Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law

Die Antworten des Rechts auf die Insolvenz einer natürlichen Person

Ein rechtsgeschichtlicher Ansatz

Title: Die Antworten des Rechts auf die Insolvenz einer natürlichen Person

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Stefan Pilz (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die in Deutschland geltende Insolvenzordnung hat eine lange Tradition. Obwohl sie erst im Jahre 1999 die bis dahin 100 Jahre überdauernde Konkursordnung abgelöst hat, reichen ihre Wurzel viel weiter zurück. Neben dem römisch-italienischen Recht hatte auch das französische Recht, sowie die altdeutschen Partikularnormen Bedeutung für das moderne Recht.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die einzelnen Schritte der Entwicklung dieses Rechtszweiges nachzuvollziehen und zu dokumentieren, welche Antworten die Jurisprudenz in den unterschiedlichen historischen Epochen auf die Insolvenz einer natürlichen Person hatte, bzw. welche Gedanken sich auch heute noch wieder finden lassen. Ausgangspunkt der Betrachtung soll dabei das römische Recht sein, dass bereits im Jahre 451 v. Chr. erste konkursrechtlich relevante Gedanken aufweist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Das römische Recht

1.1 Personalexekution als Antwort auf Zahlungsunmöglichkeit

1.2 Von der Personalexekution zur Sachexekution durch die Missio in Bona

1.3 Die Entwicklung unter Kaiser Justinian

2 Das italienische Recht im 13. Jahrhundert

2.1 Allgemein

2.2 Ablauf des italienischen Konkursverfahrens

2.3 Fazit

3 Die Entwicklung in Frankreich und Spanien

3.1 Frankreich

3.2 Spanien

4 Die Entwicklung in Deutschland

4.1 Die deutsche Rechtsentwicklung im Mittelalter

4.2 Der Einfluss des römisch-italienischen Rechts auf die deutsche Rechtsentwicklung im 16. Jahrhundert

4.3 Die Entwicklung des deutschen Konkursrechts nach 1848

4.3.1 Die Preußische Konkursordnung von 1855

4.3.2 Die Konkursordnung von 1877

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die rechtsgeschichtliche Entwicklung von Insolvenzverfahren bei natürlichen Personen, von den antiken Wurzeln bis hin zur deutschen Konkursordnung des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Evolution der juristischen Antworten auf Zahlungsunfähigkeit nachzuvollziehen und zentrale Konzepte zu identifizieren, die den modernen Insolvenzrechtssystemen zugrunde liegen.

  • Entwicklung der Personal- und Sachexekution im römischen Recht
  • Italienische Einflüsse auf mittelalterliche Konkursverfahren
  • Vergleich der Rechtsentwicklungen in Frankreich, Spanien und Deutschland
  • Bedeutung des napoleonischen Code de commerce
  • Entwicklung des deutschen Konkursrechts von 1855 bis 1877

Auszug aus dem Buch

1.1 Personalexekution als Antwort auf Zahlungsunmöglichkeit

„TERTIIS NUNDINIS PARTIS SECANTO“.1 Diese aus dem Jahre 451 v. Chr. stammende Stelle im römischen Zwölftafelgesetz gab Auskunft, wie für den Fall, dass ein Schuldner nicht zahlen konnte oder wollte, mit ihm zu verfahren sei. „Am dritten Markttag sollen die Gläubiger sich die Teile schneiden“2; besagt die grausame Übersetzung. Dieser hinsichtlich seiner Interpretation kontrovers diskutierte Rechtssatz ist die Folge einer fruchtlos abgelaufenen Zahlungsaufforderung kraft Gerichtsentscheidung, die die Gläubiger zum Verkauf des Schuldners in die Sklaverei oder zu seiner Tötung berechtigt.

Einige Rechtshistoriker interpretieren die „partis secanto“ Formel dahingehend, den Schuldner in Stücke zu hauen, um nach dem Zugriff auf die Person des Schuldners auch in sein Vermögen vollstrecken zu können. Grundsätzlich wäre diese Interpretation vorstellbar, da die Rechtsverfolgung im römischen Recht ohnehin der persönlichen Initiative des Geschädigten unterlag und die Rolle des Staates im Verfahren eher passiver Natur war und sich vornehmlich auf die Überwachung des Gesamtprozesses beschränkt hat.3 Eine weitere Interpretation wird von dem Gedanken getragen, dass die Gläubiger den Schuldner in die Sklaverei verkaufen und den Erlös untereinander aufteilen. Diese Auslegung wäre plausibler, da hier der Ursprung der sog. missio in bona liegt, die sich cirka 350 Jahre später herausgebildet hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das römische Recht: Dieses Kapitel behandelt die Anfänge der Insolvenzregulierung in Rom, beginnend bei der drastischen Personalexekution der Zwölftafelgesetze bis hin zur Einführung der Missio in Bona unter Kaiser Justinian.

2 Das italienische Recht im 13. Jahrhundert: Hier wird der Einfluss des römischen Rechts auf das italienische Statutarecht analysiert, wobei das Falliment-Verfahren als Vorläufer des modernen Konkursrechts beschrieben wird.

3 Die Entwicklung in Frankreich und Spanien: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Ansätze zur Schuldenregulierung in Frankreich, geprägt durch den Code de commerce, und Spanien, welches durch die formalistischen Lehren von Salgado de Samoza bestimmt war.

4 Die Entwicklung in Deutschland: Dieser Abschnitt erläutert den Weg vom mittelalterlichen Zwangsverfahren hin zur Preußischen Konkursordnung von 1855 und der zentralen Konkursordnung von 1877, die das deutsche Recht über 100 Jahre prägte.

5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Wendepunkte der Rechtsgeschichte zusammen und ordnet die historische Entwicklung als Grundlage des modernen Insolvenzrechts ein.

Schlüsselwörter

Insolvenzrecht, Konkursordnung, Personalexekution, Sachexekution, Missio in Bona, Zwölftafelgesetz, Rechtsgeschichte, Gläubigerautonomie, Falliment, Schuldner, Zahlungsunfähigkeit, Insolvenzverfahren, Vermögensverwertung, Corpus Juris Civilis, Cessio bonorum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der rechtlichen Umgangsweisen mit der Insolvenz natürlicher Personen, vom antiken Rom bis zum deutschen Kaiserreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Vollstreckungsarten, dem Einfluss römisch-italienischen Rechts auf europäische Rechtsordnungen und der Entstehung systematischer Konkursordnungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Dokumentation der einzelnen Schritte der Rechtsentwicklung und die Identifikation historischer Konzepte, die auch im heutigen Insolvenzrecht noch Relevanz besitzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen rechtsgeschichtlichen Ansatz, der Primär- und Sekundärquellen analysiert, um die Entwicklung der Jurisprudenz in verschiedenen Epochen nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des römischen Rechts, der italienischen Entwicklung im 13. Jahrhundert, der Situation in Frankreich und Spanien sowie der deutschen Rechtsgeschichte bis 1877.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Personalexekution, Konkursordnung, Missio in Bona, Gläubigerautonomie und Insolvenzverfahren charakterisiert.

Warum war der Übergang von der Personal- zur Sachexekution so bedeutsam?

Dieser Übergang markierte den Wandel weg von einer Strafe gegen die physische Person des Schuldners hin zur rein vermögensrechtlichen Befriedigung der Gläubiger, was die Basis für moderne Wirtschaftsrechte bildet.

Wie bewerten Kritiker die Konkursordnung von 1877?

Während sie oft als „Perle der Reichsjustizgesetze“ gelobt wurde, kritisierten Zeitgenossen sie als „Kind manchesterlicher Ideen“, da sie primär auf Kaufleute zugeschnitten war und die Situation überschuldeter Nichtkaufleute vernachlässigte.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Die Antworten des Rechts auf die Insolvenz einer natürlichen Person
Subtitle
Ein rechtsgeschichtlicher Ansatz
College
University of Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Course
Ausgewählte Regelungsprobleme des Unternehmensinsolvenzrechts
Grade
1,7
Author
M.A. Stefan Pilz (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V89306
ISBN (eBook)
9783638026536
ISBN (Book)
9783638924573
Language
German
Tags
Antworten Rechts Insolvenz Person Ausgewählte Regelungsprobleme Unternehmensinsolvenzrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Stefan Pilz (Author), 2006, Die Antworten des Rechts auf die Insolvenz einer natürlichen Person, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89306
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint