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Der Raub der Proserpina

Título: Der Raub der Proserpina

Trabajo de Seminario , 2007 , 14 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Sabrina Natalie Schreyer (Autor)

Arte - Escultura, plástica
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Am 7. Dezember 1598 wurde einer der einflußreichsten Künstler des kommenden Jahrhunderts in Neapel geboren. Von Zeitgenossen als Michelangelo seines Jahrhunderts betitelt, wurde Gian Lorenzo Berninis Künstlerdasein so aufmerksam beobachtet und beschrieben wie kaum ein anderes der Frühen Neuzeit. Und wie kaum ein anderer Künstler sollte Bernini in dessen Verlauf das Stadtbild Roms in solch unvergleichbarer Weise prägen und den Höhepunkt der italienischen Barockskulptur setzen.
Als Sohn des florentinischen Bildhauers und Malers Pietro Bernini zog er mit seiner Familie im Herbst 1606 in diese für ihn zukunftsträchtige Stadt, in welcher Kardinal Camillo Borghese als Paul V. den päpstlichen Stuhl bestiegen hatte und, als Souveräne des Kirchenstaates und Oberhaupt der katholischen Christenheit, die Herrschaft über die glänzende Metropole in seinen Händen hielt.
Dieser päpstliche Stuhl, als temporär sozialer Quantensprung, brachte der Familie Borghese den Status eines europäischen Herrscherhauses, welchen es mit künstlerischer Pracht zu veredeln hieß und den Papst mit seinem Kardinalnepoten zum wichtigsten Auftraggeber machte. Um die eigene Kultiviertheit unter Beweis zu stellen, änderte sich mit jedem neuen Papst auch das künstlerische „Establishment“ , welches Berninis Vater zu Beginn des Jahrhunderts in die Dienste des Papstes brachte und Bernini selbst später den Aufstieg ermöglichte. Zunächst bot ihm dieses Arbeitsverhältnis die Möglichkeit, seine Begabung vor dem Papst zu demonstrieren und, dank des Zutritts zu den vatikanischen Kunstschätzen, seiner Begeisterung für die antiken Statuen und der jüngsten Malerei, wie der Raffaels und Michelangelos, nachzugehen. Von der kunstvollen Vergangenheit Roms und der Antike angeregt „wächst Gianlorenzo in einem Ambiente auf, das nachhaltige Wirkungen auf ihn und seine Kunstauffassung haben sollte.“ Berninis Aufstieg als Bildhauer beginnt mit dem Auftrag des Kardinalnepoten Scipione Borghese für die Restaurierung mehrerer Kleinplastiken und findet seine Fortführung in den bekannten Borghese Skulpturen für dessen Sammlung in der neu erbauten Villa auf dem Pincio.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Raub der Proserpina

2.1 Als sie mit kindlicher Lust Die literarische Vorlage

2.2 Vorarbeit zum Werk

2.3 „Wurde zugleich sie gesehen und geliebt und geraubet“ .Die Marmorskulptur

2.3.1 Ansichtigkeit

3. Luxuriöser Denkzettel oder fromme Warnung?

4. Abschließende Betrachtung

5. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Marmorskulptur „Pluto und Proserpina“ von Gian Lorenzo Bernini, analysiert die künstlerische Umsetzung des antiken Mythos unter Berücksichtigung der zeitgenössischen politischen Konstellationen und beleuchtet die Rolle der Skulptur im Kontext der Borghese-Auftragskunst.

  • Biografischer und künstlerischer Kontext von Gian Lorenzo Bernini
  • Literarische Vorlagen und deren Transformation in die Skulptur
  • Analyse der Komposition, Dynamik und Ansichtigkeit des Werks
  • Politischer Stellenwert und Motivwahl des Auftraggebers Scipione Borghese

Auszug aus dem Buch

2.3 „Wurde zugleich sie gesehen und geliebt und geraubet“ ... Die Marmorskulptur

Die dramatisch bewegte Darstellung des Proserpinaraubes in seiner überlebensgroßen (255cm) Skulpturengruppe läßt die Antwort erahnen. Der Herrscher der Unterwelt, als Paradewerk der Anatomie und erste vor Kraft strotzende Aktfigur in Berninis Schaffen, kommt gänzlich vom Liebesverlangen ergriffen mit großem Ausfallschritt und noch flatterndem Bart zum Stand und reißt den Körper der angsterfüllten Proserpina leidenschaftlich an sich empor. Sein zurückgestelltes rechtes Bein eher abstoßend, den linken Fuß hingegen fest auf den Boden gestellt, zwingt er unter Anspannung all seiner Muskeln und „bewegungsmächtigem Schwung der Hüfte (...)“ die schöne Göttin an sich.

Mit fest zupackenden Armen umfasst er Proserpinas weichen Körper und presst seine Finger eisern in ihre Hüfte und Oberschenkel. Ebenso wehement wie Plutos Entschlossenheit und lustvollem Verlangen stellt sich Proserpinas Widerstreben und der vergebliche Versuch sich zu befreien dar. „Wegstrebend beantwortet sie den Druck der Umklammerung mit ihrem Gegendruck,“ versucht den Kopf ihres Peinigers mit der linken Hand von sich zu wenden und dreht sich, ihren anderen Arm Leere greifend in die Höhe gestreckt und den Mund zur verzweifelten Klage geöffnet, mit flatterndem Haar von ihm ab. Ihre Aussichtslosigkeit betonend, schieben sich ihre Beine übereinander, verlieren jegliche Haftung zum Boden und selbst ihre Zehen spreizen sich krampfhaft vor Anspannung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die biografischen Hintergründe von Gian Lorenzo Bernini sowie den künstlerischen Kontext seiner Zeit im barocken Rom unter den Borghese-Päpsten.

2. Raub der Proserpina: Dieses Kapitel analysiert die literarischen Vorlagen, die Vorarbeiten in Form von Zeichnungen sowie die formale Gestaltung und die besondere Ansichtigkeit der Marmorgruppe.

3. Luxuriöser Denkzettel oder fromme Warnung?: Hier werden die politischen Umstände des Auftrags und die mögliche metaphorische Bedeutung des Werks als politisches Geschenk oder moralische Mahnung diskutiert.

4. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst den künstlerischen Wandel in Berninis Schaffen zusammen und ordnet das Werk in den historischen Paragone zwischen Malerei und Skulptur ein.

5. Literatur: Verzeichnis der für diese Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Gian Lorenzo Bernini, Raub der Proserpina, Barockskulptur, Scipione Borghese, Ovid, Metamorphosen, Kunstgeschichte, Ansichtigkeit, Marmor, Kontrapost, Auftragskunst, Mythologie, Rom, Barock, Plastizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Skulpturengruppe „Pluto und Proserpina“ von Gian Lorenzo Bernini und untersucht deren künstlerische sowie kontextuelle Bedeutung.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Im Zentrum stehen die mythologische Vorlage, die spezifische Formensprache des Barock, die Arbeitsweise Berninis und die politische Dimension des Kunstauftrags.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die künstlerische Transformation eines literarischen Mythos in das Medium Marmor zu analysieren und die Beweggründe des Auftraggebers Scipione Borghese zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Analyse, basierend auf Literaturrecherche und der detaillierten Betrachtung des Skulpturenwerks und dessen Vorarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der literarischen Grundlage, eine Untersuchung der Vorarbeiten und eine tiefgehende formale Betrachtung der Marmorskulptur.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Bernini, Barock, Borghese, Proserpina, Kontrapost, Mythologie und Kunstauftrag.

Warum spielt die Ansichtigkeit bei der Skulptur eine so große Rolle?

Bernini bricht hier mit der Tradition der Renaissance und gestaltet die Skulptur so, dass sie für den Betrachter aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Stadien der Erzählung offenbart.

Welche Bedeutung hat der Vers auf dem Sockel für die Interpretation?

Der Vers lässt sich barock-vieldeutig lesen: Er kann sowohl als politischer „Denkzettel“ an Konkurrenten als auch als christliche Mahnung zur Besinnung auf geistige Werte interpretiert werden.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Raub der Proserpina
Universidad
University of Marburg  (Institut für Kunstgeschichte)
Curso
Die Skulptur des Barock
Calificación
1,0
Autor
Sabrina Natalie Schreyer (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
14
No. de catálogo
V89263
ISBN (Ebook)
9783638030267
ISBN (Libro)
9783638928205
Idioma
Alemán
Etiqueta
Raub Proserpina Skulptur Barock
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sabrina Natalie Schreyer (Autor), 2007, Der Raub der Proserpina, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89263
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