Global Value Chains Wein

Wandel einer Wertschöpfungskette am Beispiel Chile


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
45 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Theorie der Global Value Chains
2.1. Theorieentwicklung
2.2. Governance
2.3. Upgradeprozesse
2.4. Rückschüsse für Wein und Chile

3. Weltmarktsituation
3.1. Produktion und Handel
3.2. Distribution und Marketing
3.3. Prognose

4. Weinland Chile
4.1. Entwicklung und nationale Rahmenbedingungen
4.2. Aktuelle Situation
4.2.1. Räumliche Verteilung
4.2.2. Produktion
4.2.3. Export
4.2.4. Industriestruktur
4.3. Upgradeprozesse

5. Akteure und Governance

6. Fazit

Literatur:

1. Einleitung

Vor 20 Jahren war die Suche nach Wein in einem Supermarkt nicht sonderlich Erfolg versprechend. Zwar fanden sich einige Weine, insbesondere aus Deutschland und einigen europäischen Nachbarstaaten, wie Frankreich, Italien und Spanien (alte Welt), doch insgesamt war die Auswahl recht gering. Heute ist dies anders. Die großen Supermärkte bieten eine große Auswahl verschiedener Weine aus der ganzen Welt an. Neue Produktionsländer wie die USA, Australien, Südafrika und vom südamerikanischen Kontinent aus Chile und Argentinien („neue“ Welt) stehen zur Auswahl.[1] Daneben drängen in den letzten 10 Jahren noch vermehrt Weine aus den ehemaligen Ostblockstaaten (neue „alte“ Welt) in die Regale. Sogar in kleineren bzw. billigeren Supermarktketten finden sich solche Weine der neuen Welt.

Zum einen zeigt diese einfache Beobachtung aus dem Alltag, dass es zu einer starken Diversifizierung der Weinproduktionsstandorte gekommen sein muss. Dies und der Umstand des Sinkens des Pro-Kopf Weinkonsums lässt einen verstärkten Wettbewerb vermuten, der vor allem die Produzenten in der „alten Welt“ unter Druck setzt. Auf der anderen Seite haben die Produktionsländer der „neuen“ Welt es geschafft sich an der Wertschöpfungskette scheinbar zu beteiligen. Insbesondere das Beispiel Chile soll im Folgenden in die Untersuchung mit einfließen, das derzeit bereits zum 5. größten Exporteur der Welt aufgestiegen ist..

Zur Analyse einer solchen Wertschöpfungskette bietet sich die Global Value Chains Theorie von GEREFFI (1994) an. So muss geklärt werden, welche Akteure, wo und in welchem Maße auf die Wertschöpfungskette Einfluss nehmen. Der Fall der Wertschöpfungskette Wein lässt einen ähnlichen Einfluss der Supermärkte auf die Produzenten vermuten wie im Falle von Agriculture oder zumindest den Wandel zu einer solchen Form. Eine Veränderung der Wertschöpfungskette und der bestimmenden Akteuren hat auch Folgen für die Anbaugebiete. Insbesondere im Bereich Agriculture ist der vermehrte Einfluss von Supermarktketten auf die Value Chains mit einer erhöhten Abhängigkeit der Produzenten verbunden („buyer driven“). Es ist aber auch eine Chance für die Produzenten. Sie können an der Wertschöpfungskette „aufsteigen“ bzw. durch Ausweitung des Know-hows ihre Produktion upgraden. Damit stellt der Wein insbesondere für Entwicklungsländer eine Möglichkeit dar, verstärkt an einer Wertschöpfung zu partizipieren.

Ziel dieser Arbeit soll es nun sein genau diese Punkte zu analysieren. Dafür ist es notwendig in die aktuelle Diskussion um Global Value Chains und Governance, sowie deren Verbindung zu Cluster und Upgrading darzustellen (Kapitel 2). Daran anschließend ist sollen die Rahmenbedingung die der Weinweltmarkt derzeit stellt aufgezeigt werden (Kapitel 3) Das vierte Kapitel wendet den Verhältnissen in Chile, seine Entwicklung und vor allem den lokalen Upgradeprozessen zu und im letzten Kapitel soll versucht werden, diese Erkenntnisse in eine Global Value Chains umzusetzen, in dem Akteure identifiziert werden und eine mögliche Governance dargestellt wird.

Viele dieser Punkte werden sich nicht vollständig beantworten lassen, insbesondere die genaue Darstellung der Wertschöpfungskette, da sich die bisherigen Arbeiten nicht mit diesem Punkt im Falle der Wertschöpfungskette Wein beschäftigt haben. Deshalb stellt diese Arbeit einen Ansatz für spätere Vertiefungen dar und gibt Raum für Spekulationen.

2. Theorie der Global Value Chains

Eine Wertschöpfungskette stellt die Abfolge verschiedener, wertsteigernder Produktionsschritte zu einem Endprodukt dar. Einem Rohstoff wird durch die Verarbeitung zu einem Endprodukt mehr Wert gegeben. Die Wertschöpfung liegt demnach nicht nur in der Rohstoffgewinnung, sondern auch in deren Verarbeitung und vor allem der Distribution. Ein einfaches Beispiel stellt das Brot dar. Der Anbau und die Ernte des Getreides ist der erste Schritt. Dieses wird von der Mühle zu Mehl veredelt und dann vom Bäcker zum Brot gebacken und von dort an die Kunden verteilt. Damit ist das Prinzip der Arbeitsteilung bzw. der Spezialisierung gleichzeitig das Grundprinzip jeder Wertschöpfungskette. Einzelne Akteure besitzen komparative Kostenvorteile in verschiedenen Arbeitschritten. Die Wertschöpfungskette beschränkt sich jedoch nicht auf die Wertschöpfung eines Produktes, sondern benötigt auch weitergehende Dienstleistungen und Produkte. Es werden technische Ausrüstungsgegenstände (Mühle, Ofen) benötigt, die von anderen Unternehmen hergestellt und gepflegt werden, sowie Dienstleistungen in Anspruch genommen werden (Bank, Steuerberatung). Die Wertschöpfungskette stellt damit ein komplexes Netzwerk verschiedener Akteure dar, die durch den Strom des Produktes miteinander verbunden sind. Jeder Akteur erhöht die Wertschöpfung des Produktes und erhält seinen Anteil vom Enderlös.

Bei einer systematischen Betrachtung lassen sich verschiedene Glieder der Kette identifizieren. Am Anfang steht der Input des Materials oder auch einer Leistung, da sich die Kette nicht auf materielle Güter beschränkt. Dem Input folgt die Transformation, bei der das Gut oder die Leistung in ein Fertigprodukt oder Halbfertigprodukt gewandelt wird. Dem schließt sich die Distribution (Vermarktung, Service) an und am Ende die Konsumption. Der Prozess zwischen den Gliedern hat jedoch nicht einen Weg, den des Produktes zum Verbraucher, sondern auch einen Rückfluss. Zum einen die Bezahlung der Ware, aber auch Informationen über die Wünsche der Verbraucher. An den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Gliedern setzen die Logistikdienstleistungen ein, die den Fluss von Ware und Information sicherstellen. Auf der anderen Seite haben die Forschung und Entwicklung Einfluss auf den Input, die Transformation und Distribution. Über dem Ganzen steht das Wirken der Koordination und Regulierung, die für jeden Akteur unterschiedlich ausfällt (DICKEN 2003, S.14 ff.) (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Produktionskette Quelle: nach DICKEN (2003), S.15

Gerade die Veränderung der Koordinierung und Regulierung, also der Rahmenbedingungen haben auch zu einer vollständigen Veränderung der Standorte einzelner Abschnitte der Wertschöpfungskette geführt. Waren früher viele Wertschöpfungsketten in den nationalen Grenzen beschränkt, hat sich dies grundlegend geändert. Einzelne Produktionsschritte werden entsprechend den komparativen Kostenvorteilen, insbesondere der Faktoren Ressourcenverfügbarkeit und Technologie (WOOD 2001), in verschiedene Ländern angesiedelt. Die Wertschöpfungskette hat sich zu einer Global Value Chains gewandelt, an der für viele Länder nun die Chance der Partizipierung besteht. Grund für diesen Wandel, der auch mit der Globalisierung gleichzusetzen ist, ist die Verringerung von Transportkosten und Informationskosten, die allgemeine Liberalisierung vieler Länder, der Abbau von tarifären und nicht tarifären Handelshemmnissen und als Folge eine erhöhte Mobilität der Geldströme. Dieser Prozess lässt sich an vielen Stellen beobachten. Der Außenhandel mit Fertigwaren und Dienstleistungen hat sich in den letzten Jahren überproportional entwickelt, ebenso ist eine Zunahme von ausländischen Direktinvestitionen erkennbar. Die Folge ist ein Wandel der räumlichen Arbeitsteilung, sowohl innerhalb von Produktionsketten, als auch innerhalb von Unternehmensorganisationen. Dies führt zu einem regionalen Strukturwandel, da neue Konkurrenz entsteht und es zu Verlagerungsprozessen kommt. Für Entwicklungsländer bedeutet eine Teilnahme an Global Value Chains, eine nach außengerichtete Strategie und empirische Erfahrungen der letzten Jahre belegen die katalysierende Wirkung solcher Strategien (UNDP 2003).

Die wichtigste Erkenntnis der Global Value Chains Forschung liegt jedoch darin, dass der Welthandel in großen Teilen nicht über anonyme Märkte koordiniert wird, sondern über relativ stabile Netzwerke zwischen rechtlich voneinander unabhängigen Unternehmen (MESSNER 2003, S.13).

2.1. Theorieentwicklung

Die Theorie der Global Value Chains ist in den letzten Jahren vermehrt in den Blickwinkel der Wissenschaft gerückt und hat insbesondere die Debatte über die Abhängigkeit der Entwicklungsländern von den Wertschöpfungsketten in die entwickelten Länder mit geprägt. Global Value Chains ist jedoch keine neue Theorie, sondern bereits seit 50 Jahren ein Konzept zur Analyse der wirtschaftlichen Aktivität und damit sind die aktuellen Diskussionen vielmehr im Rahmen einer qualitative Veränderung zu betrachten. Mit der Entfachung der Globalisierungsdiskussion bietet die Theorie der Global Value Chains ein adäquates Mittel zur Analyse der gegenwärtigen Weltwirtschaftsstrukturen, ihrer Prozesse, Lokalisierungen und Veränderungen.

Die Analyse von vertikal integrierten arbeitsteiligen Produktionsprozessen entstand bereits in den 20er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts (STAMM 2004, S.11), jedoch machte 1958 HIRSCHMAN als erster auf die damit verbundenen Effekte durch einzelne Momente entlang der Wertschöpfungskette aufmerksam. PORTER (1989) richtete später den Fokus verstärkt auf die Wertschöpfung der einzelnen Glieder zur Maximierung des Profites. Der aktuellen Diskussion am nächsten kommt das filiere - Konzept. Es eignet sich insbesondere zur Beschreibung dezentral organisierter Produktion, erlangt jedoch schnell eine zu hohe Komplexität, weshalb es insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie angewendet wurde. Mit dem Konzept lassen sich jedoch die Auswirkungen von Transformationsprozessen einzelner Akteure auf die Kette nachvollziehen und damit ähnliche Erkenntnisse gewinnen wie aus dem Konzept der Value Chains. Sogar das Prinzip der Governance innerhalb eines filiere wurde diskutiert (vgl. STAMM 2004, S. 13 f.).

ERNST hat den Begriff der Global Produktionsnetzwerke eingeführt und damit versucht, die Netzwerkbeziehung zwischen und innerhalb von transnationalen Unternehmen zu analysieren. Damit konnte er die Beweggründe von Firmen für solche Netzwerke aufweisen. Es ist jedoch das Verdienst von GEREFFI (1994) eines umfassenden Konzeptes, dass nicht nur die Unternehmen einer Wertschöpfungskette betrachtet werden. Eine Global Value Chains besteht nach GEREFFI aus Commodity Chains, einem organisationsübergreifenden Netzwerkes von Akteuren, das sich um eine Ware oder einem Produkt herum gruppiert und damit die verschiedenen Akteure, vom Haushalt über die Unternehmen zum Staat, miteinander verbindet. Diese Netzwerke sind damit situationsspezifische, soziale und im jeweiligen lokalen Kontext verankerte Konstrukte.

GEREFFI (1995) nennt vier Analyseebenen dieser Global Value Chains:

- Input-Output Struktur: der Strom von tangiblen (Rohstoffe, Halbfertigprodukte) und intangiblen (Wissen) innerhalb der Wertschöpfungskette
- Raummuster: die räumliche Konzentration bzw. Dispersion der an der Wertschöpfung beteiligten Unternehmen
- Governance: die Machtfülle der einzelnen Akteure auf andere Akteure der Kette.
- Institutioneller Rahmen: nationale und internationale Rahmenbedingungen[2].

2.2. Governance

Der Dimension der Governance wird in der Literatur die meiste Aufmerksamkeit geschenkt und insbesondere bei einer Betrachtung in Anknüpfung an dependenz- und weltsystemtheoretischer Überlegungen, kann die Verteilung der Macht innerhalb einer Wertschöpfungskette gut zur Erklärung von Unterentwicklung und zunehmender räumlicher Disparitäten genutzt werden.

Von der Governance abgegrenzt werden sollte die Koordination. Unter Koordination versteht man das Management der Übergabe der tangiblen Güter an den Schnittstellen. Governance ist das Setzen von Regeln und der damit verbundenen Möglichkeit zur Aneignung von Renten im Machtverhältnis zu den anderen Akteuren einer Wertschöpfungskette (STAMM 2004, S.20). Nach dieser Definition könnte man auch die Ebene der nicht rentenorientierten Akteure (Staaten, NGOs...) als Teil der Governance betrachten (vgl. Abbildung 2). Da diese jedoch andere Beweggründe zur Einflussnahme haben und über die Rahmenbedingungen die Wertschöpfungskette verändern, liegt eine getrennte Betrachtung, wie sie GEREFFI (1994) vorschlägt nahe. Der Begriff der private governance scheint zur besseren Abgrenzung sinnvoll (MESSNER 2003, S.13) (dazu auch FUCHS 2003). Dennoch muss bedacht werden, dass die Grenzen zwischen diesen Ebenen fließend sind, da auch Unternehmen darum bemüht sind, über Rahmenbedingungen ihre Rente zu verbessern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Governance Modell Quelle: FUCHS 2003, S.182

Bei der Analyse der Governance ist es somit das Ziel Akteure zu identifizieren, die nicht nur ihr eigenes Handeln innerhalb einer Wertschöpfungskette bestimmen, sondern darüber hinaus das Handeln anderer Akteure der Commodity Chain beeinflussen oder sogar maßgeblich bestimmen. Diese Steuerung der Wertschöpfungskette erfolgt über drei maßgebliche Parameter: Produkt-, Prozess- und Logistikparameter.

Produktparameter bestimmen über das Design des herzustellenden Produktes. Dies ist vor allem bei schnell wechselnden Märkten, wie der Bekleidungsindustrie wichtig, jedoch auch bei der Koordination verschiedener Halbfertigprodukte zu Fertigprodukten. Wie ein Produkt hergestellt werden soll, wird über Prozessparameter geregelt. Zum einen dienen diese der Minderung von Risiken (ISO 9000), aber ihre Bedeutung wächst mit der zunehmenden Flexibilisierung und damit erhöhten spezifischen Kundenwünschen (Economics of scope). Logistikparameter gewinnen mit der zunehmenden Bedeutung von Zeit und geringer Kosten beim Transport der Güter (Just In Time) an Bedeutung. Die Wettbewerbsfähigkeit einer Wertschöpfungskette ist oftmals von diesem Punkt abhängig. In diesem Kontext spielt auch die Fähigkeit des Informationsaustausches zwischen den Akteuren eine große Rolle (STAMM 2004, S.21).

Diese Parameter unterliegen oftmals nicht nur den ökonomischen Anforderungen der Unternehmen, sondern vermehrt den Ansprüchen der Kunden. Der steigende Anspruch der Kunden hinsichtlich Qualität z.B. ökologischer, entwickelt sich zu einem Druck, der sich bis zum Erzeuger niederschlägt (STAMM 2004, S.7). Multinationale Unternehmen achten verstärkt darauf das Umwelt-, Arbeits- und Qualitätskriterien (Codes of conducts) auch verstärkt bei ihren Zulieferern beachtet werden. Damit steigt der Zwang zur Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette.

GEREFFI (1994) unterschied bei seiner ersten Beschreibung der Commodity Chain einer Wertschöpfungskette zwei Grundtypen. Eine buyer-driven und eine producer-driven commodity chain (vgl. Abbildung 3). Bei einer buyer - driven value chains liegt die entscheidende Rolle bei den Käuferunternehmen, Großhändlern und Markenproduzenten. Diese Firmen besitzen meistens keine eigene Produktion, sondern vor allem das Know-how über Design, Markenaufbau, Marktprognose und vor allem in der Ausnutzung globaler Standortvorteile einzelner Produktionsschritte. Anzutreffen ist diese Form der Wertschöpfungskette vor allem in arbeitsintensiven Konsumgüterindustrien (Bekleidung, Schuhe, Spielzeug). Die Unternehmen lassen die Produkte anhand ihrer Spezifikationen und Standards von anderen, oftmals in Entwicklungsländern angesiedelten Unternehmen produzieren. Der Einfluss der Unternehmen liegt damit vor allem in den vor gelagerten Gliedern. Bei producer - driven value chains liegt die Kernkompetenz bei großen Multinationalen Unternehmen. Dies ist vor allem in kapital- und technologieintensiven Branchen, wie der Automobilindustrie, Luftfahrt, Computer, Halbleiter und Maschinenbau der Fall. Die hohen Investitionskosten in diesen Bereichen, geben damit den Unternehmen die Macht zur Steuerung von Zulieferern, jedoch auch von Abnehmern. Die Unterscheidung zwischen buyer - driven und producer - driven geht einher mit der Unterscheidung zwischen Massenproduktion (economics of scale) und flexibler Produktion (economics of scope) (GEREFFI 1995, S.117).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: buyer driven und producer driven commodity chain Quelle: nach GEREFFI (1994)

Die Unterteilung in zwei unterschiedlich dominierte Formen von Wertschöpfungsketten ist sehr unzureichend, wird jedoch dennoch immer noch als Basis genutzt. In beiden Fällen wird davon ausgegangen, dass die Wertschöpfungskette durch eine Lead Firma dominiert wird und setzen damit stark asymmetrische Machstrukturen voraus. Zwar hat GEREFFI (2001) selber später eine weitere Möglichkeit im Zeichen des Internets skizziert (infomediary-driven), jedoch ändert dies nicht die grundlegende Problematik der Konzentration auf ein Unternehmen. GEREFFI / HUMPREY / STURGEON (2003) haben im Rahmen einer Studie das Governance Konzept umfassend erweitert. Ausgehend davon, dass eine klare Dominanzstruktur nicht notwendiges Element einer Wertschöpfungskette sein muss, sondern sich die Macht auf verschiedene Akteure verteilen kann. Governance ist hierbei eine Form der Koordination der Wertschöpfungskette, die nicht über den Markt oder nicht vollständig hierarchisch (vertikale Integration) gestaltet wird. Governance meint damit jedoch nicht mehr die reine Dominanz, sondern vielmehr die Verständigung über Parameter (STAMM 2004, S.27). Es lassen sich folgende relevanten Typen unterscheiden (GEREFFI & HUMPHREY & SCHMITZ 2001) (In Klammern kursiv die Bezeichnungen nach HUMPHREY & SCHMITZ 2001):

[...]


[1] „Today, the barbarians are at our gates“ (ANDERSON 2004, S.3)

[2] DICKEN (2003) lagert den institutionellen Rahmen innerhalb der Governance -Dimension an.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Global Value Chains Wein
Untertitel
Wandel einer Wertschöpfungskette am Beispiel Chile
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaften)
Veranstaltung
Entwicklungsländer in der Globalisierung
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
45
Katalognummer
V89330
ISBN (eBook)
9783638026598
ISBN (Buch)
9783638925518
Dateigröße
1744 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit eignet sich auch für Arbeiten im Bereich Wirtschaftsgeographie oder Volkswirtschaftslehre
Schlagworte
Global, Value, Chains, Wein, Entwicklungsländer, Globalisierung
Arbeit zitieren
Alexander Wijgers (Autor), 2005, Global Value Chains Wein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89330

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