Im Rahmen der Vorlesung „Soziale Nachhaltigkeit“ wurde uns gelehrt, dass die soziale Nachhaltigkeit sich in drei Oberpunkte aufteilen lässt. Sie beinhaltet
1. die Grundbedürfnisse und Zufriedenheit der Menschen, zu denen die Arbeit, die Bildung und die Gesundheit gehört,
2. die Sozialressourcen, die in das soziale Umfeld integriert werden sollen und
3. die Chancengleichheit bezogen auf das Geschlecht, den Zugang zur Bildung sowie ethische und andere Minderheiten.
Wichtig ist an dieser Stelle anzubringen, dass es bei der sozialen Nachhaltigkeit ebenso um emotionale Bedürfnisse der einzelnen Menschen geht.
Da „Soziale Nachhaltigkeit“ ein sehr vielfältiger Themenbereich ist, werde ich mich in meiner Arbeit ausschließlich auf die Chancengleichheit, der Geschlechter, beziehen. Diesbezüglich konzentriere ich mich auf die „Geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf“ und werde diese näher beleuchten.
Umso intensiver ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto mehr Hypothesen fielen mir dazu ein. Die folgenden vier Hypothesen werde ich in meiner Hausarbeit be- oder widerlegen.
1. Frauen werden im Beruf benachteiligt!
2. Heute kümmern sich nicht mehr nur die Frauen um die Kinder, sondern auch der Männer!
3. Männer sind das starke Geschlecht!
4. Frauen und Männer haben unterschiedliche Interessen!
Meine Ausarbeitung über die „Geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf“ habe ich folgendermaßen strukturiert. Im zweiten Abschnitt definiere ich den Begriff „Gender Mainstreaming“ und erkläre was typisch Frau bzw. typisch Mann ist. Im darauf folgenden Kapitel liegt das Augenmerk auf den gesetzlichen Regelungen der geschlechtlichen Gleichbehandlung. Hierbei werde ich mich auf drei Gesetze beziehen, wobei das neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) im Vordergrund stehen wird. Im darauf folgenden Abschnitt werde ich mich damit befassen, inwieweit eine geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf aktuell besteht und anschließend drei Präventionsmaßnahmen, beispielhaft vorstellen.
Am Schluss meiner Hausarbeit folgt ein Ausblick, indem ich mich nochmals auf die Hypothesen beziehen werde. Das Wort „Gender“ kommt aus dem Englischen. Es bedeutet übersetzt „die Geschlechterrollen, die sozial, kulturell und gesellschaftlich geprägt sind“.
Gender Mainstreaming heißt, dass Frauen und Männer in der Gesellschaft gleichbehandelt werden sollen, trotz „(…) unterschiedlicher Lebenssituationen und Interessen“.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Gender
I. Definition „Gender Mainstreaming“
II. Typisch Frau und typisch Mann
C. Gesetzliche Regelungen
I. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
II. Grundgesetz (§ GG)
III. Mutterschutzgesetz (§ MuSchG)
D. Geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf
E. Förderung und Präventionsmaßnahmen der Chancengleichheit
I. Definition „Chancengleichheit“
II. „Gemeinschaftsinitiative Equal“
III. „Agenda 21“
IV. „Heinrich-Böll-Stiftung“
F. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Feld der geschlechtlichen Chancengleichheit im beruflichen Kontext vor dem Hintergrund aktueller gesetzlicher Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Entwicklungen. Ziel ist es, bestehende Benachteiligungen aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit etablierte Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung wirksam sind, wobei insbesondere auch die Auswirkungen tradierter Rollenbilder auf die Erwerbswelt kritisch reflektiert werden.
- Analyse der geschlechtsspezifischen Benachteiligung im Berufsleben
- Einfluss rechtlicher Rahmenbedingungen wie dem AGG und dem Mutterschutzgesetz
- Hinterfragung traditioneller Geschlechterrollen und deren Prägung durch Erziehung
- Evaluation von Präventionsmaßnahmen und Förderprogrammen
- Reflexion über die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben
Auszug aus dem Buch
Typisch Frau und typisch Mann
Im Alltag stößt man oft auf die Meinung, bestimmte Verhaltensweisen seien typisch weiblich und andere wiederum typisch männlich. Sind es zum Beispiel nur Klischees, das Mädchen/ Frauen sprachbegabter, gefühlsbetonter und sozialer sind und mehr Einfühlungsvermögen haben und Jungen/ Männer eine größere Fähigkeit im räumlichen Denken besitzen und immer stark sind und alles können?
In der Vorlesung „Grundlagen der Geschlechterrollenentwicklung und –differenzierung“ im Sommersemester 2006 bei Frau Prof. Dr. Renate Kosuch wurde eine Theorie der geschlechtstypischen Verstärkung vorgestellt. In der Theorie geht es darum, dass geschlechtstypisches Verhalten durch Bekräftigungstheorien (Belohnung und Bestrafung) und durch Imitationstheorien (Nachahmung) gefördert wird.
Dieser Theorie möchte ich hinzufügen, dass laut der amerikanischen Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin Susanne Gilbert nicht nur das soziale Umfeld eine Rolle in der Entwicklung der Geschlechtsrollen spielt, sondern ebenso die Gene des Kindes.
Über den kleinen Unterschied der Geschlechtstypisierung sind sich die Forscher mittlerweile einig. Er existiert von Geburt an. Größer wird er erst durch gesellschaftliche Rollenmodelle und die elterliche Erziehung.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Darstellung der Relevanz der sozialen Nachhaltigkeit und Eingrenzung des Themas auf die geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf inklusive Hypothesenbildung.
B. Gender: Definition von Gender Mainstreaming und kritische Auseinandersetzung mit der Entstehung typisch weiblicher bzw. männlicher Verhaltensmuster durch Erziehung und soziale Prägung.
C. Gesetzliche Regelungen: Analyse der rechtlichen Grundlagen zur Gleichbehandlung, insbesondere durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Grundgesetz und das Mutterschutzgesetz.
D. Geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf: Untersuchung der aktuellen Arbeitssituation von Frauen, der geschlechterhierarchischen Spaltung und der verbleibenden Ungleichheiten im beruflichen Aufstieg.
E. Förderung und Präventionsmaßnahmen der Chancengleichheit: Vorstellung von Strategien und Programmen wie der Gemeinschaftsinitiative Equal, der Agenda 21 und der Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung zur Förderung der Chancengleichheit.
F. Ausblick: Zusammenfassende Reflexion der bearbeiteten Hypothesen und Diskussion über die Herausforderungen auf dem Weg zu einer vollständigen geschlechtlichen Chancengleichheit.
Schlüsselwörter
Geschlechtliche Chancengleichheit, Gender Mainstreaming, AGG, Mutterschutzgesetz, soziale Nachhaltigkeit, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Gleichbehandlung, Erziehungsmuster, Berufliche Benachteiligung, Geschlechterdemokratie, Frauenförderung, Gemeinschaftsinitiative Equal, Geschlechtstypisierung, Arbeitsrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschlechtliche Chancengleichheit im beruflichen Kontext und hinterfragt die bestehenden gesellschaftlichen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Gender Mainstreaming, gesetzliche Diskriminierungsverbote, die Auswirkungen von Geschlechterrollen auf die Berufswahl sowie verschiedene Fördermaßnahmen zur Gleichstellung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass trotz rechtlicher Gleichstellung weiterhin Benachteiligungen bestehen und die Wirksamkeit aktueller Fördermaßnahmen zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf Literaturrecherche, Analyse rechtlicher Grundlagen und der kritischen Reflexion wissenschaftlicher Theorien zur Geschlechterentwicklung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Definitionen zu Gender, die rechtlichen Grundlagen (AGG, GG, MuSchG), die aktuelle Situation von Frauen in der Arbeitswelt sowie konkrete Präventionsmaßnahmen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Chancengleichheit, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Arbeitsrecht und Geschlechterdemokratie charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Heinrich-Böll-Stiftung in dieser Untersuchung?
Sie dient als exemplarisches Beispiel für die Umsetzung der „Geschlechterdemokratie als Gemeinschaftsaufgabe“ und zeigt auf, wie durch gezielte Strukturen Benachteiligungen im Arbeitsumfeld aktiv angegangen werden können.
Wie bewertet die Autorin die rechtlichen Schutzmöglichkeiten?
Sie begrüßt die Einführung des AGG als notwendigen Schritt, weist jedoch anhand von Gerichtsurteilen darauf hin, dass die praktische Durchsetzung der Gleichbehandlung komplex bleibt und oft an bürokratischen Hürden scheitert.
- Quote paper
- Heidi Neumann (Author), 2007, Geschlechtliche Chancengleichheit im Beruf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89360