Adipositas ist ein vieldiskutiertes Thema in unserer Gesellschaft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer globalen Epidemie
„dicker Kinder“. Adipositas wird zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem und ist nicht einzig mehr ein individuelles. Gegenwärtig sind in Deutschland zwischen 10-20% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, 4 bis 8% von diesen weisen sogar eine Adipositas auf.
Kaum ein Tag vergeht an dem sich die Presse nicht dieser Thematik widmet. Dennoch steigt die Prävalenz von Übergewicht weiter an. Die vorliegende Arbeit soll die Probleme übergewichtiger Kinder in der Grundschule darlegen.
Im ersten Kapitel werden die Hintergründe und Ursachen detailliert vorgestellt. Was verbirgt sich hinter Übergewicht? Wo liegen die Gründe und Ursachen? Ernährung und Bewegung sind im Zusammenhang mit Übergewicht zu nennen. Die psychosozialen Folgen verdeutlichen die Handlungsnotwendigkeit. Neben Eltern werden
Pädagogen zur wichtigen Adressatengruppe. Übergewicht stellt keinen Einzelfall dar. Mit welchen Schwierigkeiten Übergewichtige im Alltag zu
kämpfen haben, wird im dritten Kapitel dargelegt.
Im zweiten Teil der Arbeit werden verschiedene Möglichkeiten im Umgang mit Übergewichtigen vorgestellt, therapeutische als auch präventive. Vielfältige Konzepte bestimmten die gegenwärtige Lage, das deutet auf die Schwierigkeiten für Eltern und ihre Kinder hin.
Das Ziel der Arbeit ist die Komplexität der Thematik Übergewicht im Kindesalter darzustellen und dabei aufzuzeigen, dass es ein ernstzunehmendes sichtbares Problem ist, welches durch die ökologischen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen bedingt ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.Theoretische Grundlagen
1.1. Definition
1.1.1 Entwicklung des Körperfettes
1.2 Epidemiologie von Adipositas
1.2.1 Die Prävalenz von kindlicher Adipositas
1.2.2 Persistenz von Übergewicht
1.3 Ursachen und mögliche Risikofaktoren für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas
1.3.1 Genetische Ursachen
1.3.2 Umweltfaktoren
1.3.3 Soziokultureller Hintergrund
1.3.3 Psychosoziale Faktoren
2. Veränderte Kindheit
2.1 Gesellschaftliche Wandlungsprozesse verändern die Lebensumwelt
2.2 Veränderungen der Familienkonstellationen
2.2.1 Trends heutiger Kindheitsverläufe
2.2.3 Beziehung zwischen Eltern und Kindern
2.3. Vorbemerkungen: Ernährung
2.3.1 Ernährung versus Essen
2.3.2 Ernährungsgewohnheiten
2.3.2.1. Prägende Determinanten bei der Entwicklung des Essverhaltens
2.3.3.Umgang mit Essensvorlieben von Kindern
2.3.3.1 Ernährungsempfehlungen für Schulkinder
2.3.3.2 Ernährungsphysiologische Hinweise für die Nährstoffverteilung
2.3.4. Konkrete Daten zur Ernährungsweise von Kindern
2.3.4.1 Aktuelle Trends bei Schulkindern in Deutschland
2.3.4.2 Trends im Bereich von Mahlzeiten
2.3.4.3 Essverhalten übergewichtiger Kinder
2.3.5 Wandel der Esskultur
2.3.5.1 Bedeutung der Esskultur für die Familie
2.3.5.2 Essen zwischen Wunsch und Wirklichkeit
2.3.5.3 Erziehung und Essen
2.3.5.4 Kinder als Konsumenten
2.3.5.5 Konsequenzen durch Kinderlebensmittel
2.4 Vorbemerkungen: Bewegung
2.4.1 Freizeitgewohnheiten und Übergewicht
2.4.2. Aktuelle Situation von Bewegungsmangel
2.4.2.1 Zunahme gesundheitlicher Risiken durch Bewegungsmangel
2.4.3 Bewegung als grundlegende Vorrausetzung für Entwicklungsprozesse
2.4.3.1 Einfluss von Bewegung auf das Körperkonzept
2.4.3.2 Bewegung als Grundlage für das Selbstkonzept
2.4.3.3 Funktionen von Bewegung
3. Folgen von Übergewicht
3.1 Medizinisch-organische Folgen
3.2 Psychosoziale Folgen
3.2.1 Übergewicht ein sichtbares Merkmal
3.2.2 Einsamkeit
3.2.3 Selbstkonzept
3.2.3.1 Sozialer Rückhalt
3.2.4 Unbeliebt durch äußere Merkmale
3.2.4.1 Auswirkungen auf das Selbstkonzept
3.2.4.2 Generalisierung von Erfahrungen
3.2.5 Beeinträchtigung des Wohlbefindens
3.2.5.1 Außenseiter im Sportunterricht
3.3 Wahrnehmung von Übergewicht in der Gesellschaft
4. Therapie und pädagogische Handlungsmöglichkeiten
4.1. Vorbemerkungen zu therapeutischen Maßnahmen
4.2 Therapeutische Konzepte
4.2.1 Zielsetzung
4.2.2 Aufbau des Schulungskonzeptes
4.2.3 Organisation und Qualitätssicherung
4.3 Therapiepeinrichtungen in Deutschland
4.4 Vorstellung ambulanter Therapiekonzepte
4.4.1 FITOC
4.4.2 Obeldicks
4.4.3 Kürzere Adipositas -Trainingsprogramme
4.4.3.1 Verhaltensmodifikation
4.4.3.2 Hilfestellungen
4.5 Die Rolle der Eltern
4.6 Beurteilung von Behandlungstrainings bei Übergewicht
4.6.1 Grenzen therapeutischer Möglichkeiten
5. Handlungsnotwendigkeit: Prävention
5.1. Präventionsmaßnahmen
5.2.Hilflosigkeit und Verunsicherung von Eltern
5.2.1 Zwischen Orthorexie und Fast-food
5.3 Interventionsstrategien für Schulen und Familien
5.4 Frühzeitige pädagogische Handlungsnotwendigkeit und Möglichkeiten
6. Gesundheitserziehung als Herausforderung für Schule
6.1 Überblick über Präventionsmaßnahmen in der Grundschule
6.2 Ernährungserziehung
6.2.1 Ernährung als pädagogisches Handlungsinstrument
6.2.2 Ernährung als Unterrichtsgegenstand
6.2.3 Frühstück als Ort der Gemeinschaft
6.2.3.1 Grenzen in der Ernährungserziehung
6.3 Initiative und Motivation durch praktisches Lernen
6.3.1 Einfluss von Trinken
6.3.2 Skizzierung einer Unterrichtsreihe Trinken
6.3.3 Ästhetische Erziehung bei der Zubereitung von Getränken
6.4 Bewegung als pädagogisches Handlungsinstrument
6.4.1 Bewegung als Unterrichtsprinzip
6.4.1.1 Sinnesförderung als Wegbereiter für das Wohlbefinden
6.4.2.1 Bewegung als grundlegendes Bedürfnis
6.5 Umgang mit sozialer Ausgrenzung im Schulalltag
6.5.1 Literatur als pädagogische Ressource
6.5.2 Bewegungserfahrungen
6.5.2.1Vorstellung verschiedener Entspannungstechniken
6.5.3 Lösung von Lernblockaden
Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Komplexität der Thematik Übergewicht im Kindesalter aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie ökologische, ökonomische und soziale Faktoren sowie das familiäre und schulische Umfeld zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Adipositas beitragen und welche präventiven sowie therapeutischen Handlungsmöglichkeiten existieren.
- Theoretische Ursachen und Epidemiologie von Übergewicht bei Kindern
- Einfluss gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf die Lebensumwelt und Ernährung
- Psychosoziale Folgen von Übergewicht und deren Auswirkungen auf das Selbstkonzept
- Therapeutische Interventionskonzepte und die Rolle der Eltern
- Gesundheitserziehung als pädagogische Herausforderung für die Grundschule
Auszug aus dem Buch
1.1. Definition
Oftmals werden die Begriffe Übergewicht und Adipositas synonym verwendet, obwohl dieses aus medizinischer Sicht nicht korrekt ist. Eine Adipositas besteht, wenn der Anteil an Körperfett an der Gesamtkörpermasse zu hoch ist. Übergewicht hingegen bedeutet, dass die Körpermasse erhöht ist, das heißt ein Körpergewicht oberhalb der Alters und Geschlechtsnormen vorliegt.
In Abgrenzung zu Adipositas spricht man von Übergewicht, wenn eine Person, bezogen auf ihr Körpergewicht schwer ist. „Dies muss nicht notgedrungen mit einem erhöhten Körperfettanteil einhergehen, sondern kann u.U. auch auf einen hohen Anteil an fettfreier Masse (z.B. Muskulatur) zurückgeführt werden. Somit sind adipöse Menschen übergewichtig, Übergewichtige jedoch nicht unbedingt adipös.“
Der Unterschied zwischen Adipositas und Übergewicht manifestiert sich besonders anhand eines Bodybuilders, der über ein hohes Körpergewicht, aber einen geringen Anteil an Fettgewebe verfügt.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Übergewicht und Adipositas abgrenzend zueinander und beleuchtet die epidemiologische Verbreitung sowie die genetischen und psychosozialen Ursachen.
2. Veränderte Kindheit: Hier werden die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse und Veränderungen in der Familienkonstellation sowie Ernährung und Bewegung als zentrale Einflussgrößen der heutigen Kindheit analysiert.
3. Folgen von Übergewicht: Das Kapitel erläutert sowohl die medizinisch-organischen Komplikationen als auch die weitreichenden psychosozialen Folgen für das betroffene Kind.
4. Therapie und pädagogische Handlungsmöglichkeiten: Hier werden verschiedene ambulante Therapieprogramme vorgestellt, die Wirksamkeit von Verhaltensmodifikationen analysiert und die Rolle der Eltern sowie die Grenzen therapeutischer Möglichkeiten diskutiert.
5. Handlungsnotwendigkeit: Prävention: Dieses Kapitel unterstreicht die Dringlichkeit präventiver Ansätze in Schule und Familie und stellt Interventionsstrategien wie die KOPS-Studie vor.
6. Gesundheitserziehung als Herausforderung für Schule: Das letzte Kapitel fokussiert auf die Rolle der Schule bei der Gesundheitserziehung durch praxisorientiertes Lernen in Ernährung und Bewegung, um sozialer Ausgrenzung entgegenzuwirken.
Schlüsselwörter
Adipositas, Übergewicht, Kinder, Grundschule, Ernährungserziehung, Gesundheitsförderung, Bewegungsmangel, Selbstkonzept, Prävention, Lebensstil, Esskultur, Familienintervention, psychosoziale Folgen, Kindheitsverläufe, interdisziplinäre Therapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Probleme von übergewichtigen Kindern in der Grundschule und untersucht Ursachen, Folgen sowie Handlungsansätze in Familie und Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ernährungs- und Bewegungssozialisation, den psychosozialen Auswirkungen von Übergewicht und den pädagogischen Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Darstellung der Komplexität von Übergewicht im Kindesalter, um zu verdeutlichen, dass es sich um ein ernstes, gesellschaftlich bedingtes Problem handelt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und Präventionskonzepte wie z.B. der KOPS-Studie oder dem FITOC-Programm.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Analysen der veränderten Kindheit, eine Untersuchung der Folgen von Übergewicht und eine detaillierte Vorstellung therapeutischer sowie präventiver Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Adipositas, Grundschulerziehung, Esskultur, Präventionskonzepte und das Selbstkonzept betroffener Kinder.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Entstehung von Übergewicht?
Die Familie ist die primäre Sozialisationsinstanz; elterliche Vorbildfunktion, Essgewohnheiten und der sozioökonomische Hintergrund sind maßgebliche Einflussfaktoren auf das Kind.
Warum wird Literatur als pädagogische Ressource im Unterricht eingesetzt?
Literatur bietet Identifikationsmöglichkeiten für betroffene Kinder, um schwierige Themen wie Ausgrenzung oder soziale Konflikte symbolisch zu bearbeiten und Bewältigungsstrategien zu erlernen.
- Quote paper
- Eva-Maria Ossege (Author), 2005, Probleme übergewichtiger Kinder in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89268