiten beim Prozess der Frühberentung aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die drei Bereiche Frühberentung, Epidemiologie psychischer Störungen und die geschlechtsspezifischen Erwerbsverläufe.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, den Einfluss des Faktors Geschlecht auf das Berentungsgeschehen bei psychisch Kranken zu analysieren und zu prüfen, ob sich epidemiologische Befunde in den Rentendaten widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine explorative Studie, die deskriptive statistische Verfahren auf Basis des Scientific Use File der Deutschen Rentenversicherung anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Literaturaufarbeitung und einen empirischen Teil, der Datensätze analysiert und die Ergebnisse diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frühberentung, Erwerbsminderung, Geschlechterunterschiede, psychische Gesundheit und Ost-West-Differenzen.

Wie unterscheidet sich die Berentung bei Schizophrenie von anderen Störungen?

Bei der Schizophrenie tritt das Krankheitsbild oft deutlich früher auf, was bei Männern zu einem dramatischen Erwerbsverlauf führt; der Berentungsbeginn ist hier etwa zehn Jahre früher als bei anderen Störungen.

Welche Rolle spielt der Ost-West-Vergleich für die Ergebnisse?

Er verdeutlicht, dass trotz allgemein niedrigerer Prävalenzraten psychischer Störungen in den neuen Bundesländern spezifische erwerbsabhängige Faktoren wie die Arbeitsmarktsituation zu gehäuften Frühberentungen führen können.

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Details

Title
Frühberentungen bei psychischen Erkrankungen
Subtitle
Eine empirische Analyse des Faktors Geschlecht
College
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Grade
1,7
Author
Magister Artium Stefanie Rohm (Author)
Publication Year
2007
Pages
88
Catalog Number
V89232
ISBN (eBook)
9783638026222
Language
German
Tags
Frühberentungen Erkrankungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Stefanie Rohm (Author), 2007, Frühberentungen bei psychischen Erkrankungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89232
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