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Bedeutungen, Bedeutungsvarianten und Funktionen der Modalverben sollen und wollen aus semantischer und pragmatischer Sicht

Title: Bedeutungen, Bedeutungsvarianten und Funktionen der Modalverben sollen und wollen aus semantischer und pragmatischer Sicht

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Eva Kühl (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen des Hauptseminars „Von Bedeutung“ möchte ich in der vorliegenden Arbeit die Modalverben sollen und wollen und ihre verschiedenen Bedeutungen bzw. Bedeutungsvarianten untersuchen. Dabei soll es nicht nur um semantische Unterschiede in den Verwendungsweisen gehen, sondern auch um die pragmatische Funktion der Modalverben im Bezug auf Sprechakte.
Zunächst werde ich einige Ansätze zur Klassifizierung verschiedener Lesarten vorstellen.
Anschließend folgt ein Überblick über die Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte der behandelten Modalverben sollen und wollen, in dem auch die Wahl für gerade diese beiden begründet wird. Außerdem wird hier der epistemische Gebrauch der Verben gemeinsam behandelt, da die Verwendung sich bei beiden sehr ähnlich ist.
Der größte Teil der Arbeit wird sich dann aus semantischer Sicht mit der Betrachtung der unterschiedlichen nicht-epistemischen Verwendungsweisen beschäftigen, zuerst derjenigen von sollen, anschließend der von wollen.
Schließlich werde ich noch auf die Frage eingehen, welche pragmatische Funktion Modalverben innerhalb von Sprechakten haben, genauer: ob sie die Illokution eines Sprechaktes beeinflussen oder verändern und ob sie als illokutionäre Indikatoren bezeichnet werden können.
Bevor die unterschiedlichen Bedeutungen bzw. Bedeutungsvarianten konkret an den beiden Modalverben sollen und wollen erläutert werden, möchte ich hier zunächst einige Kategorisierungen vorstellen, die die verschiedenen Möglichkeiten zeigen, eine Äußerung und ihre aktuelle Bedeutung zu verstehen.
Die grundlegende Überlegung von Kratzer (1978) besagt, dass die Bedeutung eines Satzes aus der jeweiligen Äußerungssituation heraus verstanden werden kann (vgl. Kratzer 1978: 10 f). Am Beispiel von müssen erklärt sie, dass es eine Art isoliertes „Bedeutungsskelett“ des Modalverbs gibt, das bei jeder Äußerung unverändert bleibt und durch „im Hinblick auf“-Phrasen in seiner aktuellen Bedeutung spezifiziert wird. Da man solche Phrasen im normalen Gespräch jedoch nicht verwendet, muss die Äußerungssituation die Ergänzung oder Spezifizierung zum Bedeutungsskelett liefern (vgl. 1978: 104): „Modalwörter verlangen für ihre Interpretation in einer Situation einen Redehintergrund.“ (1978: 110). Der Redehintergrund liefert die Basis, auf welcher eine Äußerung verstanden wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lesarten von Modalverben

3. Verwendungsweisen und Bedeutungsvarianten von sollen und wollen

3.1. Gemeinsame Eigenschaften und Berührungspunkte

3.1.1. Epistemischer Gebrauch von sollen und wollen

3.2. Sollen

3.2.1. Sollen in Aussagen über eigenes und fremdes Wollen

3.2.2. Imperativ und sollen in der 2. Person

3.2.3. Weitere Spezifizierungen im Gebrauch von sollen

3.2.4 Zusammenfassung

3.3. Wollen

3.3.1. Zusammenfassung

4. Modalverben als illokutionäre Indikatoren

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die semantischen Bedeutungen und pragmatischen Funktionen der deutschen Modalverben "sollen" und "wollen" im Kontext von Sprechakten, um zu klären, ob diese als illokutionäre Indikatoren fungieren können.

  • Semantische Klassifizierung verschiedener Lesarten von Modalverben
  • Analyse der Gemeinsamkeiten und epistemischen Gebrauchsweisen von "sollen" und "wollen"
  • Untersuchung nicht-epistemischer Verwendungsweisen und Handlungsrollen
  • Pragmatische Einordnung der Modalverben in den Sprechakt-Rahmen nach Austin und Searle

Auszug aus dem Buch

3.2. Sollen

Das Modalverb sollen wurde von Reinhold Glas ausführlich untersucht, der die unterschiedlichen Verwendungsweisen des Verbs erschöpfend darstellt. Einige der wichtigsten Verwendungsweisen möchte ich hier zeigen, vor allem jene, die auch von Anderen untersucht wurden. Dabei geht es an dieser Stelle nur noch um die nicht-epistemischen Verwendungsweisen, da der epistemische Gebrauch in Kapitel 3.1.1. bereits behandelt wurde. Glas unterscheidet zwischen „Aussagen über Absichten“ und „Aussagen über Forderungen“ (Glas 1984: 57 ff.). Mit sollen können also einerseits Sachverhalte ausgedrückt werden, die man selbst zu tun beabsichtigt oder verwirklicht sehen möchte, andererseits können ausdrückliche Forderungen an andere Personen gestellt werden.

(6) Die GDL wird weiter streiken. Am Donnerstag sollen alle Züge stillstehen.

(7) Ein eigener Tarifvertrag soll bis Montag vorliegen, andernfalls werde weiter gestreikt.

Beides, (6) und (7), sind zitathafte Aussagen wie in Zeitungs- oder Radiomeldungen, also keine initialen Äußerungen, sondern Aussagen über fremde, bereits getätigte Äußerungen. In (6) kündigt der wollende Aktant, hier die GDL, seine eigenen Vorhaben an, nämlich die Züge stillstehen zu lassen. Es handelt sich also um eine „Aussage über eine Absicht“ im Sinne von Glas. In (7) dagegen wird eine Forderung an eine fremde Instanz gerichtet, hier liegt eine „Aussage über eine Forderung“ vor. Wollender Aktant und Adressat der Forderung bleiben hier ungenannt, sie können aus dem Kontext bzw. dem Hintergrundwissen des Hörers geschlossen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsziele hinsichtlich der semantischen und pragmatischen Untersuchung von "sollen" und "wollen".

2. Lesarten von Modalverben: Theoretische Einführung in Kategorisierungsansätze von Modalverben, insbesondere nach Kratzer und Öhlschläger.

3. Verwendungsweisen und Bedeutungsvarianten von sollen und wollen: Detaillierte Untersuchung der nicht-epistemischen Verwendungen, der Aktantenrollen und der Kontexteinflüsse.

4. Modalverben als illokutionäre Indikatoren: Prüfung der Hypothese, ob Modalverben die Illokution von Sprechakten steuern oder indizieren können.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Modalverben als Elemente in einem komplexen sprachlichen Zusammenwirken.

Schlüsselwörter

Modalverben, sollen, wollen, Semantik, Pragmatik, Sprechakte, Illokution, illokutionäre Indikatoren, Redehintergrund, Aktanten, epistemischer Gebrauch, deontische Lesart, Zielorientierung, Aufforderung, Sprachwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Bedeutungsvarianten und Funktionen der deutschen Modalverben "sollen" und "wollen" aus semantischer und pragmatischer Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Modalverben, ihr epistemischer Gebrauch sowie ihre Rolle bei der Realisierung von Sprechakten und deren Illokution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie sich "sollen" und "wollen" semantisch unterscheiden, wie sie im Satzkontext verwendet werden und ob sie als eigenständige illokutionäre Indikatoren bezeichnet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender linguistischer Theorien (u.a. von Kratzer, Glas, Öhlschläger, Redder und Brünner) und deren Anwendung auf exemplarische Beispielsätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der gemeinsamen Eigenschaften, eine detaillierte Untersuchung der einzelnen Verben sowie eine Diskussion ihres Beitrags zur Illokution innerhalb von Sprechhandlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Modalität, Illokution, Aktanten, Sprechakte und Bedeutungsvarianten charakterisiert.

Was unterscheidet "sollen" vom Imperativ in der 2. Person?

Während der Imperativ initial und normgebend gebraucht wird, dient "sollen" oft der Wiederholung einer bereits bestehenden Forderung, wobei der Sprecher als Übermittler agiert.

Warum können Modalverben nach Ansicht des Autors nicht allein als illokutionäre Indikatoren gelten?

Modalverben beeinflussen die Illokution zwar, ihre Wirkung hängt jedoch stark vom situativen Kontext, anderen sprachlichen Mitteln und dem Vorwissen der Beteiligten ab, weshalb sie nur im Zusammenwirken fungieren.

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Details

Title
Bedeutungen, Bedeutungsvarianten und Funktionen der Modalverben sollen und wollen aus semantischer und pragmatischer Sicht
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Von Bedeutung
Grade
1,7
Author
Eva Kühl (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V89366
ISBN (eBook)
9783638030540
Language
German
Tags
Bedeutungen Bedeutungsvarianten Funktionen Modalverben Sicht Bedeutung Semantik Pragmatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Kühl (Author), 2007, Bedeutungen, Bedeutungsvarianten und Funktionen der Modalverben sollen und wollen aus semantischer und pragmatischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89366
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