1. Einleitung
1.1. Vorwort
Über 71%1 der 14-17 jährigen der Deutschen Gesamtbevölkerung verreiste im Jahre 2005.
7,7%1 der 14-17 jährigen, die selbstorganisiert anreisten, wählten dabei Schleswig Holstein als Urlaubsziel: – ca. 206.000 Personen.
Auch die Jugendfreizeitstätten erfreuen sich mit 2,7 Millionen Übernachtungen pro Jahr über regen Zulauf
Jugendtourismus geht seinen Weg. In den letzten 50 Jahren hat sich Jugendtourismus verändert, angepasst und erneuert.
Gerade oder wegen der enormen gesellschaftlichen Veränderungen würde jeder „Stillstand“ zu großen Problemen in einem Tourismusbetrieb führen.
Vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt, vom Reiseveranstalter zum Reiseanbieter, vom Teil der Kinder & Jugendarbeit zum Reisemarkt.
Jugend und damit auch der Jugendtourismus steht im Wandel der Zeit.
„Qualität kann produzieren…. […] wer die Kunden(un)Zufriedenheit kennt.“
Die Kundenzufriedenheit im Jugendtourismus wird immer wichtiger, und somit wird der Blick auf die Bedürfnisse der Jugendlichen unabdingbar. Jedoch reicht es nicht, sich nur die Bedürfnisse von Jugendlichen anzuschauen, sondern es muss auch ein passendes Angebot dahingehend entwickelt werden.
Erschwerend für den Jugendtourismus ist, dass die Entwicklung der Bevölkerungszahl von 2005 auf 2050 um über 6 Millionen zurück gehen wird und damit automatisch der Markt immer kleiner wird. Auch „die Zahl der unter 20-Jährigen wird von 16,5 Millionen um mehr als 5 Millionen bis 2050 schrumpfen“
1.2. Zielsetzung
Im meiner Hausarbeit werde ich anhand von Fachliteratur und aktuellen Untersuchungen die Bedürfnisse von Jugendlichen im Jugendtourismus herausarbeiten und ein Bedürfnisprofil erstellen.
Anhand meiner Praktikumsstelle, dem Kinderferiendorf der Stadt Neumünster, werde ich die dortigen Angebote mit den herausgearbeiteten Bedürfnissen der Jugendlichen abgleichen und, exemplarisch, im dritten Teil ein bedürfnisorientiertes Angebot für das Kinderferiendorf Neumünster entwickeln.
Meinen Schwerpunkt lege ich dabei auf die Darstellung der aktuellen Bedürfnisse von Jugendlichen.
1.3. Begriffserklärung
1.3.1. Jugend als Zielgruppe
Um für die weitere Hausarbeit eine einheitliche Grundlage zu schaffen, werde ich hier den Begriff / die „Parameter“ für die Jugendphase – sprich die Phase in der man Jugendlicher ist - umschreiben und festlegen.
Eine einheitliche Definition des „Jugendbegriffs“ existiert nicht.
Es gibt in der Jugend- Soziologieforschung viele Ansätze und Meinungen, wie sich die Jugendphase definieren lassen könnte. Diese Ansätze stehen in ständiger Diskussion, da sich die Jugend und die Gesellschaft ständig verändert.
Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. So beginnt z.B. der Eintritt ins Berufsleben später, die Arbeitszeit ist in den letzten Jahren gestiegen, die Bildungsphase hat sich verlängert und der Bindungsprozess an die Eltern besteht länger. Auch die Lebenserwartungen, in Bezug auf Lebensdauer und Qualität haben sich deutlich gesteigert (alles im Vergleich zu den letzten 100 Jahren).
Ich werde an den Beispielen zweier Ansätze die Definition der „Jugendphase“ kurz darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
1.1 Vorwort
1.2 Zielsetzung
1.3 Begriffserklärung
1.1.1 Jugend als Zielgruppe
2. FREIZEITBEDÜRFNISSE JUGENDLICHER IM JUGENDTOURISMUS
2.1 Bedarfsprofil im Jugendtourismus
2.1.1 Einleitung
2.1.2 Profilkriterien
2.2 Zusammenfassung
2.2.1 Bedarfsdeckung
2.2.2 Fun als verbindende Klammer
2.2.3 Service als verbindende Klammer
2.2.4 Übertrag
3. JUGENDTOURISTISCHE ANGEBOTE IM KINDERFERIENDORF
3.1 Kinderferiendorf der Stadt Neumünster
3.1.1 Eingliederung
3.1.2 Aufbau
3.1.3 Personal
3.1.4 Nutzer
3.1.5 Angebotsanalyse
4. BEDÜRFNISORIENTIERTE ANGEBOTSENTWICKLUNG IM KINDERFERIENDORF
4.1 Vergleich Bedarfsprofil mit dem Angeboten des Kinderferiendorf
4.2 Entwicklung von einem touristischen Angebot
4.2.1 Angebot 1 „Mix“
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die Bedürfnisse von Jugendlichen im modernen Jugendtourismus, um ein fundiertes Bedürfnisprofil zu erstellen. Ziel ist es, diese Erkenntnisse auf das Kinderferiendorf der Stadt Neumünster zu übertragen und exemplarisch ein bedürfnisorientiertes Angebot für diese Einrichtung zu entwickeln.
- Analyse aktueller Jugend-Bedürfnisse im Tourismus (u.a. Rekreation, Soziales, Partizipation).
- Strukturelle Bestandsaufnahme des Kinderferiendorfs Neumünster.
- Abgleich zwischen touristischen Anforderungen und vorhandenen Angeboten.
- Entwicklung eines exemplarischen Freizeitkonzepts (Angebot „Mix“) für Jugendliche.
Auszug aus dem Buch
2.1.2.1 Rekreation
Würde man einen großen Teil der Bevölkerung fragen, wozu ihr Urlaub hauptsächlich diene, würden wohl die meisten Personen antworten, ihnen wären „Abschalten, Erholen und zur Ruhe kommen“ die wichtigsten Dinge im Urlaub, ohne dabei schon festzulegen, was sie unter Erholung verstehen.
In unserer heutigen, modernen aber auch zeitdurchhetzten Zeit, ist Rekreation wichtiger denn je. Gerade Jugendliche spüren die Rast- und Zeitlosigkeit immer deutlicher.
Dank modernster Techniken (Handy, immer schnellere Fortbewegungsmittel, Computer etc.), ist es möglich, in kürzester Zeit immer mehr zu erledigen. Dabei steigt der Druck, der auf den Jugendlichen liegt, immer weiter. Gründe sind hierbei eine hohe Arbeitslosenquote, höhere Anforderungen und große gesellschaftliche Erwartungen.
Dieses zeigt u.a. die Shell Jugendstudie 2006 – dort haben 69% aller befragten Jugendlichen Angst davor, keinen Ausbildungsplatz zu finden und in die Arbeitslosigkeit zu rutschen.
All diese Punkte wirken sich auf das Urlaubsverhalten aus!
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage des Jugendtourismus sowie Zielsetzung und Definition der Zielgruppe.
2. FREIZEITBEDÜRFNISSE JUGENDLICHER IM JUGENDTOURISMUS: Herleitung eines pädagogischen Bedürfnisprofils anhand von 12 Kriterien wie Rekreation, Partizipation und Innovation.
3. JUGENDTOURISTISCHE ANGEBOTE IM KINDERFERIENDORF: Beschreibung der Infrastruktur, des Personals und der Nutzerstruktur des Kinderferiendorfs Neumünster.
4. BEDÜRFNISORIENTIERTE ANGEBOTSENTWICKLUNG IM KINDERFERIENDORF: Anwendung des erstellten Bedürfnisprofils auf die Praxis durch die Konzeption eines beispielhaften Angebots.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und des Potenzials des Standorts Neumünster für den Jugendtourismus.
Schlüsselwörter
Jugendtourismus, Bedürfnisprofil, Angebotsentwicklung, Kinderferiendorf Neumünster, Rekreation, Soziale Absicherung, Partizipation, Jugendphase, Freizeitanalyse, Erlebnispädagogik, Qualität, Service, Kompensation, Trendsetting, Edukation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie touristische Angebote für Jugendliche unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Bedürfnisse gestaltet werden können, angewandt auf das Kinderferiendorf Neumünster.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Identifikation von Jugendbedürfnissen (wie Erholung, Gemeinschaft, Bildung) und deren praktische Umsetzung in einem Reiseangebot.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Bedürfnisprofils und dessen Nutzung zur Neukonzeption eines touristischen Angebots im Kinderferiendorf.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf Fachliteratur, aktuelle Studien (wie die Shell-Jugendstudie) und seine eigenen praktischen Erfahrungen im Kinderferiendorf.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der 12 Bedürfnisse und die Analyse der Ist-Situation des Kinderferiendorfs inklusive eines konkreten Modell-Angebots.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Jugendtourismus, Bedürfnisorientierung, Angebotsgestaltung und Partizipation sind die prägenden Begriffe.
Warum ist das "Wir-Gefühl" im Jugendtourismus so zentral?
Das "Wir-Gefühl" dient als soziale Absicherung, die Jugendlichen Sicherheit gibt und als Grundlage für die Befriedigung weiterer Bedürfnisse dient.
Welche Rolle spielt das Budget bei der Angebotsentwicklung?
Der Preis ist ein entscheidender Faktor, da Jugendliche oft auf das Geld ihrer Eltern angewiesen sind; dennoch wird Qualität bei der Betreuung zunehmend höher bewertet als der reine Preis.
- Quote paper
- Sven Johannsen (Author), 2008, Bedürfnisorientierte Angebotsentwicklung im Jugendtourismus anhand des Beispiels des Kinderferiendorfes in Neumünster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89331